BasisBibel (BB)
6

Gott zieht sein Volk zur Verantwortung

Micha 6,1–7,7

Gottes Auseinandersetzung mit Israel

61Hört, was der Herr6,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sagt:Führe einen Rechtsstreit mit den Bergenund lass die Hügel auf deine Stimme hören!

2Hört, ihr Berge, worum es dem Herrn geht!Gebt acht, ihr Fundamente6,2 Fundamente: Im Alten Orient gab es die Vorstellung, dass die Erde auf Pfeilern ruht, die im unterirdischen Meer verankert sind. der Erde!Der Herr hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk.Er tritt in eine Auseinandersetzung mit Israel:3Mein Volk, was habe ich dir getan?Habe ich etwa zu viel von dir verlangt?Steh mir Rede und Antwort!4Ich habe dich doch aus Ägypten geführt6,4 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.und aus der Sklaverei befreit.Ich habe Mose, Aaron und Mirjam6,4 Aaron, Mirjam: Geschwister des Mose, die mit ihm das Volk Israel durch die Wüste führten. dazu bestimmt,dass sie dir auf dem Weg vorausgehen.5Mein Volk, denk doch daran:Was führte Balak6,5 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24., der König von Moab, im Schilde?Und was hat ihm Bileam6,5 Bileam: Wurde vom König der Moabiter beauftragt, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24., der Sohn des Beor, geantwortet?Erinnere dich an die Ereignisse,als du von Schittim6,5 Schittim: Letzte Station auf der Wüstenwanderung des Volkes Israel vor dem Einzug in das verheißene Land, vgl. 4. Mose/Numeri 33,48-49. nach Gilgal6,5 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. gezogen bist!So erkennst du, dass der Herr gerecht gehandelt hat.

6Womit soll ich6,6 ich: Hier redet das Volk Israel. vor den Herrn treten?Wie kann ich mich angemessen verhaltengegenüber dem Gott, der in der Höhe wohnt?Soll ich mit Brandopfern6,6 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. zu ihm kommen,mit einjährigen Rindern als Opfertieren?7Wird es dem Herrn gefallen,wenn ich ihm 1000 Widder6,7 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. bringeund 10.000 Krüge mit Olivenöl?Soll ich mein erstgeborenes Kind hergeben6,7 hergeben: Hier wird sogar die Möglichkeit in Betracht gezogen, das eigene Kind als Opfer darzubringen.,damit er mir mein Verbrechen verzeiht?Soll ich die Frucht meines Leibes opfern,damit er mir meine Schuld vergibt?

8Es wurde dir gesagt6,8 es wurde dir gesagt: Hier antwortet der Prophet., Mensch, was gut istund was der Herr von dir erwartet:das Rechte tun, Nachsicht mit anderen habenund bewusst den Weg mit deinem Gott gehen.

Lügner und Betrüger in Jerusalem

9Die Stimme des Herrn6,9 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. dröhnt über der Stadt.– Wer klug ist, fürchtet deinen Namen. –Hört dies, ihr Land- und Stadtbewohner6,9 Stadtbewohner: Gemeint sind die Leute, die zur Stadtversammlung gehören.:10Soll ich vergessen, dass ihr auf dem Marktmit gefälschtem Maß betrügt?Diese Schätze sind durch Unrecht erworben!Soll ich vergessen, dass ihr das Maß verringert?Verflucht, es leidet an Schwindsucht6,10 Schwindsucht: Das Verkleinern der Maße wird verglichen mit der Gewichtsabnahme eines kranken Menschen.!11Soll ich es gutheißen, dass ihr fehlerhaft abwiegtund falsche Gewichtssteine in eurem Beutel habt?12Ja, die Reichen der Stadt gebrauchen Gewalt,und ihre Bewohner verbreiten nichts als Lüge.Eine falsche Zunge6,12 Zunge: Durch Lügen und Verleumden kann sie großen Schaden anrichten. steckt in ihrem Mund.

13So will ich darangehen, dich zu schlagen,dich übel zuzurichten wegen deiner schlimmen Taten.14Du wirst essen, aber nicht satt werden.Hunger breitet sich aus in deiner Mitte.Was du beiseiteschaffst, wirst du nicht retten.Und was du rettest, mache ich zur Beute im Krieg.15Du wirst aussäen, aber keine Ernte einbringen.Du wirst Oliven pressen, aber kein Salböl6,15 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet. haben,Trauben auspressen, aber keinen Wein trinken.16Du hast dich auf die Willkür Omris6,16 Omri: König des Nordreichs Israel (882–871 v. Chr.). eingelassenund auf die ganze Machenschaft des Hauses Ahabs6,16 Ahab: König des Nordreichs Israel (871–852 v. Chr.)..Nach ihren Grundsätzen habt ihr euer Leben geführt.Deshalb werde ich Entsetzen über die Stadt bringen.Ich lasse zu, dass man ihre Bewohner auspfeift:Sie müssen die Schmähungen der Völker ertragen.