Lutherbibel 1984 (LU84)
8

Der Sohn des Propheten als Zeichen des Gerichts über Aram und Israel

81Und der HERR sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreib darauf mit deutlicher Schrift: Raubebald-Eilebeute! 2Und ich nahm mir zwei treue Zeugen, den Priester Uria und Secharja, den Sohn Jeberechjas. 3Und ich ging zu der Prophetin; die ward schwanger und gebar einen Sohn. Und der HERR sprach zu mir: Nenne ihn Raubebald-Eilebeute! 4Denn ehe

8,4
Kap
der Knabe rufen kann: Lieber Vater! Liebe Mutter!,
8,4
2. Kön 16,9
soll die Macht von Damaskus und die Beute aus Samaria weggenommen werden durch den König von Assyrien.

Das Gericht über Juda und die Völker

5Und der HERR redete weiter mit mir und sprach: 6Weil dies Volk verachtet die Wasser von Siloah, die still dahinfließen, und in Angst zerfließt vor Rezin und dem Sohn Remaljas, 7siehe, so wird der Herr über sie kommen lassen die starken und vielen Wasser des Stromes, nämlich den König von Assyrien und alle seine Macht, dass sie über alle ihre Ränder fluten und über alle ihre Ufer gehen. 8Und sie werden einbrechen in Juda und wegschwemmen und überfluten, bis sie an den Hals reichen. Und sie werden ihre Flügel ausbreiten, dass sie dein Land, o

8,8
Kap
Immanuel, füllen, so weit es ist.

9Tobet, ihr Völker, ihr müsst doch fliehen! Höret’s alle, die ihr in fernen Landen seid! Rüstet euch, ihr müsst doch fliehen; rüstet euch, ihr müsst doch fliehen! 10Beschließt einen Rat und es werde nichts daraus; beredet euch und es geschehe nicht! Denn hier ist Immanuel!

11Denn so sprach der HERR zu mir, als seine Hand über mich kam und er mich warnte, ich sollte nicht wandeln auf dem Wege dieses Volks: 12Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dies Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was sie fürchten, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht grauen, 13sondern verschwört euch mit dem HERRN Zebaoth;

8,13
Mt 10,28
den lasst eure Furcht und euren Schrecken sein. 14Er wird ein Fallstrick sein und ein
8,14
Röm 9,33
Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses für die beiden Häuser Israel, ein Fallstrick und eine Schlinge für die Bürger Jerusalems, 15dass viele von ihnen sich daran stoßen, fallen, zerschmettern, verstrickt und gefangen werden.

Der Prophet und seine Jünger

16Ich soll

8,16
Dan 12,4
verschließen die Offenbarung, versiegeln die Weisung in meinen Jüngern 17und will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob, und will auf ihn harren. 18Siehe,
8,18
Kap
hier bin ich und die Kinder, die mir der HERR gegeben hat als Zeichen und Weissagung in Israel vom HERRN Zebaoth, der auf dem Berge Zion wohnt.

19Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müsst die Totengeister und Beschwörer befragen, die da flüstern und murmeln, so sprecht:

8,19
2. Kön 1,3
Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Oder soll man für Lebendige die Toten befragen? 20Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das nicht sagen, so wird ihnen kein Morgenrot scheinen, 21sondern sie werden im Lande umhergehen, hart geschlagen und hungrig. Und wenn sie Hunger leiden, werden sie zürnen und fluchen ihrem König und ihrem Gott, und sie werden über sich blicken 22und unter sich die Erde ansehen und nichts finden als Trübsal und Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst und gehen irre im Finstern.

238,23 Abweichende Verszählung statt 8,23: 9,1.Doch

8,23
Ps 107,10-14
es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Hat er in früherer Zeit in Schmach gebracht das Land Sebulon und
8,23
2. Kön 15,29
Mt 4,12-16
das Land Naftali, so wird er hernach zu Ehren bringen den Weg am Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden.

9

Der Friedefürst wird verheißen

919,1 Abweichende Verszählung statt 9,1-20: 9,2-21.Das Volk, das

9,1
Lk 1,79
im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. 2Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. 3Denn
9,3
Ps 81,7
du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am
9,3
Ri 7,14-1522
Tage Midians. 4Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

5Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und

9,5
Kap
die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater,
9,5
Mi 4,3
Friede-Fürst; 6auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem
9,6
2. Sam 7,12-13
Lk 1,32
Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch
9,6
Kap
Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Gottes Gericht über das unbußfertige Nordreich

7Der Herr hat ein Wort gesandt wider Jakob, und es ist in Israel niedergefallen, 8dass alles Volk es innewerde, Ephraim und die Bürger Samarias, die da sagen in Hochmut und stolzem Sinn: 9Ziegelsteine sind gefallen, aber wir wollen’s mit Quadern wieder bauen. Man hat Maulbeerbäume abgehauen, aber wir wollen Zedern an ihre Stelle setzen. 10Doch der HERR macht stark gegen sie ihre Bedränger, nämlich Rezin, und ihre Feinde stachelt er auf, 11die Aramäer von vorn und die Philister von hinten, dass sie Israel fressen mit vollem Maul.

Bei all dem lässt sein Zorn noch nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.

12Aber das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und fragt nicht nach dem HERRN Zebaoth. 13Darum

9,13
Kap
haut der HERR von Israel Kopf und Schwanz ab, Ast und Stumpf, auf einen Tag. 14Die Ältesten und die Vornehmen sind der Kopf, die Propheten aber, die falsch lehren, sind der Schwanz. 15Denn die Leiter dieses Volks sind Verführer, und die sich leiten lassen, sind verloren. 16Darum kann der Herr ihre junge Mannschaft nicht verschonen noch ihrer Waisen und Witwen sich erbarmen; denn sie sind allzumal gottlos und böse, und aller Mund redet Torheit.

Bei all dem lässt sein Zorn noch nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.

17Denn die Bosheit lodert wie Feuer; das verzehrt Dornen und Disteln und zündet den dichten Wald an und gibt hohen Rauch. 18Vom Zorn des HERRN Zebaoth brennt das Land, dass das Volk wird wie ein Fraß des Feuers; keiner schont den andern. 19Sie verschlingen zur Rechten und leiden Hunger; sie fressen zur Linken und werden doch nicht satt. Ein jeder frisst das Fleisch seines Nächsten: 20Manasse den Ephraim, Ephraim den Manasse und sie beide miteinander sind gegen Juda.

Bei all dem lässt sein Zorn nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.

10

101

10,1-4
Kap
Weh denen, die unrechte Gesetze machen, und den Schreibern, die unrechtes Urteil schreiben, 2um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden in meinem Volk, dass die Witwen ihr Raub und die Waisen ihre Beute werden! 3Was wollt ihr tun am Tage der Heimsuchung und des Unheils, das von ferne kommt? Zu wem wollt ihr fliehen um Hilfe? Und wo wollt ihr eure Herrlichkeit lassen? 4Wer sich nicht unter die Gefangenen bückt, wird unter den Erschlagenen fallen.

Bei all dem lässt sein Zorn nicht ab, seine Hand ist noch ausgereckt.

Gegen den Hochmut des Königs von Assyrien

5Wehe Assur, der meines Zornes

10,5
Rute und meines Grimmes Stecken ist! 6Ich sende ihn wider ein gottloses Volk und gebe ihm Befehl wider das Volk, dem ich zürne, dass er’s beraube und ausplündere und es zertrete wie Dreck auf der Gasse. 7Aber er meint’s nicht so, und sein Herz denkt nicht so, sondern sein Sinn steht danach, zu vertilgen und auszurotten nicht wenige Völker. 8Denn er spricht: »Sind meine Fürsten nicht allesamt Könige? 9Ist Kalne nicht wie Karkemisch? Ist Hamat nicht wie Arpad? Ist nicht Samaria wie Damaskus? 10
10,10-11
2. Kön 18,33-35
Wie meine Hand gefunden hat die Königreiche der Götzen, obwohl ihre Götzen mehr waren, als die zu Jerusalem und Samaria sind: 11sollte ich nicht Jerusalem tun und seinen Götzen, wie ich Samaria und seinen Götzen getan habe?«

12Wenn aber der Herr all sein Werk ausgerichtet hat auf dem Berge Zion und zu Jerusalem, wird er sprechen:

10,12
Kap
Ich will heimsuchen die Frucht des Hochmuts des Königs von Assyrien und den Stolz seiner hoffärtigen Augen, 13weil er spricht: »Ich hab’s durch meiner Hände Kraft ausgerichtet und durch meine Weisheit, denn ich bin klug. Ich habe die Grenzen der Länder anders gesetzt und ihre Schätze geraubt und wie ein Stier die Bewohner zu Boden gestoßen. 14Meine Hand hat gefunden den Reichtum der Völker wie ein Vogelnest, und ich habe alle Länder zusammengerafft, wie man Eier sammelt, die verlassen sind; kein Flügel regte sich, und kein Schnabel sperrte sich auf und zirpte.«

15Vermag sich auch eine Axt zu rühmen wider den, der damit haut, oder eine Säge großzutun wider den, der sie zieht? Als ob

10,15
die Rute den schwänge, der sie hebt; als ob der Stock den höbe, der kein Holz ist! 16Darum wird der Herr, der HERR Zebaoth, unter die Fetten in Assur die Auszehrung senden, und seine Herrlichkeit wird er anzünden, dass sie brennen wird wie ein Feuer. 17Und
10,17
5. Mose 4,24
das Licht Israels wird ein Feuer sein, und sein Heiliger wird eine Flamme sein, und sie wird seine Dornen und Disteln anzünden und verzehren auf einen Tag. 18Und die Herrlichkeit seiner Wälder und Gärten soll zunichte werden mit Stumpf und Stiel und wird vergehen und dahinschwinden, 19dass die Bäume seiner Wälder, die übrig bleiben, gezählt werden können, und ein Knabe kann sie aufschreiben.

Errettung eines Restes von Israel. Zions Errettung vor dem Ansturm der Assyrer

20

10,20-21
Kap
Zu der Zeit werden die Übriggebliebenen von Israel und was entkommen ist vom Hause Jakob sich nicht mehr verlassen auf den, der sie schlägt, sondern sie werden sich verlassen auf den HERRN, den Heiligen Israels, in Treue. 21Ein Rest wird sich bekehren, ja, der Rest Jakobs, zu Gott, dem Starken. 22Denn wäre auch dein Volk, o Israel,
10,22
Röm 9,27
wie Sand am Meer, so soll doch nur ein Rest in ihm bekehrt werden. Verderben ist beschlossen und bringt Fluten von Gerechtigkeit. 23Denn Gott der HERR Zebaoth
10,23
Kap
wird Verderben ergehen lassen, wie beschlossen ist, im ganzen Lande.

24Darum spricht Gott der HERR Zebaoth: Fürchte dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor Assur, der dich mit dem Stecken schlägt und seinen Stab gegen dich aufhebt, wie es in Ägypten geschah. 25Denn es ist nur noch eine kleine Weile, so wird meine Ungnade ein Ende haben, und mein Zorn wird sich richten auf sein Verderben. 26Alsdann wird der HERR Zebaoth eine Geißel über ihn schwingen wie in der

10,26
Ri 7,25
Ps 83,10
Schlacht Midians am Rabenfelsen und wird seinen Stab, den er am Meer brauchte,
10,26
2. Mose 14,26-27
aufheben wie in Ägypten. 27Zu der Zeit wird seine Last von deiner Schulter weichen müssen und sein Joch von deinem Halse.

Er zieht herauf von Rimmon, 28er kommt nach Aja. Er zieht durch Migron, er lässt seinen Tross zu Michmas. 29Sie ziehen durch den engen Weg, bleiben in Geba über Nacht. Rama erschrickt, das Gibea Sauls flieht. 30Du Tochter

10,30
1. Sam 25,44
Gallim, schreie laut! Merke auf, Lajescha; gib ihm Antwort, Anatot! 31Madmena weicht, die Bürger von Gebim laufen davon. 32Noch heute wird er haltmachen in
10,32
1. Sam 21,2
Nob; er wird seine Hand ausstrecken gegen den Berg der Tochter Zion, gegen den Hügel Jerusalems.

33Aber siehe, der Herr, der HERR Zebaoth, wird die Äste mit Macht abhauen und was hoch aufgerichtet steht niederschlagen, dass die Hohen erniedrigt werden. 34Und der dichte Wald wird mit dem Eisen umgehauen werden, und der Libanon wird fallen durch einen Mächtigen.