Lutherbibel 1984 (LU84)
6

Die achte Vision: die vier Wagen

61

6,1-8
Kap
Und ich hob meine Augen abermals auf und sah, und siehe, da waren vier Wagen, die kamen zwischen den zwei Bergen hervor; die Berge aber waren aus Kupfer. 2Am ersten Wagen waren rote Rosse, am zweiten Wagen waren schwarze Rosse, 3am dritten Wagen waren weiße Rosse, am vierten Wagen waren scheckige Rosse, allesamt stark. 4Und ich hob an und sprach zum Engel, der mit mir redete: Mein Herr, wer sind diese? 5Der Engel antwortete und sprach zu mir: Es sind die vier Winde unter dem Himmel, die hervorkommen, nachdem sie gestanden haben
6,5
Kap
vor dem Herrscher aller Lande. 66,6 Vermutlich ist ausgefallen: »Die roten Rosse ziehen nach Osten.«Die schwarzen Rosse ziehen nach Norden, die weißen ziehen nach Westen und die scheckigen ziehen nach Süden.

7Und die starken Rosse wollten sich aufmachen, um

6,7
Kap
die Lande zu durchziehen. Und er sprach: Geht hin und durchzieht die Lande! Und sie durchzogen die Lande. 8Und er rief mich an und redete mit mir und sprach: Sieh, die nach Norden ziehen, lassen meinen Geist ruhen im Lande des Nordens.

Die Krönung Jeschuas

9Und des HERRN Wort geschah zu mir: 10Nimm von den Weggeführten, von Heldai und von Tobija und von Jedaja, die von Babel gekommen sind, und geh an diesem selben Tage ins Haus Joschijas, des Sohnes Zefanjas, 11

6,11-12
Kap
nimm von ihnen Silber und Gold und mache Kronen und kröne das Haupt Jeschuas, des Hohenpriesters, des Sohnes Jozadaks, 12und sprich zu ihm: So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es ist ein Mann, der heißt »Spross«; denn unter ihm wird’s sprossen, und er wird bauen des HERRN Tempel. 13Ja, den Tempel des HERRN wird er bauen, und er wird herrlich geschmückt sein und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron. Und ein
6,13
Ps 110,4
Priester wird sein zu seiner Rechten, und es wird Friede sein zwischen den beiden. 14Und die Kronen sollen zum Andenken an Heldai, Tobija, Jedaja und den Sohn Zefanjas im Tempel des HERRN bleiben. 15Und
6,15
Jes 60,10
es werden kommen von ferne, die am Tempel des HERRN bauen werden. Da werdet ihr erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu euch gesandt hat; und das soll geschehen, wenn ihr gehorchen werdet der Stimme des HERRN, eures Gottes.

7

Am bloßen Fasten hat Gott kein Gefallen

71Und es geschah im vierten Jahr des Königs Darius am vierten Tag des neunten Monats, der Kislew heißt, dass des HERRN Wort zu Sacharja geschah. 2Damals sandte Bethel den Sarezer und den Regem-Melech mit seinen Leuten, um den HERRN anzuflehen, 3und ließ die Priester, die zum Hause des HERRN Zebaoth gehörten, und die Propheten fragen: Muss ich immer noch im

7,3
Kap
fünften Monat weinen und Fasten halten, wie ich es nun so viele Jahre getan habe? 4Und des HERRN Zebaoth Wort geschah zu mir: 5Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich:
7,5
Jes 58,5
Als ihr fastetet und Leid trugt im fünften und siebenten Monat diese siebzig Jahre lang, habt ihr da für mich gefastet? 6Und wenn ihr esst und trinkt, esst und trinkt ihr da nicht für euch selbst?

