BasisBibel (BB)
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Von Milet nach Tyros: Die Jünger warnen Paulus vor der Reise nach Jerusalem

211Nach dem Abschiedvon den Gemeindeältesten21,1 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde. aus Ephesus21,1 Ephesus: Bedeutende Hafenstadt und Hauptstadt der römischen Provinz Asia. Sie liegt im Westen der heutigen Türkei. stachen wir21,1 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. von Milet21,1 Milet: Hafenstadt in der römischen Provinz Asia, an der Westküste der heutigen Türkei gelegen. aus in See.Wir fuhren auf direktem Weg nach Kos21,1 Kos: Kleine Insel im Meer zwischen Griechenland und der heutigen Türkei..Am nächsten Tag erreichten wir Rhodos21,1 Rhodos: Insel im Ägäischen Meer, östlich von Kreta.und von dort aus Patara21,1 Patara: Wichtige Hafenstadt im Gebiet von Lykien und Pamphylien, im Südwesten Kleinasiens in der heutigen Türkei gelegen..2Dort fanden wir ein Schiff, das nach Phönizien21,2 Phönizien: Schmaler Landstreifen an der östlichen Mittelmeerküste vor allem auf dem Gebiet des heutigen Libanon. fuhr.Wir gingen an Bord und legten ab.3Wir sichteten Zypern21,3 Zypern: Insel im östlichen Mittelmeer., ließen es aber links liegenund nahmen Kurs auf Syrien21,3 Syrien: Geografische Bezeichnung für das Gebiet um Damaskus zwischen dem Mittelmeer und der arabischen Wüste. Die römische Provinz Syrien umfasste auch Israel und Juda..In Tyros21,3 Tyros: Bedeutende Hafenstadt, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Paulus hatte sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil. gingen wir an Land,denn dort musste das Schiff die Ladung löschen.4Wir machten die Jünger21,4 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die an Jesus Christus glauben und sich in seinen Dienst stellen. in Tyros ausfindigund blieben sieben Tage bei ihnen.Aufgrund einer Eingebung des Heiligen Geistes21,4 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.warnten sie Paulus21,4 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. dringend davor,nach Jerusalem21,4 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. weiterzureisen.5Als unser Aufenthalt zu Ende ging,brachen wir zur Weiterreise auf.Alle Jünger zusammen mit ihren Frauen und Kindernbegleiteten uns bis vor die Stadt.Am Strand knieten wir nieder und beteten21,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..6Dann verabschiedeten wir uns voneinanderund bestiegen das Schiff,während sie nach Hause zurückkehrten.

Von Tyros nach Cäsarea: Der Prophet Agabus warnt Paulus

7Von Tyros21,7 Tyros: Bedeutende Hafenstadt, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Paulus hatte sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil. fuhren wir21,7 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. nach Ptolemais21,7 Ptolemais: Hafenstadt im Nordwesten des heutigen Israel, heute Akko.,wo unsere Schiffsreise endete.Wir besuchten die Gemeinde dort,blieben aber nur einen Tag bei ihnen.8Am nächsten Morgen brachen wir aufund zogen zu Fuß weiter nach Cäsarea21,8 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer und Hauptstadt der römischen Provinz Judäa..Dort suchten wir das Haus des Philippus auf.Er verkündete die Gute Nachricht21,8 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind.und war einer der Sieben21,8 die Sieben: Apostelgeschichte 6,1-6 erzählt von sieben Männern, die als Helfer für die Apostel gewählt werden..Während unseres Aufenthalts blieben wir bei ihm.9Philippus hatte vier Töchter.Sie waren nicht verheiratetund hatten die Gabe, als Prophetinnen21,9 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu reden.

