BasisBibel (BB)

Paulus als Vorbild für Verzicht auf Ansprüche

91Seht mich an: Bin ich denn nicht frei?Bin ich denn kein Apostel9,1 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten.?Habe ich etwa nicht Jesus9,1 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt., unseren Herrn9,1 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., gesehen?Seid ihr nicht das Ergebnismeiner Arbeit für den Herrn?2Wenn ich auch für andere kein Apostel bin,so bin ich es doch für euch.Denn eure Verbundenheit mit dem Herrn ist das Siegel9,2 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird.,durch das ich als Apostel bestätigt werde.

3Das ist meine Antwort an die Leute,die sich als Richter über mich aufspielen wollen:4Haben wir als Apostel9,4 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. etwa keinen Anspruchauf Essen und Trinken?5Haben wir nicht auch das Recht,eine Schwester9,5 Schwester: Frau, die zur Gemeinde gehört. als Ehefrau dabei zu haben?Das tun jedenfalls die anderen Apostel,die Brüder des Herrn9,5 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. und auch Kephas9,5 Kephas: Aramäische Form des Namens Petrus. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon..6Und haben nur Barnabas9,6 Barnabas: Leiter der Gemeinde in Antiochia und Begleiter des Paulus auf seinen Reisen. und ich kein Recht darauf,nicht für unseren Unterhalt arbeiten zu müssen?7Wer zieht denn als Soldat in den Kriegund zahlt sich auch noch selbst den Sold?Wer pflanzt einen Weinbergund genießt seine Früchte nicht?Wer hütet Schafe und ernährt sich nicht von ihrer Milch?

8Rede ich damit etwa nur aus menschlicher Sicht?Sagt nicht das Gesetz9,8 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. genau dasselbe?9Im Gesetz des Mose steht9,9 im Gesetz des Mose steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 5. Mose/Deuteronomium 25,4. Der Begriff »Gesetz« bezeichnet im Neuen Testament die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. nämlich:»Du sollst einem Ochsenbeim Dreschen9,9 dreschen: Das Lösen der Getreidekörner aus der Ähre mithilfe eines von Rindern gezogenen Dreschschlittens. nicht das Maul zubinden.«Geht es Gott dabei etwa um die Ochsen?10Oder sagte er das nicht vielmehr wegen uns?Denn wegen uns wurde dies ja aufgeschrieben:Wer pflügt, soll das mit Hoffnung tun.Und wer drischt,soll seinen Anteil am Ertrag erwarten können.11Wir haben bei euch geistlichen Samen9,11 geistlicher Samen: Meint die Gute Nachricht von Jesus Christus. gesät.Ist es dann zu viel verlangt,wenn wir von euch weltliche Gaben9,11 weltliche Gaben: Meint den täglichen Lebensunterhalt wie Essen und Trinken. ernten wollen?

12Andere nehmen dieses Rechteuch gegenüber in Anspruch.Haben wir nicht einen viel größeren Anspruch darauf?Dennoch haben wir von diesem Rechtnie Gebrauch gemacht.Wir haben alles ertragen,um der Guten Nachricht9,12 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. von Christus9,12 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.kein Hindernis in den Weg zu legen.

13Wisst ihr denn nicht:Wer den Tempeldienst9,13 Tempeldienst: Aufgaben, die im Zusammenhang mit dem Gottesdienst am Tempel von Priestern oder Leviten verrichtet wurden. verrichtet,bekommt auch seinen Lebensunterhaltaus den Tempelabgaben9,13 Tempelabgabe: Wurde von jedem erwachsenen männlichen Juden an den Tempel entrichtet..Und wer am Altar9,13 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. seinen Dienst tut,bekommt einen Anteil von den Opfergaben9,13 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott..14Genauso hat es auch der Herr angeordnet9,14 der Herr angeordnet: Mit »Herr« ist Jesus gemeint. Die Anordnung erinnert an Lukas 10,7.:Wer die Gute Nachricht9,14 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkündet,soll von ihrer Verkündigung leben können.

15Aber ich habe nichts von alledem in Anspruch genommen.Ich schreibe das nicht,damit man mir dies nun gewährt.Lieber würde ich sterben!Meinen Ruhm9,15 Ruhm: Damit meint Paulus seinen Verzicht auf Unterhalt durch die Gemeinde. soll mir niemand nehmen!16Er besteht ja nicht darin,dass ich die Gute Nachricht9,16 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. verkünde.Ich muss das ja tun.Denn wie schrecklich wäre es für mich,die Gute Nachricht nicht zu verkünden!17Nur wenn ich es aus freien Stücken tun würde,müsste ich Lohn dafür bekommen.Wenn ich es aber nicht aus freien Stücken tue,wurde es mir wie einem Sklaven9,17 Sklaven: In der Antike wurden Sklaven als Verwalter eingesetzt. Sie hatten wichtige Vollmachten und vertraten ihren Herrn, bekamen aber keinen Lohn. übertragen.18Worin besteht nun mein Lohn?Er besteht einfach darin,dass ich die Gute Nachricht ohne Bezahlung verkünde.Damit mache ich keinen Gebrauch von dem Recht,das mir durch die Verkündigung zusteht.

Der Verzicht des Paulus dient der Verkündigung

19Denn obwohl ich von allen unabhängig bin,habe ich mich selbst für alle zum Diener9,19 Diener: Mensch, der für einen Herrn arbeitet. Paulus bezeichnet sich immer wieder als Diener von Christus. gemacht.So will ich immer mehr Menschen für Christus gewinnen.20Für die Juden9,20 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. lebe ich wie ein Jude.So will ich die Juden gewinnen.Für die, die das Gesetz9,20 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. befolgen,lebe ich wie jemand, der das Gesetz befolgt –auch wenn ich selbst dem Gesetz nicht unterworfen bin.So will ich die gewinnen, die das Gesetz befolgen.21Für die, die das Gesetz nicht kennen,lebe ich wie jemand, der das Gesetz nicht kennt –auch wenn ich selbst nicht ohne Gottes Gesetz lebe.Vielmehr lebe ich nach dem Gesetz von Christus9,21 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..So will ich die gewinnen, die das Gesetz nicht kennen.22Für die Schwachen bin ich selbst schwach geworden,damit ich die Schwachen gewinne.Für alle bin ich alles geworden,um auf jeden Fall einige zu retten.23Aber all das tue ich für die Gute Nachricht9,23 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind..Denn ich will selbst Anteil an dem bekommen,worum es in ihr geht.

Verzicht üben, um den Sieg zu erringen

24Ihr wisst doch:Im Stadion laufen zwar alle Läufer um die Wette,aber nur einer gewinnt den Siegespreis9,24 Siegespreis: Der Siegeskranz, den der Sieger eines sportlichen Wettkampfes als Preis erhält..Lauft so, dass ihr ihn gewinnt!25Alle Wettkämpfer üben in jeder Hinsicht Verzicht.Sie tun es,um einen vergänglichen Siegeskranz9,25 Siegeskranz: Ein meist aus grünen Zweigen geflochtener Kranz. Er wurde dem Sieger nach einer Schlacht oder einem sportlichen Wettkampf wie eine Krone aufgesetzt. zu gewinnen.Aber wir tun es für einen unvergänglichen Siegeskranz.26So führt mein Wettlauf nicht ins Ungewisseund meine Fausthiebe gehen nicht in die Luft.27Vielmehr treffen meine Schläge meinen eigenen Körperund unterwerfen ihn mir.Denn ich will nicht anderen etwas verkündenund selbst als Versager dastehen.