Matthäus 5
Wer sich freuen darf ... (Die Seligpreisungen)
Die Aufgabe der Jünger
Den Willen Gottes im Gesetz ganz ernst nehmen ...
... beim Gebot, nicht zu morden
... beim Gebot, die Ehe nicht zu brechen
... beim Gebot, keinen Meineid zu schwören
... beim Gebot, nur maßvoll zu vergelten
... beim Gebot, den Mitmenschen zu lieben
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Opfer, Opfergaben
Das Opfer ist eine bei allen Völkern des Altertums verbreitete, besonders wichtige und feierliche Form des Gottesdienstes, mit dem Sinn, der Gottheit Verehrung darzubringen, ihre Gunst zu gewinnen oder ihre Strafe abzuwenden. Es gibt blutige und unblutige Opfer. Zu den unblutigen zählen Früchte, Getreide, Brot, Wein, Öl, Weihrauch, für die blutigen sind geeignet Rinder, Kälber, Schafe, Ziegen, Tauben.
2.2. Das Matthäusevangelium (Mt)
Die älteste uns erreichbare Verfassertradition, die auf Papias von Hierapolis (ca. 125) zurückgeht, nennt den Jünger Matthäus als den Autor des ersten Evangeliums. Er soll es in hebräischer Sprache abgefasst haben. Der Text des Evangeliums bietet allerdings keine Hinweise darauf, dass es sich um eine Übersetzung handelt. Es ist auch kaum wahrscheinlich, dass ein Augenzeuge (Matthäus) auf ein anderes Evangelium (Mk) als Quelle zurückgegriffen hätte. Die Verfassertradition dürfte auf 9,9 zurückgehen, denn dort wird der Name des in Mk 2,14 Levi genannten Zöllners mit Matthäus angegeben. Diese Namensänderung wurde offenbar als biographischer Hinweis des Verfassers verstanden, entspricht aber einer auch sonst im Mt zu beobachtenden Tendenz, unbekannte Personen mit bekannten zu identifizieren (vgl. 27,56 mit Mk 15,40). Wir müssen also davon ausgehen, dass der Verfasser des Evangeliums ein uns namentlich nicht bekannter Christ war, der erst später mit dem Jünger Matthäus identifiziert worden ist.
Himmel
Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.
Jesus
Der Name bedeutet so viel wie »der HERR rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.
Schriftgelehrte
Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.
Mose
Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.
Himmelreich
Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.
Pharisäer
Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.
heilig, heiligen, Heiligkeit
»Heilig« ist im Alten Testament alles, was Gott und der göttlichen Sphäre zugehört. Das ist aus priesterlicher Sicht der → Tempel und dort wieder in besonderem Maße die heiligen Geräte, die Altäre, die → Bundeslade und der innerste Raum des Tempels, der das »Allerheiligste« heißt. Nur wer selbst geheiligt (geweiht) ist, kann sich dieser Sphäre nahen, ohne Schaden zu nehmen (Num 4,15; Ex 30,29). Die → Opfer, die Gott dargebracht werden, sind in abgestuftem Maße heilig, und entsprechend dürfen unterschiedliche Personenkreise einen Anteil davon verzehren: beim Mahlopfer die ganze Gemeinde (Lev 7,15-21), bei den Erntegaben ans Heiligtum und bei bestimmten Opferanteilen alle Angehörigen der Priesterfamilien (Num 18,11-19), bei den Sühneopfern die Priester allein (Lev 6,19-22).
Bergpredigt
Die Bergpredigt ist uns in zweifacher Gestalt überliefert: bei Matthäus (Mt 5–7) und bei Lukas (Lk 6,20-49). Nach Mt 5,1 fand sie auf dem → Berg statt, nach Lk 6,17 am Fuß des Berges (daher auch »Feldrede« genannt).