10Wir21,10 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. hielten uns einige Tage in Cäsarea21,10 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer und Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. auf.Während dieser Zeit kam ein Prophet21,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. namens Agabus21,10 Agabus: Von Agabus erzählt bereits Apostelgeschichte 11,27-28.aus Judäa21,10 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. dorthin 11und suchte uns auf.Er nahm Paulus21,11 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. den Gürtel ab,fesselte sich damit selbst die Füße und Händeund sagte: »So spricht der Heilige Geist21,11 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.:›Den Mann, dem dieser Gürtel gehört,werden die Juden21,11 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. in Jerusalem21,11 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. genauso fesseln.Dann werden sie ihn an die Heiden21,11 Heiden: Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben. ausliefern!‹«12Als wir das hörten, flehten wirzusammen mit den Gemeindemitgliedern von dortPaulus an: »Geh nicht nach Jerusalem13Aber Paulus antwortete:»Warum weint ihr und macht mir das Herz schwer?Ich bin nicht nur bereit, mich in Jerusalemfür Jesus, den Herrn21,13 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen., gefangen nehmen zu lassen.Ich bin auch bereit, für ihn zu sterben.«14Er ließ sich nicht umstimmen.Schließlich gaben wir es aufund sagten: »Der Wille des Herrn soll geschehen!«

Paulus in Jerusalem

Apostelgeschichte 21,15–23,35

Der Ratschlag der Gemeindeältesten an Paulus

15Bald darauf machten wir21,15 wir: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. uns für die Reise fertigund zogen nach Jerusalem21,15 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..16Einige Jünger21,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die an Jesus Christus glauben und sich in seinen Dienst stellen. aus Cäsarea21,16 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer und Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. begleiteten uns.Sie wollten uns zu Mnason aus Zypern21,16 Zypern: Insel im östlichen Mittelmeer. bringen,einem Jünger aus der Anfangszeit.Der sollte uns als Gäste bei sich aufnehmen.17Als wir nach Jerusalem kamen,wurden wir von den Brüdern und Schwestern dortherzlich empfangen.

18Am nächsten Tag ging Paulus21,18 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. mit uns21,18 uns: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet hier als Augenzeuge. zu Jakobus21,18 Jakobus: Bruder von Jesus, der zusammen mit Petrus und Johannes die Gemeinde in Jerusalem leitet..Auch die Gemeindeältesten21,18 Gemeindeälteste: Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das meistens von älteren Männern ausgeübt wurde. waren alle dabei.19Paulus begrüßte sie.Dann berichtete er in allen Einzelheitenvon seinem Dienst –was Gott unter den Menschen aus den anderen Völkerndurch ihn bewirkt hatte.20Als sie das hörten, lobten sie Gott.Doch dann sagten sie zu Paulus:»Du musst bedenken, Bruder,wie viele Tausende von Juden21,20 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. zum Glauben gekommen sind.Sie alle halten sich streng an das Gesetz21,20 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose..21Aber jetzt hat man ihnen erzählt:Du würdest alle Juden in der Fremde21,21 Juden in der Fremde: Juden, die in Gebieten mit mehrheitlich nicht-jüdischer Bevölkerung leben. dazu auffordern,sich von Mose abzuwenden21,21 von Mose abwenden: Bild für das Nichteinhalten der Lebensvorschriften des Alten Testaments, die sich vor allem in den fünf Büchern Mose finden..Du hättest gesagt,sie sollten ihre Kinder nicht mehr beschneiden21,21 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. lassen.Außerdem müssten sie nicht längernach den Vorschriften des Gesetzes leben.22Was sollen wir jetzt machen?Sie werden auf jeden Fall erfahren, dass du hier bist.23Wir raten dir Folgendes:Wir haben hier vier Männer,die ein Gelübde21,23 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Die im Folgenden damit verbundenen Pflichten erinnern an das Gelübde der Nasiräer, das in 4. Mose/Numeri 6,1-21 beschrieben wird. abgelegt haben.24Tu dich mit ihnen zusammenund vollziehe gemeinsam mit ihnendie vorgeschriebene Reinigung21,24 Reinigung: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein. Die Bestimmungen für das Nasiräer-Gelübde finden sich in 4. Mose/Numeri 6,1-21..Übernimm die Kosten21,24 Kosten: Zum Nasiräer-Gelübde gehörte das Darbringen einiger Opfertiere, die kostspielig waren; vgl. 4. Mose/Numeri 6,13-15., die für sie anfallen,damit sie sich die Haare schneiden lassen21,24 die Haare schneiden lassen: Das Schneiden der Haare markierte für alle sichtbar den Abschluss des Nasiräer-Gelübdes. Es durfte erst geschehen, wenn alle mit dem Gelübde verbundenen Pflichten und Versprechen eingelöst waren. können.Dann werden alle erkennen,dass die Berichte über dich falsch sindund du das Gesetz befolgst.25Was die Menschen aus den anderen Völkern angeht,die zum Glauben21,25 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. gekommen sind:Hier haben wir ja schon eine Entscheidung getroffen21,25 eine Entscheidung getroffen: Apostelgeschichte 15,4-29 erzählt von einer Versammlung in Jerusalem, bei der entschieden wurde, welche Vorschriften aus dem Alten Testament von Nicht-Juden, die an Christus glaubten, eingehalten werden sollten..In einem Brief haben wir ihnen geschrieben,dass sie sich vor folgenden Dingen hüten sollen:Sie sollen kein Fleisch von Tieren essen,die als Opfer21,25 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. für Götzen21,25 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. geschlachtet wurden.Sie sollen kein Blut21,25 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. zu sich nehmenund kein Fleisch von Tieren essen,die nicht ausgeblutet21,25 nicht ausgeblutet: Blut gilt als der Sitz des Lebens und gehört Gott. Der Verzehr von Blut und Fleisch von Tieren, die nicht nach den Vorschriften geschlachtet wurden, ist aus Respekt vor dem Leben verboten; vgl. 1. Mose/Genesis 9,3-4. sind.Und sie sollenkeine verbotenen sexuellen Beziehungen21,25 verbotene sexuelle Beziehungen: Die Vorschriften dazu finden sich in 3. Mose/Levitikus 18,6-23. eingehen.«

26Daraufhin tat Paulus sich mit den Männern zusammen.Am folgenden Tag begann er, gemeinsam mit ihnendie vorgeschriebene Reinigung21,26 Reinigung: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein. Die Bestimmungen für das Nasiräer-Gelübde finden sich in 4. Mose/Numeri 6,1-21. zu vollziehen.Er ging zum Tempel21,26 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.und meldete, wann die Zeit ihres Gelübdes21,26 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Die im Folgenden damit verbundenen Pflichten erinnern an das Gelübde der Nasiräer, das in 4. Mose/Numeri 6,1-21 beschrieben wird. ablief.Dann sollte für jeden von ihnendas vorgeschriebene Opfer21,26 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. dargebracht werden.

Paulus wird im Tempel verhaftet

27Als die sieben Tage fast vorüber waren,erblickten Juden21,27 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. aus der Provinz Asia21,27 Provinz Asia: Römische Provinz im Westen der heutigen Türkei mit der Hauptstadt Ephesus.Paulus21,27 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. im Tempel21,27 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. in Jerusalem.Sie hetzten die ganze Volksmenge auf und packten ihn.28Dabei schrien sie:»Männer aus Israel21,28 Männer aus Israel: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten., helft uns!Das ist der Übeltäter!Mit seinen Lehren hetzt er in aller Weltgegen das Volk, gegen das Gesetz21,28 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.und gegen diesen Ort hier.Jetzt hat er sogar Griechen21,28 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache. in den Tempel mitgebrachtund dadurch diesen heiligen Ort entweiht.«29Sie hatten Paulus nämlich kurz zuvorzusammen mit Trophimus aus Ephesus21,29 Ephesus: Bedeutende Hafenstadt und Hauptstadt der römischen Provinz Asia. Sie liegt im Westen der heutigen Türkei.in Jerusalem gesehen.Jetzt dachten sie,dass Paulus ihn in den Tempel mitgenommen hätte.30Bald war die ganze Stadt auf den Beinen.Aus allen Richtungen lief das Volk zusammen.Die Leute stürzten sich auf Paulusund zerrten ihn aus dem Tempel.Hinter ihm wurden sofort die Tore geschlossen.

