Lutherbibel 1984 (LU84)
5

Frieden mit Gott

51Da wir nun

5,1
Kap
gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir
5,1
Jes 53,5
Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; 2durch ihn haben wir auch
5,2
Joh 14,6
Eph 3,12
den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. 3Nicht allein aber das, sondern
5,3
Jak 1,2-3
wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, 4Geduld aber
5,4
Jak 1,12
Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, 5
5,5
Ps 22,6
25,320
Hebr 6,18-19
Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

6Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. 7Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen wagt er vielleicht sein Leben. 8Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

5,8
Joh 3,16
1. Joh 4,10
9Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem
5,9
Kap
Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! 10Denn wenn wir
5,10
2. Kor 5,18
mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch
5,10
Kap
Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. 11Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.

Adam und Christus

12Deshalb, wie durch einen Menschen

5,12
1. Mose 3,19
die Sünde in die Welt gekommen ist und
5,12
Kap
der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. 13Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam; aber
5,13
Kap
wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet. 14Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte.

15Aber nicht verhält sich’s mit der Gabe wie mit der Sünde. Denn wenn durch die Sünde des Einen die Vielen gestorben sind, um wie viel mehr ist Gottes Gnade und Gabe den Vielen überreich zuteilgeworden durch die Gnade des einen Menschen Jesus Christus. 16Und nicht verhält es sich mit der Gabe wie mit dem, was durch den einen Sünder geschehen ist. Denn das Urteil hat von dem Einen her zur Verdammnis geführt, die Gnade aber hilft aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit. 17Denn wenn wegen der Sünde des Einen der Tod geherrscht hat durch den Einen, um wie viel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus.

18Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.

5,18
1. Kor 15,21-22
19Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so
5,19
Kap
werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten.

20

5,20
Kap
Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden, 21damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode,
5,21
Kap
so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn.

6

Taufe und neues Leben

61Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde?

6,1
Kap
2Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind? 3Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir
6,3
Gal 3,27
auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.
6,4
Kol 2,12
1. Petr 3,21

5Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6Wir wissen ja, dass

6,6
Gal 5,24
unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. 10Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben
6,10
Hebr 9,26-28
ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.
6,11
2. Kor 5,15
1. Petr 2,24

12So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.

6,12
1. Mose 4,7
13Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und
6,13
Kap
eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit. 14Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern
6,14
Kap
unter der Gnade.
6,14
Kap

15Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! 16Wisst ihr nicht: wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müsst ihm gehorsam sein, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?

6,16
Joh 8,34
17Gott sei aber gedankt, dass ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun von Herzen gehorsam geworden der Gestalt der Lehre, der ihr ergeben seid. 18Denn indem ihr nun
6,18
Joh 8,32
frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit.

19Ich muss menschlich davon reden um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr eure Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit und Ungerechtigkeit zu immer neuer Ungerechtigkeit, so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit, dass sie heilig werden. 20Denn als ihr Knechte der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit. 21Was hattet ihr nun damals für Frucht? Solche, deren ihr euch jetzt schämt; denn das Ende derselben ist der

6,21
Kap
Tod. 22Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben. 23Denn
6,23
Kap
der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

7

Freiheit vom Gesetz

71Wisst ihr nicht, liebe Brüder – denn ich rede mit denen, die das Gesetz kennen –, dass das Gesetz nur herrscht über den Menschen, solange er lebt? 2Denn

7,2
1. Kor 7,39
eine Frau ist an ihren Mann gebunden durch das Gesetz, solange der Mann lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie frei von dem Gesetz, das sie an den Mann bindet. 3Wenn sie nun bei einem andern Mann ist, solange ihr Mann lebt, wird sie eine Ehebrecherin genannt; wenn aber ihr Mann stirbt, ist sie frei vom Gesetz, sodass sie nicht eine Ehebrecherin ist, wenn sie einen andern Mann nimmt. 4Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet durch den Leib Christi, sodass ihr einem andern angehört, nämlich dem, der von den Toten auferweckt ist, damit wir Gott Frucht bringen.

5Denn solange wir dem Fleisch verfallen waren, da waren die sündigen Leidenschaften, die durchs Gesetz erregt wurden, kräftig in unsern Gliedern, sodass wir

7,5
Kap
dem Tode Frucht brachten. 6Nun aber sind wir
7,6
Kap
vom Gesetz frei geworden und ihm abgestorben, das uns gefangen hielt, sodass wir dienen
7,6
Kap
im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens.

Der Mensch unter dem Gesetz

7Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2. Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!« 8Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden aller Art; denn

7,8
Kap
ohne das Gesetz war die Sünde tot. 9Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, 10ich aber starb. Und so fand sich’s,
7,10
3. Mose 18,5
dass das Gebot mir den Tod brachte, das doch
7,10
Jak 1,15
zum Leben gegeben war. 11Denn die Sünde nahm das Gebot zum Anlass und
7,11
Hebr 3,13
betrog mich und tötete mich durch das Gebot. 12So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.
7,12
1. Tim 1,8
13Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde,
7,13
Kap
damit sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, damit die Sünde überaus sündig werde durchs Gebot.

14Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist;

7,14
Joh 3,6
ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. 16Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. 17So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch7,18 Siehe Sach- und Worterklärungen (vgl. Kap 7,25; 8,3-9).,
7,18
1. Mose 6,5
8,21
nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. 19Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

21So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. 22Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. 23Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt7,23 Siehe Sach- und Worterklärungen. und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.

7,23
Gal 5,17
24Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? 25Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!
7,25
1. Kor 15,57

So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.