Deutsche Bibelgesellschaft

Epheser 3,1-7 | Epiphanias | 06.01.2026

Einführung in den Epheserbrief

Die aktuellen Fragen, die in der Exegese des Epheserbriefs behandelt werden, drehen sich vor allem um das Verhältnis von Ekklesiologie und Christologie sowie um die Vorstellungen zur Eschatologie.

1. Verfasser

In der Exegese herrscht große Einigkeit darüber, dass der Epheserbrief nicht von Paulus verfasst wurde. Dagegen sprechen die von den authentischen Paulusbriefen abweichende eigene Sprachgestalt (z.B. die Vorliebe für überlange Sätze) sowie theologische Weiterentwicklungen, besonders in Christologie und Kosmologie (z.B. Christus, der das All zusammenfasst Eph 1,10), Soteriologie (Gott hat uns mit auferweckt und eingesetzt im Himmel in Christus 2,6), Ekklesiologie (die über die einzelne Gemeinde hinaus wachsende Kirche als Leib mit Christus als Haupt, 1,22) und die Bedeutung der apostolischen Tradition, die die Existenz der Kirche garantiert (2,20). Hinzu kommt die weitgehende Abhängigkeit des Eph vom (früheren) Kolosserbrief, bis hin zu wörtlichen Übernahmen. Der namentlich unbekannte Verfasser des Eph fühlt sich der paulinischen Tradition verpflichtet (z.B. 2,8) und will sie in seiner eigenen Zeit, vermutlich zwischen 80 und 90 n. Chr., und unter anderen Umständen erneut zur Sprache bringen. Auch der Aufbau des Briefes entspricht im Wesentlichen den authentischen Paulusbriefen, vor allem mit der Aufteilung in einen eher grundlegend-lehrhaften und einen daraus Konsequenzen ziehenden paränetischen Hauptteil. Ungewöhnlich ist aber das Nebeneinander einer ausführlichen Eulogie und Danksagung im Eingangsteil (1,3-14. 15-23) und das Fehlen von Grüßen am Schluss.

2. Adressaten

Der Eph ist nach 1,1 und der Briefüberschrift ein Schreiben an die Christen in Ephesus. Allerdings fehlt die Ortsangabe in 1,1 in den ältesten Handschriften, und es finden sich keinerlei nähere Angaben zu den Adressaten; persönliche Notizen oder Grüße fehlen, die Mahnungen bleiben allgemein. Konkrete Probleme, die die Abfassung erklären könnten, werden nicht angesprochen. Nach 1,15; 3,2f.; 4,21 scheinen sich Verfasser und Adressaten nicht einmal persönlich zu kennen. Dass die Empfänger in Ephesus beheimatet seien, geht aus dem Text nirgends hervor. Der Eph ist deshalb vielfach als Traktat, theologische Abhandlung oder auch als „Rundschreiben“ bezeichnet worden. Diese Auffassung hat wegen der Allgemeinheit des Schreibens viel für sich. Ein „situationsloses Schreiben“ ist Eph dennoch nicht, auch wenn wir seine Situation nicht mehr im Detail rekonstruieren können. Offensichtlich hat sich der Verfasser aber veranlasst gesehen, grundlegende Gedanken über die christliche Existenz und die Kirche aufzuschreiben und dabei besonders die Einheit der Kirche hervorzuheben. Die frühe Verbreitung des Schreibens im westlichen Kleinasien spricht dafür, dass die Adressaten hier zu suchen sind. Von daher lag die Provinzhauptstadt Ephesus als zugeschriebene Adresse nahe, nicht zuletzt  deshalb, weil Paulus selbst sich längere Zeit in der Stadt aufgehalten hatte.

3. Entstehungsort

Was für die Adressaten gilt, gilt auch für den Entstehungsort des Schreibens. Das westliche Kleinasien ist ein Entwicklungszentrum des frühen Christentums, wie z.B. die in Offb 2f. genannten Städte (darunter auch Ephesus) belegen. Vermutlich ist das Schreiben in diesem Umkreis entstanden. Dass der Verfasser den Kol gekannt, geschätzt und verwendet hat, unterstreicht dies (Kolossä lag etwa 170 km östlich von Ephesus).

