Lutherbibel 1984 (LU84)
2

Die kommende Rettung

212,1 Abweichende Verszählung statt 2,1-25: 1,10–2,23.Es wird aber

2,1
1. Mose 22,17
die Zahl der Israeliten sein wie der Sand am Meer, den man weder messen noch zählen kann. Und
2,1
Röm 9,26
es soll geschehen, anstatt dass man zu ihnen sagt: »Ihr seid nicht mein Volk«, wird man zu ihnen sagen: »O ihr Kinder des lebendigen Gottes!« 2Denn
2,2
Jes 11,11-13
Jer 3,18
Hes 37,22
es werden die Judäer und die Israeliten zusammenkommen und werden sich ein gemeinsames Haupt erwählen und aus dem Lande heraufziehen; denn der Tag Jesreels wird ein großer Tag sein. 3Sagt euren Brüdern,
2,3
Kap
sie seien mein Volk, und zu euren Schwestern,
2,3
Kap
sie seien in Gnaden.

Gott zieht das treulose Israel zur Rechenschaft

4Fordert von eurer Mutter – sie ist ja nicht meine Frau und ich bin nicht ihr Mann! –, dass sie die

2,4
Hes 16,1-63
23,1-49
Zeichen ihrer Hurerei von ihrem Angesichte wegtue und die Zeichen ihrer Ehebrecherei zwischen ihren Brüsten, 5damit ich sie nicht nackt ausziehe und hinstelle, wie sie war, als sie geboren wurde, und ich sie nicht mache wie eine Wüste und wie ein dürres Land und sie nicht vor Durst sterben lasse! 6Und ich will mich ihrer Kinder nicht erbarmen, denn sie sind Hurenkinder. 7Ihre Mutter ist eine Hure, und die sie getragen hat, treibt es schändlich und spricht:
2,7
Jer 44,17
Ich will meinen Liebhabern nachlaufen, die mir mein Brot und Wasser geben, Wolle und Flachs, Öl und Trank. 8Darum siehe, ich will ihr den Weg mit Dornen versperren und eine Mauer ziehen, dass sie ihren Pfad nicht finden soll. 9Und wenn sie ihren Liebhabern nachläuft und sie nicht einholen kann und wenn sie nach ihnen sucht und sie nicht finden kann, so wird sie sagen: Ich will wieder zu meinem früheren Mann gehen; denn damals ging es mir besser als jetzt. 10Aber sie will nicht erkennen, dass ich es bin,
2,10
5. Mose 7,12-13
der ihr Korn, Wein und Öl gegeben hat und viel Silber und Gold, das sie dem Baal zu Ehren gebraucht haben.

11Darum will ich mein Korn und meinen Wein mir wieder nehmen zu seiner Zeit und meine Wolle und meinen Flachs ihr entreißen, womit sie ihre Blöße bedeckt. 12Dann will ich

2,12
Jer 13,22
ihre Scham aufdecken vor den Augen ihrer Liebhaber, und niemand soll sie aus meiner Hand erretten. 13Und ich will ein Ende machen mit allen ihren Freuden, Festen, Neumonden, Sabbaten und allen ihren Feiertagen. 14Ich will ihre Weinstöcke und Feigenbäume verwildern lassen, weil sie sagt: »Das ist mein Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben.« Ich will eine Wildnis aus ihnen machen, dass die Tiere des Feldes sie fressen sollen. 15So will ich heimsuchen an ihr die Tage der Baale, an denen sie Räucheropfer darbringt und sich mit Stirnreifen und Halsbändern schmückt und ihren Liebhabern nachläuft, mich aber vergisst, spricht der HERR.

Gottes Treue überwindet Israels Untreue

16Darum siehe, ich will sie locken und will sie in die Wüste führen und

2,16
Jes 40,2
freundlich mit ihr reden. 17Dann will ich ihr von dorther ihre Weinberge geben und das
2,17
Jos 7,24-26
Tal Achor2,17 Siehe Sach- und Worterklärungen. zum Tor der Hoffnung machen. Und dorthin wird sie willig folgen wie zur Zeit ihrer Jugend, als sie aus Ägyptenland zog. 18Alsdann, spricht der HERR, wirst du mich nennen
2,18
Jes 54,5
»Mein Mann« und nicht mehr »Mein Baal«. 19Denn ich will die Namen der Baale von ihrem Munde wegtun, dass man ihrer Namen nicht mehr gedenken soll.

