Lutherbibel 1984 (LU84)
7

Am bloßen Fasten hat Gott kein Gefallen

71Und es geschah im vierten Jahr des Königs Darius am vierten Tag des neunten Monats, der Kislew heißt, dass des HERRN Wort zu Sacharja geschah. 2Damals sandte Bethel den Sarezer und den Regem-Melech mit seinen Leuten, um den HERRN anzuflehen, 3und ließ die Priester, die zum Hause des HERRN Zebaoth gehörten, und die Propheten fragen: Muss ich immer noch im

7,3
Kap
fünften Monat weinen und Fasten halten, wie ich es nun so viele Jahre getan habe? 4Und des HERRN Zebaoth Wort geschah zu mir: 5Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich:
7,5
Jes 58,5
Als ihr fastetet und Leid trugt im fünften und siebenten Monat diese siebzig Jahre lang, habt ihr da für mich gefastet? 6Und wenn ihr esst und trinkt, esst und trinkt ihr da nicht für euch selbst?

Gottes Gericht über die Unbrüderlichkeit

7Ist’s nicht das, was der HERR durch die früheren Propheten predigen ließ, als Jerusalem bewohnt war und Frieden hatte samt seinen Städten ringsum und Leute im Südland und im Hügelland wohnten 8– und des HERRN Wort geschah zu Sacharja –, 9dass der HERR Zebaoth sprach: Richtet recht, und

7,9
Mi 6,8
ein jeder erweise seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit, 10und
7,10
2. Mose 22,20-21
tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen, und denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

11Aber sie wollten nicht aufmerken und kehrten mir den Rücken zu und verstockten ihre Ohren, um nicht zu hören, 12und machten ihre Herzen

7,12
Jes 48,4
hart wie Diamant, damit sie nicht hörten das Gesetz und die Worte, die der HERR Zebaoth durch seinen Geist sandte durch die früheren Propheten. Daher ist so großer Zorn vom HERRN Zebaoth gekommen. 13Und es ist so ergangen: Gleichwie gepredigt wurde und sie nicht hörten, so wollte ich auch nicht hören, als sie riefen, spricht der HERR Zebaoth. 14Darum habe ich sie zerstreut unter alle Heiden, die sie nicht kannten, und das Land blieb verwüstet hinter ihnen liegen, sodass niemand mehr darin hin und her zog; so haben sie das liebliche Land zur Wüste gemacht.

8

Das künftige Heil für das Volk Gottes

81Und es geschah des HERRN Wort: 2So spricht der HERR Zebaoth:

8,2
Kap
Ich eifere für Zion mit großem Eifer und eifere um seinetwillen in großem Zorn.

3So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und

8,3
Kap
will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine
8,3
Jes 1,2126
Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein
8,3
Ps 2,6
heiliger Berg.

4So spricht der HERR Zebaoth:

8,4
Jes 65,20
Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, 5und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.

6So spricht der HERR Zebaoth: Erscheint dies auch unmöglich in den Augen derer, die in dieser Zeit übrig geblieben sind von diesem Volk, sollte es darum auch

8,6
Lk 1,37
unmöglich erscheinen in meinen Augen?, spricht der HERR Zebaoth.

7So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will mein Volk erlösen aus dem Lande gegen Aufgang und aus dem Lande gegen Niedergang der Sonne 8und will sie heimbringen, dass sie in Jerusalem wohnen. Und

8,8
Jer 24,7
sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit.

9So spricht der HERR Zebaoth:

8,9
Jes 35,3
Stärkt eure Hände, die ihr diese Worte hört in dieser Zeit durch der Propheten Mund – an dem Tage, da der Grund gelegt wurde zum Hause des HERRN Zebaoth, auf dass der Tempel gebaut würde. 10Denn vor diesen Tagen war der Menschen Arbeit vergebens, und auch der Tiere Arbeit erbrachte nichts; und vor lauter Feinden war kein Friede für die, die aus- und einzogen, und ich ließ alle Menschen aufeinander los, einen jeden gegen seinen Nächsten.

11Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen verfahren mit denen, die übrig geblieben sind von diesem Volk, spricht der HERR Zebaoth, 12sondern sie sollen in Frieden säen. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will denen, die übrig geblieben sind von diesem Volk, das alles zum Besitz geben. 13Und es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so will ich euch erlösen, dass ihr

8,13
1. Mose 12,2
ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!