4. Wichtige Themen

Theologie, Christologie, Kosmologie und Ekklesiologie sind wichtige Themen des Eph - und sie sind eng miteinander verbunden. Der Kosmos besteht aus zwei Räumen, Erde (4,9) und Himmel (1,3.10; 2,6). Im himmlischen Bereich befinden sich die Engel, die Äonen, die Mächte und Gewalten (1,21; 2,7), zum Bereich der Erde gehört alles Vorfindliche, hier hat der Äon dieser Welt seinen Ort (2,2), und der Weltherrscher regiert (6,12). In Christus und durch ihn ist aber alles, was im Himmel und auf Erden ist, „zusammengefasst“, (1,10), und es gibt nichts mehr, was Christus nicht unterworfen wäre (1,23). Dies gilt nicht zuletzt für Juden und Heiden, die durch einen „Zaun“ getrennt waren (2,14). Aber auch dieser Zaun ist durch Christus aufgehoben, Gemeinschaft und Einheit sind möglich geworden. In der Kirche wird dies erkannt und geglaubt. Insofern ist sie Christi Leib, Christus ist in ihr gegenwärtig, sie repräsentiert die „Fülle Christi“. Deshalb kann auch, was vor Christus Juden und Heiden voneinander schied, nicht mehr trennen (2,11-13). Durch Christus, durch sein Blut gehören beide gleichermaßen zum „Leib Christi“ und haben Zugang zum himmlischen Bereich (2,6.18); dies aber nicht im Gegensatz zur Welt, sondern im Blick auf die Welt und mit der Aufgabe, allen Menschen und kosmischen Mächten das Geheimnis Gottes zu verkündigen und vorzuleben (3,10; im Blick auf den Apostel 6,19f.).

Dies wird mit Hilfe verschiedener Bilder zum Ausdruck gebracht. Neben der Kirche als „Leib Christi“ wird sie auch als „Bauwerk“, in dem die Christen Wohnrecht haben, und als  „Tempel“ bezeichnet (2,19-22). Das Bauwerk ist jetzt schon existent (2,19f.), aber es wird auch noch daran gebaut, damit alle zur Erkenntnis des Sohnes Gottes kommen (4,11ff.). Im Rahmen der Haustafel wird das Verhältnis von Mann und Frau auf Christus und die Kirche gedeutet (5,25-32). Die verschiedenen Bilder zeigen, dass die Kirche nicht mit Sachstandsbeschreibungen zu erfassen ist, sondern als geglaubte Größe weit über ihre sichtbare Existenz hinaus reicht. Der Verfasser des Eph ist damit der erste christliche Theologe, der explizit eine Vorstellung von dem Phänomen Kirche entwickelt. Umstritten ist, ob der Eph damit die theologische Konzeption einer Universalkirche entwirft oder sich nach wie vor auf die Versammlung der Glaubenden bezieht, sodass die einzelnen Glaubenden im Blick bleiben. Beide Positionen sehen m.E. etwas Richtiges. Im Vergleich mit den unbestrittenen Paulusbriefen hat zweifellos bereits eine Entwicklung hin zur Kirche als einer die Ortsgemeinden überschreitenden Größe stattgefunden. Die Christen aller Gemeinden bauen gemeinsam an dem Bau weiter, der auf dem von den Aposteln und Propheten garantierten Fundament ruht und dessen Eckstein Christus ist (2,20). Die wachsende Zahl der Gemeinden führt aber auch zu Differenzen, und das macht die starke Mahnung zur Einheit verständlich (4,1-6). Christus ist das Haupt der Gemeinde, aber ist auch Herrscher über das  All (einschließlich aller gegenwärtig noch ungläubigen Menschen und überpersönlichen Mächte). Was in der Kirche schon erkannt wird, soll auch vor der Welt bekannt werden. Diesem Ziel dient die Einheit der Christen - und darauf liegt der Akzent, und (noch) nicht auf der Idee einer universalen Kirche im Sinne einer Heilsagentur.

Deshalb ist die Ekklesiologie auch nicht, wie oft vertreten wurde, das eine, zentrale Thema des Eph. Ohne die Christologie (und die damit verbundenen soteriologischen Aussagen) wären die Aussagen über die Kirche ihrer Grundlage beraubt. Was in der Kirche erkannt, geglaubt und von ihr in die Welt getragen wird, ist nicht in erster Linie eine Lehre von der Kirche, sondern ein Bekenntnis zu Christus (vor allem 1,3-14), der das ganze All zusammenhält. Ohne Christus als Eckstein und die apostolische Tradition (2,20) gäbe es die Kirche nicht. Ihre Aufgabe ist es, das von Christus erwirkte Heil für die ganze Welt zu verkündigen und durch ihr Handeln zu bezeugen.

Der ganze zweite Hauptteil des Eph und damit die Hälfte des Schreibens befasst sich mit der Lebensführung der Adressaten. Das hat Auswirkungen auf das Verständnis der Ekklesiologie. Gerade weil die Kirche das Geheimnis Gottes als Grundlage (1,10) und den Gottesgeist als Angeld hat (1,14), steht sie in der Gefahr, „geistlich abzuheben“ und sich über die Welt zu erheben (vgl. 2,8-10), die aber doch auch mit allem Drum und Dran von Christus zusammengehalten wird (1,10). Die umfangreiche Paränese ist deshalb die andere, notwendige Seite der ekklesiologischen Medaille. Die Lebenspraxis soll nicht nur dem Glauben der Christen entsprechen, sondern dazu helfen, den Menschenkindern (3,5) das Geheimnis Gottes zu erschließen.

Dass alles, was es im Himmel und auf Erden gibt, alle Menschen, alle Mächte und Gewalten, die von den Christen schon erkannte und geglaubte Erlösung in Christus ebenfalls erkennen und in das Gotteslob (1,3-14) einstimmen, steht freilich noch aus. Im Bild gesprochen: Der Leib Christi muss noch wachsen (4,15). Zwar sind die Christusgläubigen schon mit auferweckt und im Himmel eingesetzt (2,6), aber Vielen ist dieses Geheimnis noch fremd und unerschlossen, und Mächte und Gewalten kämpfen dagegen an (6,10). Insofern fehlt auch die Dimension der Zukunft im Eph nicht (formelhaft in 1,21). Es ist allerdings keine qualitativ andere und ganz neue Zukunft, sondern eine, die in Gottes Willen schon vor aller Zeit beschlossen ist und auf die die Christusgläubigen deshalb mit gutem Grund und fester Zuversicht hoffen können.

5. Besonderheiten

Das Schreiben ist mit dem Kol eng verwandt, und zwar im Blick auf den Gesamtaufbau (Eph 1-3 entspricht weitgehend Kol 1f., Eph 4-6 großenteils Kol 3f.) sowie den Textbestand und die Abfolge der einzelnen Aussagen; die Haustafeln sind vergleichbar (Eph 5,21-6,9; Kol 3,18-4,1) und es gibt etliche fast wörtliche Übereinstimmungen (z.B. Eph 1,1f. und Kol 1,1f.; Eph 6,21f. und Kol 4,7f.). Hinzu kommen große Ähnlichkeiten in theologischen Aussagen, vor allem zur Christologie (Christus als Haupt des Leibes = der Kirche 1,22; 4,15; 5,23; Kol 1,18; 2,19); zur Kosmologie (1,10.20-22) und zur bereits erfolgten Auferweckung der Christen (2,5.7; Kol 2,12f.; 3,1). Offensichtlich sind beide Briefe eng miteinander verwandt. Allgemein wird die literarische Abhängigkeit des Eph vom Kol angenommen. Für die Interpretation des Eph ist deshalb immer auch der Kol zu berücksichtigen.

Literatur:

  • Sellin, Gerhard: Der Brief an die Epheser, KEK, Göttingen 2008.
  • Lindemann, Andreas: Der Epheserbrief, ZBK NT 8, Zürich 1985.
  • Gese, Michael: Der Epheserbrief (BNT), Neukirchen-Vluyn 32022.

A) Exegese kompakt: Epheser 3,1-7

1Τούτου χάριν ἐγὼ Παῦλος ὁ δέσμιος τοῦ Χριστοῦ [Ἰησοῦ] ὑπὲρ ὑμῶν τῶν ἐθνῶν 2– εἴ γε ἠκούσατε τὴν οἰκονομίαν τῆς χάριτος τοῦ θεοῦ τῆς δοθείσης μοι εἰς ὑμᾶς, 3[ὅτι] κατὰ ἀποκάλυψιν ἐγνωρίσθη μοι τὸ μυστήριον, καθὼς προέγραψα ἐν ὀλίγῳ, 4πρὸς ὃ δύνασθε ἀναγινώσκοντες νοῆσαι τὴν σύνεσίν μου ἐν τῷ μυστηρίῳ τοῦ Χριστοῦ, 5ὃ ἑτέραις γενεαῖς οὐκ ἐγνωρίσθη τοῖς υἱοῖς τῶν ἀνθρώπων ὡς νῦν ἀπεκαλύφθη τοῖς ἁγίοις ἀποστόλοις αὐτοῦ καὶ προφήταις ἐν πνεύματι, 6εἶναι τὰ ἔθνη συγκληρονόμα καὶ σύσσωμα καὶ συμμέτοχα τῆς ἐπαγγελίας ἐν Χριστῷ Ἰησοῦ διὰ τοῦ εὐαγγελίου, 7οὗ ἐγενήθην διάκονος κατὰ τὴν δωρεὰν τῆς χάριτος τοῦ θεοῦ τῆς δοθείσης μοι κατὰ τὴν ἐνέργειαν τῆς δυνάμεως αὐτοῦ.

