Weiser, Weisheit
Als weise gilt im alten Israel, wer geübt und fähig ist, etwas richtig, meisterhaft zu tun. So zeigt sich Weisheit schon in der Beherrschung irgendeiner geistigen und handwerklichen Fähigkeit (Ex 31,1-11
Israel wetteiferte mit den großen Kulturvölkern seiner Zeit in der Formulierung und Sammlung entsprechender Einsichten (siehe v.a. die biblischen Bücher »Sprichwörter« und »Sirach«). Wie David als urbildlicher Psalmsänger, so galt Salomo als »Vater« dieser Weisheitsdichtung. (Was über seine sprichwörtlich gewordene Weisheit in 1 Kön 5,12-13
Das Verhältnis der Weisheit zu Gott wird im Lauf der Zeit immer mehr durchdacht und gedanklich entfaltet. Gott ist der Ursprung aller Weisheit (Spr 2,6
Die Weisheit kann als Person gedacht werden. Vor aller Schöpfung war sie bei Gott, und durch sie wurde alles geschaffen (Spr 8,22-31
So wurden in der Beschäftigung mit der göttlichen Weisheit im Judentum die Bilder und Begriffe bereitgestellt, mit deren Hilfe die ersten Christen die einzigartige Würde von Jesus Christus erfassen und angemessen ausdrücken konnten (Joh 1,1-18
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)