Lutherbibel 1984 (LU84)
23

Gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer

(Mk 12,38-40; Lk 20,45-47; 11,39-52)

231Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern 2und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. 3Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn

23,3
Mal 2,7-8
Röm 2,21-23
sie sagen’s zwar, tun’s aber nicht. 4
23,4
Kap
Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen.

5Alle ihre Werke aber tun sie,

23,5
Kap
damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre
23,5
4. Mose 15,38-39
Gebetsriemen23,5 Siehe Sach- und Worterklärungen. breit und die Quasten23,5 Siehe Sach- und Worterklärungen. an ihren Kleidern groß. 6Sie
23,6
Lk 14,7
sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen 7und haben’s gern, dass sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi genannt werden. 8Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. 9Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 10Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. 11Der Größte unter euch soll euer Diener sein.
23,11
Kap
12Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.
23,12
Hiob 22,29
Spr 29,23
Hes 21,31
Lk 18,14
1. Petr 5,5

13Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen.23,13 Vers 14 findet sich erst in der späteren Überlieferung: »Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Häuser der Witwen fresst und zum Schein lange Gebete verrichtet! Darum werdet ihr ein umso härteres Urteil empfangen« (vgl. Mk 12,40).

15Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen Judengenossen23,15 Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Gottesfürchtige«. gewinnt; und wenn er’s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

16

23,16-22
Kap
Weh euch, ihr
23,16
Kap
verblendeten Führer, die ihr sagt: Wenn einer schwört bei dem Tempel, das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Gold des Tempels, der ist gebunden. 17Ihr Narren und Blinden! Was ist mehr: das Gold oder der Tempel, der das Gold heilig macht? 18Oder: Wenn einer schwört bei dem Altar, das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Opfer, das darauf liegt, der ist gebunden. 19Ihr Blinden! Was ist mehr: das Opfer oder der Altar, der das Opfer heilig macht? 20Darum, wer schwört bei dem Altar, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. 21Und wer schwört bei dem Tempel, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. 22Und wer schwört bei dem Himmel, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

23Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den

23,23
3. Mose 27,30
Lk 18,12
Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das
23,23
Mi 6,8
Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. 24Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!

25Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler,

23,25
Mk 7,48
die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier! 26Du
23,26
Joh 9,40
blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein wird!
23,26
Tit 1,15

27Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! 28So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.

29Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Propheten Grabmäler baut und die Gräber der Gerechten schmückt 30und sprecht: Hätten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten! 31Damit bezeugt ihr von euch selbst, dass ihr Kinder derer seid,

23,31
Kap
die die Propheten getötet haben. 32Wohlan, macht auch ihr das Maß eurer Väter voll! 33Ihr Schlangen, ihr Otternbrut! Wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?

34Darum: siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und einige werdet ihr geißeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zur andern, 35damit über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten

23,35
1. Mose 4,8
Abel an bis auf das Blut des
23,35
2. Chr 24,20-21
Secharja, des Sohnes Berechjas, den ihr getötet habt zwischen Tempel und Altar. 36Wahrlich, ich sage euch: Das alles wird über dieses Geschlecht kommen.

Klage über Jerusalem

(Lk 13,34-35)

37Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! 38Siehe, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden«

23,38
1. Kön 9,7-8
(Jer 22,5; Ps 69,26). 39Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht:
23,39
Kap
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

24

Jesu Rede über die Endzeit

(Kapitel 24,1–25,46)

Das Ende des Tempels

(Mk 13,1-2; Lk 21,5-6)

241Und Jesus ging aus dem Tempel fort und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. 2Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch:

24,2
Lk 19,44
Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.

Der Anfang der Wehen

(Mk 13,3-13; Lk 21,7-19)

3Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?

24,3
Apg 1,6-8
4Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. 5Denn es werden viele
24,5
Joh 5,43
kommen unter meinem Namen und sagen:
24,5
1. Joh 2,18
Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. 6Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 7Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. 8Das alles aber ist der Anfang der Wehen.

