BasisBibel (BB)

Warnung vor Selbstsicherheit

101Ich will euch aber eines nicht verschweigen10,1 nicht verschweigen: Im Folgenden nimmt Paulus Bezug auf die Erfahrungen des Volkes Israel beim Auszug aus Ägypten und auf dem Weg durch die Wüste ins verheißene Land, vgl. 2. Mose/Exodus 13–17 und 4. Mose/Numeri 20–26. Die Gemeinde in Korinth soll aus diesen Erfahrungen lernen.,Brüder und Schwestern10,1 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.:Unsere Vorfahren befanden sich alle unter der Wolke10,1 unter der Wolke: Beim Auszug aus Ägypten zeigte Gott den Israeliten mit einer Wolkensäule den Weg, vgl. 2. Mose/Exodus 13,20-22.,und alle zogen durch das Meer10,1 durch das Meer: Beim Durchzug durch das Schilfmeer rettete Gott das Volk Israel vor den Ägyptern, vgl. 2. Mose/Exodus 14,21-31. hindurch.2Alle haben in der Wolke und im Meerdie Taufe auf Mose10,2 Taufe auf Mose: Mose war von Gott beauftragt, Israel aus Ägypten zu führen. Durch die Wortwahl vergleicht Paulus das rettende Handeln Gottes in der Wüste mit der Taufe. empfangen.3Alle haben dieselbe Speise gegessen10,3 dieselbe Speise gegessen: Meint das Manna, das Gott den Israeliten in der Wüste als tägliche Nahrung gab, vgl. 2. Mose/Exodus 16.,durch die Gottes Geist wirkte.4Und alle haben denselben Trank getrunken10,4 denselben Trank getrunken: Meint das Wasser, das Mose durch einen Schlag mit dem Stock aus dem Felsen sprudeln ließ, vgl. 2. Mose/Exodus 17,1-7.,durch den Gottes Geist wirkte.Sie tranken ja alle aus einem Felsen,durch den Gottes Geist wirkte.Dieser Felsen ging mit ihnen.Und dieser Felsen war Christus10,4 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..5Aber es gefiel Gott nicht10,5 es gefiel Gott nicht: Trotz der Hilfe Gottes rebellierten die Israeliten immer wieder gegen Gott. Deshalb ließ Gott die Generation der Wüstenwanderung in der Wüste sterben, vgl. 4. Mose/Numeri 14,26-34.,wie die meisten von ihnen sich verhielten.Er ließ sie in der Wüste10,5 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. sterben.

6Für uns sind diese Ereignisse ein warnendes Beispiel.Wir sollen nicht auf das Böse aus sein,so wie sie es waren.7Ihr sollt auch keine Götzen10,7 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. verehrenwie einige von ihnen.Denn in der Heiligen Schrift steht10,7 in der Heiligen Schrift steht: Paulus zitiert aus der Erzählung vom goldenen Kalb, das Israel sich als Götterbild herstellte; vgl. 2. Mose/Exodus 32,1-6.:»Das Volk setzte sich nieder.Sie aßen und tranken.Dann standen sie auf, um sich zu vergnügen.«8Wir sollen auch keineverbotenen sexuellen Beziehungen habenwie einige von ihnen:Damals10,8 damals: Paulus bezieht sich auf eine Begebenheit auf der Wüstenwanderung. Während einer Rast lassen sich die Israeliten von ausländischen Frauen zum Götzendienst verführen, vgl. 4. Mose/Numeri 25,1-9. gingen an einem Tag 23.000 Menschen zugrunde.9Ebenso wenig sollen wir Christus10,9 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. auf die Probe stellen,wie einige von ihnen es getan haben:Sie kamen durch Schlangen um!10,9 Sie kamen durch Schlangen um!: Als die Israeliten gegen Gott rebellierten, strafte Gott sie mit Giftschlangen; vgl. 4. Mose/Numeri 21,4-9.10Ihr sollt euch auch nicht gegen Gott auflehnenwie einige von ihnen:Sie wurden vom Vollstrecker umgebracht.10,10 Sie wurden vom Vollstrecker umgebracht.: Paulus bezieht sich auf eine Auslegung der Erzählungen von der Wüstenwanderung, wie sie sich beispielsweise in Weisheit 18,14-25 findet.

11Das alles geschah mit ihnenals warnendes Beispiel.Es wurde aber aufgeschrieben,um uns als Mahnung zu dienen.Denn uns steht ja das Ende der Zeiten bevor.12Du meinst also, fest zu stehen.Dann pass auf, dass du nicht zu Fall kommst.13Ihr seid noch nicht auf eine Probe gestellt worden,die das menschliche Maß überschritten hätte.Aber Gott ist treu. Er wird keine Prüfung zulassen,die eure Kräfte übersteigt.Vielmehr wird er für einen Ausweg sorgen,sodass ihr die Probe bestehen könnt.

Teilnahme am Götzenopfer und am Abendmahl sind unvereinbar

14Darum, meine Lieben,hütet euch davor, Götzen10,14 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. zu verehren.15Ich rede doch zu verständigen Menschen!Beurteilt selbst, was ich sage.16Denkt an den gesegneten Becher10,16 gesegneter Becher: Meint den Becher mit Wein beim Abendmahl.,über den wir das Dankgebet sprechen:Gibt er uns nicht Anteil am Blut von Christus10,16 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.?Denkt an das Brot, das wir brechen10,16 Brotbrechen: Frühchristliche Bezeichnung für die Feier des Abendmahls.:Gibt es uns nicht Anteil am Leib von Christus?17Es ist ein Brot.Deshalb sind wir ein Leib,auch wenn wir viele sind.Denn wir alle essen von dem einen Brot.18Seht doch, wie es bis heute beim Volk Israel10,18 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. ist,das sich beschneiden lässt:Sie essen von den Opfergaben10,18 Opfergaben: Paulus nimmt Bezug auf den Gottesdienst, der am Tempel in Jerusalem gefeiert wurde. Dort wurden regelmäßig Opfer für Gott dargebracht.,die am Altar dargebracht werden.Haben sie dann nicht auch Gemeinschaft mit dem Gott,dem das Opfer dargebracht wird?

19Was will ich damit über das Fleisch sagen,das von einem Opfer für Götzen10,19 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. stammt?Etwa, dass dieses Fleisch etwas bedeutet?Oder gar, dass der Götze selbst von Bedeutung ist?20Nein! Aber was den Götzen geopfert wird,das wird den Dämonen10,20 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. geopfert und nicht Gott.Ich will aber nicht,dass ihr Gemeinschaft mit Dämonen habt!21Ihr könnt nicht aus dem Becher des Herrn10,21 Becher des Herrn: Meint den Becher mit Wein beim Abendmahl. trinkenund zugleich aus dem Becher der Dämonen.Ihr könnt nicht am Tisch des Herrn10,21 Tisch des Herrn: Meint den Tisch, an dem man zur Feier des Abendmahls zusammenkommt. essenund zugleich am Tisch der Dämonen.22Oder wollen wir den Herrn herausfordern?Sind wir etwa stärker als er?

Freiheit und Rücksichtnahme

23Es heißt ja bei euch10,23 es heißt ja bei euch: Paulus greift hier auf 1. Korinther 6,12 zurück.: »Man darf alles!« –aber nicht alles ist gut für euch.»Man darf alles!« –aber nicht alles baut die Gemeinde auf.24Denkt dabei nicht an euch selbst,sondern an die anderen!

25Ihr könnt jedes Fleisch essen,das auf dem Markt verkauft wird.Ihr könnt es mit gutem Gewissen essen,ohne weiter nachzuforschen, woher das Fleisch kommt.26Denn10,26 denn: Es folgt ein Zitat aus Psalm 24,1. dem Herrn10,26 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. gehört die Erdemit allem, was sie erfüllt.27Angenommen, ihr habteine Einladung bei einem Ungläubigen,und ihr wollt sie annehmen.Dann könnt ihr dort alles essen,was euch vorgesetzt wird.Ihr könnt es mit gutem Gewissen essen,ohne weiter nachzuforschen.28Aber angenommen, jemand sagt zu euch:»Das ist Fleisch von einem Götzenopfer10,28 Fleisch von einem Götzenopfer: Meint Fleisch, bei dem eindeutig klar ist, dass es als Opfer für einen Götzen dargebracht wurde.Dann esst es nicht.Nehmt Rücksicht auf den, der es euch gesagt hat,und nehmt Rücksicht auf das Gewissen!29Ich meine nicht euer Gewissen,sondern das des anderen.Denn weshalb sollte meine Freiheitvom Gewissen eines anderen abhängig sein?30Ich esse doch mit Dankbarkeit.Niemand darf mir für etwas Vorhaltungen machen,wofür ich Dank sage.

31Wie gesagt:Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut,tut das alles zur Ehre10,31 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. Gottes!32Werdet nicht zu einem Hindernis für den Glauben –weder den Juden10,32 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. noch den Griechen10,32 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.noch der Gemeinde Gottes.33Macht es so wie ich:Ich nehme immer auf alle Rücksicht.Ich suche nicht meinen Vorteil,sondern den Vorteil möglichst vieler,damit sie gerettet werden.