Deutsche Bibelgesellschaft

Grenzenlos geborgen

Sacharja 2,1-9

Zwei Bilder: Vier Hörner, die von vier Schmieden zerschlagen werden sollen. Und ein Mann mit einer Messschnur in der Hand, der Jerusalem vermessen will. Beides Mal greift Gott ein. Er zerschlägt die Macht der Völker. Und er wird seine Stadt Jerusalem schützen. Er wird sie umgeben wie eine feurige Mauer. Gott zeigt seine Macht. Er tritt für sein Volk ein und will Vertrauen wecken.

Bibeltext(e)

Sacharja 2

Die zweite Vision: vier Hörner und vier Schmiede

1Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, da waren vier Hörner. 2Und ich sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Wer sind diese? Er sprach zu mir: Es sind die Hörner, die Juda samt Israel und Jerusalem zerstreut haben.

3Und der Herr zeigte mir vier Schmiede. 4Da sprach ich: Was wollen die machen? Er sprach: Jene sind die Hörner, die Juda so zerstreut haben, dass niemand mehr sein Haupt erhob; diese aber sind gekommen, jene abzuschrecken und die Hörner der Völker abzuschlagen, die ihr Horn gegen das Land Juda erhoben haben, um es zu zerstreuen.

Die dritte Vision: der Mann mit der Messschnur

5Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, ein Mann hatte eine Messschnur in der Hand. 6Und ich sprach: Wo gehst du hin? Er sprach zu mir: Jerusalem auszumessen und zu sehen, wie lang und breit es werden soll. 7Und siehe, der Engel, der mit mir redete, ging hinaus, und ein anderer Engel kam ihm entgegen 8und sprach zu ihm: Lauf hin und sage diesem jungen Mann: Jerusalem soll ohne Mauern bleiben wegen der Menge der Menschen und des Viehs, die darin sein werden. 9Und ich selbst will, spricht der Herr, eine feurige Mauer rings um sie her sein und will mich herrlich darin erweisen.

Sacharja 2,1-9LU17Bibelstelle anzeigen

Psalm 91

Unter Gottes Schutz

1Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt

und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

2der spricht zu dem Herrn: /

Meine Zuversicht und meine Burg,

mein Gott, auf den ich hoffe.

3Denn er errettet dich vom Strick des Jägers

und von der verderblichen Pest.

4Er wird dich mit seinen Fittichen decken, /

und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

Psalm 91,1-4LU17Bibelstelle anzeigen

Epheser 2

17Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. 18Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.

19So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, 21auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. 22Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Epheser 2,17-22LU17Bibelstelle anzeigen

Es ist ein rätselhaftes Bild, das Sacharja in der zweiten Vision sieht: vier Hörner und vier Handwerker, Schmiede vielleicht. Die Hörner stehen für die Macht und Stärke der Völker, die das Volk Israel ins Exil geführt haben. Die Vierzahl deutet auf die Gesamtheit der Weltmächte, die gegen Gottes Herrschaft über die ganze Welt stehen. Ihre Hörner werden ihnen abgeschlagen. Sie werden ihrer Macht beraubt.

Die dritte Vision spricht von der neuen Zukunft Jerusalems. Sacharja sieht einen Mann mit einer Messschnur, der Jerusalem vermessen will. Nach dem Exil soll die Stadt neu aufgebaut werden. Viel neues Leben entwickelt sich. Da braucht es Pläne, Grenzen und Strukturen. Doch Gott greift ein – und verändert die Perspektive. Er sagt: „Jerusalem wird eine Stadt ohne Mauern“, eine offene Stadt. Das ist nicht nur eine bauliche Aussage, sondern eine theologische. Gott selbst wird zur Mauer. Er wird in der Mitte der Stadt wohnen und ihr Schutz sein.

In der Antike waren Mauern überlebenswichtig. Sie schützten vor Feinden und gaben Sicherheit. Eine Stadt ohne Mauern war verletzlich, offen und gefährdet. Doch Gott sagt: „Ich bin die feurige Mauer.“ Das ist ein starkes Bild – Feuer als Schutz und Kraft. Es erinnert an die Feuersäule in der Wüste, die Israel den Weg zeigte.

Psalm 91 ergänzt diese Perspektive: Wer unter Gottes Schutz lebt, ist geborgen – auch ohne sichtbare Mauern. Gottes Nähe ist wie ein Schirm, wie ein Schatten, wie ein Nest. Das ist keine romantische Vorstellung, sondern eine tiefe Verheißung.

Impuls

Sicherheit ist heute ein großes Thema – ob in einer Beziehung, im Beruf oder im Glauben. Die Visionen Sacharjas laden dazu ein, Sicherheit nicht als etwas zu begreifen, das wir selbst herstellen müssen, sondern als Geschenk Gottes. Er sagt: Ich bin da. Ich bin deine Mauer. Ich bin dein Schutz. Das ist eine Herausforderung für unser Denken. Gott lädt ein, loszulassen, Vertrauen zu lernen und sich bergen zu lassen.

  • Wo versuchst du, alles selbst zu kontrollieren?
  • Wo könntest du Gott neu als Schutz und Mitte zulassen?
  • Was bedeutet Geborgenheit für dich im Advent?

Gebet

Gott, du bist mein Schutz, auch wenn ich keine Mauern sehe.
Hilf mir, dir zu vertrauen und mich in deiner Nähe geborgen zu wissen.
Lass mich Sicherheit finden, die von dir kommt –
und schenke mir Mut, offen zu bleiben für andere.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
Folgen Sie uns auf: