Lutherbibel 1984 (LU84)
1

Der Tag des Zornes Gottes

11Dies ist das Wort des HERRN, das geschah zu Zefanja, dem Sohn Kuschis, des Sohnes Gedaljas, des Sohnes Amarjas, des Sohnes Hiskias, zur Zeit

1,1
Jer 1,2
Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda.

2Ich will alles vom Erdboden wegraffen, spricht der HERR. 3Ich will Mensch und Vieh, die Vögel des Himmels und die Fische im Meer wegraffen;

1,3
Mt 13,41
ich will zu Fall bringen die Gottlosen, ja, ich will die Menschen ausrotten vom Erdboden, spricht der HERR.

4Ich will meine Hand ausstrecken gegen Juda und gegen alle, die in Jerusalem wohnen, und will ausrotten von dieser Stätte, was vom Baal noch übrig ist, dazu den Namen der

1,4
2. Kön 23,5
Hos 10,5
Götzenpfaffen und Priester 5und die
1,5
Jer 19,13
auf den Dächern anbeten des Himmels Heer, die es anbeten und schwören doch bei dem HERRN und zugleich bei
1,5
Jer 49,1
Milkom 6und die vom HERRN abfallen und die nach dem HERRN nichts fragen und ihn nicht achten.

7Seid

1,7
Hab 2,20
stille vor Gott dem HERRN, denn des HERRN Tag ist nahe; denn der HERR hat ein Schlachtopfer zubereitet und seine Gäste dazu geladen. 8Und am Tage des Schlachtopfers des HERRN will ich heimsuchen die Oberen und die Söhne des Königs und alle, die ein fremdländisches Gewand tragen. 9Auch will ich zur selben Zeit die heimsuchen, die über die Schwelle springen, die ihres Herrn Haus füllen mit Rauben und Trügen.

10Zur selben Zeit, spricht der HERR, wird sich ein lautes Geschrei erheben vom Fischtor her und ein Geheul von der Neustadt und ein großer Jammer von den Hügeln. 11Heult, die ihr im »Mörser« wohnt; denn das ganze Krämervolk ist dahin, und alle, die Geld wechseln, sind ausgerottet.

12Zur selben Zeit will ich Jerusalem mit der Lampe durchsuchen und aufschrecken die Leute, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen und sprechen in ihrem Herzen: Der HERR wird weder Gutes noch Böses tun. 13Ihre Güter sollen zum Raub werden und ihre Häuser verwüstet.

1,13
5. Mose 28,3039
Am 5,11
Sie werden Häuser bauen und nicht darin wohnen, sie werden Weinberge pflanzen und keinen Wein davon trinken.

14

1,14
Joel 1,15
Des HERRN großer Tag ist nahe, er ist nahe und eilt sehr. Horch, der bittere Tag des HERRN! Da werden die Starken schreien. 15Denn
1,15
Jer 30,7
dieser Tag ist ein Tag des Grimmes, ein Tag der Trübsal und der Angst, ein Tag des Wetters und des Ungestüms, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag der Wolken und des Nebels, 16ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis gegen die festen Städte und die hohen Zinnen. 17Und ich will die Menschen ängstigen, dass sie umhergehen sollen wie die Blinden, weil sie wider den HERRN gesündigt haben. Ihr Blut soll vergossen werden, als wäre es Staub, und ihre Eingeweide sollen weggeworfen werden, als wären sie Kot. 18Es
1,18
Hes 7,19
wird sie ihr Silber und Gold nicht erretten können am Tage des Zorns des HERRN, sondern das ganze Land soll durch das Feuer seines Grimmes verzehrt werden; denn er wird plötzlich ein Ende machen mit allen, die im Lande wohnen.

2

Mahnung zur Demut

21Sammelt euch und kommt her, du Volk, das keine Scham kennt, 2ehe denn ihr werdet wie Spreu, die vom Winde dahinfährt; ehe denn des HERRN grimmiger Zorn über euch kommt; ehe der Tag des Zorns des HERRN über euch kommt! 3Suchet den HERRN, alle ihr Elenden im Lande, die ihr seine Rechte haltet!

2,3
Am 5,15
Suchet Gerechtigkeit, suchet Demut! Vielleicht könnt ihr euch bergen am Tage des Zorns des HERRN!

4Denn Gaza wird verlassen und Aschkelon verwüstet werden. Aschdod soll am Mittag vertrieben und Ekron ausgewurzelt werden. 5Weh denen, die am Meer hin wohnen, dem Volk der

2,5
1. Sam 30,14
Kreter! Des HERRN Wort wird über euch kommen, du Kanaan, der
2,5
Jer 47,1-7
Philister Land; ich will dich umbringen, dass niemand mehr da wohnen soll. 6Dann sollen am Meer hin Hirtenfelder und Schafhürden sein. 7Und das Land am Meer soll den Übriggebliebenen vom Hause Juda zuteilwerden, dass sie darauf weiden, und am Abend sollen sie sich in den Häusern von Aschkelon lagern, wenn nun der HERR, ihr Gott, sie wiederum heimsuchen und
2,7
Kap
ihre Gefangenschaft wenden wird.

8Ich habe das Schmähen

2,8
Jer 48,1-47
Moabs und das Lästern der
2,8
Jer 49,1-6
Ammoniter gehört, womit sie mein Volk geschmäht und gegen sein Land großgetan haben. 9Wohlan, so wahr ich lebe!, spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Moab soll wie
2,9
1. Mose 19,24-25
Sodom und die Ammoniter wie Gomorra werden, ein Unkrautfeld und eine Salzgrube und ewige Wüste. Die Übriggebliebenen meines Volks sollen sie berauben, und der Rest von meinem Volk soll sie beerben. 10Das soll ihnen begegnen für ihre Hoffart, weil sie das Volk des HERRN Zebaoth geschmäht und gegen es großgetan haben. 11Heilig wird über ihnen der HERR sein; denn er wird alle Götter auf Erden vertilgen, und es sollen ihn anbeten alle Inseln der Heiden, ein jeder an seiner Stätte.

12Auch ihr

2,12
Hes 30,9
Kuschiter sollt durch mein Schwert erschlagen werden.

13Und der Herr wird seine Hand ausstrecken nach Norden und Assur umbringen.

2,13
Nah 1,1
Ninive wird er öde machen, dürr wie eine Wüste, 14dass
2,14
Jes 13,21
Herden sich darin lagern werden, allerlei Tiere des Feldes. Auch
2,14
Jes 34,11
Rohrdommeln und Eulen werden wohnen in ihren Säulenknäufen, das Käuzchen wird im Fenster schreien und auf der Schwelle der Rabe. 15Das ist die fröhliche Stadt, die so sicher wohnte und in ihrem Herzen sprach:
2,15
Jes 47,8
»Ich bin’s und sonst keine mehr.« Wie ist sie so wüst geworden, dass Tiere darin lagern! Wer vorübergeht, pfeift über sie und klatscht in die Hände.