Deutsche Bibelgesellschaft

Licht, das bleibt

Sacharja 4,1-14

Ein goldener Leuchter und zwei Ölbäume – ein Bild für Gottes Licht, das nicht erlischt. Nach Jahren der Erschöpfung steht das Volk vor einem Neuanfang: Vieles wirkt klein, manches unsicher. In diese Situation spricht Gott: Nicht menschliche Kraft führt sein Werk aus, sondern sein Geist. Advent ist die Zeit, dieses Licht neu zu empfangen: still, beständig, nah am Alltag. Wo unser Tun begrenzt ist, nährt Gott das Licht selbst. Wer sich ihm öffnet, findet Ausrichtung und Mut – für kleine Schritte, die Großes vorbereiten.

Bibeltext(e)

Sacharja 4

Die fünfte Vision: der goldene Leuchter und die zwei Ölbäume

1Und der Engel, der mit mir redete, weckte mich abermals auf, wie man vom Schlaf erweckt wird, 2und sprach zu mir: Was siehst du? Ich aber sprach: Ich sah, und siehe, da war ein Leuchter, ganz aus Gold, mit einer Schale oben darauf, auf der sieben Lampen waren und je sieben Schnauzen an jeder Lampe, die auf ihr war, 3und zwei Ölbäume dabei, einer zu seiner Rechten, der andere zu seiner Linken. 4Und ich fuhr fort und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Mein Herr, was ist das? 5Und der Engel, der mit mir redete, antwortete und sprach zu mir: Weißt du nicht, was das ist? Ich aber sprach: Nein, mein Herr.

Verheißung über Serubbabel

6Und er antwortete und sprach zu mir: Das ist das Wort des Herrn an Serubbabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. 7Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel werde zur Ebene! Er wird hervorholen den Grundstein unter Jubelrufen: Glück zu! Glück zu!

8Und es geschah zu mir das Wort des Herrn: 9Die Hände Serubbabels haben dies Haus gegründet, seine Hände sollen’s auch vollenden, damit ihr erkennt, dass mich der Herr Zebaoth zu euch gesandt hat. 10Denn wer hat den Tag der geringen Anfänge verachtet? Die werden doch mit Freuden sehen den Schlussstein in Serubbabels Hand.

Deutung der fünften Vision

Jene sieben sind des Herrn Augen, die alle Lande durchziehen.

11Und ich fuhr fort und sprach zu ihm: Was sind die zwei Ölbäume zur Rechten und zur Linken des Leuchters? 12Und ich sprach weiter zu ihm: Was sind die beiden Zweige der Ölbäume bei den zwei goldenen Röhren, aus denen das goldene Öl herabfließt? 13Und er sprach zu mir: Weißt du nicht, was sie sind? Ich aber sprach: Nein, mein Herr. 14Und er sprach: Es sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen.

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Psalm 27

Gemeinschaft mit Gott

1Von David.

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;

vor wem sollte ich mich fürchten?

vor wem sollte mir grauen?

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Epheser 5

Das Leben im Licht

8Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; 9die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Epheser 5,8-9LU17Bibelstelle anzeigen

In seiner fünften Vision sieht der Prophet Sacharja einen goldenen Leuchter mit sieben Lampen die jeweils sieben Schnäbel für Dochte aufweisen, und zwei Ölbäume. Der Leuchter steht für Gottes bleibende Gegenwart unter seinem Volk, ja für Gott selbst: Er ist Licht und Leuchte für sein Volk. Mehr noch: er ist der Herrscher über die ganze Welt, wie es der Schlussvers der Vision bekennt. Dazu nimmt er die beiden Gesalbten in Dienst, die Ölbäume, die links und rechts neben ihm stehen.

Wer sind die Gesalbten? Das ist nicht sicher zu bestimmen. Vermutlich bezieht sich Sacharja auf den persischen Großkönig Darius I. und dessen Statthalter Serubbabel. Sie sind Gottes Werkzeug für den Wiederaufbau Jerusalems und die Wiedererrichtung des Tempels. In den weltgeschichtlichen Zusammenhängen, die den Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels miteinschließen, erkennt der Prophet das Wirken Gottes.

Die Deutung der Vision wird durch ein Wort Gottes an den Statthalter Serubbabel unterbrochen, der mit dem Wiederaufbau des Tempels betraut ist: „Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist“ soll der Wiederaufbau geschehen. Serubbabel steht nicht vor einer unüberwindbaren Aufgabe, sondern der große Berg soll vor ihm zur Ebene werden. Gott verheißt sein wirksames, tragendes Handeln.

Impuls

Manchmal scheint das eigene Licht klein und unscheinbar. Doch Gottes Geist kann auch durch kleine Gesten große Hoffnung schenken. Advent ist die Zeit, in der du eingeladen bist, Licht weiterzutragen – im Alltag, im Miteinander, im Vertrauen darauf, dass Gott durch dich wirkt.

  • Wo kannst du heute ein Licht für andere sein?
  • Welche kleinen Gesten können Hoffnung schenken?
  • Was bedeutet es für dich, Gottes Geist wirken zu lassen – gerade in Zeiten, in denen deine eigene Kraft nicht ausreicht?

Am 6. Dezember erinnern wir uns an einen Menschen, dessen stille Taten bis heute leuchten: Nikolaus von Myra – ein Bischof, der mit Herz und Hand für die Notleidenden eintrat. Seine Gestalt ist nicht bloß Legende, sondern ein Ruf zur gelebten Nächstenliebe. Großzügigkeit beginnt im Kleinen.

Zünde heute eine Kerze an. Denke an jemanden, dem du ein Licht sein möchtest. Vielleicht gelingt dir eine kleine Freude – ganz im Geist des Nikolaus, der Hoffnung schenkt.

Gebet

Gott, du bist das Licht, das bleibt.
Lass deinen Geist mein Leben erhellen,
damit ich Licht für andere sein kann.
Schenke mir Mut für kleine Schritte der Hoffnung.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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