9

24,9-10
Kap
Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. 10Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. 11Und es werden sich viele
24,11
2. Petr 2,1
1. Joh 4,1
falsche Propheten erheben und werden viele verführen. 12Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.
24,12
2. Tim 3,1-5
13Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden.
24,13
Kap
14Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für
24,14
Kap
alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

Die große Bedrängnis

(Mk 13,14-23; Lk 21,20-24)

15Wenn ihr nun sehen werdet das Gräuelbild der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel (Dan 9,27; 11,31) – wer das liest, der merke auf! –, 16alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; 17

24,17-18
Lk 17,31
und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; 18und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 19Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit!
24,19
Lk 23,29
20Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. 21Denn
24,21
Dan 12,1
es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. 22Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.

23Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus!, oder: Da!, so sollt ihr’s nicht glauben. 24Denn es werden falsche Christusse und

24,24
5. Mose 13,2-4
falsche Propheten aufstehen und
24,24
2. Thess 2,8-9
Offb 13,13
große Zeichen und Wunder tun, sodass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. 25Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. 26
24,26-27
Lk 17,23-24
Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht. 27Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein. 28Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier.
24,28
Lk 17,37
Offb 19,17-18

Das Kommen des Menschensohns

(Mk 13,24-27; Lk 21,25-28)

29Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die

24,29
Jes 13,10
Offb 6,12-13
Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und
24,29
2. Petr 3,10
die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 30Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden
24,30
Offb 1,7
wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden
24,30
Kap
sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 31Und er wird seine Engel senden mit hellen
24,31
1. Kor 15,52
Offb 8,2
Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.

Mahnung zur Wachsamkeit

(Mk 13,28-32; Lk 21,29-33; 12,39-40)

32An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33Ebenso auch: Wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. 34Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 35Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

24,35
Kap
36Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.
24,36
Apg 1,7

37

24,37-38
Lk 17,26-27
1. Mose 6,9–7,23
Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. 38Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; 39und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin –, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns. 40Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. 41Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben.
24,41
Lk 17,35

42Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

24,42
Kap
43Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste,
24,43
1. Thess 5,2
zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 44Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.

Vom treuen und vom bösen Knecht

(Lk 12,41-46)

45Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Leute gesetzt hat, damit er ihnen zur rechten Zeit zu essen gebe? 46Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. 47Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.

24,47
Kap
48Wenn aber jener als ein böser Knecht in seinem Herzen sagt:
24,48
2. Petr 3,4
Mein Herr kommt noch lange nicht, 49und fängt an, seine Mitknechte zu schlagen, isst und trinkt mit den Betrunkenen: 50dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, 51und er wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm sein Teil geben bei den Heuchlern; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

25

Von den klugen und törichten Jungfrauen

251Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen.

25,1
Lk 12,35-36
Offb 19,7
2Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. 3Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. 4Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.

5Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! 7Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig.

8Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. 9Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst.

10

25,10-12
Lk 13,25
Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. 11Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! 12Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch:
25,12
Kap
Ich kenne euch nicht.

13Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

25,13
Kap
25,13 In der späteren Überlieferung finden sich zusätzlich die Worte: »in der der Menschensohn kommen wird« (vgl. 24,44).

Von den anvertrauten Zentnern

(Lk 19,12-27)

14Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; 15dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen,

25,15
Röm 12,6
jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort. 16Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. 17Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu. 18Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.

19Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. 20Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen. 21Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und

25,21
Kap
treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

22Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen. 23Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

24Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; 25und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 28Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat. 29Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.

25,29
Kap
30Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

Vom Weltgericht

31Wenn aber

25,31
Kap
der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann
25,31
Offb 20,11-13
wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32und
25,32
Röm 14,10
alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und
25,32
Kap
er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.
25,33
Hes 34,17

34Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35

25,35-36
Jes 58,7
Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

37Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? 39Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch:

25,40
Kap
Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

41Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das

25,41
Offb 20,1015
ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 42Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. 43Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht.

44Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

25,46
Joh 5,29
Jak 2,13