Lutherbibel 1984 (LU84)
12

Der Stammvater Jakob als Urbild seines Volkes

121In Ephraim ist allenthalben Lüge wider mich und im Hause Israel falscher Gottesdienst. Aber auch Juda hält nicht fest an Gott und an dem Heiligen, der treu ist. 2Ephraim weidet Wind und läuft dem Ostwind nach, und täglich mehrt es die Lüge und Gewalttat.

12,2
Kap
Sie schließen mit Assur einen Bund und bringen Öl nach Ägypten. 3Darum wird der HERR mit Juda rechten. Er wird Jakob heimsuchen nach seinem Wandel und ihm vergelten nach seinem Tun.

4Er hat schon

12,4
1. Mose 25,2226
im Mutterleibe seinen Bruder betrogen und
12,4
1. Mose 32,25-29
im Mannesalter mit Gott gekämpft. 5Er kämpfte mit dem Engel und siegte, er weinte und bat ihn. Dann hat er ihn zu
12,5
1. Mose 35,15
Bethel gefunden und dort mit ihm geredet 6– der HERR ist der Gott Zebaoth,
12,6
Ps 83,19
HERR ist sein Name –. 7So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

8Wie Kanaans Händler hat Ephraim eine falsche Waage in seiner Hand und betrügt gern; 9denn er spricht:

12,9
Offb 3,17
Ich bin reich, ich habe genug! Bei all meinen Mühen wird man keine Schuld an mir finden, die Sünde ist.

10

12,10
Kap
Ich aber, der HERR, bin dein Gott von Ägyptenland her und will dich wieder in Zelten wohnen lassen wie in der Wüstenzeit. 11Ich rede wieder zu den Propheten, und ich bin’s, der viel Offenbarung gibt und durch die Propheten sich kundtut.

Auf Israels Götzendienst folgt Israels Untergang

12In

12,12
Kap
Gilead verüben sie Gräuel, darum werden sie zunichte; und zu
12,12
Kap
Gilgal opfern sie Stiere, darum sollen ihre Altäre werden wie Steinhaufen an den Furchen im Felde.

13

12,13
1. Mose 27,43
28,5
Jakob musste fliehen in das Land Aram, und
12,13
1. Mose 29,20
Israel musste um eine Frau dienen, um eine Frau musste er die Herde hüten. 14Aber hernach
12,14
2. Mose 3,10
führte der HERR durch einen Propheten Israel aus Ägypten, und durch einen Propheten ließ er sie hüten.

15Nun aber hat ihn Ephraim bitter erzürnt; darum wird ihr Blut über sie kommen, und ihr Herr wird ihnen vergelten die Schmach, die sie ihm antun.

13

Gottes Gericht über Ephraim

131Solange Ephraim nach meinem Gebot redete, war er erhoben in Israel. Danach versündigte er sich durch Baal und starb dahin. 2Dennoch sündigen sie weiter: Aus ihrem Silber

13,2
Jes 44,10
gießen sie Bilder, wie sie sich’s erdenken, Götzen, die doch nur Schmiedewerk sind. Dann sagen sie von ihnen: Wer die Kälber küssen will, der soll Menschen opfern. 3Darum werden sie sein
13,3
Kap
wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht; ja,
13,3
Ps 1,4
wie Spreu, die von der Tenne verweht wird, und wie Rauch aus dem Fenster.

4Ich aber

13,4
2. Mose 20,2-3
bin der HERR, dein Gott, von Ägyptenland her, und du solltest keinen andern Gott kennen als mich und keinen Heiland als allein mich. 5Ich
13,5
Kap
nahm mich ja deiner an in der Wüste, im dürren Lande. 6Aber als sie geweidet wurden, dass sie satt wurden und genug hatten, erhob sich ihr Herz; darum vergessen sie mich.
13,6
5. Mose 32,15

7So will ich für sie

13,7
Kap
wie ein Löwe werden und wie ein Panther am Wege auf sie lauern. 8Ich will sie anfallen wie eine Bärin, der ihre Jungen genommen sind, und will ihr verstocktes Herz zerreißen und will sie dort wie ein Löwe fressen; die wilden Tiere sollen sie zerreißen.

9Israel,

13,9
Jer 2,17
du bringst dich ins Unglück; denn dein Heil steht allein bei mir. 10
13,10-11
1. Sam 8,5-9
Wo ist dein König, der dir helfen kann in allen deinen Städten, und deine Richter, von denen du sagtest: Gib mir einen König und Obere? 11Ich gebe dir Könige in meinem Zorn und will sie dir nehmen in meinem Grimm.

12Die Schuld Ephraims ist zusammengebunden, und seine Sünde ist sicher verwahrt. 13Wehen kommen, dass er geboren werden soll, aber er ist ein unverständiges Kind: Wenn die Zeit gekommen ist, so will er den Mutterschoß nicht durchbrechen. 14Aber ich will sie aus dem Totenreich erlösen und

13,14
2. Tim 1,10
Offb 20,14
21,4
vom Tode erretten.
13,14
1. Kor 15,54-55
Tod, ich will dir ein Gift sein; Totenreich, ich will dir eine Pest sein; Rache kenne ich nicht mehr.

Samarias Zerstörung

15Denn wenn Ephraim auch zwischen Brüdern Frucht bringt, so wird doch ein Ostwind vom HERRN aus der Wüste herauffahren, dass sein Brunnen vertrocknet und seine Quelle versiegt, und er wird rauben seinen Schatz, alles kostbare Gerät.

14

141Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und

14,1
2. Kön 15,16
ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden.

Mahnung zur Umkehr und Verheißung des kommenden Heils

2

14,2
Kap
Bekehre dich, Israel, zu dem HERRN, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Schuld willen. 3Nehmt diese Worte mit euch und bekehrt euch zum HERRN und sprecht zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tu uns wohl, so wollen wir
14,3
Hebr 13,15
opfern die Frucht unserer Lippen. 4Assur soll uns nicht helfen; wir wollen nicht mehr auf Rossen reiten, auch nicht mehr sagen zu den Werken unserer Hände: »Ihr seid unser Gott.« Denn bei dir finden die Verwaisten Gnade.

5So will ich ihre Abtrünnigkeit wieder heilen; gerne will ich sie lieben; denn mein Zorn soll sich von ihnen wenden. 6Ich will für Israel wie ein Tau sein, dass es blühen soll wie eine Lilie, und seine Wurzeln sollen ausschlagen wie eine Linde 7und seine Zweige sich ausbreiten, dass es so schön sei wie ein Ölbaum und so guten Geruch gebe wie die Linde. 8Und sie sollen wieder unter meinem Schatten sitzen; von Korn sollen sie sich nähren und blühen wie ein Weinstock. Man soll sie rühmen wie den Wein vom Libanon.

9Ephraim, was sollen dir weiter die Götzen? Ich will dich erhören und führen, ich will sein wie eine grünende Tanne; von mir erhältst du deine Früchte.

10Wer ist weise, dass er dies versteht, und klug, dass er dies einsieht? Denn die Wege des HERRN sind richtig und die Gerechten wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.