31Die Leute waren drauf und dran, Paulus21,31 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. totzuschlagen.Da erreichte die Meldung den Kommandanten21,31 Kommandant: Wörtlich »Führer einer Tausendschaft«. Militärischer Rang im römischen Heer.der in Jerusalem stationierten Kohorte:»Ganz Jerusalem21,31 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. ist in Aufruhr!«32Er befahl sofort einen Trupp Soldatenund Hauptmänner21,32 Hauptmänner: Wörtlich »Führer einer Hundertschaft«. Militärischer Rang im römischen Heer. zu sichund eilte zu dem Volksauflauf auf dem Tempelplatz.Als die Leute den Kommandanten mit seiner Truppe sahen,hörten sie auf, Paulus zu schlagen.33Der Kommandant trat näher heran.Er nahm Paulus festund befahl, ihn mit zwei Ketten zu fesseln.Dann erkundigte er sich bei den Leuten:»Wer ist dieser Mann? Was hat er getan?«34Die Leute schrien alle durcheinander.In dem Tumult konnte der Kommandantnichts Genaues in Erfahrung bringen.Deshalb befahl er, Paulus in die Festung21,34 Festung: Vermutlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort waren die römischen Truppen stationiert. zu bringen.35Die Treppe hinauf musste Paulus sogarvon den Soldaten getragen werden –so heftig war der Ansturm der Leute.36Das ganze Volk drängte nachund schrie: »Weg mit ihm!«

Paulus darf zum Volk sprechen

37Als man Paulus21,37 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. dann in die Festung21,37 Festung: Vermutlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort waren die römischen Truppen stationiert. bringen wollte,fragte er den Kommandanten21,37 Kommandanten: Wörtlich »Führer einer Tausendschaft«. Militärischer Rang im römischen Heer.:»Kann ich dich kurz sprechen?«Der Kommandant antwortete: »Du sprichst Griechisch?38Dann bist du also gar nicht der Ägypter,der hier vor einiger Zeiteinen Aufstand angezettelt21,38 einen Aufstand angezettelt: Der jüdische Historiker Josephus berichtet an verschiedenen Stellen von jüdischen Aufstandsbewegungen gegen die römische Herrschaft. hat?Du warst es also gar nicht,der die viertausend Aufständischenin die Wüste hinausgeführt hat?«39Paulus erwiderte:»Nein, ich bin ein Jude21,39 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. aus Tarsus21,39 Tarsus: Hauptstadt der römischen Provinz Kilikien und Heimatstadt des Apostels Paulus. in Kilikien21,39 Kilikien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus, heute in der Türkei gelegen.und Bürger dieser recht bedeutenden Stadt.Ich bitte dich: Erlaube mir, zum Volk zu sprechen!«40Der Kommandant gab die Erlaubnis.Paulus stellte sich auf die Treppeund bat das Volk mit einer Handbewegung um Ruhe.Da wurde es ganz still,und Paulus begann auf Hebräisch zu reden.
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Paulus berichtet von seiner Vergangenheit als Verfolger der Gemeinde

221Paulus sagte: »Liebe Landsleute! Brüder und Väter!Hört, was ich euchzu meiner Verteidigung zu sagen habe!«2Als sie hörten, dass er auf Hebräisch zu ihnen sprach,wurden sie noch stiller.Paulus22,2 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. fuhr fort:3»Ich bin ein Jude22,3 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten..Geboren wurde ich in Tarsus22,3 Tarsus: Hauptstadt der römischen Provinz Kilikien und Heimatstadt des Apostels Paulus. in Kilikien22,3 Kilikien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus, heute in der Türkei gelegen.,aber aufgewachsen bin ich hier in Jerusalem22,3 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Mein Lehrer war Gamaliel22,3 Gamaliel: Lehrer von Paulus. Gamaliel war ein angesehener jüdischer Schriftgelehrter und Pharisäer, der in Texten aus der Umwelt des Neuen Testaments ewähnt wird..Von ihm erhielt ich meinen Unterricht,genau wie es dem Gesetz22,3 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. unserer Vorfahren entspricht.Mit großem Eifer habe ich Gott gedient,so wie ihr alle es heute tut.4Ich habe die Anhänger des neuen Weges22,4 neuer Weg: Eine der ältesten Kurzbezeichnungen für das, was im Namen von Jesus Christus verkündet wird.bis aufs Blut verfolgt.Männer und Frauen habe ich festnehmenund ins Gefängnis werfen lassen.5Der Hohepriester22,5 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. und die Ratsältesten22,5 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.können das bestätigen.Von ihnen habe ich sogareine schriftliche Vollmacht bekommen.Damit bin ich zu unseren jüdischen Brüdernnach Damaskus22,5 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. gereist.Dort sollte ich die Anhänger des neuen Wegs festnehmenund als Gefangene nach Jerusalem bringen.Hier sollten sie dann bestraft werden.«