Berg
Berge spielen in den Religionen vieler Völker eine herausragende Rolle – als Sitz der Götter, als Orte der Gottesnähe und der Gottesoffenbarung (→ Götterberg). In den Überlieferungen Israels sind es maßgeblich der → Sinai und der → Zion.
Jünger
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.
Herrschaft (Gottes)
Söhne (Gottes)
Nach frühjüdischem Denken bewährt sich der einzelne Israelit als → »Sohn Gottes«, je mehr er in der Nachahmung Gottes, seines Vaters, Fortschritte macht und die Art seines Vaters annimmt, z.B. etwa wie dieser → Frieden schafft (Mt 5,9, wo die Zusage der Sohnschaft zweifellos nicht allein den »Söhnen« = Männern gilt). Grundsätzlich ist Sohnschaft/Kindschaft nicht etwas, was sich der Mensch verdienen kann, sondern sie ist Gottes Geschenk (Gal 3,26-27; 1 Joh 3,1-2).
Gesetz
Das Judentum bezeichnete die fünf Mosebücher als »Gesetz« (Tora = Weisung) und umschrieb das Alte Testament mit »das Gesetz und die Propheten« (vgl. Mt 5,17; 7,12; 22,40; Röm 3,21). Der Begriff »Gesetz« konnte aber auch auf das ganze Alte Testament ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras (vgl. Neh 8–10) bestimmte das Mosegesetz das gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze über die → Beschneidung und den → Sabbat sowie die Reinheitsvorschriften (→ rein). Die Frage nach der bleibenden Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten Auseinandersetzungen (Apg 15; Gal 2).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Heilige Schrift
Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.
Amen
Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«
Hölle
Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht.
jüdischer Rat
Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.
Hemd, Untergewand
Kurz- oder langärmeliges Hemdkleid, das unter dem Mantel getragen wurde. Wohlhabendere Menschen trugen oft ein zweites Hemd.
Mantel
Meile
In Mt 5,41 steht das lateinische Lehnwort milion (von mille = »tausend«, nämlich Doppelschritte), eine Strecke von knapp 1,5 km (= 8 → Stadien). Die Aussage von Mt 5,41 bezieht sich auf Dienstleistungen wie wegkundige Begleitung oder Lastentragen, zu denen römische Soldaten die Bevölkerung jederzeit zwingen konnten (vgl. Mk 15,21par).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Zolleinnehmer
Zur Zeit des Neuen Testaments wurden in Palästina Zölle eines Bezirks, wie Marktzölle, Grenzzölle usw., verpachtet, wahrscheinlich an den Meistbietenden. Die Pächter ihrerseits hatten wieder Unterpächter angestellt. Auch sie mussten einen festgelegten Betrag abliefern, kassierten jedoch den Zoll in die eigene Tasche. Es gab zwar feste Tarife, doch verleitete dieses System zum Betrug. Kein Wunder, dass die Zolleinnehmer Dieben und Räubern gleichgestellt wurden. Da sie überdies im Dienst der heidnischen (römischen) Besatzungsmacht standen und durch ihren Beruf häufig mit Nichtjuden in Berührung kamen, galten sie als »unrein« (→ rein). Von den Frommen wurden sie verachtet und gehasst; der Umgang mit ihnen wurde gemieden.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Zolleinnehmer, Zollstation
Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen.
Heiden
Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben.
Gesetz
Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.
gerecht, Gerechtigkeit
Meint ein Leben nach dem Willen Gottes.
Seligpreisungen
Was für die → Bergpredigt als ganze gilt, gilt speziell auch für die Seligpreisungen: Lukas bietet eine wesentlich kürzere Fassung als Matthäus (vgl. Lk 6,20-23 mit Mt 5,3-12); bei Lukas stehen materiell Notleidende im Blickpunkt, während bei Matthäus mehr bestimmte Frömmigkeitshaltungen angesprochen werden.
