Lutherbibel 1984 (LU84)
4

Jesus und die Samariterin

41Als nun Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, dass er mehr zu Jüngern machte und

4,1
Kap
taufte als Johannes 2– obwohl Jesus nicht selber taufte, sondern seine Jünger –, 3verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4Er musste aber durch Samarien reisen.

5Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das

4,5
1. Mose 48,22
Jos 24,32
Jakob seinem Sohn Josef gab. 6Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde. 7Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen. 9Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau?
4,9
Lk 9,52-53
Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. – 10Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn und er gäbe dir
4,10
Kap
lebendiges Wasser.

11Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? 12Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. 13Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten;

4,13
Kap
14wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.
4,14
Kap

15Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen! 16Jesus spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her! 17Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann. 18Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt.

19Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll.

4,20
5. Mose 12,5
Ps 122,1-9
21Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22Ihr
4,22
2. Kön 17,29-41
wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn
4,22
Jes 2,3
das Heil kommt von den Juden. 23Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24
4,24
2. Kor 3,17
Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die
4,24
Röm 12,1
müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der
4,25
Kap
Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet.

27Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei! 30Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.

31Inzwischen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! 32Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst. 33Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? 34Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich

4,34
Kap
tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und
4,34
Kap
vollende sein Werk. 35Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn
4,35
Mt 9,37
sie sind reif zur Ernte. 36Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugutegekommen.

39Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage da. 41Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen 42und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn

4,42
Apg 8,5-8
wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten

(Mt 8,5-13; Lk 7,1-10)

43Aber nach zwei Tagen ging er von dort weiter

4,43
Mt 4,12
nach Galiläa. 44Denn er selber, Jesus, bezeugte, dass ein Prophet daheim nichts gilt.
4,44
Mt 13,57
45Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, die
4,45
Kap
alles gesehen hatten, was er in Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn sie waren auch zum Fest gekommen.

46Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa,

4,46
Kap
wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank. 48Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.
4,48
Kap

49Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. 51Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. 52Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.

54Das ist nun

4,54
Kap
das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

5

Die Heilung eines Kranken am Teich Betesda

51Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.

5,1
Kap
2Es ist aber in Jerusalem beim
5,2
Neh 3,1
Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen; 3in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte.5,3 Die Verse 3b und 4 finden sich erst in der späteren Überlieferung: »Sie warteten darauf, dass sich das Wasser bewegte. 4 Denn der Engel des Herrn fuhr von Zeit zu Zeit herab in den Teich und bewegte das Wasser. Wer nun zuerst hineinstieg, nachdem sich das Wasser bewegt hatte, der wurde gesund, an welcher Krankheit er auch litt.«

5Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank. 6Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 7Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. 8Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! 9Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin.

Es war aber an dem Tag Sabbat. 10Da sprachen die Juden zu dem, der gesund geworden war: Es ist heute Sabbat; du darfst dein Bett nicht tragen.

5,10
2. Mose 20,10
Jer 17,21-22
11Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir: Nimm dein Bett und geh hin! 12Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin? 13Der aber gesund geworden war, wusste nicht, wer es war; denn Jesus war entwichen, da so viel Volk an dem Ort war.

14Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden;

5,14
Kap
sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre. 15Der Mensch ging hin und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. 16Darum verfolgten die Juden Jesus, weil er dies am Sabbat getan hatte.
5,16
Mt 12,14
17Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und
5,17
Kap
ich wirke auch. 18Darum
5,18
Kap
trachteten die Juden noch viel mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich.

Die Vollmacht des Sohnes

19Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur,

5,19
Kap
was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. 20Denn
5,20
Kap
der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, sodass ihr euch verwundern werdet. 21Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. 22
5,22-23
Dan 7,13-14
Denn der Vater richtet niemand, sondern
5,22
Apg 10,42
hat alles Gericht dem Sohn übergeben, 23damit sie
5,23
Phil 2,10-11
alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren.
5,23
1. Joh 2,23
Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

24Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

5,24
Kap
25Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und
5,25
Eph 2,5-6
ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben. 26Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber;
5,26
Kap
27und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er
5,27
Dan 7,13-14
der Menschensohn ist. 28Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden 29und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
5,29
Dan 12,2
Mt 25,46
2. Kor 5,10

30Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich und mein Gericht ist gerecht; denn

5,30
Kap
ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Das Zeugnis für den Sohn

31Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. 32Ein anderer ist’s, der von mir zeugt; und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er von mir gibt. 33Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat die Wahrheit bezeugt.

5,33
Kap
34Ich aber nehme nicht Zeugnis von einem Menschen; sondern ich sage das, damit ihr selig werdet. 35Er war ein brennendes und scheinendes Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein in seinem Licht. 36Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn
5,36
Kap
die Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, eben diese Werke, die ich tue, bezeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat. 37Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben.

Ihr habt niemals

5,37
Mt 3,17
seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen 38und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. 39Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt;
5,39
Lk 24,2744
2. Tim 3,15-17
40aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.

41Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 42aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. 43Ich bin gekommen in meines Vaters Namen und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen.

5,43
Mt 24,5
44Wie könnt ihr glauben,
5,44
Kap
die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?

45Ihr sollt nicht meinen, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde;

5,45
5. Mose 31,24-27
es ist einer, der euch verklagt: Mose, auf den ihr hofft. 46Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn
5,46
1. Mose 3,15
49,10
5. Mose 18,15
er hat von mir geschrieben. 47Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
5,47
Lk 16,31

6

Die Speisung der Fünftausend

(Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Lk 9,10-17)

61Danach fuhr Jesus weg über das Galiläische Meer, das auch See von Tiberias heißt. 2Und es zog ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. 3Jesus aber ging auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern. 4Es war aber kurz vor dem Passa, dem Fest der Juden.

6,4
Kap

5Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, dass viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben? 6Das sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er wusste wohl, was er tun wollte. 7Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug für sie, dass jeder ein wenig bekomme. 8Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: 9Es ist ein Kind hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das für so viele? 10Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich etwa fünftausend Männer.

11Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten. 12Als sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt. 13Da sammelten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit Brocken, die denen übrig blieben, die gespeist worden waren.

14Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich

6,14
5. Mose 18,15
der Prophet, der in die Welt kommen soll. 15Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen,
6,15
Kap
um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.

Jesus auf dem See

(Mt 14,22-33; Mk 6,45-52)

16Am Abend aber gingen seine Jünger hinab an den See, 17stiegen in ein Boot und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. 18Und der See wurde aufgewühlt von einem starken Wind. 19Als sie nun etwa eine Stunde gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem See gehen und nahe an das Boot kommen; und sie fürchteten sich. 20Er aber sprach zu ihnen: Ich bin’s; fürchtet euch nicht! 21Da wollten sie ihn ins Boot nehmen; und sogleich war das Boot am Land, wohin sie fahren wollten.

Jesus das Brot des Lebens

22Am nächsten Tag sah das Volk, das am andern Ufer des Sees stand, dass kein anderes Boot da war als das eine und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Boot gestiegen war, sondern seine Jünger waren allein weggefahren. 23Es kamen aber andere Boote von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten unter der Danksagung des Herrn. 24Als nun das Volk sah, dass Jesus nicht da war und seine Jünger auch nicht, stiegen sie in die Boote und fuhren nach Kapernaum und suchten Jesus. 25Und als sie ihn fanden am andern Ufer des Sees, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hergekommen? 26Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid. 27Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn

6,27
Kap
auf dem ist das Siegel Gottes des Vaters.

28Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? 29Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. 30Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? 31Unsre Väter haben in der Wüste das Manna gegessen, wie geschrieben steht (Ps 78,24): »Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.«

6,31
2. Mose 16,13-15
32Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33Denn Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. 34Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot.

35Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

6,35
Kap
36Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und glaubt doch nicht. 37Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und
6,37
Mt 11,28
wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. 38Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern
6,38
Kap
den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat,
6,39
Kap
dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich’s auferwecke am Jüngsten Tage. 40Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und
6,40
Kap
ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.

41Da murrten die Juden über ihn, weil er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist, 42und sprachen: Ist dieser nicht Jesus,

6,42
Lk 4,22
Josefs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wieso spricht er dann: Ich bin vom Himmel gekommen? 43Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Murrt nicht untereinander. 44Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. 45Es steht geschrieben in den Propheten (Jes 54,13): »Sie werden alle von Gott gelehrt sein.« Wer es vom Vater hört und lernt, der kommt zu mir. 46Nicht als ob jemand den Vater gesehen hätte außer dem, der von Gott gekommen ist; der hat den Vater gesehen.
6,46
Kap
47Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.
6,47
Kap

48Ich bin das Brot des Lebens.

6,48
49Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
6,49
1. Kor 10,3-5
50Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und
6,51
Mk 14,22
dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.

52Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann der uns sein Fleisch zu essen geben? 53Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. 54Wer

6,54
Mt 26,26-28
mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. 55Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. 56Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der
6,56
Kap
bleibt in mir und ich in ihm. 57Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. 58Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.

59Das sagte er in der Synagoge, als er in Kapernaum lehrte.

Scheidung unter den Jüngern

60Viele nun seiner Jünger, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören? 61Da Jesus aber bei sich selbst merkte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ärgert euch das? 62Wie, wenn ihr nun sehen werdet den Menschensohn

6,62
Lk 24,50-51
auffahren dahin, wo er zuvor war? 63
6,63
Kap
Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch6,63 Siehe Sach- und Worterklärungen. ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben. 64Aber es gibt einige unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. 65Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben.

Das Bekenntnis des Petrus

66Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. 67Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen? 68Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; 69und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

6,69
Mt 16,16

70Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel. 71Er redete aber von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Der verriet ihn hernach und war einer der Zwölf.