BasisBibel (BB)
18

Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus

Johannes 18,1–21,25

Die Passionsgeschichte: Jesus wird verurteilt, gekreuzigt und begraben

Johannes 18,1–19,42

Jesus wird verhaftet und zu Hannas geführt

Matthäus 26,47-58; Markus 14,43-54; Lukas 22,47-54
181Nachdem Jesus18,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sein Gebet beendet hatte,brach er mit seinen Jüngern18,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. auf.Sie überquerten den Kidronbach18,1 Kidronbach: Bach im Osten der Stadtgrenze Jerusalems..Auf der anderen Seite war ein Garten,in den Jesus und seine Jünger hineingingen.2Diesen Ort kannte auch Judas, der Jesus verriet.Denn Jesus war dort oft mit seinen Jüngern gewesen.3Dorthin kam Judas mit einer Kohorte18,3 Kohorte: Militärische Einheit von etwa 600 bis 1000 Mann. römischer Soldatenund der Tempelwache18,3 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats..Die war von den führenden Priestern18,3 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Pharisäern18,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.mitgeschickt worden.Die Männer waren bewaffnetund trugen Laternen und Fackeln18,3 Fackel: Eine Stange mit einem Gefäß, in dem ein in Öl getränkter Lappen brannte..

4Jesus18,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wusste genau, was ihm bevorstand.Er ging den Männern entgegen und fragte sie:»Wen sucht ihr?«5Sie antworteten: »Jesus, den Nazoräer18,5 Nazoräer: Bezeichnung für die Herkunft von Jesus aus der Stadt Nazaret.Jesus sagte: »Ich bin es18,5 ich bin es: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt.– Auch Judas stand dabei.Er wollte ihn den Behörden ausliefern. –6Als Jesus sagte: »Ich bin es«,wichen sie zurück und fielen zu Boden.7Da fragte er sie noch einmal: »Wen sucht ihr?«Und sie sagten wieder: »Jesus, den Nazoräer.«8Jesus erklärte:»Ich habe euch gesagt, dass ich es bin.Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese hier gehen.«9Damit ging das Wort in Erfüllung,das Jesus früher gesagt hatte18,9 früher gesagt hatte: Die Worte finden sich in Johannes 17,12.:»Ich habe keinen von denen verloren,die du, Vater, mir anvertraut hast.«

10Simon Petrus18,10 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. hatte ein Schwert dabei.Er zog es und schwang es gegen einen der Männer,die dem Hohepriester18,10 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. unterstanden.Dabei schlug er ihm das rechte Ohr ab.Dieser Mann hieß Malchus.11Da sagte Jesus18,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu Petrus:»Steck das Schwert wieder weg!Soll ich etwa den Becher18,11 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. nicht austrinken,den mir der Vater18,11 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gegeben hat?«

12Die römischen18,12 Rom: Zur Zeit des Neuen Testaments beherrschte das Römische Reich den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Soldaten mit ihrem Anführerund die Tempelwache18,12 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. der jüdischen Behörden18,12 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.nahmen Jesus18,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fest.Sie fesselten ihn 13und führten ihn zuerst zu Hannas.Der war der Schwiegervater von Kaiphas,der in jenem Jahr der Hohepriester18,13 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. war.14Kaiphas war es, der zuvor18,14 zuvor: Die hier zitierten Worte von Kaiphas finden sich in Johannes 11,50. den jüdischen Behördenden Rat gegeben hatte:»Es ist besser, wenn ein Mann für das Volk stirbt.«

Petrus verleugnet Jesus

Matthäus 26,69-70; Markus 14,66-68; Lukas 22,55-57
15Simon Petrus18,15 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. und ein anderer Jünger18,15 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. folgten Jesus18,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Dieser Jünger war mit dem Hohepriester18,15 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. bekannt.Deshalb konnte er mit Jesusin den Palast des Hohepriesters hineingehen.16Petrus dagegen blieb draußen vor dem Tor stehen.Der andere Jünger,der mit dem Hohepriester bekannt war,kam wieder heraus.Er sprach mit der Türhüterinund nahm dann Petrus mit hinein.17Die Türhüterin fragte Petrus:»Bist du nicht aucheiner von den Jüngern dieses Mannes?«Er erwiderte: »Nein, das bin ich nicht!«18Es war kalt.Deshalb hatten die Diener des Hohepriestersund die Tempelwache18,18 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. ein Holzkohlenfeuer angezündet.Sie standen um das Feuer herum und wärmten sich.Petrus stellte sich zu ihnen und wärmte sich ebenfalls.

Jesus wird von Hannas verhört

Matthäus 26,57-68; Markus 14,53-65; Lukas 22,54-55; 22,63-71
19Der Hohepriester18,19 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. befragte Jesus18,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.über seine Jünger und über seine Lehre.20Jesus antwortete:»Ich habe stets öffentlichund vor aller Welt gesprochen.Ich habe immer in den Synagogen18,20 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. und im Tempel18,20 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. gelehrt,wo alle Juden18,20 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. zusammenkommen.Niemals habe ich etwas im Geheimen gesagt.21Warum also fragst du mich?Frag doch die Leute, die gehört haben,was ich zu ihnen gesagt habe.Die wissen, was ich gesagt habe!«22Als Jesus das sagte,schlug ihm einer von der Tempelwache18,22 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats.,der dabeistand, ins Gesicht und fragte:»Wie kannst du dem Hohepriester so antworten?«23Jesus entgegnete ihm:»Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe,dann weise mir nach, dass es Unrecht ist.Wenn ich aber im Recht bin, warum schlägst du mich?«24Daraufhin sandte Hannas ihnin Fesseln zum Hohepriester Kaiphas.

Petrus verleugnet Jesus noch einmal

Matthäus 26,71-75; Markus 14,69-72; Lukas 22,58-62
25Simon Petrus18,25 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. stand immer noch am Feuer und wärmte sich.Da fragten sie ihn:»Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern18,25 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.Er stritt es ab und sagte:»Nein, das bin ich nicht!«26Einer von ihnen war mit dem Mann verwandt,dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte.Der sagte:»Ich habe dich doch im Garten bei ihm gesehen!«27Wieder stritt Petrus es ab.Im selben Augenblick krähte ein Hahn.

Jesus wird von Pilatus verhört

Matthäus 27,1-2; 27,11-14; Markus 15,1-5; Lukas 23,1-5
28Die Vertreter der jüdischen Behörden18,28 Vertreter der jüdischen Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. brachten Jesus18,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.von Kaiphas zum Sitz des römischen Statthalters18,28 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers.,dem sogenannten Prätorium18,28 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente..Es war früh am Morgen.Sie selbst gingen nicht ins Prätorium hinein,um nicht gegen die Reinheitsvorschriften18,28 Reinheitsvorschriften: Als rein werden Menschen bezeichnet, die dafür vorbereitet sind, in die Nähe Gottes zu kommen. Dabei sind bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. Da Nicht-Juden diese Vorschriften nicht beachteten, vermied man vor allem während der großen Feste das Betreten ihrer Häuser, um nicht unrein zu werden. zu verstoßen.Sie wollten ja bald darauf am Passamahl18,28 Passamahl: Festliche Mahlzeit, die fester Bestandteil des Passafestes ist. Zur Mahlzeit gehören ungesäuerte Brote und das Passalamm. teilnehmen.29Deshalb kam Pilatus18,29 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. zu ihnen heraus und fragte:»Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann?«30Sie gaben ihm zur Antwort:»Wenn er kein Verbrecher wäre,hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert!«31Pilatus entgegnete ihnen: »Nehmt ihr ihn dochund verurteilt ihn nach eurem eigenen Gesetz18,31 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.Da sagten die Vertreter der jüdischen Behörden:»Wir dürfen aber niemanden hinrichten!«32So ging das Wort in Erfüllung,mit dem Jesus vorausgesagt18,32 vorausgesagt: Die Andeutungen finden sich in Johannes 3,14. hatte,welchen Tod18,32 welcher Tod: Gemeint ist die Kreuzigung, eine Hinrichtungsart, die im Römischen Reich für verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer üblich war. er sterben musste.

33Pilatus18,33 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ging wieder in das Prätorium18,33 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente. hinein.Er ließ Jesus18,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. rufen und fragte ihn:»Bist du der König der Juden18,33 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.34Jesus antwortete: »Fragst du das von dir ausoder haben andere dir das über mich gesagt?«35Pilatus erwiderte: »Bin ich etwa ein Jude?Dein Volk und die führenden Priester18,35 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.haben dich zu mir gebracht. Was hast du getan?«

36Jesus18,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Das Reich18,36 Reich: Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt., dessen König ich bin,stammt nicht von dieser Welt.Wenn mein Reich von dieser Welt wäre,hätten meine Leute für mich gekämpft.Dann wäre ich jetzt nichtin den Händen der jüdischen Behörden18,36 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten..Aber mein Reich stammt eben nicht von dieser Welt.«37Pilatus18,37 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. fragte weiter: »Also bist du doch ein König?«Jesus antwortete: »Du sagst es: Ich bin ein König!Das ist der Grund, warum ich geboren wurdeund in die Welt gekommen bin:Ich soll als Zeuge für die Wahrheit18,37 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. eintreten.Jeder, der selbst von der Wahrheit ergriffen ist,hört auf das, was ich sage.«38Da fragte Pilatus ihn:»Wahrheit – was ist das?«

Jesus wird zum Tod verurteilt

Matthäus 27,15-31; Markus 15,6-20; Lukas 23,13-25
Nach diesen Worten ging Pilatus18,38 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. wiederzu den Vertretern der jüdischen Behörde18,38 Vertreter der jüdischen Behörde: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. hinaus.Er sagte: »Ich halte ihn für unschuldig.39Es ist aber üblich, dass ich euch zum Passafest18,39 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.einen Gefangenen freigebe.Wollt ihr,dass ich euch den König der Juden18,39 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde. freilasse?«40Da schrien sie: »Nein, nicht den, sondern Barabbas!«Barabbas war aber ein Verbrecher.