BasisBibel (BB)
26

Isaak im Land der Philister

1. Mose/Genesis 26,1-35

Isaak und Abimelech

261Im Land Kanaan26,1 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. brach eine Hungersnot aus.Es war eine andere Hungersnot als diejenige,die zu Abrahams Lebzeiten26,1 zu Abrahams Lebzeiten: Von der Hungersnot erzählt 1. Mose/Genesis 12,10-20. geherrscht hatte.Isaak26,1 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. floh nach Gerar26,1 Gerar: Residenzstadt des Philisterkönigs Abimelech, an der Südgrenze von Kanaan gelegen. zu Abimelech26,1 Abimelech: Auch Abraham und Sara hielten sich einige Zeit bei Abimelech auf, vgl. 1. Mose/Genesis 20,1-18.,dem König der Philister26,1 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer..2Da erschien der Herr26,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Isaak und sagte:»Zieh nicht nach Ägypten26,2 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste.!Bleib in dem Land, das ich dir nennen werde.3Lass dich in diesem Land als Fremder nieder.Ich werde bei dir sein und dich segnen26,3 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen..Dir und deinen Nachkommenwerde ich dieses ganze Land geben.So halte ich den Eid,den ich deinem Vater Abraham geschworen habe.4Ich lasse deine Nachkommen so zahlreich werdenwie die Sterne am Himmel.Deiner Nachkommenschaft will ich dieses Land geben.Durch sie sollen alle Völker der Erde gesegnet werden.5Das ist der Lohn dafür,dass Abraham auf mich gehört hat26,5 dass Abraham auf mich gehört hat: Abraham war sogar bereit, seinen Sohn Isaak für Gott als Opfer darzubringen; vgl. 1. Mose/Genesis 22..Er hat meine Anordnungen und Gebote befolgtund meine Satzungen und Weisungen beachtet.«

6Da blieb Isaak26,6 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. in Gerar26,6 Gerar: Residenzstadt des Philisterkönigs Abimelech, an der Südgrenze von Kanaan gelegen..7Wenn die Männer im Ort nach seiner Frau fragten,sagte er: »Sie ist meine Schwester26,7 meine Schwester: Abraham hat seine Frau Sara in einer ähnlichen Situation auch als seine Schwester ausgegeben, vgl. 1. Mose/Genesis 20,1-18.Er fürchtete sich davor zu sagen:»Sie ist meine Frau.«Er dachte: »Dann werden mich die Männer hier im Ortwegen Rebekka26,7 Rebekka: Frau von Isaak und Mutter von Jakob und Esau, vgl. 1. Mose/Genesis 24–27. umbringen.«Denn sie war sehr schön.8Doch sein Aufenthalt zog sich in die Länge.Eines Tages schaute Abimelech, der König der Philister26,8 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer.,zufällig aus dem Fenster.Da sah er, wie Isaak und Rebekka sich umarmten.9Abimelech ließ Isaak rufen und sagte:»Sie ist ja deine Frau!Warum hast du behauptet,dass sie deine Schwester ist?«Isaak antwortete ihm:»Ich dachte, dass ich ihretwegen sterben müsste.«10Abimelech entgegnete: »Was hast du uns da angetan?Wie leicht hätte einer der Leutemit deiner Frau schlafen können!Dann wären wir durch dich schuldig geworden.«11Daraufhin ordnete Abimelech für das ganze Volk an:»Wer diesem Mann oder seiner Frau zu nahetritt,muss sterben.«

Streit mit den Philistern

12Isaak26,12 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. säte im Land Getreide aus.Im selben Jahr erntete er hundertmal so viel,wie er gesät hatte.Denn der Herr26,12 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. segnete26,12 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. ihn.13Isaak wurde immer reicher, bis er sehr wohlhabend war.14Er besaß viele Schafe, Ziegen und Rinderund hatte zahlreiche Knechte und Mägde.Da wurden die Philister26,14 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. neidisch auf ihn.15Sie schütteten alle Brunnen zu,die schon von den Knechten seines Vaters Abraham26,15 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25.gegraben worden waren.Die Brunnenschächte füllten sie mit Erde auf.

