Deutsche Bibelgesellschaft

Gott sieht weiter

Sacharja 1,7-17

Sacharja hat in der Nacht eine Vision: Boten auf Pferden durchstreifen die Erde und berichten von äußerer Ruhe. Doch hinter dieser Ruhe verbergen sich offene Fragen und unerfüllte Sehnsucht. Gerade im Advent, wenn das Äußere geordnet scheint, meldet sich die Sehnsucht nach echtem Trost und Neuanfang. Gott ist nicht fern. Er sieht, was war, was ist und was werden soll – und er antwortet.

Bibeltext(e)

Sacharja 1

Die erste Vision: der Mann auf dem roten Pferd

7Am vierundzwanzigsten Tage des elften Monats – das ist der Monat Schebat – im zweiten Jahr des Königs Darius geschah das Wort des Herrn zu Sacharja, dem Sohn Berechjas, des Sohnes Iddos, dem Propheten:

8Ich sah in dieser Nacht, und siehe, ein Mann saß auf einem roten Pferde, und er hielt zwischen den Myrten in der Tiefe, und hinter ihm waren rote, braune und weiße Pferde. 9Und ich sprach: Mein Herr, wer sind diese? Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Ich will dir zeigen, wer diese sind. 10Und der Mann, der zwischen den Myrten hielt, antwortete: Diese sind’s, die der Herr ausgesandt hat, die Lande zu durchziehen. 11Sie aber antworteten dem Engel des Herrn, der zwischen den Myrten stand, und sprachen: Wir haben die Lande durchzogen, und siehe, die ganze Erde liegt ruhig und still.

12Da hob der Engel des Herrn an und sprach: Herr Zebaoth, wie lange noch willst du dich nicht erbarmen über Jerusalem und über die Städte Judas, über die du zornig gewesen bist diese siebzig Jahre? 13Und der Herr antwortete dem Engel, der mit mir redete, freundliche Worte und tröstliche Worte. 14Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Predige und sprich: So spricht der Herr Zebaoth: Ich eifere für Jerusalem und Zion mit großem Eifer 15und bin sehr zornig über die stolzen Völker; denn ich war nur ein wenig zornig, sie aber halfen zum Verderben.

16Darum, so spricht der Herr: Ich will mich wieder Jerusalem zuwenden mit Barmherzigkeit, und mein Haus soll darin wieder aufgebaut werden, spricht der Herr Zebaoth, und die Messschnur soll über Jerusalem gespannt werden. 17Und weiter predige und sprich: So spricht der Herr Zebaoth: Es sollen meine Städte wieder Überfluss haben an Gutem, und der Herr wird Zion wieder trösten und wird Jerusalem wieder erwählen.

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Offenbarung 21

3Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Offenbarung 21,3-4LU17Bibelstelle anzeigen

Psalm 126

5Die mit Tränen säen,

werden mit Freuden ernten.

6Sie gehen hin und weinen

und tragen guten Samen

und kommen mit Freuden

und bringen ihre Garben.

Psalm 126,5-6LU17Bibelstelle anzeigen

Sacharja hat in der Nacht eine Vision. Es ist die erste, weitere werden noch folgen: Ein Mann auf einem roten Pferd steht zwischen Myrtenbäumen im Tal, hinter ihm weitere Pferde. Die Reiter durchstreifen die Erde und berichten dem Engel des Herrn, dass alles ruhig ist. Oberflächlich herrschen Ruhe und Frieden im persischen Weltreich. Was bedeutet das für das Volk Israel? Vielleicht ermöglicht dieser Friede für Jerusalem einen Neuanfang. Oder zerschlagen sich alle Hoffnungen auf politische Unabhängigkeit? Die Aufstände im persischen Weltreich, die die Herrschaft der Perser gefährden könnten, sind niedergeschlagen. Und Jerusalem ist noch nicht zu altem Glanz und Stärke gelangt.

Da tritt der Engel des Herrn als Fürsprecher des Volkes Israel auf und klagt: „Wie lange noch?“ – eine Frage, die auch heute viele bewegt. Wann wird Gott sich erbarmen? Die Antwort Gottes ist tröstend: Er verheißt, dass sein Zorn sich den Völkern zuwenden wird, die das Volk Israel ins Unheil stürzten, und dass er sich über Jerusalem erbarmen will. Die Stadt soll wieder aufgebaut werden, Gottes Haus soll neu entstehen, und dem Volk sollen Frieden und Segen zuteilwerden.

Gott sieht die Not, hört die Klage und verheißt Wiederherstellung und Zukunft. Die tröstenden Worte Sacharjas sind Ermutigung für das Volk – und für uns heute: Gott ist nicht fern.

Impuls

Wenn äußerlich alles ruhig wirkt, kann es sein, dass innerlich vieles offenbleibt: Fragen, Müdigkeit, unerledigte Konflikte. Die Vision ermutigt, diese Spannung nicht zu verdrängen, sondern vor Gott auszusprechen – so wie der Engel es tut. Gott sieht dich und antwortet mit Trost und Hoffnung. Advent ist darum nicht nur Warten, sondern Zulassen, dass Gott in unserer Wirklichkeit ankommt.

  • Welche Fragen oder Sehnsüchte bewegen dich gerade?
  • Wo brauchst du Trost oder einen Neuanfang?
  • Wie kannst du heute einen kleinen Schritt der Hoffnung gehen?

Gebet

Gott, du siehst meine Sehnsucht und meine Fragen.
Schenke mir Trost, wo ich unsicher bin,
und Hoffnung, wo ich einen Neuanfang brauche.
Lass mich deine Nähe im Advent neu entdecken.
Amen.

Deutsche Bibelgesellschaftv.4.42.5
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