Deutsche Bibelgesellschaft

Bund

Der hebräische Begriff bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch »Vereinbarung, Vertrag«. Er kann einen Vertrag zwischen gleichrangigen (1. Mose 21,22-34; 1. Kön 5,26) oder ungleichen Partnern bezeichnen (vgl. 1. Sam 11,1-3). In der alttestamentlichen Bundeskonzeption geht die Initiative immer von Gott aus, der den Menschen, dem Volk Israel oder einem Einzelnen seinen Bund anbietet. Der Bund kann den Charakter einer Selbstverpflichtung Gottes oder einer wechselseitigen Verpflichtung annehmen, die dem Volk Israel als Bundespartner das Halten der Gebote auferlegt. Eine Selbstverpflichtung Gottes bieten der Noahbund mit dem Bundeszeichen des Regenbogens (1. Mose 9,8-17) und der Abrahambund mit dem Bundeszeichen der Beschneidung (1. Mose 17,1-14). Auf das Halten der Gebote verpflichten der Sinaibund (2. Mose 24,1-8; 34,10-18), der Moabbund (5. Mose 28,69) und der Josuabund (Jos 24,25). Auch die Erfahrung, dass Israel den Bund immer wieder gebrochen hat (Jes 24,5; Hos 6,7; 8,1), wird im Alten Testament aufgegriffen und führt zur Verheißung eines »neuen Bundes«, mit dem Gott selbst die Kluft zwischen göttlichem Gebot und menschlichem Wollen schließt (Jer 31,31-34).

Die griechische Übersetzung der Hebräischen Bibel verwendet für »Bund« ein Wort, das eigentlich »Anordnung, Testament« bedeutet. Dem entspricht die Bezeichnung der beiden Teile der Bibel mit »Altem« und »Neuem Testament«, die sich auf die Gegenüberstellung von altem und neuem Bund bei Paulus zurückführen lässt (Gal 4,24-28; 2. Kor 3,4-18). Der für die Endzeit verheißene »neue Bund« wird als ein Bund zwischen Gott und der gesamten Menschheit durch den Tod Jesu in Kraft gesetzt (vgl. 1. Kor 11,25 mit Jer 31,31-34). Der zuvor mit Israel geschlossene »alte Bund« ist dadurch aber nicht aufgehoben (Röm 9,4). Nach Hebr 9,15 ist Jesus durch sein eigenes Opfer zum Mittler des neuen Bundes geworden und eröffnet allen Menschen ein von der Sünde befreites Leben und einen bleibenden Zugang zu Gott.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.4
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