Lutherbibel 1984 (LU84)
12

Das Ährenraufen am Sabbat

(Mk 2,23-28; Lk 6,1-5)

121Zu der Zeit ging Jesus durch ein Kornfeld am Sabbat; und seine Jünger waren hungrig und fingen an,

12,1
5. Mose 23,26
Ähren auszuraufen und zu essen. 2Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun,
12,2
2. Mose 20,10
was am Sabbat nicht erlaubt ist.

3

12,3-4
1. Sam 21,7
Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? 4Wie er in das Gotteshaus ging und aß die Schaubrote, die doch weder er noch die bei ihm waren essen durften, sondern
12,4
3. Mose 24,9
allein die Priester? 5Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat brechen und sind doch ohne Schuld? 6Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel. 7Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt (Hos 6,6):
12,7
Kap
»Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer«, dann hättet ihr die Unschuldigen nicht verdammt. 8Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat.

Die Heilung eines Mannes am Sabbat

(Mk 3,1-6; Lk 6,6-11)

9Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge. 10Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist’s erlaubt, am Sabbat zu heilen?, damit sie ihn verklagen könnten. 11Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, der sein einziges Schaf, wenn es ihm am Sabbat in eine Grube fällt, nicht ergreift und ihm heraushilft?

12,11
Lk 14,3-5
12Wie viel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum darf man am Sabbat Gutes tun.

13Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie wurde ihm wieder gesund wie die andere. 14Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat über ihn, wie sie ihn umbrächten.

12,14
Joh 5,16

Der Gottesknecht

(Mk 3,7-12; Lk 6,17-19)

15Aber als Jesus das erfuhr, entwich er von dort. Und eine große Menge folgte ihm, und er heilte sie alle 16und gebot ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machten,

12,16
Kap
17damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jes 42,1-4):

18»Siehe,

12,18
Apg 3,1326
das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, und mein Geliebter,
12,18
Kap
an dem meine Seele Wohlgefallen hat; ich will meinen Geist auf ihn legen, und er soll den Heiden das Recht verkündigen. 19Er wird nicht streiten noch schreien, und man wird seine Stimme nicht hören auf den Gassen; 20das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführt zum Sieg; 21und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.«

Jesu Macht über die bösen Geister

(Mk 3,22-27; Lk 11,14-23)

22Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah. 23Und alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht

12,23
Kap
Davids Sohn? 24Aber als die Pharisäer das hörten, sprachen sie:
12,24
Kap
Er treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten.

25Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen. 26Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen? 27Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 28Wenn ich aber

12,28
1. Joh 3,8
die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. 29Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt? Erst dann kann er sein Haus berauben.
12,29
Kap
30
12,30
Mk 9,40
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Die Sünde gegen den Heiligen Geist

(Mk 3,28-30; Lk 12,10)

31Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.

12,31
1. Joh 5,16
Hebr 6,4-6
10,26
32Und
12,32
1. Tim 1,13
wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

Vom Baum und seinen Früchten

(Lk 6,43-45)

33Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum.

12,33
Kap
34Ihr
12,34
Kap
Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. 35Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz. 36Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.
12,36
Jak 3,6
Jud 15
37Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.

Die Zeichenforderung der Pharisäer

(Mk 8,11-12; Lk 11,29-32)

38Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. 39Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. 40Denn

12,40
Jona 2,1
wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte
12,40
Eph 4,9
1. Petr 3,19
im Schoß der Erde sein.

41Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn

12,41
Jona 3,5
sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. 42Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn
12,42
1. Kön 10,1-10
sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.

Von der Rückkehr des bösen Geistes

(Lk 11,24-26)

43Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht. 44Dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er’s leer, gekehrt und geschmückt. 45Dann geht er hin und nimmt mit sich sieben andre Geister, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin; und

12,45
2. Petr 2,20
es wird mit diesem Menschen hernach ärger, als es vorher war. So wird’s auch diesem bösen Geschlecht ergehen.

Jesu wahre Verwandte

(Mk 3,31-35; Lk 8,19-21)

46Als er noch zu dem Volk redete, siehe, da standen

12,46
Kap
seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. 47Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden.

48Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?

12,48
Kap
49Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder!
12,49
Hebr 2,11
50Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel,
12,50
Röm 8,29
der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.

13

Vom Sämann

(Mk 4,1-9; Lk 8,4-8)

131An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den See. 2Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer. 3Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach:

Siehe, es ging ein Sämann aus zu säen. 4Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg; da kamen die Vögel und fraßen’s auf. 5Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. 6Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7Einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und erstickten’s. 8Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht, einiges hundertfach, einiges sechzigfach, einiges dreißigfach. 9Wer Ohren hat, der höre!

Vom Sinn der Gleichnisse

(Mk 4,10-12; Lk 8,9-10)

10Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? 11Er antwortete und sprach zu ihnen:

13,11
1. Kor 2,10
Euch ist’s gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist’s nicht gegeben. 12Denn
13,12
Spr 9,9
wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
13,12
Kap
13Darum
13,13
Joh 16,25
rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn
13,13
5. Mose 29,3
mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. 14Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt (Jes 6,9-10): »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen. 15Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: Ihre Ohren hören schwer und ihre Augen sind geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich ihnen helfe.«
13,15
Joh 9,39
16Aber selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.
13,16
Lk 10,23-24
17Wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt, zu sehen, was ihr seht, und haben’s nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben’s nicht gehört.
13,17
1. Petr 1,10

Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann

(Mk 4,13-20; Lk 8,11-15)

18So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann: 19Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem auf den Weg gesät ist. 20Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt; 21aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab. 22Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und

13,22
Kap
die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. 23Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.

Vom Unkraut unter dem Weizen

24Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 26Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. 27Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 28Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten? 29Er sprach: Nein! Damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. 30Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.

13,30
Kap

Von Senfkorn und Sauerteig

(Mk 4,30-32; Lk 13,18-21)

31Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; 32das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und

13,32
Hes 17,23
wird ein Baum, sodass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.

33Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.

13,33
Lk 13,20-21

Die Bedeutung der Gleichnisse

(Mk 4,33-34)

34Das alles redete Jesus in Gleichnissen zu dem Volk, und ohne Gleichnisse redete er nichts zu ihnen,

13,34
Mk 4,33-34
35damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Ps 78,2): »Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was verborgen war vom Anfang der Welt an.«

Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut

36Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.

37Er antwortete und sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist’s, der den guten Samen sät. 38Der

13,38
1. Kor 3,9
Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die
13,38
Joh 8,44
Kinder des Bösen. 39Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. 40Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird’s auch am Ende der Welt gehen. 41Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun,
13,41
Kap
42und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 43Dann werden die Gerechten
13,43
Dan 12,3
leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre!

Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

44Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und

13,44
Kap
verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.

45Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

Vom Fischnetz

47Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist und Fische aller Art fängt.

13,47
Kap
48Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich und lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen sie weg. 49So wird es auch am Ende der Welt gehen: Die Engel werden ausgehen und
13,49
Kap
die Bösen von den Gerechten scheiden 50und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.

51Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. 52Da sprach er: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Die Verwerfung Jesu in Nazareth

(Mk 6,1-6; Lk 4,16-30)

53Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, dass er davonging 54und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, sodass sie sich entsetzten und fragten: Woher hat dieser solche Weisheit und solche Taten? 55Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? 56Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns?

13,56
Joh 6,42
7,1552
Woher kommt ihm denn das alles? 57Und sie ärgerten sich an ihm.

Jesus aber sprach zu ihnen:

13,57
Joh 4,44
Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause. 58Und er tat dort nicht viele Zeichen wegen ihres Unglaubens.

14

Das Ende Johannes des Täufers

(Mk 6,14-29; Lk 3,19-20; 9,7-9)

141Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten Herodes. 2Und er sprach zu seinen Leuten: Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten. 3Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und

14,3
Kap
in das Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4Denn Johannes hatte zu ihm gesagt:
14,4
2. Mose 20,14
Es ist nicht recht, dass du sie hast. 5Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn
14,5
Kap
sie hielten ihn für einen Propheten.

6Als aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel dem Herodes gut. 7Darum versprach er ihr mit einem Eid, er wolle ihr geben, was sie fordern würde. 8Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers! 9Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es ihr zu geben, 10und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 11Und sein Haupt wurde hereingetragen auf einer Schale und dem Mädchen gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. 12Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn; und sie kamen und verkündeten das Jesus.

Die Speisung der Fünftausend

(Mk 6,31-44; Lk 9,10-17; Joh 6,1-13)

13Als das Jesus hörte, fuhr er von dort weg in einem Boot in eine einsame Gegend allein. Und als das Volk das hörte, folgte es ihm zu Fuß aus den Städten. 14Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn und er heilte ihre Kranken.

15Am Abend aber traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Die Gegend ist öde und die Nacht bricht herein; lass das Volk gehen, damit sie in die Dörfer gehen und sich zu essen kaufen. 16Aber Jesus sprach zu ihnen: Es ist nicht nötig, dass sie fortgehen; gebt ihr ihnen zu essen. 17Sie sprachen zu ihm: Wir haben hier nichts als fünf Brote und zwei Fische. 18Und er sprach: Bringt sie mir her!

19Und er ließ das Volk sich auf das Gras lagern und nahm die fünf Brote und die zwei Fische, sah auf zum Himmel, dankte und brach’s und gab die Brote den Jüngern, und die Jünger gaben sie dem Volk. 20Und sie aßen alle und wurden satt und sammelten auf, was an Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll.

14,20
2. Kön 4,44
21Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Mann, ohne Frauen und Kinder.

Jesus und der sinkende Petrus auf dem See

(Mk 6,45-52; Joh 6,15-21)

22Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. 23Und als er das Volk hatte gehen lassen,

14,23
Lk 6,12
9,18
stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. 24Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen.

25Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. 26Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen:

14,26
Lk 24,37
Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. 27Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!

28Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. 29Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! 31Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

32Und sie traten in das Boot und der Wind legte sich. 33Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen:

14,33
Kap
Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

Krankenheilungen in Genezareth

(Mk 6,53-56)

34Und sie fuhren hinüber und kamen ans Land in Genezareth. 35Und als die Leute an diesem Ort ihn erkannten, schickten sie Botschaft ringsum in das ganze Land und brachten alle Kranken zu ihm 36und baten ihn, dass sie nur

14,36
Kap
den Saum seines Gewandes berühren dürften. Und alle, die ihn berührten, wurden gesund.