Deutsche Bibelgesellschaft

Römer 5,1-5(6-11) | Reminiszere | 01.03.2026

Einführung in den Römerbrief

1. Verfasser

Paulus diktierte dem Sekretär Tertius den Brief (vgl. 1,1 und 16,22: eigener Gruß des Tertius; keine Mitverfasser).

Paulus befindet sich an einem entscheidenden Punkt seiner langjährigen Missionsarbeit: Er will im Westen des Imperiums missionieren und plant eine Reise nach Spanien. Im Zusammenhang dieser Reise zu neuen potenziellen Missionsgebieten stellt er sich den römischen Christus-Gläubigen brieflich als Apostel der Nichtjuden vor und kündigt einen Aufenthalt in Rom an, bei dem er die römischen Christus-gläubigen Gemeindeglieder an seiner Evangeliumsverkündigung teilhaben lassen will. Außerdem hofft er auf Unterstützung bei seinen Reiseplänen. Zuvor will er aber die Kollekte für die Jerusalemer Gemeinde, die die kleinasiatischen und griechischen Gemeinden aufgebracht haben, persönlich nach Jerusalem bringen, so dass sich sein Rombesuch noch verzögern wird.

2. Adressaten

Paulus schrieb den Brief an die „Berufenen Jesu Christi“, an „alle Geliebten Gottes, die berufenen Heiligen“ in Rom (1,6f.).

Er spricht die Christus-gläubigen Adressaten nicht als „Gemeinde“ an (so in 1Kor 1,2 τῇ ἐκκλησίᾳ τοῦ θεοῦ τῇ οὔσῃ ἐν Κορίνθῳ). Die Exegeten schließen daraus, dass es in Rom in den fünfziger Jahren des 1. Jh.s nicht nur eine, sondern mehrere Gemeinden – oft als Hausgemeinden oder auch als „Gemeinden in römischen Mietblocks“ bezeichnet – gegeben habe. Wichtig ist,

  1. dass es sich bei den Adressaten nicht um Mitglieder einer paulinischen Gemeindegründung handelt,
  2. dass die Christus-gläubigen Römerinnen und Römer ganz überwiegend sogenannte Heidenchristen waren, d.h. nicht zum „Volk Israel“ gehörten,
  3. dass sie nur zu einem kleinen Teil Paulus persönlich bekannt waren (vgl. die Grußliste in Kap.16), so dass der Römerbrief an eine wenig homogene, Paulus überwiegend unbekannte und ihm nicht verpflichtete Leserschaft gerichtet ist (Wischmeyer, Römerbrief, 445-447).

Daraus erklärt sich der sehr sachlich-theologische Gesamtduktus, der auch den ethischen Teil B des Briefes (Röm 12-14) bestimmt.

3. Entstehungsort und Entstehungszeit

Paulus schreibt nach Rom wohl im Jahr 56 aus Korinth (Röm 16,23; 1Kor 1,14; Apg 20,4).

4. Wichtige Themen

„Apostelamt des Paulus, Evangelium, Glaube, Gerechtigkeit Gottes, Juden und Griechen als Teilhaber an Gottes Gerechtigkeit, Israel, Verhältnis zum Imperium Romanum, Starke und Schwache, Mission des Paulus“ (Wischmeyer, Römerbrief, 429).

Besonders wichtig ist die Auslegungsgeschichte des Röm. Keine Exegese kann ohne eine Reflexion auf die verschiedenen Möglichkeiten der Auslegungsgeschichte des Briefes auskommen. Der Röm war seit Erasmus und den Reformatoren – vor allem Luther, Melanchthon und Calvin – der Grundtext reformatorischer Theologie. Die „Rechtfertigungslehre“ entwickelte Luther maßgeblich aus seiner Lektüre des Galater- und Römerbriefes und seiner Interpretation der δικαιοσύνη θεοῦ vom Genitivus objectivus her: Gerechtigkeit, die vor Gott gilt bzw. Bestand hat, d.h. die Gerechtigkeit, die nicht aus der Gesetzeserfüllung, sondern aus dem Glauben kommt. Damit wurde Röm zugleich zum bleibenden Streitobjekt zwischen reformatorisch-protestantischer und katholischer Auslegung. Neuerdings muss die Christologie des Röm, die das Heil an den Glauben an Christus bindet, in Auseinandersetzung mit dem jüdischen Gesetzesverständnis neu diskutiert werden.

5. Aktuelle Fragen

Besonderes Interesse gilt in den letzten Jahren der religiös-ethnischen Identität des Paulus und einer damit verbundenen Distanzierung besonders von der christlich-theologischen Römerbriefinterpretation von Luther bis zu Barth und Bultmann. Wieweit ist Paulus auch nach seiner Beauftragung durch den erhöhten Christus (Gal 1,1.15) Jude (Röm 9,1-5) und Pharisäer (so Paula Fredriksen) geblieben? Diese Frage ist nicht nur für die Paulusinterpretation, sondern auch für die Rekonstruktion der Anfänge der christlichen Kirche von bleibender Bedeutung und wird exegetisch neu justiert werden müssen.

6. Besonderheiten

Röm ist der umfangreichste und thematisch anspruchsvollste Brief des Paulus. In mehreren ausführlichen thematisch zentrierten Textabschnitten behandelt Paulus entscheidende Themen seiner Missionsverkündigung:

Teil A In 1,16-11,36 legt er in mehreren Schritten sein „Evangelium“ dar, das „Juden und Nichtjuden (1,16) gilt.

  1. In Kap. 1,17-4,25 entfaltet er die Heilswirkung des Evangeliums vor dem Hintergrund der Ungerechtigkeit von Nichtjuden wie Juden. 3,21-31 ist das christologische Herzstück dieser Heilsbotschaft.
  2. In Kap. 5-8 entwickelt Paulus dann Einzelaspekte seiner Christologie.
  3. Kap. 9-11 ist ein eigener thematischer Traktat zum Verhältnis von Nichtjuden und Juden, der mit der Perspektive der Errettung von Nichtjuden wie Juden schließt und damit auch das Thema von 1,16 zum Abschluss bringt (11,26).

Teil B Von 12,1-15,13 stellt Paulus in einer reich gegliederten Paraklese (ermahnende Darlegung der Verhaltensformen in den Christus-gläubigen Gemeinden) Grundelemente gemeindlichen Verhaltens dar (darin: 13,1-7 zur „Obrigkeit“; 13,8-10 Liebe als Gesetzeserfüllung; Kap. 14 Starke und Schwache in der Gemeinde).

15,14-33 gelten der aktuellen Planung, Kap. 16 enthält ausführliche Grüße.

Literatur:

  • Fredriksen, P.: Paul, the Perfectly Righteous Pharisee, in: The Pharisees, hg. J. Sievers and A.-J. Levine, Eerdmans 2021.
  • Kleffmann, T.: Der Römerbrief des Paulus, Tübingen 2022 (theologisch-systematische Kommentierung des Röm).
  • Wischmeyer, O. / Becker, E.-M. (Hg.), Paulus. Leben – Umwelt – Werk – Briefe (UTB 2767), Tübingen 32021; darin. Wischmeyer, O., Römerbrief, 429-469. Dort S. 468f. weiter kurz kommentierte Literatur.
  • Wolter, M.: Der Brief an die Römer. Teilband 1: Röm 1-8. EKKNF VI/1, Neukirchen-Vluyn 2014. Teilband 2: Röm 9-16. EKKVI/2, Neukirchen-Vluyn 2019.

A) Exegese kompakt: Römer 5,1-5

1Δικαιωθέντες οὖν ἐκ πίστεως εἰρήνην ἔχομεν πρὸς τὸν θεὸν διὰ τοῦ κυρίου ἡμῶν Ἰησοῦ Χριστοῦ 2δι’ οὗ καὶ τὴν προσαγωγὴν ἐσχήκαμεν [τῇ πίστει] εἰς τὴν χάριν ταύτην ἐν ᾗ ἑστήκαμεν καὶ καυχώμεθα ἐπ’ ἐλπίδι τῆς δόξης τοῦ θεοῦ. 3οὐ μόνον δέ, ἀλλὰ καὶ καυχώμεθα ἐν ταῖς θλίψεσιν, εἰδότες ὅτι ἡ θλῖψις ὑπομονὴν κατεργάζεται, 4ἡ δὲ ὑπομονὴ δοκιμήν, ἡ δὲ δοκιμὴ ἐλπίδα. 5ἡ δὲ ἐλπὶς οὐ καταισχύνει, ὅτι ἡ ἀγάπη τοῦ θεοῦ ἐκκέχυται ἐν ταῖς καρδίαις ἡμῶν διὰ πνεύματος ἁγίου τοῦ δοθέντος ἡμῖν. 6Ἔτι γὰρ Χριστὸς ὄντων ἡμῶν ἀσθενῶν ἔτι κατὰ καιρὸν ὑπὲρ ἀσεβῶν ἀπέθανεν. 7μόλις γὰρ ὑπὲρ δικαίου τις ἀποθανεῖται· ὑπὲρ γὰρ τοῦ ἀγαθοῦ τάχα τις καὶ τολμᾷ ἀποθανεῖν· 8συνίστησιν δὲ τὴν ἑαυτοῦ ἀγάπην εἰς ἡμᾶς ὁ θεός, ὅτι ἔτι ἁμαρτωλῶν ὄντων ἡμῶν Χριστὸς ὑπὲρ ἡμῶν ἀπέθανεν. 9πολλῷ οὖν μᾶλλον δικαιωθέντες νῦν ἐν τῷ αἵματι αὐτοῦ σωθησόμεθα δι’ αὐτοῦ ἀπὸ τῆς ὀργῆς. 10εἰ γὰρ ἐχθροὶ ὄντες κατηλλάγημεν τῷ θεῷ διὰ τοῦ θανάτου τοῦ υἱοῦ αὐτοῦ, πολλῷ μᾶλλον καταλλαγέντες σωθησόμεθα ἐν τῇ ζωῇ αὐτοῦ· 11οὐ μόνον δέ, ἀλλὰ καὶ καυχώμενοι ἐν τῷ θεῷ διὰ τοῦ κυρίου ἡμῶν Ἰησοῦ Χριστοῦ δι’ οὗ νῦν τὴν καταλλαγὴν ἐλάβομεν.

Römer 5,1-11NA28Bibelstelle anzeigen

Übersetzung

1 Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. 2 Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird. 3 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, 4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, 5 Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

1. Fragen und Hilfen zur Übersetzung

Textkritik zu Vers 2: die Variante „im Glauben“ ist ähnlich gut bezeugt wie der Text ohne den Zusatz. Die lectio brevior ist vorzuziehen. Inhaltlich besteht kein Unterschied.

Das doppelte Perfekt in V.2 weist auf den Zustand hin, den die Glaubenden bereits erreicht haben.

2. Literarische Gestaltung

Röm 5,1-5 fungiert als Gelenktext zwischen Röm 1-4 und den Kapiteln 5-8. Daher beginnt Paulus in 5,1.2 mit einer „zusammenfassenden Feststellung über die Rechtfertigung aus Glauben“ (Lohse 163). Damit formuliert Paulus den Heilsstatus der Christusgläubigen (durchgehendes „Wir“). VV.1 und 2 nennen vier Aspekte des Heilsstatus: Rechtfertigung aus Glauben, Frieden mit Gott, Zugang zur Gnade, Hoffnung auf die künftige göttliche Herrlichkeit. In V.3.4 arbeitet Paulus dann mit dem Stilmittel der Überbietung. Der überbietende Wert ist aber paradox: θλῖψις ist ein negativer Wert. Dieser Wert wird in den Versen 3-5 umgedreht und ins Positive interpretiert, indem Paulus einen Kettenschluss konstruiert, der die θλῖψις in Geduld, Bewährung und Hoffnung verwandelt. Vers 5 lenkt noch einmal zu dem Heilsstatus der Glaubenden zurück (wieder Perfekt: Ist-Stand) und fügt als fünften Aspekt die Liebe Gottes zu den Glaubenden hinzu.

