BasisBibel (BB)
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Siegeslied der Debora

51Damals sangen Debora und Barak5,1 Debora und Barak: Vom Sieg Deboras und Baraks über Jabin, den König von Kanaan, erzählt Richter 4., der Sohn des Abinoam,das folgende Lied:

2Die Helden Israels ziehen in den Krieg,

das Volk zieht bereitwillig hinter ihnen her.

Preist den Herrn5,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

3Hört, ihr Könige!

Horcht, ihr Fürsten!

Ich will für den Herrn ein Lied singen,

ich will den Herrn preisen, Israels Gott.

4Herr, du bist von Seir5,4 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. ausgezogen,

über die Berghänge Edoms bist du geschritten.

Da bebte die Erde, der Himmel öffnete sich,

und Wasserbäche stürzten aus den Wolken herab.

5Da wankten die Berge vor dem Herrn,

der Berg Sinai5,5 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. vor dem Herrn, Israels Gott.

6In den Tagen des Schamgar5,6 Schamgar: Einer von den Richtern, der Israel durch eine Heldentat rettete; vgl. Richter 3,31., Anats Sohn,

zur Zeit der Jael5,6 Jael: Frau des Keniters Heber, die in der Deboraschlacht den feindlichen Feldherrn Sisera tötete; vgl. Richter 4,17-22. waren die Straßen verlassen.

Wer trotzdem eine Reise unternahm,

musste sich Schleichwege suchen.

7Die Bauern ließen ihre Arbeit ruhn,

und alles Leben in Israel stand still.

Doch dann bist du aufgestanden, Debora,

aufgestanden wie eine Mutter in Israel.

8Damals suchte man sich neue Götter5,8 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott.,

da tobte schon der Kampf vor den Toren.

Doch kein Schild5,8 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz., keine Lanze5,8 Lanze: Waffe eines Soldaten, die im Nahkampf eingesetzt wird. war zu sehen

bei den 40.000 Mann in Israel.

9Mein Herz schlägt für die Helden Israels.

Die im Volk ziehen bereitwillig in den Krieg.

Preist den Herrn!

10Denkt daran, wenn ihr auf Eselinnen reitet,

wenn ihr auf Teppichen sitzt oder zu Fuß geht!

11Horcht bei den Brunnen, wo man Wasser schöpft!

Dort singt man Lieder über die Taten des Herrn.

Was hat er nicht alles für Israels Bauern getan!

Da zog das Volk des Herrn hinab zu den Toren.

12Wach auf, Debora, wach auf!

Wach auf, wach auf und sing dein Lied!

Steh auf, Barak, Abinoams Sohn!

Nimm deine Gefangenen gefangen!

13Da zog Israel hinab zu den Starken.

Ja, das Volk des Herrn zog zu Barak hinab

mit den besten Soldaten.

14Aus Efraim zogen sie hinab in die Ebene,

hinter ihnen kam Benjamin5,14 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. mit seinen Scharen.

Von Machir5,14 Machir: Der Personenname steht hier für den Stamm Manasse. Nach Josua 17,1 ist Machir der erstgeborene Sohn des Stammvaters Manasse. zogen die Helden los,

von Sebulon5,14 Sebulon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa, östlich des Gebirges Karmel., die den Herrscherstab trugen.

15Die Fürsten von Issachar5,15 Issachar: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt südwestlich des See Gennesaret. kamen mit Debora,

und Issachar zog hinter Barak hinab ins Tal.

Die Abteilungen Rubens5,15 Abteilungen Rubens: Der Stamm Ruben kann sich nicht entscheiden, sein Hirtendasein aufzugeben und mit Barak in den Krieg zu ziehen. Weitere kampfunwillige Stämme sind Dan, Ascher und Gad, der hier »Gilead« genannt wird. schwankten noch,

große Bedenken trugen sie im Herzen.

16»Was sitzt ihr da bei den Weidezäunen?

Wie lange wollt ihr noch bei den Herden verweilen,

bis man euch herbeipfeift?«

Doch die Abteilungen Rubens schwankten,

große Bedenken trugen sie im Herzen.

17Gilead5,17 Gilead: Hier Bezeichnung für den Stamm Gad, dessen Siedlungsgebiet in der Gegend von Gilead lag. blieb auf der anderen Seite des Jordan,

und Dan5,17 Dan: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Norden des Landes. suchte Arbeit auf den Schiffen – warum?

Ascher5,17 Ascher: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt am Mittelmeer, nördlich des Gebirges Karmel. blieb an der Küste des Meeres

und vertrieb sich die Zeit in seinen Buchten.

18Sebulon5,18 Sebulon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa, östlich des Gebirges Karmel. ist dagegen ein Volk,

das sein Leben aufs Spiel setzt.

Auch Naftali5,18 Naftali: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa. steht bereit

auf den Hügeln seines Gebietes.

19Könige kamen und kämpften.

Damals kämpften die Könige Kanaans5,19 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde..

Das war in Taanach am Wasser von Megiddo5,19 Megiddo: Bedeutende Stadt im nördlichen Israel, an der Kreuzung zweier Handelsstraßen..

Doch Silber gewannen sie nicht in diesem Krieg.

20Vom Himmel her kämpften die Sterne,

aus ihren Bahnen stritten sie gegen Sisera5,20 Sisera: Kommandant im Heer des Königs von Kanaan, vgl. Richter 4,1-3..

21Der Bach Kischon riss die Feinde mit sich fort,

der Bach aus uralten Zeiten5,21 aus uralten Zeiten: Damit ist gesagt, dass der Bach Kischon als eine übermenschliche Macht in den Kampf eingreift und seinen Beitrag zum Sieg leistet., der Bach Kischon.

Auf, meine Seele, nimm alle Kraft zusammen!

22Damals dröhnte der Boden von den Hufen der Rosse.

Im Galopp, im Galopp stürmten die Starken voran.

23»Verflucht5,23 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. sei Meros5,23 Meros: Stadt auf dem Gebirge Gilboa, die keine Truppen in die Schlacht schickte.«, sprach der Engel des Herrn.

Verflucht und nochmals verflucht seine Bewohner.

Denn sie kamen dem Herrn nicht zu Hilfe,

dem Herrn mit seinen Helden.

24Gepriesen sei Jael5,24 Jael: Richter 4,17-22 erzählt, wie Jael Sisera, den Heerführer eines feindlichen Heers, tötet., die Frau des Keniters Heber.

Unter den Frauen sei sie gepriesen in ihrem Zelt.

25Er5,25 er: Der Feldherr Sisera, als er in das Zelt der Jael einkehrte; vgl. Richter 4,19. verlangte nach Wasser, sie gab ihm Milch.

Sie reichte ihm Sahne in einer herrlichen Schale.

26Ihre Hand streckte sie aus nach dem Zeltpflock,

mit der anderen griff sie zum Hammer.

Sie erschlug Sisera5,26 Sisera: Richter 4,17-22 erzählt, wie Sisera, der Kommandant im Heer des Königs von Kanaan, von Jael getötet wird., zerschmetterte ihm den Kopf,

hämmerte und durchbohrte seine Schläfe.

27Da krümmte er sich zu ihren Füßen,

lag vor ihr auf dem Boden und starb.

Zu ihren Füßen krümmte er sich auf dem Boden.

Und wo er sich krümmte, blieb er erschlagen liegen.

28Die Mutter Siseras5,28 Sisera: Kommandant im Heer des Königs von Kanaan, vgl. Richter 4,1-3. hielt Ausschau am Fenster,

durch das Fenstergitter spähte sie hinaus.

»Warum kehrt sein Streitwagen5,28 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. noch nicht heim?

Warum hört man das Dröhnen seiner Wagen nicht?«

29Die Klügsten unter den Hofdamen antworten ihr,

sie selbst wiederholt ihre Worte:

30»Sie haben Beute gemacht und teilen sie jetzt:

eine Frau, zwei Frauen für jeden Mann,

Beute an bunten Kleidern für Sisera,

ein Tuch, zwei Tücher für seinen Hals.«

31So werden alle deine Feinde umkommen, Herr.

Aber die ihn lieben, werden sein wie die Sonne,

wenn sie aufgeht in ihrer Kraft.

Und das Land hatte 40 Jahre Ruhe vor dem Krieg.