14So spricht der HERR Zebaoth: Gleichwie ich euch zu plagen gedachte, als mich eure Väter erzürnten, spricht der HERR Zebaoth, und es mich nicht gereute, 15so gedenke ich nun wiederum in diesen Tagen wohlzutun Jerusalem und dem Hause Juda. Fürchtet euch nur nicht! 16Das ist’s aber, was ihr tun sollt:

8,16
Eph 4,25
Rede einer mit dem andern Wahrheit und richtet recht, schafft Frieden in euren Toren, 17und
8,17
Kap
keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der HERR.

18Und es geschah des HERRN Zebaoth Wort zu mir: 19So spricht der HERR Zebaoth:

8,19
Kap
Die Fasten des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats sollen dem Hause Juda zur Freude und Wonne und zu fröhlichen Festzeiten werden. Doch liebt Wahrheit und Frieden!

Das künftige Heil für die Völker

20So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch viele Völker kommen und Bürger vieler Städte, 21und die Bürger einer Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen. 22So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen.

23So spricht der HERR Zebaoth: Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist.

9

Läuterung der heidnischen Nachbarn Judas

91Die Last, die der HERR ankündigt, kommt über das Land Hadrach, und auf

9,1
Jes 17,1-6
Damaskus lässt sie sich nieder – denn der HERR schaut auf die Menschen und auf alle Stämme Israels –, 2dazu auf Hamat, das daran grenzt, auch auf
9,2
Jes 23,1-18
Jer 47,4
Hes 26,1–28,24
Tyrus und Sidon, die doch sehr weise sind. 3Denn Tyrus baute sich ein Bollwerk und sammelte Silber wie Sand und Gold wie Dreck auf der Gasse. 4Aber siehe, der Herr wird es erobern und wird seine Macht ins Meer stürzen, und die Stadt wird mit Feuer verbrannt werden.

5Wenn Aschkelon das sehen wird, wird es erschrecken, und

9,5
Jer 47,1-7
Gaza wird sehr angst werden, dazu Ekron, denn seine Zuversicht wird zuschanden. Es wird aus sein mit dem König von Gaza, und in Aschkelon wird man nicht mehr wohnen, 6und in Aschdod werden
9,6
5. Mose 23,3
Mischlinge wohnen.

Und ich will die Pracht der Philister ausrotten. 7Und ich will

9,7
1. Mose 9,4
das Blut von ihrem Munde wegnehmen und das, was mir ein Gräuel ist, von ihren Zähnen, dass auch sie unserm Gott übrig bleiben und wie ein Stamm in Juda werden und die Bewohner Ekrons wie die
9,7
Jos 15,63
2. Sam 24,18
Jebusiter. 8Und
9,8
Kap
ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern, sodass keiner dort hin und her ziehe und nicht mehr der Treiber über sie komme; denn ich sehe nun darauf mit meinen Augen.

Verheißung des messianischen Friedensreiches

9Du,

9,9
Zef 3,14
Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe,
9,9
Mt 21,5
dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10Denn
9,10
Mi 5,9
ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

11Auch lasse ich

9,11
2. Mose 24,8
um des Blutes deines Bundes willen deine Gefangenen frei aus der Grube, in der kein Wasser ist; 12so
9,12
Kap
kehrt heim zur festen Stadt, die ihr auf Hoffnung gefangen liegt. Denn heute verkündige ich, dass ich dir
9,12
Jes 61,7
zweifach erstatten will.

13Denn ich habe mir Juda zum Bogen gespannt und Ephraim darauf gelegt und will deine Söhne, Zion, aufbieten gegen deine Söhne, Griechenland, und will dich zum Schwert eines Riesen machen. 14Und der HERR wird über ihnen erscheinen, und seine Pfeile werden ausfahren wie der Blitz, und Gott der HERR wird die Posaune blasen und wird einherfahren in den Stürmen vom Südland. 15Der HERR Zebaoth wird sie schützen, und die Schleudersteine werden fressen und niederwerfen und Blut trinken wie Wein und voll davon werden wie die Becken und wie die Ecken des Altars. 16Und der HERR, ihr Gott, wird ihnen zu der Zeit helfen, der Herde seines Volks; denn wie edle Steine werden sie in seinem Lande glänzen. 17Denn wie groß ist seine Güte und wie groß ist seine Huld! Korn und Wein lässt er sprossen, Jünglinge und Jungfrauen.