Königsherrschaft (Gottes)
Wörtliche Übersetzung des herkömmlich mit »Reich Gottes« wiedergegebenen Begriffs und zentraler Gegenstand der Verkündigung Jesu. Wenn Jesus den baldigen Anbruch der »(Königs-)Herrschaft Gottes« ansagt, dann antwortet er damit auf Erwartungen, die zu seiner Zeit im Judentum lebendig waren. Israel hatte die staatliche Selbständigkeit verloren und stand seit dem babylonischen → Exil unter der Herrschaft fremder Reiche; nach dem Intermezzo der makkabäischen Erhebung und der kurzen Blüte eines neuen Königtums wurde die Herrschaft der Römer nur umso drückender empfunden. Die Hoffnungen richteten sich auf einen Heilskönig (→ Christus), der das Reich → Davids wiederherstellen und Israel zum politischen Mittelpunkt der Welt machen sollte. Noch weiter gehende Hoffnungen richteten sich auf ein Eingreifen Gottes, das diese ganze von Unrecht, Leiden und Tod beherrschte Welt verwandeln und anstelle der Weltreiche ein »Reich Gottes« heraufführen würde (Dan 7–11); diese Erwartungen waren mit der Gestalt des → Menschensohns verbunden. In der gegenwärtigen Welt – so das Empfinden der Frommen – war von einer »Herrschaft Gottes«, vom Erweis seines Herrseins und von dem Heil und → Frieden, die er durch seinen → Bund seinem Volk versprochen hatte, nicht das Mindeste zu spüren.
rein (unrein)
Wegen der → Heiligkeit Gottes muss der Mensch, der sich ihm naht – sei es in der anbetenden Gemeinde, sei es beim Privatopfer –, rein sein. Dabei ist »rein« zunächst kein moralischer Begriff, sondern bezieht sich auf körperliche Vorgänge, die von der Nähe Gottes fernzuhalten sind – vermutlich weil sie zur Einflusssphäre dämonischer Naturmächte gehören, denen sich die Menschen der Frühzeit ausgesetzt sahen. Dazu zählt alles, was mit den Bereichen von Tod und Sexualität zu tun hat, aber auch Hautkrankheiten (→ Aussatz). Auch jede Berührung mit Menschen, die die Reinheitsvorschriften des → Gesetzes nicht beachteten, machte »unrein«. Ein wichtiges Gebiet waren die Bestimmungen über reine und unreine Speisen (→ Nahrungsvorschriften).
Pharisäer
Das Wort bedeutet »Abgesonderte«. Seit den Makkabäerkriegen die stärkste religiöse Partei, die das Erbe Israels in Ehren hielt und mit leidenschaftlichem Eifer für die pünktliche Beobachtung des → Gesetzes bis in die Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens hinein kämpfte. Ihr Ziel war es, durch Gesetzestreue die Vorbedingung für die Erfüllung der messianischen Verheißungen zu schaffen. (Überlieferter Ausspruch eines jüdischen Rabbis: »Wenn die Israeliten nur zwei Sabbate vorschriftsmäßig halten würden, so würden sie sofort erlöst werden.«)
Gesetzeslehrer
(in anderen Übersetzungen »Schriftgelehrte«) Ausgebildete und ordinierte jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des → Gesetzes war. Da die fünf Mose-Bücher auch als Gesetzessammlung für das bürgerliche Leben galten, waren diese Theologen zugleich Juristen. Sie traten erst in der Zeit nach dem babylonischen → Exil auf, als das religiöse Gesetz für das Leben der Juden eine immer größere Bedeutung gewann. Ihr großes Vorbild war Esra (vgl. Esra 7,6.10.25; → Lehrer [1]); erste schriftliche Erwähnung finden sie in den Makkabäer-Büchern (1 Makk 7,12; 2 Makk 6,18).
Altar
Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden.
