Lutherbibel 1984 (LU84)
1

Der vergeltende Gott: Gericht über Ninive

11Dies ist die Last für Ninive, das Buch der Weissagung Nahums aus Elkosch.

2

1,2-3
2. Mose 20,5
5. Mose 4,24
Der HERR ist ein eifernder und vergeltender Gott, ja, ein Vergelter ist der HERR und zornig. Der HERR vergilt seinen Widersachern; er wird es seinen Feinden nicht vergessen. 3Der HERR
1,3
2. Mose 34,6-7
ist geduldig und von großer Kraft, vor dem niemand unschuldig ist. Er ist der HERR, dessen Weg in Wetter und Sturm ist; Wolken sind der Staub unter seinen Füßen. 4Er schilt das Meer und macht es trocken; alle Wasser lässt er versiegen. Baschan und Karmel verschmachten, und was auf dem Berge Libanon blüht, verwelkt. 5Die
1,5
Ps 97,5
Berge erzittern vor ihm, und die Hügel zergehen; das Erdreich bebt vor ihm, der Erdkreis und alle, die darauf wohnen. 6Wer kann vor seinem Zorn bestehen, und wer kann vor seinem Grimm bleiben? Sein Zorn brennt wie Feuer, und die Felsen zerspringen vor ihm. 7Der HERR ist
1,7
5. Mose 4,31
gütig und eine Feste zur Zeit der Not und
1,7
Ps 1,6
kennt die, die auf ihn trauen. 8Er schirmt sie, wenn die Flut überläuft. Er macht ein Ende mit seinen Widersachern, und seine Feinde verfolgt er mit Finsternis.

9Was wollt ihr ersinnen wider den HERRN? Er führt doch das Ende herbei. Es wird das Unglück nicht zweimal kommen. 10Denn wenn sie auch sind wie die Dornen, die noch ineinanderwachsen und im besten Saft sind, so sollen sie doch ganz verbrannt werden wie dürres Stroh. 111,11 In den Versen 11 und 14 ist Ninive, in den Versen 12 und 13 Juda angeredet.Denn von dir ist gekommen, der Arges ersann, der Böses wider den HERRN plante.

12So spricht der HERR: Sie mögen kommen so gerüstet und mächtig, wie sie wollen, sie sollen doch umgehauen werden und dahinfahren. Ich habe dich gedemütigt, aber ich will dich nicht wiederum demütigen. 13Jetzt will ich sein Joch, das du trägst, zerbrechen und deine Bande zerreißen.

14Wider dich hat der HERR geboten, dass von deinem Namen kein Nachkomme mehr bleiben soll. Vom Hause deines Gottes will ich ausrotten die Götzen und Bilder; ein Grab will ich dir machen, denn du bist zunichtegeworden.

2

21Siehe

2,1
Jes 52,7
auf den Bergen die Füße eines guten Boten, der da Frieden verkündigt! Feiere deine Feste, Juda, und erfülle deine Gelübde! Denn
2,1
Kap
es wird der Arge nicht mehr über dich kommen; er ist ganz ausgerottet.

Weissagung der Zerstörung Ninives

2Es wird gegen dich heraufziehen, der dich zerstört. Bewahre die Festung! Gib Acht auf die Straße, rüste dich aufs Beste und stärke dich aufs Gewaltigste! 3– Denn der HERR wird die Pracht Jakobs erneuern wie die Pracht Israels, denn man hat sie völlig verheert und ihre Reben verderbt. –

4Die Schilde seiner Starken sind rot, sein Heervolk glänzt in Purpur, seine Wagen stellt er auf wie leuchtende Fackeln, seine Rosse rasen. 5Die Wagen rollen auf den Gassen und rasseln auf den Straßen; sie glänzen wie Fackeln und fahren einher wie die Blitze.

6Aufgeboten werden seine Gewaltigen, sie stürzen heran auf ihren Wegen, sie eilen zur Mauer, und aufgerichtet wird das Schutzdach. 7Da werden die Tore an den Wassern geöffnet, und der Palast vergeht in Angst. 8Die Königin wird gefangen weggeführt, und ihre Jungfrauen werden seufzen wie die Tauben und an ihre Brust schlagen. 9Ninive ist wie ein voller Teich, aber seine Wasser müssen verrinnen. »Steht, steht!«, ruft man, aber da wird sich niemand umwenden.

10So raubt nun Silber, raubt Gold! Denn hier ist der Schätze kein Ende und die Menge aller kostbaren Kleinode. 11Nun muss sie verheert und geplündert werden, dass

2,11
Jes 13,7-8
aller Herzen verzagen und die Knie schlottern, aller Lenden zittern und aller Angesicht bleich wird.

12Wo ist nun die Wohnung der Löwen und die Höhle der jungen Löwen, wo der Löwe und die Löwin mit den jungen Löwen herumliefen und niemand wagte sie zu scheuchen? 13Der Löwe raubte genug für seine Jungen und würgte für seine Löwinnen. Seine Höhlen füllte er mit Raub und seine Wohnung mit dem, was er zerrissen hatte. 14Siehe, ich will an dich, spricht der HERR Zebaoth, und deine Wagen anzünden, und das Schwert soll deine jungen Löwen fressen. Und ich will deinem Rauben ein Ende machen auf Erden, dass man die Stimme deiner Boten nicht mehr hören soll.