3. Kontext und historische Einordnung

Zur historischen Einordnung siehe zu Röm 12,9-16.

4. Theologische Perspektivierung

Es handelt sich um einen theologischen Grundsatztext, in dem Paulus den Ist-Stand der Christusgläubigen positiv – Heil – wie negativ – Bedrängnisse – beschreibt. In den Versen 1 und 2 umreißt Paulus den Heilszustand der Christusgläubigen in den drei Dimensionen von Vergangenheit – die Gläubigen sind gerechtfertigt, d.h. ihre negative Vergangenheit (3,19f.) gehört nun der Vergangenheit an, und damit ist der Friede zwischen Gott und Glaubenden hergestellt –, Gegenwart – die Gläubigen leben im Stand der Gnade (χάρις) –, Zukunft – die Gläubigen hoffen auf künftige Teilhabe an der Herrlichkeit Gottes. Dies Fazit aus Kapitel 1-4 könnte in seiner Größe und Allgemeinheit unrealistisch wirken und an der Alltagswelt der christusgläubigen Römerinnen und Römer vorbeigehen. Die Frage taucht auf: Sind Christusgläubige diejenigen, die sich ihres Heilsstandes rühmen? Ruhm ist für das Alte Israel und für Paulus eine zentrale Größe: agonales Denken (agon als sportlicher Wettkampf, übertragen auf den Wettstreit um die richtige Lebensform) gehört zu seinem Profil (2Kor 12). Das „Rühmen“ der Christusgläubigen bezieht sich bei Paulus durchaus, aber nicht nur auf die positiv notierten Güter wie Frieden mit Gott, Gnade und zukünftige Herrlichkeit, sondern auch auf die Schwächen: 2Kor 11,30.

Das wird in Vers 3 deutlich. Hier steuert Paulus dagegen, indem er auf die Drangsale und Prüfungen hinweist, die das reale gegenwärtige Leben der Gläubigen wie auch das Leben des Apostels selbst bestimmen. Aus der Sicht des Paulus bewirken die Bedrängnisse – sie werden hier nicht spezifiziert! – eben nicht Hoffnungslosigkeit, sondern Hoffnung. Damit schließt sich für Paulus der Kreis von Glaube (V.1), Hoffnung (V.4) und Liebe Gottes (V.5), die gemeinsam das neue Leben im heiligen Geist bestimmen.

Literatur:

  • E. Lohse, Der Brief an die Römer. Meyers Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament 4, Göttingen 2003.
  • O. Wischmeyer, E.-M. Becker, Paulus. Leben – Umwelt – Werk – Briefe, UTB 2767, Tübingen 32021.

B) Praktisch-theologische Resonanzen

1. Persönliche Resonanzen

Die Perikope aus Röm 5,1-5 wird an Reminiscere, am 2. Sonntag in der Passionszeit gepredigt. Das nächtliche Gespräch zwischen Jesus und dem Pharisäer Nikodemus ist dem Römertext als Evangelium zugeordnet. Mit Paulus dringen wir – gewissermaßen wie Nikodemus – weiter vor in die komplexe Gedankenwelt der Christen, die zu Beginn bekannt wurden als die „Anhänger des neuen Weges“. Und dieser Weg führt in einen Zustand der „Gnade“ der in unserem Text näher erläutert wird.

Paulus eröffnet einen neuen Horizont, in dem die Getauften ihr Leben verorten. Sie betreten mit der Taufe den Christusraum („in Christus“), in dem sich das individuelle und das gemeinschaftliche Leben neu definiert.

2. Praktisch-theologische Fokussierung

Die Mitglieder der römischen Gemeinde werden – das lerne ich aus der Exegese – in ihrer Identität neu definiert und das in einem Prozess, der durch die Begriffe „Rechtfertigung“ „Gnade“ und „Hoffnung“ gekennzeichnet wird.

Die Adressaten werden eingeladen vollkommen abzuschließen mit ihrer Vergangenheit und ihr Herz in die Zukunft zu werfen.

Was für eine unglaubliche Offerte! Du kannst und darfst vollkommen neu anfangen und lebst ab jetzt im Status der warmen göttlichen Gnade.

