BasisBibel (BB)
12

Jesus in Betanien und Jerusalem

Johannes 12,1-50

Eine Frau salbt Jesus für sein Begräbnis

Matthäus 26,6-13; Markus 14,3-9
121Sechs Tage vor dem Passafest12,1 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.kam Jesus12,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wieder nach Betanien12,1 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. .Dort wohnte Lazarus,den er von den Toten auferweckt12,1 von den Toten auferweckt: Von der Auferweckung des Lazarus erzählt Johannes 11,1-44. hatte.2Zusammen mit seinen Schwestern veranstaltete erein Festmahl für Jesus.Marta bewirtete die Gäste.Lazarus lag mit Jesus und den anderen zu Tisch12,2 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen..3Da nahm Maria eine Flasche12,3 Flasche: Wörtlich »eine Litra«. Eine Litra ist eine römische Maßeinheit und entspricht etwa 327 g Öl. Salböl.Es war reines, kostbares Nardenöl12,3 Nardenöl: Kostbares Öl, das aus den getrockneten Wurzeln und Stängeln der Narde gewonnen wird, einer Pflanze, die nur im Himalaja wächst..Damit salbte12,3 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen. sie Jesus die Füße.Dann trocknete sie seine Füße mit ihren Haaren ab.Das ganze Haus wurde vom Duft des Salböls erfüllt.

4Da sagte einer von den Jüngern12,4 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten., Judas Iskariot,der Jesus12,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. später verriet:5»Warum hat man dieses Salbölnicht für 300 Silberstücke12,5 300 Silberstücke: Wörtlich »300 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber. verkauftund das Geld den Armen gegeben?«6Das sagte er aber nicht etwa,weil es ihm um die Armen ging.Vielmehr war er ein Dieb.Er verwaltete die gemeinsame Kasseund schaffte Geld daraus beiseite.7Doch Jesus erwiderte: »Lass sie!Sie hat es aufbewahrt, um mich damit schon heutefür mein Begräbnis zu salben12,7 für mein Begräbnis zu salben: Das Einreiben eines Toten mit bestimmten Ölen gehörte zu den Bräuchen bei der Vorbereitung einer Bestattung..8Arme wird es immer bei euch geben.Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.«

Lazarus soll getötet werden

9Nun erfuhren viele Juden12,9 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten., dass Jesus12,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in Betanien12,9 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. war.Sie kamen nicht nur wegen Jesus.Sie wollten auch Lazarus sehen,den Jesus von den Toten auferweckt12,9 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. hatte.10Da beschlossen die führenden Priester12,10 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,auch Lazarus zu töten.11Denn seinetwegen gingen viele Juden dorthinund kamen zum Glauben an Jesus.

Jesus zieht in Jerusalem ein

Matthäus 21,1-11; Markus 11,1-11; Lukas 19,28-40
12Am nächsten Tag hörte die große Menge,die sich zum Fest12,12 Fest: Gemeint ist das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. in der Stadt aufhielt:Jesus12,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ist auf dem Weg nach Jerusalem12,12 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..13Da nahmen sie Palmzweige12,13 Palmzweige: Könige und Feldherren wurden beim Einzug in eine Stadt mit Palmzweigen und Jubel begrüßt. und liefen ihm entgegen.Sie riefen12,13 sie riefen: Der Ruf, mit dem die Volksmenge Jesus begrüßt, nimmt Worte aus Psalm 118,25-26 auf.: »Hosianna12,13 Hosianna: Gebetsruf, wörtlich »Hilf doch!« oder »Rette doch!«.!Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn kommt!Er ist der König Israels12,13 König Israels: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels.14Jesus fand einen jungen Eselund setzte sich darauf.So steht es auch in der Heiligen Schrift12,14 so steht es in der Heiligen Schrift: In Sacharja 9,9 reitet der Retter der Welt, den Gott schickt, auf einem jungen Esel in Jerusalem ein.:15»Fürchte dich nicht, Tochter Zion12,15 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem.!Dein König kommt!Er sitzt auf dem Jungen einer Eselin.«16Die Jünger12,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. von Jesus12,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verstanden das zunächst nicht.Aber als Jesus in seiner Herrlichkeit12,16 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar war,erinnerten sie sich daran.Da wurde ihnen bewusst, dass sich diese Stellein der Heiligen Schrift auf ihn bezog.Denn genau so hatten ihn die Leute empfangen.

17Die vielen Leute, die dabei gewesen waren, bezeugten:»Er hat den Lazarus aus dem Grab gerufenund ihn von den Toten auferweckt12,17 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.18Deshalb kam ihm ja auch die Volksmenge entgegen.Sie alle hatten gehört,dass er dieses Zeichen12,18 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. getan hatte.19Aber die Pharisäer12,19 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. sagten zueinander:»Da merkt ihr, dass ihr nichts machen könnt.Alle Welt läuft ihm nach!«

Griechische Besucher des Passafests suchen Jesus

Matthäus 10,39; Markus 8,35; Lukas 17,33
20Es befanden sich auch einige Griechen12,20 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache. unter denen,die zum Fest12,20 Fest: Gemeint ist das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. nach Jerusalem12,20 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. gekommen waren,um Gott anzubeten.21Die gingen zu Philippus12,21 Philippus, Andreas: Die beiden Männer gehören zu den ersten Jüngern, die sich Jesus angeschlossen haben; vgl. Johannes 1,40-46.,der aus Betsaida12,21 Betsaida: Stadt nordöstlich des See Gennesaret und Heimatstadt der Jünger Petrus, Andreas und Philippus. in Galiläa12,21 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. stammte,und baten ihn:»Herr, wir wollen Jesus12,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sehen!«22Philippus ging zu Andreas12,22 Andreas: Einer der ersten Männer, die sich Jesus als Jünger angeschlossen haben; vgl. Johannes 1,40-42. und sagte es ihm.Dann gingen die beiden zu Jesusund berichteten es ihm.23Da sagte Jesus zu ihnen: »Die Stunde12,23 die Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. ist gekommen!Jetzt wird der Menschensohn12,23 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.in seiner Herrlichkeit12,23 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar.24Amen12,24 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben,sonst bleibt es allein.Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.25Wem sein Leben über alles geht, der verliert es.Aber wer sein Leben in dieser Welt gering achtet,wird es bewahren bis ins ewige Leben12,25 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..26Wer mir dient, muss mir auf meinem Weg folgen12,26 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen..Denn wo ich bin, wird auch mein Diener sein.Wer mir dient, wird beim Vater12,26 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. Anerkennung finden.«

Jesus spricht von seinem Tod

27»Meine Seele ist voller Angst.12,27 Meine Seele ist voller Angst.: Zitat aus Psalm 6,4.Soll ich da sagen:›Vater12,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., rette mich aus dieser Stunde12,27 diese Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht.‹?Nein, denn jetzt ist die Stunde da –jetzt geschieht, wofür ich gekommen bin!28Ich sage vielmehr:›Vater, offenbare jetzt die Herrlichkeit12,28 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.,für die dein Name steht!‹«Da ertönte vom Himmel12,28 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. her eine Stimme:»Ich habe sie schon offenbartund werde sie wieder offenbaren!«

29Die Volksmenge, die dabeistand, hörte die Stimme.Da sagten einige: »Es hat gedonnert.«Andere meinten: »Ein Engel12,29 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. hat mit ihm gesprochen!«30Jesus12,30 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. entgegnete:»Diese Stimme hat nicht meinetwegen gesprochen,sondern euretwegen.31Jetzt wird Gericht12,31 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. gehalten über diese Welt!Jetzt wird der Herrscher dieser Welt12,31 Herrscher dieser Welt: Bezeichnung für den Teufel, den Gegenspieler Gottes, der versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. gestürzt!32Aber ich werde über die Erde erhöht12,32 erhöhen: Anspielung auf die Kreuzigung. Jesus wird am Kreuz in die Höhe gehoben. Durch seinen Tod am Kreuz wird gleichzeitig seine Herrlichkeit und Zugehörigkeit zu Gott für alle sichtbar. werden,und dann führe ich alle zu mir.«33Damit deutete er an,auf welche Weise er sterben sollte.

