Einführung: Das Buch Nahum
Im Hintergrund des Buches Nahum stehen Erfahrungen mit der assyrischen Weltmacht, die 722 v. Chr. das Nordreich Israel eroberte und das Südreich Juda in eine bedrückende Abhängigkeit zwang. Doch nun steht dieser Gewaltherrschaft das Ende bevor. 612 v. Chr. wird die Hauptstadt Ninive erobert und zerstört. Die ältesten Texte im Buch Nahum beziehen sich auf dieses Ereignis und kündigen Ninive den Untergang an. Das später hinzugekommene Loblied auf Gott (1,2-11
Über den Propheten Nahum wissen wir nichts, auch die Lage seines Herkunftsortes Elkosch ist unbekannt. Der Name Nahum bedeutet »der HERR* tröstet«. Das ist vielleicht als Hinweis auf seine Botschaft zu verstehen. Denn sie verbindet die Gerichtsankündigung gegen den assyrischen Feind mit der Freudenbotschaft für Juda, dass Gott der Gewaltherrschaft ein Ende bereiten und Juda den Frieden bringen wird (1,12–2,1
Das Prophetenbuch lässt sich in zwei Abschnitte gliedern: Der erste Abschnitt (1,1–2,1
Das Buch Nahum und das folgende Buch Habakuk sind thematisch eng verwandt und bilden zusammen eine Zweiergruppe. Sie werden von zwei Psalmen (Nahum 1 und Habakuk 3) gerahmt. In ihrer Mitte stehen die Ankündigungen des Gerichts über Ninive (Nahum 2–3) und über Babylon (Habakuk 1–2).