Wir wissen, dass es in der Mehrzahl vom Leben gezeichnete Menschen waren, die sich den christlichen Gemeinden anschlossen. Witwen, die in der Gemeinde Ansehen und Schutz fanden, Sklaven, die von ihren Herren zu Drecksarbeiten gezwungen worden waren, Prostituierte, die sich selbst für eine Ware hielten und auch so behandelt wurden. Menschen, die ihr Leben verzockt und verplempert hatten. Soldaten mit blutigen Händen, die von den diversen Schlachtfeldern zurückkehrten.

Sie alle betraten mit der Taufe einen neuen Lebensraum. Sie erhielten ein weißes Gewand, tauchten in der Taufe vollständig unter und tauchten als neue Menschen wieder auf.

Sie durften nun abschließen - oder hatten mit diesem Ritual endgültig abgeschlossen mit ihrem alten Leben.

Sie haben vor sich selbst und vor der Welt wieder ein ganz eigenes Lebensrecht. Es ist ihnen vergeben, sodass sie sich nun auch selbst vergeben können. Sie bleiben niemandem etwas schuldig und sie vergeben denen, die an ihnen schuldig geworden sind. Sie sind gerechtfertigt vor Gott und den Menschen. Sie können nun Frieden schließen mit sich selbst und der Welt.

Tabula rasa des Lebens. Das Leben liegt vor ihnen wie eine weiße Fläche frisch gefallenen Schnees. Jeder Schritt, den sie nun gehen, hinterlässt eine ganz eigene neue Spur.

Sie leben im Zustand der Gnade.

Die Psychologie lehrt, dass die Menschen ihre beschwerliche Vergangenheit verarbeiten müssen, um unbelastet neu anzufangen. Traumatische Erlebnisse müssen zur Sprache gebracht werden, Schuld muss erkannt und ausgesprochen werden.

Das Christentum hat von Beginn an eine Reihe von Ritualen entwickelt, in denen genau dies im Umfeld der Sakramente wie Taufe bzw. Abendmahl vollzogen wird. Vor der Lossprechung liegt die Beichte und sie ist – will man Martin Luther glauben – ein „vortreffliches, köstliches und tröstliches Ding“ (Martin Luther 1529, Eine kurze Vermahnung zur Beichte).

 An der Schwelle zum Christusraum darf alles abgeladen werden und der Blick darf nach vorne gerichtet werden.

Denn – losgelöst von der Vergangenheit – kann der Mensch nun den Blick nach vorne richten – voller Hoffnung.

Die Exegetin hat im Paulustext einen Prozess der Heilung des Lebens aufgespürt, der in der Predigt genauso skizziert werden kann.

Dieser Zustand der Gnade darf allerdings nicht verwechselt werden mit einem Status der Unverletzbarkeit und der Unversehrtheit oder gar des ewigen Glücks.

Die Bedrängnisse des Lebens hören nicht auf, ja verschärfen sich womöglich, wenn ein Mensch getauft ist. Allerdings erhalten die Bedrängnisse des Lebens eine neue Bedeutung. Sie beschweren das Leben nicht, sondern sie lehren die Christen eine neue Lebenskunst: die Geduld, die alles Leiden kennt, die aber nie in die Verzweiflung führt. Denn die Leiden dieser Welt sind in ihren Halbwertszeiten entlarvt. Ich darf sie gelassen vorübergehen lassen

Autoren

  • Prof. em. Dr. Dr. h.c. Oda Wischmeyer (Einführung und Exegese)
  • Prof. em. Johanna Haberer (Praktisch-theologische Resonanzen)

EfP unterstützen

Exegese für die Predigt ist ein kostenloses Angebot der Deutschen Bibelgesellschaft. Um dieses und weitere digitale Angebote für Sie entwickeln zu können, freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit unterstützen, indem Sie für die Bibelverbreitung im Internet spenden.

Jetzt spenden

Entdecken Sie weitere Angebote zur Vertiefung

 

VG Wort Zählmarke
Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
Folgen Sie uns auf: