Einführung: Das Buch der Richter
Der Begriff »Richter« bezeichnet Heldinnen und Helden, die in Gottes Auftrag das Volk Israel vor Bedrohungen durch Feinde retten. Ihre Aufgaben reichen viel weiter als die von Richtern im heutigen Sinn, auch wenn Rechtsprechung ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist. Die Richter in Israel werden von Gott ausgewählt. Er verleiht ihnen die Fähigkeiten, die sie brauchen, um das Volk zu leiten und zu retten. Dazu gibt er ihnen etwas von seinem Geist als der Kraft, durch die er in der Welt wirkt.
Das Buch der Richter lässt sich in drei Teile gliedern. Eine Einleitung (1,1–3,6
Zwei inhaltliche Schwerpunkte kennzeichnen das Buch der Richter. Zunächst lassen seine Erzählungen ein sich wiederholendes Muster erkennen: Die Israeliten verehren die Götter anderer Völker. Daraufhin lässt Gott Feinde angreifen. Die Israeliten geraten in Not, und Gott schickt ihnen einen »Richter« als Retter. Danach verehren die Israeliten aber wieder andere Götter, und der Ablauf beginnt von vorn. Das Buch selbst beschreibt dieses Schema zusammenfassend in seinem zweiten Kapitel (2,11-19
Der Kern der Erzählungen ist vermutlich alt. Die Texte wurden über einen längeren Zeitraum überliefert, bis das Buch der Richter in seiner jetzigen Form vorlag.
(BasisBibel. Altes und Neues Testament, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)