Rut und Boas heiraten
Boas kauft das Land von Noomi
Boas ging zum Stadttor und setzte sich dort hin.
Da kam der andere Löser vorbei,
von dem Boas gesprochen hatte.
Boas sagte zu ihm: »Komm her, setz dich zu mir!«
Da kam der andere Löser zu Boas und setzte sich.
Boas bat zehn Älteste der Stadt:
»Setzt euch dazu!«, und sie taten es.
Dann sagte er zu dem anderen Löser:
»Noomi ist aus Moab zurückgekehrt.
Sie verkauft den Anteil am Ackerland,
der unserem Bruder Elimelech gehört hat.
Ich habe nachgedacht
und will dir einen Vorschlag machen:
Kauf seinen Anteil am Landbesitz!
Die Anwesenden und die Ältesten meines Volkes
sollen es bezeugen.
Willst du den Kauf tätigen, dann tu es!
Falls nicht, lass es mich wissen.
Du hast nämlich das Vorrecht.
Ich bin erst nach dir an der Reihe.«
Der andere Löser antwortete: »Ich will kaufen.«
Boas entgegnete:
»Du kannst das Ackerland von Noomi nur erwerben,
wenn du zugleich die Moabiterin Rut heiratest.
Sie ist die Witwe des rechtmäßigen Erben.
Durch euer Kind wird der Name des Verstorbenen
mit seinem Erbbesitz erhalten bleiben.«
Da erwiderte der andere Löser:
»Dann kann ich den Kauf nicht vollziehen.
Das wäre ja zum Nachteil für meinen eigenen Erbbesitz.
Übernimm du mein Vorrecht!
Ich kann es nicht ausüben.«
Eine solche Lösung, verbunden mit einem Besitzwechsel,
wurde damals in Israel so bestätigt:
Einer der Partner zog seine Sandale aus
und gab sie dem anderen.
Damit war der Handel in Israel rechtskräftig.
Der andere Löser sagte also zu Boas:
»Kauf du das Land für dich!«
Dann zog er seine Sandale aus.
Da sagte Boas zu den Ältesten und zum ganzen Volk:
»Ich habe Noomi heute alles abgekauft,
was Elimelech, Kiljon und Machlon gehört hat.
Die Moabiterin Rut, die Witwe von Machlon,
wird damit meine Ehefrau.
Ich werde den Namen des Verstorbenen
mit seinem Erbbesitz bewahren.
Sein Name soll nicht ausgelöscht werden
bei seinen Brüdern und in seiner Heimatstadt!
Dafür seid ihr heute Zeugen.«
Alle Leute im Tor und die Ältesten sagten:
»Wir bezeugen es.
Mit der Frau, die in dein Haus kommt,
mache es der Herr wie mit Rahel und Lea:
Sie hatten viele Nachkommen
und haben das Volk Israel hervorgebracht.
Du sollst bei der Großfamilie der Efratiter
in hohem Ansehen stehen.
Dein Name sei berühmt in Betlehem!
Dein Haus sei geachtet wie das Haus des Perez,
des Sohnes von Tamar und Juda.
Wie ihm schenke dir der Herr berühmte Nachkommen
von dieser jungen Frau!«
Rut und Boas werden Davids Vorfahren
Boas nahm Rut zur Frau und schlief mit ihr.
Der Herr ließ sie schwanger werden,
und sie brachte einen Sohn zur Welt.
Da sagten die Frauen zu Noomi:
»Gepriesen sei der Herr!
Er hat dir einen Erben und Löser geschenkt.
Sein Name soll in Israel berühmt sein!
Er gibt dir wieder Lebenskraft
und versorgt dich im Alter.
Er ist ja das Kind deiner Schwiegertochter,
die dich liebt.
Sie ist für dich mehr wert als sieben Söhne.«
Noomi nahm das Kind, legte es auf ihren Schoß
und war wie eine Mutter zu ihm.
Die Nachbarinnen sagten:
»Ein Sohn ist Noomi geboren worden.«
Und sie gaben ihm den Namen Obed.
Er wurde der Vater von Isai
und der Großvater von David.
Das ist der Familienstammbaum von Perez:
Perez war Vater von Hezron,
Großvater von Ram und Urgroßvater von Amminadab.
Die Linie lässt sich weiter verfolgen über
Nachschon, Salmon, Boas und Obed bis zu Isai.
Isai schließlich war der Vater von David.