Lutherbibel 1984 (LU84)
45

Ein Wort für Baruch

451Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn Nerijas, redete,

45,1
Kap
als er die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte, auf eine Schriftrolle schrieb, im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: 2So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, über dich, Baruch: 3Du sprichst: Weh mir, wie hat mir der HERR Jammer zu meinem Schmerz hinzugefügt! Ich seufze mich müde und finde keine Ruhe. 4Sage ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe, das reiße ich ein, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, nämlich dies mein ganzes Land. 5Und du begehrst für dich große Dinge? Begehre es nicht! Denn siehe, ich will Unheil kommen lassen über alles Fleisch, spricht der HERR, aber
45,5
Kap
dein Leben sollst du wie eine Beute davonbringen, an welchen Ort du auch ziehst.

46

Gerichtsworte gegen Fremde Völker

(Kapitel 46,1–51,64)

461Dies ist das Wort des HERRN, das zu dem Propheten Jeremia geschehen ist wider alle Völker.

Weissagung gegen Ägypten: Niederlage bei Karkemisch

(vgl. Jes 19,1-25; Hes 29,1–32,32)

2Wider Ägypten. Wider das Heer des

46,2
2. Kön 23,29
Pharao Necho, des Königs von Ägypten, welches lagerte am Euphratstrom bei Karkemisch und das Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:

3Rüstet Rundschild und Langschild und zieht in den Streit! 4Spannt Rosse an und lasst Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf und schärft die Spieße und zieht Panzer an! 5Wie kommt’s aber, dass ich sehe, dass sie verzagt sind und die Flucht ergreifen und ihre Helden erschlagen sind? Sie fliehen und wenden sich nicht mehr zurück.

46,5
Kap
Schrecken um und um!, spricht der HERR. 6Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke entrinnen. Im Norden am Euphratstrom sind sie gefallen und niedergestreckt.

7Wer ist’s, der emporstieg wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich dahin wie Ströme? 8Ägypten stieg empor wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich daher wie Ströme und es sprach: »Ich will hinaufziehen, das Land bedecken und die Städte verderben samt denen, die darin wohnen.« 9Wohlan, setzt euch auf die Rosse, rennt mit den Wagen, lasst die Helden ausziehen, die von Kusch und aus Put, die den Schild führen, und die Schützen aus Lud! 10Denn dies ist der

46,10
Jes 2,12
Tag Gottes, des HERRN Zebaoth, ein Tag der Vergeltung, dass
46,10
5. Mose 32,41-42
er sich an seinen Feinden räche, wenn das Schwert fressen und von ihrem Blut voll und trunken werden wird. Denn sie müssen Gott, dem HERRN Zebaoth, ein Schlachtopfer werden im Lande des Nordens am Euphratstrom.

11Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau, Tochter Ägypten! Aber

46,11
Kap
es ist umsonst, dass du viel Heilmittel gebrauchst; du wirst doch nicht heil. 12Deine Schande ist unter den Völkern erschollen, deines Heulens ist das Land voll; denn ein Held fällt über den andern und liegen beide miteinander danieder.

Weissagung gegen Ägypten: Die Babylonier fallen ein

13Dies ist das Wort des HERRN, das er zu dem Propheten Jeremia redete, als Nebukadnezar, der König von Babel, heranzog, um Ägyptenland zu schlagen: 14Verkündigt’s in Ägypten und sagt’s an in Migdol, sagt’s an in Memfis und Tachpanhes und sprecht: Setze dich zur Wehr! Denn das Schwert wird fressen, was um dich her ist. 15Wie geht’s zu, dass deine Gewaltigen zu Boden fallen und können nicht standhalten? Der HERR hat sie so gestürzt. 16Er macht, dass ihrer viele fallen, dass einer mit dem andern daniederliegt. Da sprechen sie: Wohlauf, lasst uns wieder zu unserm Volk ziehen, in unser Vaterland vor dem mörderischen Schwert! 17Nennt den Namen des Pharao, des Königs von Ägypten: »Prahlhans, der die Zeit versäumt hat«. 18So wahr ich lebe, spricht der König, der HERR Zebaoth heißt: Er wird daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor unter den Bergen ist und wie der Karmel am Meer ist.

19Mache dir Fluchtgepäck, du Einwohnerin, Tochter Ägypten; denn Memfis wird wüst und verbrannt werden, dass niemand darin wohnen wird. 20Ägypten ist wie eine schöne junge Kuh; aber es kommt von Norden der Schlächter. 21Auch die darin um Sold dienen, sind wie gemästete Kälber; aber sie müssen sich dennoch wenden und miteinander fliehen und werden nicht standhalten; denn der Tag ihres Unheils wird über sie kommen, die Zeit ihrer Heimsuchung.

22Man hört sie heranziehen wie eine zischende Schlange; ja, sie kommen mit Heeresmacht und bringen Äxte über sie wie die Holzhauer. 23Die werden ihren Wald umhauen, spricht der HERR, denn sie sind nicht zu zählen; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die niemand zählen kann. 24Die Tochter Ägypten wird zuschanden; denn sie ist dem Volk aus dem Norden in die Hände gegeben.

25

46,25-26
Kap
Der HERR Zebaoth, der Gott Israels, spricht: Siehe, ich will heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und Ägypten samt seinen Göttern und Königen, ja, den Pharao mit allen, die sich auf ihn verlassen, 26dass ich sie gebe in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, und seiner Großen. Aber
46,26
Hes 29,14
danach soll das Land bewohnt werden wie vor alters, spricht der HERR.

Trostwort an Israel

27Aber du,

46,27
Kap
mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel, verzage nicht! Denn siehe, ich will dir helfen aus fernen Landen und deinen Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, dass Jakob zurückkommen soll und in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand soll ihn schrecken. 28Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht der HERR, denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern, unter die ich dich verstoßen habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen.
46,28
Kap
Züchtigen will ich dich mit Maßen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.

47

Weissagung gegen die Philister

(vgl. Jes 14,29-32; Hes 25,15-17)

471Dies ist das Wort des HERRN, das zum Propheten Jeremia geschah wider die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug.

2So spricht der HERR: Siehe, es kommen Wasser heran von Norden, die zum reißenden Strom werden und das Land überfluten und was darin ist, die Städte und die darin wohnen, dass die Leute schreien und alle Einwohner im Lande heulen. 3Vor dem Stampfen ihrer starken Rosse, die dahertraben, und vor dem Rasseln ihrer Wagen und dem Poltern ihrer Räder werden sich die Väter nicht umsehen nach den Kindern, so verzagt werden sie sein 4über den Tag, der da kommt, um zu verderben alle Philister und auszurotten die letzten Helfer für Tyrus und Sidon. Denn der HERR wird die Philister verderben, den Rest derer, die gekommen sind von der

47,4
Am 9,7
Insel Kaftor. 5Über
47,5
Am 1,6-7
Zef 2,4
Sach 9,5
Gaza wird Trauer kommen, und Aschkelon wird vernichtet, der Rest der
47,5
Jos 11,22
Anakiter. Wie lange willst du dich
47,5
Kap
wund ritzen? 6O du Schwert des HERRN, wann willst du doch aufhören? Fahre in deine Scheide und ruhe und sei still! 7Aber wie kann es aufhören, da doch der HERR ihm Befehl gegeben hat wider Aschkelon und es wider das Ufer des Meeres bestellt hat?