Paulus erzählt von seiner Berufung

6»Unterwegs, kurz vor Damaskus22,6 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste., geschah aber etwas22,6 geschah aber etwas: Paulus gibt hier in freier Erzählung das Geschehen von Apostelgeschichte 9,3-19 wieder.:Um die Mittagszeit umstrahlte mich plötzlichein helles Licht vom Himmel22,6 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt..7Ich stürzte zu Bodenund hörte eine Stimme, die zu mir sagte:Saul22,7 Saul: Kurzform von Saulus, dem hebräischen Namen von Paulus., Saul, warum verfolgst du mich?‹8Ich antwortete: ›Wer bist du, Herr?‹Er sagte zu mir: ›Ich bin Jesus22,8 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt., der Nazoräer22,8 Nazoräer: Bezeichnung für die Herkunft von Jesus aus der Stadt Nazaret.,den du verfolgst.‹9Meine Begleiter sahen zwar das Licht.Aber die Stimme, die zu mir sprach, hörten sie nicht.10Ich fragte: ›Was soll ich tun, Herr22,10 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen.?‹Der Herr sagte zu mir:›Steh auf und geh nach Damaskus.Dort wirst du alles erfahren, was Gott dir aufträgt.‹11Die strahlende Herrlichkeit22,11 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. dieses Lichtshatte mich blind gemacht.Deshalb musste ich von meinen Begleiternan der Hand geführt werden.So kam ich nach Damaskus.

12Dort lebte ein gewisser Hananias.Er war ein frommer Mannund hielt sich streng an das Gesetz22,12 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose..Bei allen Juden22,12 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. in der Stadt war er hoch angesehen.13Der kam zu mir und sagte:Saul22,13 Saul: Kurzform von Saulus, dem hebräischen Namen von Paulus., Bruder, du sollst wieder sehen können!‹Im selben Augenblick konnte ich wieder sehenund blickte ihn an.14Er sagte: ›Der Gott unserer Vorfahrenhat dich dazu bestimmt,seinen Willen zu erkennen.Du durftest den Gerechten22,14 der Gerechte: Bezeichnung für Jesus Christus. sehenund seine Stimme hören.15Denn du wirst als Zeuge für ihn auftreten.Dann wirst du allen Menschen weitersagen,was du gesehen und gehört hast.16Was zögerst du noch?Steh auf und lass dich taufen22,16 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde und die Aufnahme in die Gemeinde.!Bekenne dich zu Jesus22,16 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.und lass dich reinwaschen von deinen Sünden22,16 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.!‹

17Als ich dann wieder nach Jerusalem22,17 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. zurückgekehrt warund im Tempel22,17 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. betete,hatte ich eine Vision.18Ich sah den Herrn22,18 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen..Er sagte zu mir: ›Beeile dich!Verlasse unverzüglich Jerusalem.Denn hier wird man nicht annehmen,was du als Zeuge über mich berichtest.‹19Ich antwortete: ›Herr, sie wissen doch genau,was ich denen, die an dich glaubten, angetan habe.Ich war es doch, der sie ins Gefängnis werfenund in den Synagogen22,19 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. auspeitschen ließ.20Ich stand dabei,als das Blut deines Zeugen Stephanus22,20 das Blut deines Zeugen Stephanus: Von der Steinigung des Stephanus, die Paulus befürwortete, erzählt Apostelgeschichte 7,54–8,1. vergossen wurde.Ich war mit allem einverstandenund passte sogar auf die Kleider seiner Mörder auf.‹21Aber der Herr sagte zu mir: ›Geh!Ich will dich zu den Völkern senden,die in der Ferne leben.‹«

Paulus löst einen Tumult aus und beruft sich auf sein römisches Bürgerrecht

22Bis zu diesen Worten hatten die Leute Paulus22,22 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. ruhig zugehört.Aber jetzt fingen sie an zu schreien:»Weg mit ihm! So einer muss von der Erde verschwinden.Er darf nicht am Leben bleiben!«23Sie tobten, rissen sich die Kleider vom Leib22,23 Kleider vom Leib reißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung.und warfen Staub in die Luft.24Der Kommandant22,24 Kommandant: Wörtlich »Führer einer Tausendschaft«. Militärischer Rang im römischen Heer. befahl,Paulus22,24 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. in die Festung22,24 Festung: Vermutlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort waren die römischen Truppen stationiert. zu bringen.Er ordnete an, ihn unter Peitschenhieben zu verhören.So wollte er herausfinden,warum seinetwegen unter den Leutenso ein Tumult entstanden war.25Paulus war schon zur Auspeitschung festgebunden.Da sagte er zu dem Hauptmann22,25 Hauptmann: Lateinisch Centurio. Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft., der die Aufsicht führte:»Dürft ihr denn einen römischen Bürger22,25 römischer Bürger: Das Bürgerrecht beinhaltet verschiedene Rechte und Pflichten, die nicht gleichermaßen für andere Bewohner des Römischen Reichs galten. Dazu gehörten Wahlrecht, Kriegsdienst und das Verbot bestimmter grausamer Hinrichtungsarten wie der Kreuzigung oder Folter. auspeitschen –noch dazu ohne ordentliches Gerichtsverfahren?«26Als der Hauptmann das hörte, ging er zum Kommandanten,meldete es ihm und fragte: »Was willst du jetzt tun?Dieser Mann ist ein römischer Bürger!«

27Da ging der Kommandant22,27 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt. zu Paulus22,27 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte.und fragte ihn: »Sag mir:Bist du wirklich ein römischer Bürger22,27 römischer Bürger: Das Bürgerrecht beinhaltet verschiedene Rechte und Pflichten, die nicht gleichermaßen für andere Bewohner des Römischen Reichs galten. Dazu gehörten Wahlrecht, Kriegsdienst und das Verbot bestimmter grausamer Hinrichtungsarten wie der Kreuzigung oder Folter.Paulus antwortete: »Ja.«28Der Kommandant sagte:»Ich habe für dieses Bürgerrechtviel Geld bezahlt.«Paulus entgegnete:»Ich besitze es sogar von Geburt an.«29Die Männer, die ihn verhören sollten,ließen sofort von ihm ab.Auch der Kommandant bekam Angst,nachdem er erfahren hatte,dass Paulus ein römischer Bürger war –und er hatte ihn fesseln lassen!

Paulus vor dem jüdischen Rat

30Am folgenden Tag wollte der Kommandant22,30 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt.sich Klarheit darüber verschaffen,was die Juden22,30 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. Paulus22,30 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. vorwarfen.Er ließ ihm die Ketten abnehmenund befahl, die führenden Priester22,30 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und den ganzen jüdischen Rat22,30 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. zusammenzurufen.Dann ließ er Paulus vor sie führenund ihnen gegenüberstellen.
23231Paulus23,1 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. richtete seinen Blickfest auf die Mitglieder des jüdischen Rats23,1 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.und sagte: »Ihr Brüder!Bis zum heutigen Tag habe ich immer so gelebt,dass ich vor Gott ein reines Gewissen habe.«2Da befahl der Hohepriester23,2 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. Hananiasden Ratsältesten23,2 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten., die neben Paulus standen,ihm auf den Mund zu schlagen.3Daraufhin sagte Paulus zu ihm:»Gott wird dich schlagen, du Scheinheiliger23,3 du Scheinheiliger: Wörtlich »Du weiß getünchte Wand!« Die weiße Farbe ist Fassade und lässt Risse in der Wand nur scheinbar verschwinden.!Du willst nach dem Gesetz23,3 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. über mich Gericht halten?Dabei missachtest du doch selbst das Gesetz,wenn du mich schlagen lässt!«4Die umstehenden Ratsältesten fuhren ihn an:»Wie kannst du es wagen,den Hohepriester Gottes zu beleidigen!«5Paulus entschuldigte sich: »Brüder,ich wusste nicht, dass er der Hohepriester ist.In der Heiligen Schrift steht23,5 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus 2. Mose/Exodus 22,27. ja:›Du sollst ein Oberhaupt in deinem Volk nicht verfluchen!‹«

6Paulus23,6 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. wusste,dass der jüdische Rat23,6 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. teils aus Sadduzäern23,6 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an.und teils aus Pharisäern23,6 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. bestand.Deshalb rief er in die Versammlung hinein: »Ihr Brüder!Ich bin Pharisäer und komme aus einer Pharisäerfamilie.Ich stehe hier vor Gerichtwegen meiner Hoffnung auf die Auferstehung23,6 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten!«7Kaum hatte Paulus das gesagt,brach zwischen den Pharisäernund den Sadduzäern ein Streit los.Die ganze Versammlung spaltete sich in zwei Lager.8Die Sadduzäer behaupten nämlich,dass es keine Auferstehung23,8 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. gibt –ebenso wenig wie Engel23,8 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. oder Geister.Die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem.9So kam es zu einer lautstarken Auseinandersetzung.Schließlich standen einige Schriftgelehrte23,9 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. auf,die zur Gruppe der Pharisäer gehörten,um ihren Standpunkt zu verteidigen.Sie erklärten:»Wir können diesem Mann nichts vorwerfen.Vielleicht hat ja tatsächlich ein Geistoder ein Engel mit ihm gesprochen.«

10Der Streit wurde immer heftiger.Am Ende befürchtete der Kommandant23,10 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt.,dass Paulus23,10 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. zwischen den Parteien zerrissen würde.Er ließ eine Abteilung Soldaten kommen.Die sollten Paulus aus der Menge herausholenund ihn wieder in die Festung23,10 Festung: Gemeint ist wahrscheinlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort waren die römischen Truppen in Jerusalem stationiert. bringen.11In der folgenden Nacht erschien der Herr23,11 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. dem Paulusund sagte: »Nur Mut!Wie du in Jerusalem23,11 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. mein Zeuge warst,so sollst du auch in Rom23,11 Rom: Hauptstadt des Römischen Reiches, im heutigen Italien gelegen. mein Zeuge sein!«

Paulus entkommt einer Verschwörung

12Am nächsten Morgen trafen sich etliche Juden23,12 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.,um sich gegen Paulus23,12 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. zusammenzuschließen.Sie legten einen feierlichen Eid ab:»Wir wollen weder essen noch trinken,bis wir Paulus getötet haben.«13Mehr als 40 Männerbeteiligten sich an dieser Verschwörung.14Sie gingen zu den führenden Priestern23,14 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und den Ratsältesten23,14 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. und sagten:»Wir haben einen feierlichen Eid geschworen,nichts zu essen, bis wir Paulus getötet haben.15Geht jetzt mit dem jüdischen Rat23,15 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. zum Kommandanten23,15 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt..Bittet ihn,euch Paulus noch einmal vorführen zu lassen –als ob ihr seinen Fall genauer untersuchen wolltet.Wir halten uns dann bereit, ihn umzubringen,bevor er hier ankommt.«

16Aber ein Neffe von Paulus23,16 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte., der Sohn seiner Schwester,hörte von dem geplanten Anschlag.Er ging in die Festung23,16 Festung: Gemeint ist wahrscheinlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort waren die römischen Truppen in Jerusalem stationiert. und berichtete Paulus davon.17Paulus rief einen Hauptmann herbei und bat ihn:»Bring diesen jungen Mann zum Kommandanten23,17 Kommandanten: Wörtlich »Führer einer Tausendschaft«. Militärischer Rang im römischen Heer..Er hat eine Nachricht für ihn.«18Der Hauptmann brachte den Neffen zum Kommandantenund sagte: »Der Gefangene Paulus hat mich rufen lassenund mich gebeten, diesen jungen Mann zu dir zu bringen.Er hat dir etwas zu berichten.«19Der Kommandant zog ihn zur Seiteund erkundigte sich: »Was hast du mir zu melden?«20Der Neffe sagte:»Die Juden23,20 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. haben verabredet, dich um etwas zu bitten.Du sollst Paulus morgen noch einmaldem jüdischen Rat23,20 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. vorführen –angeblich, um seinen Fall noch genauer zu untersuchen.21Du darfst dich auf keinen Fall darauf einlassen!Denn mehr als 40 von ihnenhaben sich gegen Paulus zusammengeschlossen.Sie haben einen Eid abgelegt,weder zu essen noch zu trinken,bis sie Paulus umgebracht haben.Sie halten sich schon bereitund warten nur noch auf deine Zusage.«22Der Kommandant wies den jungen Mann an:»Verrate keinem Menschen,dass du mir von diesem Plan erzählt hast.«Dann ließ er ihn gehen.

Paulus wird zu Felix nach Cäsarea gebracht

23Der Kommandant23,23 Kommandant: Apostelgeschichte 21,31-40 erzählt, dass der Kommandant der römischen Truppen in Jerusalem Paulus angesichts eines Volksaufstands gefangen nehmen lässt. rief zwei Hauptmänner zu sichund gab ihnen den Befehl:»200 Soldaten sollen sichzum Abmarsch nach Cäsarea23,23 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer und Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. bereit machen,dazu noch 70 Reiter und 200 Leichtbewaffnete.Zur dritten Nachtstunde23,23 dritte Nachtstunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die dritte Stunde ist abends, etwa um 21.00 Uhr. ist Aufbruch.24Besorgt auch Reittiere für Paulusund bringt ihn sicher zu Felix23,24 Felix: Römischer Statthalter in der Provinz Judäa 52–60 n. Chr.,dem römischen Statthalter23,24 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers.25Außerdem schrieb der Kommandant einen Briefmit folgendem Inhalt:26»Von Claudius Lysiasan den hochverehrten Bevollmächtigten Felix.Sei gegrüßt!27Diesen Mann hatten die Juden23,27 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. in ihre Gewalt gebrachtund wollten ihn umbringen.Ich schritt mit meinen Soldaten ein,um ihn in Sicherheit zu bringen –zumal ich erfahren habe, dass er römischer Bürger23,27 römischer Bürger: Das Bürgerrecht beinhaltet verschiedene Rechte und Pflichten, die nicht gleichermaßen für andere Bewohner des Römischen Reichs galten. Dazu gehörten Wahlrecht, Kriegsdienst und das Verbot bestimmter grausamer Hinrichtungsarten wie der Kreuzigung oder Folter. ist.28Weil ich herausfinden wollte, was sie ihm vorwarfen,führte ich ihn dem jüdischen Rat23,28 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. vor.29Es stellte sich heraus, dass sich ihre Vorwürfenur auf Streitfragen über ihr Gesetz23,29 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. beziehen.Es liegt keine Anklage gegen ihn vor,die ein Todesurteiloder eine Gefängnisstrafe rechtfertigt.30Doch dann wurde mir gemeldet,dass gegen den Mann ein Anschlag geplant ist.Deshalb habe ich ihn umgehend zu dir geschickt.Ich habe auch die Kläger angewiesen,ihre Anschuldigungen bei dir vorzutragen.«

31Die Soldaten übernahmen Paulus23,31 Paulus: Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte. wie befohlenund brachten ihn noch in der Nacht bis nach Antipatris.32Am nächsten Tag kehrten die Fußtruppenin ihre Festung zurück,während die Reiter mit Paulus weiterzogen.33In Cäsarea23,33 Cäsarea: Hafenstadt am Mittelmeer und Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. übergaben siedem römischen Statthalter23,33 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers. den Briefund führten ihm Paulus vor.34Felix23,34 Felix: Römischer Statthalter in der Provinz Judäa 52–60 n. Chr. las den Briefund fragte Paulus: »Aus welcher Provinz stammst du?«»Aus Kilikien23,34 Kilikien: Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus, heute in der Türkei gelegen.«, bekam er zur Antwort.35Da erklärte Felix: »Ich werde dich vernehmen,sobald auch deine Ankläger hier sind.«Dann befahl er, Paulus im Palast des Herodes23,35 Palast des Herodes: Amtssitz des römischen Bevollmächtigten in Cäsarea. Er war von Herodes dem Großen erbaut worden.,dem sogenannten Prätorium, zu bewachen.