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Übersetzung

1 Deshalb ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch, die Heiden – 2 da ihr gehört habt von dem Plan der Gnade Gottes, die mir für euch gegeben wurde: 3 Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgetan worden, wie ich vorher (schon) in Kürze geschrieben habe, 4 damit ihr, wenn ihr es lest, meine Einsicht in das Geheimnis Christi erkennt, 5 das den Menschenkindern früherer Generationen nicht kundgetan wurde, jetzt aber offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geist, 6 dass (nämlich) die Heiden Miterben und Mitglieder am Leib und Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium, 7 dessen Diener ich geworden bin gemäß der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben wurde gemäß der Wirkkraft seiner Macht,

1. Hilfen zur Übersetzung

V. 1–7 bilden einen einzigen, z.T. unübersichtlichen Satz. In V. 1 fehlt ein Verb; unklar ist, worauf sich das folgende εἴ γε bezieht (was zu verschiedenen Verbesserungen in der Textüberlieferung geführt hat); V. 3a ist ein Hauptsatz, der zunächst in V. 4 und dann bis V. 7 durch Nebensätze erläutert wird. Die etwas unklare Satzstruktur hängt auch damit zusammen, dass der Abschnitt z.T. wörtlich aus Kol 1,23-29 übernommen wurde. Schon dort wurden der Apostel und seine Wirksamkeit eng mit dem Mysterium verbunden; das ist hier nicht nur aufgenommen, sondern bekräftigt.

V. 1: ἐγὼ Παῦλος setzt gegenüber dem „ihr“ der vorangehenden Verse den neuen Akzent; jetzt geht es um den Apostel als Diener des Evangeliums (V. 7). Mit ὑπὲρ ὑμῶν τῶν ἐθνῶν wird aber der ganze vorangehende Abschnitt 2,11–22 aufgenommen.

V. 2: εἴ γε ἠκούσατε … Die mögliche Bedingung (falls ihr gehört habt) ist hier wegen V. 3 im Sinne einer tatsächlich gegebenen Voraussetzung zu verstehen – da ihr gehört habt.

Das Bedeutungspektrum von οἰκονομία reicht von Aufgabe und Amt eines Verwalters (z.B. Lk 16,1ff.) über spezifische Funktionen in der Gemeinde (1Kor 4,1; 9,17) bis zur Bezeichnung des göttlichen Heilsplans (Eph 3,9). Hier geht es um die Aufgabe, die der Apostel in diesem Plan hat.

V. 3f.: Eigentlich ein Hauptsatz, ist der Vers wegen V. 2 in der Textüberlieferung durch das eingefügte ὅτι zu einem Nebensatz geworden. μυστήριον ist nach 1,9f. der Wille und Ratschluss Gottes, der auf Christus hinausläuft und in den der Apostel verständige Einsicht (σύνεσις) hat.

ἀναγινώσκοντες bezieht sich auf προέγραψα V. 3. Die Aussage setzt eine frühere Kontaktaufnahme voraus.

V. 5: Das Schema von Einst und Jetzt ist im frühen Christentum weit verbreitet. Was früheren Generationen unbekannt war, ist jetzt den Aposteln und Propheten offenbart (vgl. 2,20) – und so liegt es auf der Hand, dass diese eine wichtige Funktion im Heilsplan Gottes haben. Die Schlusswendung ἐν πνεύματι bezieht sich sowohl auf die Apostel als auch die Propheten.

V. 6: Der Vers fasst den vorangehenden Abschnitt (2,11–22) zusammen. Dreifach wird durch die Vorsilbe mit- zum Ausdruck gebracht, dass die Heiden / Völker Anteil am Evangelium haben (συγκληρονόμα καὶ σύσσωμα καὶ συμμέτοχα ). σύσσωμος = zum Leib gehörig; das Wort nimmt die Leibmetapher 1,23; 2,16; 4,4 auf.

V. 7: διάκονος bezeichnet den Dienst am Evangelium, ist hier aber noch keine festgeprägte Bezeichnung für die Diakone wie später in 1Tim 3,8.12. Der Dienst ist dem Apostel als Gnade zuteil geworden, wie das Stichwort χάρις in V. 2.7 festhält.

