Lutherbibel 1984 (LU84)
4

Strafrede gegen die Priester und gegen den Götzendienst Israels

41Höret, ihr Israeliten, des HERRN Wort! Denn der HERR hat Ursache, zu schelten, die im Lande wohnen; denn es ist keine Treue, keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes im Lande, 2sondern Verfluchen, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhandgenommen, und eine Blutschuld kommt nach der andern. 3Darum wird das Land dürre stehen und alle seine Bewohner werden dahinwelken; auch die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer werden weggerafft.

4Doch soll man niemand schelten noch zurechtweisen, sondern allein dich, Priester, habe ich zu schelten. 5Darum sollst du bei Tage fallen, und der Prophet soll des Nachts neben dir fallen; auch deine Mutter will ich dahingeben. 6Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. Denn du hast die Erkenntnis verworfen; darum will ich dich auch verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Du vergisst das Gesetz deines Gottes; darum will auch ich deine Kinder vergessen.

7Je mehr ihrer werden, desto mehr sündigen sie gegen mich; darum will ich ihre Ehre zuschanden machen. 8Sie nähren sich von den

4,8
3. Mose 4,13-2127-35
6,19
Sündopfern meines Volks und sind begierig nach seiner Schuld. 9Darum soll es dem Priester gehen wie dem Volk; denn ich will sein Tun heimsuchen und ihm vergelten, wie er’s verdient: 10Sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben und sich nicht mehren, weil sie den HERRN verlassen haben und ihn nicht achten. 11Hurerei, Wein und Trunk machen toll.

12Mein Volk

4,12
Jer 2,27
befragt sein Holz, und sein Stab soll ihm antworten; denn der
4,12
Kap
Geist der Hurerei verführt sie, dass sie mit ihrer Hurerei ihrem Gott weglaufen. 13Oben
4,13
Hes 6,13
auf den Bergen opfern sie, und auf den Hügeln räuchern sie unter den Eichen, Linden und Buchen; denn ihr Schatten erquickt. Darum werden eure Töchter auch zu Huren und eure Bräute zu Ehebrecherinnen. 14Ich will’s auch nicht wehren, wenn eure Töchter zu Huren und eure Bräute zu Ehebrecherinnen werden, weil
4,14
Kap
ihr selbst abseits geht mit den Huren und mit den Tempeldirnen opfert und so das törichte Volk zu Fall kommt.

15Willst du, Israel, schon huren, so soll Juda sich nicht auch verschulden!

4,15
Am 5,5
Geht nicht hin nach Gilgal und kommt nicht hinauf nach
4,15
Kap
Bet-Awen und
4,15
Am 8,14
schwört nicht: So wahr der HERR lebt!

16Denn Israel läuft dahin wie eine tolle Kuh; soll da der HERR sie weiden lassen wie ein Lamm auf freiem Feld? 17Ephraim hat sich zu den Götzen gesellt; so lass es hinfahren. 18Sie haben sich der Schwelgerei und Hurerei ergeben; ihre Schamlosen haben Lust an der Schande. 19Der Wind mit seinen Flügeln wird sie fassen, und über ihrem Opfer sollen sie zuschanden werden.

5

Drohung gegen die Führer Israels

51So hört nun dies, ihr Priester, und merke auf, du Haus Israel, und nimm zu Ohren, du Haus des Königs! Denn euch ist das Recht anvertraut! Ihr aber seid eine Schlinge für Mizpa geworden und ein ausgespanntes Netz auf dem Tabor 2und eine tiefe Grube zu Schittim; darum muss ich sie allesamt strafen.

3Ich kenne Ephraim gut, und Israel ist vor mir nicht verborgen;

5,3
Kap
Ephraim ist nun eine Hure und Israel unrein. 4Ihre bösen Taten lassen es nicht zu, dass sie umkehren zu ihrem Gott; denn sie haben einen
5,4
Kap
Geist der Hurerei in ihrem Herzen, und den HERRN kennen sie nicht. 5Wider Israel zeugt seine Hoffart; darum sollen Israel und Ephraim fallen um ihrer Schuld willen; auch Juda soll mit ihnen fallen. 6Alsdann werden sie kommen mit ihren Schafen und Rindern, den HERRN zu suchen, aber ihn nicht finden; denn er hat sich von ihnen gewandt.
5,6
Jes 1,11-15
7Sie sind dem HERRN untreu und zeugen fremde Kinder; darum wird sie auch der
5,7
Kap
Neumond fressen samt ihrem Erbteil.

Der Bruderkrieg zwischen Ephraim und Juda und Israels flüchtige Buße

8

5,8–6,6
2. Kön 15,37
Jes 7,1-9
Blast die Posaune zu Gibea, ja, trompetet zu Rama, ja, ruft laut zu
5,8
Kap
Bet-Awen: Man ist hinter dir her, Benjamin! 9Denn Ephraim soll zur Wüste werden zur Zeit, wenn ich sie strafen werde. Davor habe ich die Stämme Israels treulich gewarnt. 10Die Oberen von Juda sind denen gleich, die
5,10
5. Mose 19,14
die Grenze verrücken; darum will ich meinen Zorn über sie ausschütten wie Wasser. 11Ephraim leidet Gewalt, zertreten ist das Recht; denn es gefiel ihm, dem Nichtigen nachzulaufen.

12Ich bin für Ephraim wie eine Motte und für das Haus Juda wie eine Made. 13Als aber Ephraim seine Krankheit und Juda seine Wunde fühlte,

5,13
Kap
zog Ephraim hin nach Assur und schickte zum König Jareb. Aber der kann euch nicht helfen noch eure Wunde heilen. 14Denn ich bin für Ephraim
5,14
Kap
wie ein Löwe und für das Haus Juda wie ein junger Löwe. Ich, ich
5,14
Kap
zerreiße sie und gehe davon; ich schleppe sie weg und niemand kann sie retten.

15Ich will wieder an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen;

5,15
Jes 26,16
wenn’s ihnen übel ergeht, so werden sie mich suchen:

6

61»Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns

6,1
Kap
zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. 2Er
6,2
5. Mose 32,39
macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. 3Lasst uns darauf achthaben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.«

4Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Denn

6,4
Kap
eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht. 5Darum schlage ich drein durch die Propheten und
6,5
Jer 23,29
töte sie durch die Worte meines Mundes, dass mein Recht wie das Licht hervorkomme. 6Denn
6,6
1. Sam 15,22
Spr 21,3
Mt 9,13
12,7
ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.

Gegen Israels Könige und ihre Bündnisse

7Sie haben den Bund übertreten bei Adam6,7 d. i. der Name einer Stadt (vgl. Jos 3,16).; dort wurden sie mir untreu. 8Gilead ist eine Stadt voller Übeltäter, befleckt von Blutschuld. 9Und die Rotten der Priester sind wie die Räuber, die da lauern auf die Leute; sie morden auf dem Wege, der nach Sichem geht, ja, Schandtaten vollbringen sie. 10Ich sehe im Hause Israel, wovor mir graut; denn da

6,10
Kap
treibt Ephraim Hurerei, und Israel macht sich unrein. 11Auch Juda wird noch eine Ernte vor sich haben.