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Redewendungen der Lutherbibel: 31/52

Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. (Matthäus 25,29, Lutherbibel 2017)

In der Soziologie bezeichnet man mit diesem Sprichwort den sogenannten Matthäuseffekt: Dem Erfolgreichen wachsen Ressourcen zu, die nachweisbar dazu beitragen, den nächsten Erfolg zu erzielen. Unser Wort führt ins Nachdenken, weil es in einer Multi-Optionsgesellschaft vor der verführerischen Haltung warnt, statt im Heute doch auch in der Zukunft noch alles erreichen zu können. In jeder Dimension des Lebens ist es aber wichtig, Entscheidungen nicht hinauszuschieben, sondern zeitnah, bewusst und reflektiert zu treffen. Erst aus dem „Haben“ einer ganzheitlich getroffenen, stimmigen Entscheidung erwächst ein Weg, dem Zukunft ?gegeben? wird. Ohne Frage ist dieser Weg oft mit dem schmerzhaften Abschied von Dingen verbunden, die uns lieb und teuer geworden sind. Aber die Alternative des Abwartens und Offenhaltens ist keine. Denn wenn wir heute schon spüren, dass wir unsere „Habe“ gar nicht sicher besitzen, dann wird der Tag kommen, an dem wir mit leeren Händen dastehen.

Stefan Wittig

Bibeltext(e)

Von den anvertrauten Talenten

14Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; 15dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und ging außer Landes. Sogleich 16ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. 17Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu. 18Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.

19Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. 20Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe fünf Zentner dazugewonnen. 21Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

22Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe zwei dazugewonnen. 23Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

24Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; 25und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 28Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat. 29Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. 30Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

Matthäus 25:14-30LU17Bibelstelle anzeigen

Text im Bild: Wer hat, dem wird gegeben. Matthäus 13,12

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