2. Literarische Gestaltung und Kontext

Die Abgrenzung der Predigtperikope (3,1–7) ist durch das „Ich“ des Apostels vorgegeben (ἐγὼ Παῦλος V. 1; οὗ ἐγενήθην διάκονος V.7). Im ganzen Abschnitt 3,1–7 geht es um die Bedeutung des Apostels im göttlichen Heilsplan (οἰκονομία V. 2): Ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch Heiden (V.1) … der Auftrag der Gnade Gottes, die mir für euch gegeben wurde (V. 2) … durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden (V. 3) … daran könnt ihr … meine Einsicht in das Geheimnis Christi erkennen (V. 4) … das jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist (V. 5) … dessen Diener ich geworden bin durch die Gabe der Gnade Gottes (V. 7). In V. 6 wird die Zugehörigkeit der Heiden zum Leib Christi als Inhalt des Geheimnisses beschrieben. Damit nimmt 3,1–7 die vorausgehenden Aussagen in 2,11–22 auf. Der folgende Abschnitt 3,8–13 bleibt bei diesem Thema und wiederholt mit zum Teil variierenden Worten das bereits Gesagte. Dabei geht V. 10 noch einen Schritt weiter: Nicht nur den Heiden soll der unerforschliche Reichtum Christi verkündigt werden, sondern „den Mächten und Gewalten“. Die Heilsbotschaft gilt der ganzen Welt mit allem Drum und Dran. Dass 3,1–7 und 8–13 eng zusammengehören, zeigt auch der Hinweis auf die Gefangenschaft des Paulus in V. 1.13, die eine Klammer um beide Abschnitte bilden. 3,1–7 ist demnach organisch in den größeren Kontext eingebettet.

V. 3f. verweisen ausdrücklich auf etwas, das die Adressaten schon gelesen haben. In der Exegese werden zwei Auslegungsoptionen vertreten: Es handelt sich entweder um einen anderen Brief (dabei denkt man besonders an Gal 1,12-16) oder um das im Eph Vorangehende, wobei man besonders auf 1,9f. und 2,11–22 verweisen kann, bzw. den Eph insgesamt. Nimmt man einen Bezug auf Gal 1 an, so setzt dies die Kenntnis mindestens dieses Briefes, möglicherweise aber auch weiterer Paulusbriefe voraus. Unabhängig von einer Entscheidung in dieser Frage unterstreicht der Verfasser mit seinem Hinweis, dass er bereits mehrfach die besondere Beziehung des Apostels zu dem Geheimnis Christi hervorgehoben hat.

3. Kontext und historische Einordnung

Folgende Aspekte des Heilsplans Gottes (V. 2) treten in diesem Text besonders in den Vordergrund: Für die christliche Botschaft und ihre weitergehende Verkündigung ist die Wirksamkeit des Paulus (bzw. der Apostel und Propheten) die unaufgebbare und weiter wirkende Voraussetzung; er handelt in göttlichem Auftrag, durch göttliche Offenbarung hat er „im Geist“ Einsicht in das Geheimnis Christi bekommen. Das Geheimnis Gottes war den Menschen bis zum Kommen Christi verborgen. Jetzt kann – und soll – es aber erkannt werden; als „Diener des Evangeliums“ hat Paulus die Aufgabe, es bekannt zu machen. Mit dem „Einst-Jetzt-Schema“ in V. 5 wird in Verbindung mit dem Offenbarungsgedanken (vgl. zu dem Schema schon Röm 16,25-27) eine grundlegende Differenz zwischen früher, vor dem Kommen Jesu, und jetzt markiert.

Dieses „Jetzt“ hat seinen Anfang mit den „heiligen Aposteln und Propheten“ genommen. Ihnen wurde das Geheimnis Gottes „im Geist“ offenbart, beide „Ämter“ sind also durch den Geist legitimiert. Bereits in 2,20 war von den Aposteln und Propheten als Grund der Kirche die Rede. Nimmt man noch 3,9f. hinzu, so zeigt sich, dass inzwischen die Ekklesia in die Verkündigungsaufgabe hineingewachsen ist. Sie führt nun weiter, was durch die Apostel und Propheten grundgelegt wurde. Die „Ausrüstung“, die sie dafür braucht (4,7.11f.), bekommt sie über die Apostel und Propheten hinaus weiterhin und in Kontinuität zum Anfang durch Evangelisten, Hirten und Lehrer. Und alles das ruht auf dem Eckstein des Baus, der Christus selbst ist (2,20).

4. Schwerpunkte der Interpretation

Die apostolische Wirksamkeit erschließt den Plan Gottes, der mit grundlegenden Begriffen zusammengefasst ist: Geheimnis (V. 3.4) – Plan (οἰκονομία V. 2) – Offenbarung (V. 3) – Verheißung (V. 6) – Evangelium (V. 6). Der Begriff Evangelium kommt viermal im Eph vor und ist in 3,6f. und 6,19 eng mit der Verkündigung des Apostels verknüpft; damit wird an den für Paulus zentralen Begriff erinnert; in 1,13 (Evangelium von eurer Rettung) und 6,15 (Evangelium des Friedens) ist die Verwendung eher formelhaft. Wichtiger ist der Begriff des Geheimnisses, der in 6,19 ausdrücklich mit dem Evangelium parallelisiert und seinerseits aufs Engste mit dem Apostel verbunden ist. Zwar hat Gott „uns“ das Geheimnis seines Willens wissen lassen (1,9), dies ist aber durch den Apostel geschehen, dem das Geheimnis offenbart wurde (3,3) und der Einsicht darin empfangen hat (3,4), wie Gott sein Geheimnis ins Werk setzt (3,8) und nun freimütig das „Geheimnis des Evangeliums“ verkündigt (6,19). Wenn er in 5,31 das Verhältnis von Mann und Frau auf Christus und die Gemeinde deutet, dann ist dies aufgrund seiner Einsicht in das göttliche Geheimnis eine gültige Interpretation. Inhaltlich bezeichnet das Geheimnis Gottes seinen Willen und Plan (1,9), der die Erwählung noch vor der Grundlegung der Welt (1,4), das heilvolle Umfassen des Alls durch Christus (1,10) und die Existenz der Kirche als Leib Christi (1,23; 4,4 u.ö.), in der dies alles schon erkannt und aller Welt verkündigt wird (3,9f.). Hier zeigt sich gegenüber den authentischen Paulusbriefen eine Weiterentwicklung. Zwar verwendet Paulus μυστήριον in Verbindung mit dem Revelationsschema (einst verborgen, jetzt offenbar, 1Kor 2,7–10). Der Inhalt des Geheimnisses ist nach 1Kor 2,1f. aber der gekreuzigte Christus, der den Menschen ein törichter Versager zu sein scheint (1,23ff.). Im Eph umfasst das Mysterium die anderen Begriffe, den göttlichen Plan, die Offenbarung und Verheißung und selbst das Evangelium. Zwar war es vor Christus verborgen, jetzt aber erschließt es sich allen, die der Predigt Glauben schenken. Wer dies tut, kann die ganze Welt und die eigene Existenz in einer ganz neuen (und zugleich von Anfang an gewollten) Perspektive sehen und verstehen; die Breite und Länge, die Höhe und Tiefe der Fülle Gottes lässt sich ahnen (3,18f.).

Zu dieser Perspektive gehört, dass die „Heiden“ und damit die Adressaten des Schreibens Miterben, Mitteilhaber der Verheißung und Mitglieder am Leib Christi sind. Die dreifache Variation des „Mit-Seins“ unterstreicht, dass die Zeit der „Fremde“ vorüber (2,12f.), „der trennende Zaun“ zwischen Juden und Heiden abgebrochen ist (2,14) und dass Christus den einst Fernen wie den Nahen Frieden gebracht und den Zugang zu Gott  eröffnet hat (2,17f.). Gemeinsam gehören sie jetzt zur Kirche und sind „Gottes Hausgenossen“ (2,19). Als „Diener des Evangeliums“ hat Paulus dies verkündigt (2,7; 3,8) und dies soll nun durch die Kirche kundwerden, auch den „Mächten und Gewalten im Himmel“ (3,10). Auch wenn dies in 3,6 nur in einem Satz zusammengefasst ist und auch wenn der Akzent in 31–7 insgesamt auf der Wirksamkeit des Apostels liegt, ist damit doch der ganze Abschnitt 2,11–22 und auch der folgende Kontext mit angesprochen.

5. Theologische Perspektivierung

Drei Aspekte sind hier m.E. wichtig:

  • Ihr (die Adressaten) gehört dazu, Gottes Heilswillen umfasst auch euch. (Früher) Trennendes hat in der Kirche als dem Leib Christi die trennende Kraft verloren. Allerdings: Der Gegensatz von einst und jetzt gehört in die frühchristliche Missionssprache und trifft auf eine „volkskirchliche“ Situation nicht in gleicher Weise zu. Die Hauptaussage aber bleibt: Ihr gehört dazu.
  • Die christliche Botschaft ist glaubwürdig. Das Evangelium ist verbürgt durch den Geist Gottes, durch Apostel und Propheten und es hat, vor allem, seinen tragenden Grund in Christus als dem Eckstein. Die dahinter stehende, dauerhaft aktuelle Frage ist: Ist die christliche Botschaft glaub- und vertrauenswürdig? Kann ich mich darauf verlassen?
  • Der christliche Glaube ist und bleibt ein Geheimnis. Er ist ein Geheimnis, weil man ihn leicht  übersehen, verkennen, gering schätzen, vermeintlich sogar verbieten kann. Er ist zugleich ein offenes Geheimnis, weil öffentlich von ihm gesprochen wird, weil er für die Glaubenden den tragenden Grund ihrer Existenz darstellt und weil sich in der Kirche (immerhin ansatzweise) erkennen lässt, was er heilvoll bewirken kann.

B) Praktisch-theologische Resonanzen

1. Persönliche Resonanzen

Der Predigttext thematisiert die Bedeutung des Apostels Paulus im Heilsplan Gottes. Leitmotiv ist das Geheimnis Gottes in Christus. Der Gegensatz von „einst“ und „jetzt“ kontrastiert die vorchristliche Vergangenheit mit dem Sein in Christus. Diese Gegenüberstellung greift die Bekehrungserfahrung im frühen Christentum auf, entspricht aber nicht mehr der volkskirchlichen Gemeindesituation heute. Inhaltlich bleibt entscheidend, dass in der Kirche auch Völkerchristen dazugehören, die keine Juden waren.

2. Thematische Fokussierung

Paulus wird als Geheimnisträger dargestellt. Geheimnisträger wecken Neugier in Krimis und Spionagethrillern. Andere Berufe leben vom Vertrauen in das Berufsgeheimnis und die Verschwiegenheitspflicht. Ein Geheimnis ist mehr als ein Rätsel. Ein Rätsel lässt sich mit der Vernunft lösen, mit Verstandeskräften erschließen. Wenn es gelöst ist, ist es kein Rätsel mehr. Dann hat man es durchschaut. Ein Geheimnis dagegen bleibt geheimnisvoll, weil es seiner Natur nach verborgen ist. Es lässt sich mit menschlichen Verstandeskräften nicht ergründen. Darum wird ein Geheimnis auch nicht gelöst. In ein Geheimnis wird man vielmehr eingeweiht, denn die Verborgenheit bleibt gewahrt. Ist das Rätsel gelöst, wird es uninteressant. Wird das Geheimnis offenbar, bleibt es erstaunlich und erst recht bewundernswert, drängt dazu weitergegeben, ja geradezu publik gemacht zu werden.

Hier ist vom Geheimnis Christi die Rede, das in Gottes Ratschluss verborgen ist. Es geht um ein Geheimnis, das in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht bekannt gemacht wurde. Es ist grundsätzlich unzugänglich. Kein Mensch kann von sich aus Einblick erhalten, wenn Gott es nicht offenbart. Mehrfach wird in den Paulusbriefen vom Geheimnis gesprochen, jeweils in der Gegenüberstellung: „einst verborgen“ – „jetzt offenbar“. Für wen es verborgen ist und wem es jetzt offenbart wird, kann wechseln:

In 1Kor 2,6–10 spricht Paulus von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, das Gott im Kreuz Jesu vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit.

In den Sprüchen Salomos (Kap. 8) wird die Weisheit als Person vorgestellt, die schon bei der Schöpfung bei Gott war und wie ein kleines Kind vor Gottes Thron spielt. Nun offenbart die Weisheit, was Gott sich bei der Erschaffung der Welt gedacht hat. Im Alten Testament spricht die Weisheit zu allen Menschen: „Wer mich findet,“ sagt die Weisheit, „der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom Herrn“ (Spr 8,35).

In den Briefen des Paulus erhält die Offenbarung dieser Weisheit eine besondere Pointe. Im Kolosserbrief hat Gott das Geheimnis seines Heilsratschlusses „seinen Heiligen“ offenbart, also allen Christen (Kol 1,26). Im Epheserbrief sind es nur noch die heiligen Apostel und Propheten im Geist, denen diese Offenbarung zuteil wurde (Eph 3,5). Diese Einschränkung verweist auf die besondere Stellung des Paulus im Heilsplan Gottes. Auf dem Weg nach Damaskus ist Paulus durch diese Offenbarung zum Geheimnisträger geworden, der Gottes Heilsplan publik machen und das Evangelium zu den Heiden bringen sollte.

3. Theologische Aktualisierung

Doch wer sind dieHeiden? Aus jüdischer Sicht waren es damals die anderen Völker. In der Verheißung an Abraham waren es einfach andere Sippen, andere Stämme, die mit ihren Herden in der Steppe umherzogen (Gen 12,1-3). Nach dem Exil bekam die Rede von den anderen Völkern jedoch einen negativen Beigeschmack. Da galten die anderen Völker als Heiden, d.h. als Inbegriff der Gottlosigkeit, weil sie den Gott Israels nicht kannten, seine Gebote vom Berg Sinai nicht befolgten und ein lasterhaftes Leben führten. Damit wurde ein sehr polemisches Zerrbild gezeichnet. Denn die anderen Völker waren zur Zeit des Paulus vor allem Griechen, die durchaus ihre Gesetze und Ordnungen hatten, eine Kultur und Zivilisation pflegten, eine Demokratie und Philosophie entwickelten, die uns in Europa bis heute prägt. Aber nach dem Ratschluss Gottes sollte Abraham zum Segen für die Völker werden. Ihm hat der Gott Israels verheißen: „in dir sollen alle Völker gesegnet werden“ (Gal 3,8Gen 12,3). Dass in Christus alle Völker gesegnet werden, ist das Geheimnis, das Paulus offenbart bekam. Bis dahin war es verborgen, nun aber ist es offenbar. Durch Christus sollte Israel sich für die anderen Völker öffnen, nun sollten in Christus auch die Heiden mit dazugehören. Darin bestand das Geheimnis von Gottes Heilsplan (Eph 3,6).

Damit ist der alte Gegensatz zwischen Juden und Heiden überwunden, die Feindschaft ausgeräumt, die wechselseitige Verachtung aufgehoben (Eph 2,11-22). Nun bilden Juden und Heiden eine neue Gemeinschaft. In Christus sind sie ein Leib. Nun gehören auch die Heiden „mit zum Leib“ Christi. „Einst“ (2,11f.) waren Nichtjuden als „Fremde“ (2,12.19) vom „Bürgerrecht Israels“ ausgeschlossen (2,12), „nun aber“ (2,13; 3,5) sind auch sie „Mitbürger der Heiligen“ (2,19). Nun sind auch Angehörige anderer Völker „miteingefügt“, werden auch sie „mitauferbaut“ (2,21f). Die „einst“ (2,11f) an den „Bundesschlüssen der Verheißung“ keinen Anteil hatten (2,12), sind „nun“ (3,5) „Miterben“ und „Mitteilhaber der Verheißung“ des Segens geworden (3,6), der Abraham für die Völker versprochen war. Diese geradezu revolutionäre Neuerung ist das Geheimnis Gottes, „dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium“ (3,6). Das ist das Geheimnis von Gottes Ratschluss, ein Wunder, über das auch wir heute nur staunen können.

4. Wie prägt der Text den Sonn- oder Feiertag im Kirchenjahr?

Dieses Offenbarwerden von Gottes Geheimnis für alle Völker ist der Episteltext für das Erscheinungsfest. Es lässt uns teilhaben am Geheimnis, das Paulus offenbart wurde, macht auch uns zu Geheimnisträgern Gottes, weiht auch uns ein in Gottes Heilsratschluss. Das Evangelium für Epiphanias erzählt von den Weisen aus dem Morgenland, die nach Bethlehem gekommen sind, um das Kind anzubeten (Mt 2,1-12). Sie gelten als die ersten Heiden, die zum Glauben gekommen sind, Christus angebetet haben. Durch sie wurde das Erscheinungsfest zum Tag der Weltmission. Im 19. Jahrhundert sind viele Missionare aufgebrochen, um das Geheimnis Christi nach Afrika und Asien zu bringen. Aus den Missionskirchen sind Partnerkirchen geworden. Heute haben sich die Verhältnisse geradezu umgekehrt. Europa ist wieder zum Missionsland geworden.

5. Anregungen

Viele kennen den Stern von Bethlehem nicht mehr, suchen stattdessen Hilfe und Rat in anderen Sternzeichen, lesen Horoskope und fragen, was diese für ihr Leben bedeuten. Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Welchem Leitstern wollen wir folgen? Horoskope werfen Nebelkerzen, wecken vage Hoffnungen, bleiben aber immer ungewiss. Die Weisen aus dem Morgenland waren die ersten, die im Stern von Bethlehem ein eigenes Sternzeichen erkannt haben. Er ist der wahre Leitstern, der Sinn stiftet, Orientierung und Halt gibt, in Höhen und Tiefen Zuversicht und Hoffnung vermittelt, gerade in schwierigen Situationen Trost und Hilfe bietet. Er ist ein Sinnbild für den Segen, der dem Abraham versprochen war. Er macht das neue Jahr zu einem Land der Verheißung. Diesen Segen schreiben vielerorts Kinder beim Sternsingen auf den Türrahmen: C + M + B, „Christus mansionem benedicat“, „Christus segne dieses Haus“. Der Stern von Bethlehem könnte zum wahren Sternzeichen für das neue Jahr werden, das mit der Jahreslosung 2026 unter einer großen Verheißung steht: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5).

Autoren

  • Prof. Dr. Peter Müller (Einführung und Exegese)
  • Prof. Dr. Ulrich Heckel (Praktisch-theologische Resonanzen)

Permanenter Link zum Artikel: https://bibelwissenschaft.de/stichwort/500166

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