Gottes Gericht über die Unbrüderlichkeit

7Ist’s nicht das, was der HERR durch die früheren Propheten predigen ließ, als Jerusalem bewohnt war und Frieden hatte samt seinen Städten ringsum und Leute im Südland und im Hügelland wohnten 8– und des HERRN Wort geschah zu Sacharja –, 9dass der HERR Zebaoth sprach: Richtet recht, und

7,9
Mi 6,8
ein jeder erweise seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit, 10und
7,10
2. Mose 22,20-21
tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen, und denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

11Aber sie wollten nicht aufmerken und kehrten mir den Rücken zu und verstockten ihre Ohren, um nicht zu hören, 12und machten ihre Herzen

7,12
Jes 48,4
hart wie Diamant, damit sie nicht hörten das Gesetz und die Worte, die der HERR Zebaoth durch seinen Geist sandte durch die früheren Propheten. Daher ist so großer Zorn vom HERRN Zebaoth gekommen. 13Und es ist so ergangen: Gleichwie gepredigt wurde und sie nicht hörten, so wollte ich auch nicht hören, als sie riefen, spricht der HERR Zebaoth. 14Darum habe ich sie zerstreut unter alle Heiden, die sie nicht kannten, und das Land blieb verwüstet hinter ihnen liegen, sodass niemand mehr darin hin und her zog; so haben sie das liebliche Land zur Wüste gemacht.

8

Das künftige Heil für das Volk Gottes

81Und es geschah des HERRN Wort: 2So spricht der HERR Zebaoth:

8,2
Kap
Ich eifere für Zion mit großem Eifer und eifere um seinetwillen in großem Zorn.

3So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und

8,3
Kap
will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine
8,3
Jes 1,2126
Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein
8,3
Ps 2,6
heiliger Berg.

4So spricht der HERR Zebaoth:

8,4
Jes 65,20
Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, 5und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.

6So spricht der HERR Zebaoth: Erscheint dies auch unmöglich in den Augen derer, die in dieser Zeit übrig geblieben sind von diesem Volk, sollte es darum auch

8,6
Lk 1,37
unmöglich erscheinen in meinen Augen?, spricht der HERR Zebaoth.

7So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will mein Volk erlösen aus dem Lande gegen Aufgang und aus dem Lande gegen Niedergang der Sonne 8und will sie heimbringen, dass sie in Jerusalem wohnen. Und

8,8
Jer 24,7
sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit.

9So spricht der HERR Zebaoth:

8,9
Jes 35,3
Stärkt eure Hände, die ihr diese Worte hört in dieser Zeit durch der Propheten Mund – an dem Tage, da der Grund gelegt wurde zum Hause des HERRN Zebaoth, auf dass der Tempel gebaut würde. 10Denn vor diesen Tagen war der Menschen Arbeit vergebens, und auch der Tiere Arbeit erbrachte nichts; und vor lauter Feinden war kein Friede für die, die aus- und einzogen, und ich ließ alle Menschen aufeinander los, einen jeden gegen seinen Nächsten.

11Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen verfahren mit denen, die übrig geblieben sind von diesem Volk, spricht der HERR Zebaoth, 12sondern sie sollen in Frieden säen. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will denen, die übrig geblieben sind von diesem Volk, das alles zum Besitz geben. 13Und es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so will ich euch erlösen, dass ihr

8,13
1. Mose 12,2
ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!

14So spricht der HERR Zebaoth: Gleichwie ich euch zu plagen gedachte, als mich eure Väter erzürnten, spricht der HERR Zebaoth, und es mich nicht gereute, 15so gedenke ich nun wiederum in diesen Tagen wohlzutun Jerusalem und dem Hause Juda. Fürchtet euch nur nicht! 16Das ist’s aber, was ihr tun sollt:

8,16
Eph 4,25
Rede einer mit dem andern Wahrheit und richtet recht, schafft Frieden in euren Toren, 17und
8,17
Kap
keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der HERR.

18Und es geschah des HERRN Zebaoth Wort zu mir: 19So spricht der HERR Zebaoth:

8,19
Kap
Die Fasten des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats sollen dem Hause Juda zur Freude und Wonne und zu fröhlichen Festzeiten werden. Doch liebt Wahrheit und Frieden!

Das künftige Heil für die Völker

20So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch viele Völker kommen und Bürger vieler Städte, 21und die Bürger einer Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen. 22So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen.

23So spricht der HERR Zebaoth: Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist.