Lutherbibel 1984 (LU84)
10

Das Gericht über Königtum und Götzendienst

101Israel ist ein

10,1
Jer 2,21
üppig rankender Weinstock, der seine Frucht trägt. Aber je mehr Früchte er hatte, desto mehr Altäre machten sie; wo das Land am besten war, da richteten sie die schönsten
10,1
3. Mose 26,1
Steinmale auf. 2Ihr Herz ist falsch; nun wird sie ihre Schuld treffen. Ihre Altäre sollen zerbrochen und ihre Steinmale zerstört werden. 3Schon müssen sie sagen: Wir haben keinen König, denn wir fürchteten den HERRN nicht. Was kann uns der König nun helfen? 4Sie reden und schwören falsch und schließen Bündnisse, und ihr Recht grünt wie giftiges Kraut auf allen Furchen im Felde.

5Die Einwohner von Samaria sorgen sich um das Kalb zu

10,5
Kap
Bet-Awen. Sein Volk trauert darum, und seine Götzenpfaffen zittern um seine Herrlichkeit; denn sie wird von ihnen weggeführt. 6Ja, das Kalb wird nach Assyrien gebracht
10,6
Kap
zum Geschenk für den König Jareb. So muss Ephraim zuschanden werden und Israel beschämt sein trotz seiner Klugheit. 7Denn der König von Samaria ist dahin wie Schaum auf dem Wasser. 8Die Höhen zu Awen sind verwüstet, auf denen sich Israel versündigte;
10,8
Kap
Disteln und Dornen wachsen auf ihren Altären. Und sie werden sagen:
10,8
Lk 23,30
Offb 6,16
Ihr Berge, bedeckt uns!, und: Ihr Hügel, fallt über uns!

9Israel, du hast seit den

10,9
Kap
Tagen von Gibea gesündigt; dort standen sie gegen mich auf. Sollte darum nicht in Gibea der Krieg über sie kommen wegen der bösen Leute? 10Ich werde sie züchtigen nach meinem Willen; Völker sollen gegen sie versammelt werden, wenn ich sie strafen werde wegen ihrer zwiefachen Sünde. 11Ephraim war eine junge Kuh, daran gewöhnt, gern zu dreschen. Aber ich habe ihm ein Joch auf seinen schönen Nacken gelegt; ich will Ephraim einspannen; Juda soll pflügen und Jakob eggen.

12Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!

10,12
Jer 4,3
Pflüget ein Neues,
10,12
Jes 55,6
solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

13Ihr aber

10,13
Hiob 4,8
pflügt Böses und erntet Übeltat und esst Lügenfrüchte. Weil du dich nun verlässt auf deinen Weg und auf die Menge deiner Helden, 14darum soll sich ein Getümmel erheben in deinem Volk, dass alle deine Festungen zerstört werden, gleichwie Schalman zerstörte Bet-Arbeel damals im Krieg, als die Mutter zerschmettert wurde samt den Kindern. 15So soll’s euch zu Bethel auch ergehen um eurer großen Bosheit willen; schon früh am Morgen wird der König von Israel untergehen.

11

Gottes heilige Liebe

111Als Israel jung war,

11,1
5. Mose 7,8
hatte ich ihn lieb und
11,1
2. Mose 4,22-23
Mt 2,15
rief ihn, meinen Sohn, aus Ägypten; 2aber wenn man sie jetzt ruft, so wenden sie sich davon und opfern den Baalen und räuchern den Bildern. 3Ich lehrte Ephraim gehen und nahm ihn auf meine Arme; aber sie merkten’s nicht, wie ich ihnen half. 4Ich ließ sie ein menschliches Joch ziehen und in Seilen der Liebe gehen und half ihnen das Joch auf ihrem Nacken tragen und gab ihnen Nahrung, 5dass sie nicht wieder nach Ägyptenland zurückkehren sollten.

Nun aber muss Assur ihr König sein; denn sie wollen sich nicht bekehren. 6Darum soll das Schwert über ihre Städte kommen und soll ihre Riegel zerbrechen und sie fressen um ihres Vorhabens willen. 7Mein Volk ist müde, sich zu mir zu kehren, und wenn man ihnen predigt, so richtet sich keiner auf.

8Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim, und dich ausliefern, Israel? Wie kann ich dich preisgeben gleich

11,8
5. Mose 29,22
Adma und dich zurichten wie Zebojim?
11,8
Jer 31,20
Mein Herz ist andern Sinnes, alle meine Barmherzigkeit ist entbrannt. 9Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn noch Ephraim wieder verderben. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch und bin der Heilige unter dir und will nicht kommen, zu verheeren.
11,9
Klgl 3,31-36
10Alsdann wird man dem HERRN nachfolgen, und
11,10
Jer 25,30
er wird brüllen wie ein Löwe. Und wenn er brüllen wird, so werden zitternd herbeikommen
11,10
Kap
seine Söhne von Westen her. 11Und auch aus Ägypten kommen sie erschrocken wie Vögel und aus dem Lande Assur wie Tauben; und ich will sie wieder wohnen lassen in ihren Häusern, spricht der HERR.

12

Der Stammvater Jakob als Urbild seines Volkes

121In Ephraim ist allenthalben Lüge wider mich und im Hause Israel falscher Gottesdienst. Aber auch Juda hält nicht fest an Gott und an dem Heiligen, der treu ist. 2Ephraim weidet Wind und läuft dem Ostwind nach, und täglich mehrt es die Lüge und Gewalttat.

12,2
Kap
Sie schließen mit Assur einen Bund und bringen Öl nach Ägypten. 3Darum wird der HERR mit Juda rechten. Er wird Jakob heimsuchen nach seinem Wandel und ihm vergelten nach seinem Tun.

4Er hat schon

12,4
1. Mose 25,2226
im Mutterleibe seinen Bruder betrogen und
12,4
1. Mose 32,25-29
im Mannesalter mit Gott gekämpft. 5Er kämpfte mit dem Engel und siegte, er weinte und bat ihn. Dann hat er ihn zu
12,5
1. Mose 35,15
Bethel gefunden und dort mit ihm geredet 6– der HERR ist der Gott Zebaoth,
12,6
Ps 83,19
HERR ist sein Name –. 7So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

8Wie Kanaans Händler hat Ephraim eine falsche Waage in seiner Hand und betrügt gern; 9denn er spricht:

12,9
Offb 3,17
Ich bin reich, ich habe genug! Bei all meinen Mühen wird man keine Schuld an mir finden, die Sünde ist.

10

12,10
Kap
Ich aber, der HERR, bin dein Gott von Ägyptenland her und will dich wieder in Zelten wohnen lassen wie in der Wüstenzeit. 11Ich rede wieder zu den Propheten, und ich bin’s, der viel Offenbarung gibt und durch die Propheten sich kundtut.

Auf Israels Götzendienst folgt Israels Untergang

12In

12,12
Kap
Gilead verüben sie Gräuel, darum werden sie zunichte; und zu
12,12
Kap
Gilgal opfern sie Stiere, darum sollen ihre Altäre werden wie Steinhaufen an den Furchen im Felde.

13

12,13
1. Mose 27,43
28,5
Jakob musste fliehen in das Land Aram, und
12,13
1. Mose 29,20
Israel musste um eine Frau dienen, um eine Frau musste er die Herde hüten. 14Aber hernach
12,14
2. Mose 3,10
führte der HERR durch einen Propheten Israel aus Ägypten, und durch einen Propheten ließ er sie hüten.

15Nun aber hat ihn Ephraim bitter erzürnt; darum wird ihr Blut über sie kommen, und ihr Herr wird ihnen vergelten die Schmach, die sie ihm antun.