20Und

2,20
1. Mose 9,9-10
ich will zur selben Zeit für sie einen Bund schließen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und
2,20
Hes 34,25
will sie sicher wohnen lassen. 21Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit.
2,21
Offb 19,7
22Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben und du wirst
2,22
Jer 31,34
den HERRN erkennen. 23Zur selben Zeit will ich erhören, spricht der HERR, ich will den Himmel erhören, und der Himmel soll die Erde erhören, 24und die Erde soll Korn, Wein und Öl erhören, und diese sollen Jesreel erhören.2,24 »Jesreel« kann heißen »Gott sät ein« und meint die fruchtbare Ebene, zugleich aber (Vers 25) den Prophetensohn, der wiederum ganz Israel vertritt (vgl. Kap 1,4). 25Und ich will ihn mir in das Land einsäen und mich erbarmen über
2,25
Kap
Lo-Ruhama, und
2,25
Kap
ich will sagen zu Lo-Ammi: »Du bist mein Volk«, und er wird sagen: »Du bist mein Gott.«

3

Gottes Langmut wird sein Volk zurückgewinnen

31Und der HERR sprach zu mir:

3,1
Kap
Geh noch einmal hin und wirb um eine buhlerische und ehebrecherische Frau, wie denn der HERR um die Israeliten wirbt, obgleich sie sich zu fremden Göttern kehren und
3,1
Jer 7,17-18
Traubenkuchen lieben.

2Und ich kaufte sie mir für fünfzehn Silberstücke und fünfzehn Scheffel Gerste 3und sprach zu ihr: Lange Zeit sollst du bleiben, ohne zu huren und ohne einem Mann anzugehören, und auch ich will nicht zu dir eingehen. 4Denn lange Zeit werden die Israeliten ohne König und ohne Obere bleiben, ohne Opfer, ohne Steinmal, ohne Efod und ohne Hausgott.

3,4
2. Chr 15,3
5Danach werden sich die Israeliten bekehren und
3,5
Jer 30,9
Hes 34,23-24
den HERRN, ihren Gott, und ihren König David suchen und werden mit Zittern zu dem HERRN und seiner Gnade kommen in letzter Zeit.

4

Strafrede gegen die Priester und gegen den Götzendienst Israels

41Höret, ihr Israeliten, des HERRN Wort! Denn der HERR hat Ursache, zu schelten, die im Lande wohnen; denn es ist keine Treue, keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes im Lande, 2sondern Verfluchen, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhandgenommen, und eine Blutschuld kommt nach der andern. 3Darum wird das Land dürre stehen und alle seine Bewohner werden dahinwelken; auch die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer werden weggerafft.

4Doch soll man niemand schelten noch zurechtweisen, sondern allein dich, Priester, habe ich zu schelten. 5Darum sollst du bei Tage fallen, und der Prophet soll des Nachts neben dir fallen; auch deine Mutter will ich dahingeben. 6Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. Denn du hast die Erkenntnis verworfen; darum will ich dich auch verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Du vergisst das Gesetz deines Gottes; darum will auch ich deine Kinder vergessen.

7Je mehr ihrer werden, desto mehr sündigen sie gegen mich; darum will ich ihre Ehre zuschanden machen. 8Sie nähren sich von den

4,8
3. Mose 4,13-2127-35
6,19
Sündopfern meines Volks und sind begierig nach seiner Schuld. 9Darum soll es dem Priester gehen wie dem Volk; denn ich will sein Tun heimsuchen und ihm vergelten, wie er’s verdient: 10Sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben und sich nicht mehren, weil sie den HERRN verlassen haben und ihn nicht achten. 11Hurerei, Wein und Trunk machen toll.

12Mein Volk

4,12
Jer 2,27
befragt sein Holz, und sein Stab soll ihm antworten; denn der
4,12
Kap
Geist der Hurerei verführt sie, dass sie mit ihrer Hurerei ihrem Gott weglaufen. 13Oben
4,13
Hes 6,13
auf den Bergen opfern sie, und auf den Hügeln räuchern sie unter den Eichen, Linden und Buchen; denn ihr Schatten erquickt. Darum werden eure Töchter auch zu Huren und eure Bräute zu Ehebrecherinnen. 14Ich will’s auch nicht wehren, wenn eure Töchter zu Huren und eure Bräute zu Ehebrecherinnen werden, weil
4,14
Kap
ihr selbst abseits geht mit den Huren und mit den Tempeldirnen opfert und so das törichte Volk zu Fall kommt.

15Willst du, Israel, schon huren, so soll Juda sich nicht auch verschulden!

4,15
Am 5,5
Geht nicht hin nach Gilgal und kommt nicht hinauf nach
4,15
Kap
Bet-Awen und
4,15
Am 8,14
schwört nicht: So wahr der HERR lebt!

16Denn Israel läuft dahin wie eine tolle Kuh; soll da der HERR sie weiden lassen wie ein Lamm auf freiem Feld? 17Ephraim hat sich zu den Götzen gesellt; so lass es hinfahren. 18Sie haben sich der Schwelgerei und Hurerei ergeben; ihre Schamlosen haben Lust an der Schande. 19Der Wind mit seinen Flügeln wird sie fassen, und über ihrem Opfer sollen sie zuschanden werden.