16Abimelech sagte zu Isaak26,16 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35.: »Zieh fort von uns!Denn du bist uns viel zu mächtig geworden.«17Da zog Isaak fort.Er schlug sein Lager im Tal von Gerar26,17 Gerar: Residenzstadt des Philisterkönigs Abimelech, an der Südgrenze von Kanaan gelegen. aufund blieb dort.18Er legte die Brunnen wieder frei,die man zur Zeit seines Vaters Abraham26,18 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. gegraben hatte.Nach dessen Tod hatten die Philister26,18 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. sie zugeschüttet.Isaak gab den Brunnen dieselben Namen,die sein Vater ihnen gegeben hatte.19Als Isaaks Knechte im Tal gruben,stießen sie auf einen Brunnen mit Quellwasser.20Die Hirten von Gerar und Isaaks Hirtenstritten um die Quelle und sagten:»Das Wasser gehört uns!«Weil sie sich um den Brunnen zankten,nannte Isaak ihn Esek, das heißt: Zank.21Sie gruben einen anderen Brunnen.Doch auch um ihn stritten sie sich heftig.Deshalb nannte er ihn Sitna, das heißt: Streit.22Von dort zog er weiter und grub noch einen Brunnen.Den machte ihm niemand streitig.Daher gab er ihm den Namen Rehobot, das heißt: Weite.Dabei sagte er: »Jetzt hat uns der Herr weiten Raum gegeben,sodass wir uns im Land ausbreiten können.«23Dann zog er weiter nach Beerscheba26,23 Beerscheba: Wörtlich »Schwurbrunnen«. 90 km südwestlich von Jerusalem an einer wichtigen Handelsstraße gelegene Stadt mit Heiligtum..24In der gleichen Nacht erschien ihm der Herr und sagte:»Ich bin der Gott deines Vaters Abraham.Fürchte dich nicht! Denn ich bin bei dir.Ich segne26,24 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. dich und gebe dir zahlreiche Nachkommen,wie ich es meinem Knecht26,24 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Abraham verheißen habe.«25Daraufhin baute Isaak dort einen Altar26,25 Altar: Eine Art Tisch, der hier Sinnbild für die Gegenwart Gottes ist.und rief den Herrn bei seinem Namen an.Isaak schlug sein Zelt26,25 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen. aufund seine Knechte hoben einen Brunnen aus.

26Abimelech ging von Gerar26,26 Gerar: Residenzstadt des Philisterkönigs Abimelech, an der Südgrenze von Kanaan gelegen. aus zu Isaak26,26 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35..Dabei wurde er begleitetvon seinem Freund Ahusat und seinem Heerführer Pichol.27Isaak fragte sie: »Warum kommt ihr zu mir?Ihr habt mich doch gehasst und von euch fortgeschickt.«28Sie antworteten: »Wir haben eingesehen,dass der Herr mit dir ist.Daher haben wir entschieden,uns gegenseitig durch einen Eid zu binden.Wir wollen mit dir einen Vertrag schließen:29Du darfst uns nichts Böses tun,denn auch wir haben dir nichts angetan.Wir haben dir nur Gutes erwiesenund dich in Frieden weggeschickt.Der Herr hat dich ja gesegnet26,29 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen.30Da bereitete Isaak für sie ein Festessen zu,und sie aßen und tranken.31Am nächsten Morgen standen sie früh aufund schworen einander den Eid.Danach entließ Isaak die Männerund sie gingen in Frieden von ihm weg.

32Am selben Tag kamen Isaaks26,32 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. Knechteund berichteten ihm von dem Brunnen,den sie gegraben hatten.Sie sagten zu ihm:»Wir haben Wasser gefunden!«33Er gab dem Brunnen den Namen Schiba.Deshalb nennt man den Ortbis auf den heutigen Tag Beerscheba26,33 Beerscheba: Wörtlich »Schwurbrunnen«. 90 km südwestlich von Jerusalem an einer wichtigen Handelsstraße gelegene Stadt mit Heiligtum.,das heißt: Schwurbrunnen.

Esaus Frauen

34Im Alter von 40 Jahrenheiratete Esau zwei Hetiterinnen26,34 Hetiter: Volksgruppe im südlichen Kanaan, bevor das Land durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.:Jehudit, die Tochter des Beeri,und Basemat, die Tochter des Elon.35Die Frauen bereiteten Isaak26,35 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. und Rebekka26,35 Rebekka: Frau von Isaak und Mutter von Jakob und Esau, vgl. 1. Mose/Genesis 24–27. großen Kummer26,35 Kummer: Im Hintergrund steht die Sorge, dass die fremden Frauen fremde Götter verehren und auch Esau zur Anbetung ihrer Götter verführen..