34Die Leute erwiderten:»Aus dem Gesetz haben wir erfahren12,34 aus dem Gesetz haben wir erfahren: Im Alten Testament findet sich die Vorstellung, dass die Herrschaft des von Gott angekündigten Retters der Welt für immer andauern wird; vgl. Jesaja 9,6.:Der Christus12,34 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. bleibt für immer bei uns.Wie kannst du dann sagen:›Der Menschensohn12,34 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. muss erhöht12,34 erhöhen: Anspielung auf die Kreuzigung. Jesus wird am Kreuz in die Höhe gehoben. Durch seinen Tod am Kreuz wird gleichzeitig seine Herrlichkeit und Zugehörigkeit zu Gott für alle sichtbar. werden‹?Wer ist überhaupt dieser Menschensohn?«35Darauf sagte Jesus12,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihnen:»Das Licht12,35 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. ist nur noch für kurze Zeit bei euch.Geht euren Weg, solange ihr das Licht habt.Sonst überwältigt euch die Finsternis!Wer in der Finsternis umhergeht,weiß nicht, wohin sein Weg führt.36Glaubt an das Licht12,36 Licht: Johannes 1,9 spricht von Jesus als dem Wort und wahren Licht, das schon vor der Schöpfung bei Gott war und für die Menschen in die Welt gekommen ist., solange ihr es habt.Dann werdet ihr selbst zu Kindern des Lichts.«Nachdem Jesus das gesagt hatte,ging er weg und verbarg sich vor der Menge.

Die Menge glaubt nicht an Jesus

37Obwohl Jesus so große Zeichen12,37 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn.38So ging in Erfüllung,was der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte12,38 was Jesaja vorausgesagt hatte (Vers 38): Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 53,1.:»Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt?Und wem hat sich die Macht des Herrn12,38 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. gezeigt?«39Jesaja hatte auch vorausgesagt12,39 Jesaja hatte auch vorausgesagt (Vers 39): Das folgende Zitat nimmt Worte aus Jesaja 6,10 auf.,warum sie nicht zum Glauben kommen konnten:40»Gott hat ihre Augen blind gemachtund ihr Herz12,40 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. verhärtet.Ihre Augen sollen nichts sehenund ihr Herz soll nichts verstehen –damit sie nicht umkehren und ich, ihr Gott, sie heile.«41Das hatte Jesaja gesagt, weil er schon damalsdie Herrlichkeit12,41 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. von Jesus gesehen hat.Und von ihm hatte Jesaja gesprochen.

42Dennoch waren auch viele Mitglieder des jüdischen Rats12,42 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.zum Glauben an Jesus gekommen.Aber wegen der Pharisäer12,42 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.bekannten sie sich nicht öffentlich dazu.Denn sie wollten nicht aus der jüdischen Gemeinde12,42 jüdische Gemeinde: Wörtlich »Synagoge«. Wie der Begriff »Kirche« bezeichnet der Begriff nicht nur das Gebäude, sondern auch die Versammlung.ausgeschlossen werden.43Von den Menschen geehrt zu werden,war ihnen wichtiger als die Ehre12,43 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. Gottes.

Jesus ruft zur Entscheidung auf

44Jesus12,44 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. rief laut:»Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich,sondern an den, der mich beauftragt hat.45Und wer mich sieht,sieht den, der mich beauftragt hat!46Ich bin als Licht12,46 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. in die Welt gekommen,damit jeder, der an mich glaubt,nicht in der Finsternis bleibt.

47Wer hört, was ich sage, und sich nicht danach richtet,den verurteile ich nicht.Denn ich bin nicht gekommen,um über diese Welt Gericht12,47 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. zu halten,sondern um sie zu retten.48Wer mich ablehnt und meine Worte nicht annimmt,hat seinen Richter schon gefunden:Das Wort, das ich gesprochen habe,wird ihn am letzten Tag12,48 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. verurteilen.49Denn was ich gesagt habe,stammt nicht von mir selbst.Der Vater12,49 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., der mich beauftragt hat,hat mir befohlen, was ich sagen und reden soll.50Und ich weiß: Das, was er mir aufgetragen hat,schenkt euch das ewige Leben12,50 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..Darum gilt: Was ich euch sage,sage ich genau so weiter,wie es der Vater mir gesagt hat.«