Blutrache, Bluträcher
Nach uraltem Rechtsempfinden fordert jeder Mord Sühne (vgl. Gen 9,5; → Blut). Bevor es eine öffentliche Gerichtsbarkeit gab, oblag diese Sühne dem Sippenverband. Der nächste männliche Verwandte des Ermordeten (der »Bluträcher«) hatte die Pflicht, den Mörder oder an seiner Stelle ein Mitglied von dessen Sippe zu töten. Schon im Alten Testament findet sich das Bestreben, dem Missbrauch der Sippenrache entgegenzuwirken (vgl. Num 35,9-28; Jos 20; → Asylstädte und Ex 21,23-25). Das Neue Testament führt darüber hinaus zum grundsätzlichen Verzicht auf Rache (Mt 5,38-39; Röm 12,19-21).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Berg Sinai
Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält
Unzuchtsklausel
Während in Lk 16,18 und Mk 10,11 die Ehescheidung, d.h. die Entlassung der Frau durch den Mann (→ Scheidungsurkunde), uneingeschränkt untersagt wird, findet sich in Mt 5,32; 19,9 dieselbe Aussage mit der Einschränkung: »abgesehen vom Fall einer Unzuchtssache«. Wie ist sie zu verstehen? Manche Ausleger denken bei »Unzucht« an die verbotenen Verwandtschaftsgrade von Lev 18,6-18, die auch in der Regelung von Apg 15,19-21 eine Rolle spielen (→ Blutschande); es wäre dann zu übersetzen: »Wer sich von seiner Frau trennt, außer er hat mit ihr in einer vom Gesetz verbotenen Verbindung gelebt …«
Gebote
Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.
Zehn Gebote
Sie bilden das Kernstück des biblischen Gesetzes und beschreiben in Kurzform, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll.
Mitmensch
Als »Nächster« – so die verbreitete deutsche Übersetzung – wird im Alten Testament jeder Angehörige des eigenen Volkes bezeichnet (Lev 19,13.16-18). Aber auch die → Fremden, die in den Dörfern oder Städten mit den Israeliten zusammenleben, werden einbezogen, wenn geboten wird, sie – genau wie den »Nächsten« – zu lieben »wie dich selbst« (Lev 19,33-34). Im Verlauf schwerer Kämpfe um die Bewahrung des Glaubens Israels und um die rechte Auslegung des → Gesetzes hatte sich der Begriff des »Nächsten« in den beiden Jahrhunderten v.Chr. jedoch so verengt, dass er zur Zeit von Jesus in der Praxis so viel bedeutet wie »Glaubensgenosse« oder politisch-religiöser »Gesinnungsgenosse« (Parteifreund). Das hatte für die vom Gesetz ursprünglich gemeinte und geforderte Mitmenschlichkeit Folgen, die Jesus in Mt 5,43-48 und Lk 10,30-37 kritisiert.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Prophet
Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Ehebruch
Ehebruch, wie er in den Zehn Geboten untersagt wird (Ex 20,13; Dtn 5,18), ist nach dem Alten Testament nicht jeder Seitensprung eines oder einer Verheirateten, im strengen Sinn kann er nur von einer verheirateten Frau oder von einem verheirateten oder unverheirateten Mann mit einer Verheirateten begangen werden. In diesen Fällen wird das »Besitzrecht« des betreffenden Ehemannes angetastet und die Reinheit der Nachkommenschaft gefährdet. Auf Ehebruch stand für beide Beteiligten die Strafe der Steinigung (Lev 20,10; Dtn 22,22-27).
Ehebruch
Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.
Satan, Teufel
Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht.
Mantel
Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt.
Jünger
Ähnlich wie die → Gesetzeslehrer (vgl. Mt 22,16; Mk 2,18) und der → Täufer Johannes (Mt 11,2; Mk 2,18; Lk 11,1; Joh 1,35) hatte auch Jesus »Schüler« (so wörtlich), die ihm auf seinen Wanderungen folgten und sich seiner Autorität unterstellten. Jünger von Jesus sind im Neuen Testament nicht nur die zwölf → Apostel, sondern darüber hinaus noch ein weiterer Kreis von Männern (Mk 2,15). Auch viele Frauen befanden sich im Gefolge von Jesus; der geprägte und für die Jüngerschaft typische Ausdruck »Nachfolge/nachfolgen« wird auf sie ebenso angewandt wie auf die Männer (Mk 15,41par). Wo Lukas von der »großen Menge der Jünger« spricht (Lk 6,17; 19,37), sind sie zweifellos mitgemeint (siehe Anmerkung zu Lk 6,17), und in der Apostelgeschichte von Lukas wird »die Jünger« vollends zur Bezeichnung für die Gemeinde als ganze, Männer und Frauen, weshalb diese Übersetzung die Frauen einschließende Mehrzahlform hier auch mit »Jünger und Jüngerinnen« wiedergibt (vgl. Apg 6,1 und Anmerkung dort; siehe ferner Mt 28,19 und Anmerkung).
Münzen
Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.
Scheidungsurkunde
Die Vorschrift von Dtn 24,1 wurde gegeben, um die Willkür des Mannes zu begrenzen und der geschiedenen Frau ein erträgliches Weiterleben zu ermöglichen. Ihr Sinn wird verkehrt, wenn Männer sie als »Erlaubnis« (vgl. Mk 10,2.4par) ansehen, ihre Frauen zu entlassen. Nach dem Zusammenhang von Mk 10,2-9/Mt 19,3-8 ist diese Vorschrift sozusagen im Zorn gegeben worden für ein Volk, das nicht bereit und kaum noch fähig ist, zu erkennen und zu tun, was Gott eigentlich will. Sie ist gegeben »mit Rücksicht auf« die Hartherzigkeit des Volkes – nicht in erster Linie seine Fühllosigkeit gegen Mitmenschen, sondern die fehlende Bereitschaft, Gott und seinem heilsamen Willen zu folgen. Dass es die Vorschrift gibt und dass sie praktiziert werden muss, stellt demnach ein ständiges Belastungszeugnis gegen dieses Volk dar und beweist, dass es ein abtrünniges Volk ist. Der letzte Beweis dieser »Verstocktheit« ist es, wenn die Vorschrift zur Schadensbegrenzung als Freibrief für die menschliche (männliche) Willkür verstanden wird (siehe dazu auch → Unzuchtsklausel).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Scheidungsurkunde
Dokument, das ein Mann seiner Frau geben musste, wenn er die Ehe auflösen wollte.
Lampe
Im Normalfall zunächst eine kleine flache Tonschale (»Lichtschale«), mit Öl gefüllt, am Rand an einer Stelle ausgebuchtet oder zusammengekniffen, damit der Docht eingelegt werden kann. In späterer Zeit und zur Zeit des Neuen Testaments ist das Tongefäß geschlossen und hat nur zwei Öffnungen: eine größere zum Nachfüllen des Öls (vgl. Mt 25,3-4.8) und eine kleinere für den Docht.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Öllampe
Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle.
Schemel
Eine Art Fußbank, die vor dem Thron eines Herrschers steht.
Gerechtigkeit
(→ gerecht) Im Gegensatz zum deutschen Begriff »Gerechtigkeit«, der auf die Erfüllung einer formalen Rechtsnorm zielt, geht es beim biblischen Verständnis von »Gerechtigkeit« immer um die Beziehung zwischen Personen, die in dem »rechten«, beiden Seiten gerecht werdenden Verhältnis zueinander stehen sollen. Gerecht ist, wer sich der idealen Form einer solchen Beziehung – sei es zwischen Menschen oder zwischen Gott und Mensch – »entsprechend« verhält.
Hölle, Höllenstrafe
Im Neuen Testament wie im frühen Judentum Strafort für die Verdammten nach dem letzten Gericht. »Hölle« ist Wiedergabe des griechischen Wortes ge’enna (Gehenna), hinter dem das hebräische gehinnom steht (→ Hinnom-Tal; vgl. Jes 66,24).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)