Lutherbibel 1984 (LU84)
9

Die Freude ist dahin, die Vergeltung ist da

91Du darfst dich nicht freuen, Israel, noch rühmen wie die Völker; denn du läufst mit deiner

9,1
Kap
Hurerei deinem Gott weg; gern nimmst du Hurenlohn auf allen Tennen. 2Darum sollen Tenne und Kelter sie nicht nähren, und der Wein soll ihnen fehlen. 3Sie sollen nicht bleiben im Lande des HERRN; sondern
9,3
Kap
Ephraim muss wieder nach Ägypten und muss in Assyrien Unreines essen. 4Dort werden sie dem HERRN kein Trankopfer vom Wein bringen, und ihre Schlachtopfer werden ihm nicht wohlgefällig sein. Ihr Brot soll sein wie das Brot der Trauernden, an dem unrein werden alle, die davon essen; denn ihr Brot müssen sie für sich allein essen, doch es soll nicht in des HERRN Haus gebracht werden. 5Was wollt ihr dann in den Festzeiten und an den Feiertagen des HERRN tun?

6Siehe, sie müssen fort wegen der Verwüstung. Ägypten wird sie sammeln und Memfis sie begraben.

9,6
Kap
Nesseln werden wachsen, wo jetzt ihr kostbares Silber ist, und Dornen in ihren Hütten. 7Die Zeit der Heimsuchung ist gekommen, die Zeit der Vergeltung; dessen wird Israel innewerden.

»Ein Narr ist der Prophet und wahnsinnig der Mann des Geistes!« Ja, um deiner großen Schuld und um der großen Anfeindung willen! 8Ephraim spähte wohl aus nach meinem Gott; aber nun stellen sie dem Propheten Fallen auf allen seinen Wegen, Anfeindung selbst im Hause seines Gottes. 9Tief verdorben ist ihr Tun wie in den

9,9
Kap
Tagen von Gibea; darum wird er ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden heimsuchen.

Israels Undank gegen Gottes Wohltaten

10Ich

9,10
5. Mose 32,10
fand Israel wie Trauben in der Wüste und sah eure Väter wie die ersten Feigen am Feigenbaum; aber hernach gingen sie zum
9,10
4. Mose 25,3
Baal-Peor und gelobten sich dem schändlichen Abgott und wurden so zum Gräuel wie ihre Liebhaber. 11Darum muss die Herrlichkeit Ephraims wie ein Vogel wegfliegen, dass sie weder gebären noch tragen noch schwanger werden sollen. 12Und wenn sie ihre Kinder auch großzögen, will ich sie doch kinderlos machen, sodass kein Mensch mehr da ist. Ja, weh ihnen, wenn ich von ihnen gewichen bin!

13Als ich Ephraim sah, war es

9,13
Hes 27,3
herrlich gepflanzt wie Tyrus; aber nun muss es seine Kinder herausgeben dem Totschläger. 14HERR, gib ihnen – was willst du ihnen geben? Gib ihnen unfruchtbare Leiber und versiegende Brüste! 15All ihre Bosheit geschieht zu Gilgal; dort werde ich ihnen feind. So will ich sie um ihres bösen Tuns willen aus meinem Hause stoßen und ihnen keine Liebe mehr erweisen; denn alle ihre Oberen sind abtrünnig.

16Ephraim ist geschlagen, seine Wurzel ist verdorrt, sodass sie keine Frucht mehr bringen können. Auch wenn sie gebären würden, will ich doch die ersehnte Frucht ihres Leibes töten. 17Mein Gott wird sie verwerfen, weil sie ihn nicht hören wollen, und sie sollen unter den Heiden umherirren.

10

Das Gericht über Königtum und Götzendienst

101Israel ist ein

10,1
Jer 2,21
üppig rankender Weinstock, der seine Frucht trägt. Aber je mehr Früchte er hatte, desto mehr Altäre machten sie; wo das Land am besten war, da richteten sie die schönsten
10,1
3. Mose 26,1
Steinmale auf. 2Ihr Herz ist falsch; nun wird sie ihre Schuld treffen. Ihre Altäre sollen zerbrochen und ihre Steinmale zerstört werden. 3Schon müssen sie sagen: Wir haben keinen König, denn wir fürchteten den HERRN nicht. Was kann uns der König nun helfen? 4Sie reden und schwören falsch und schließen Bündnisse, und ihr Recht grünt wie giftiges Kraut auf allen Furchen im Felde.

5Die Einwohner von Samaria sorgen sich um das Kalb zu

10,5
Kap
Bet-Awen. Sein Volk trauert darum, und seine Götzenpfaffen zittern um seine Herrlichkeit; denn sie wird von ihnen weggeführt. 6Ja, das Kalb wird nach Assyrien gebracht
10,6
Kap
zum Geschenk für den König Jareb. So muss Ephraim zuschanden werden und Israel beschämt sein trotz seiner Klugheit. 7Denn der König von Samaria ist dahin wie Schaum auf dem Wasser. 8Die Höhen zu Awen sind verwüstet, auf denen sich Israel versündigte;
10,8
Kap
Disteln und Dornen wachsen auf ihren Altären. Und sie werden sagen:
10,8
Lk 23,30
Offb 6,16
Ihr Berge, bedeckt uns!, und: Ihr Hügel, fallt über uns!

9Israel, du hast seit den

10,9
Kap
Tagen von Gibea gesündigt; dort standen sie gegen mich auf. Sollte darum nicht in Gibea der Krieg über sie kommen wegen der bösen Leute? 10Ich werde sie züchtigen nach meinem Willen; Völker sollen gegen sie versammelt werden, wenn ich sie strafen werde wegen ihrer zwiefachen Sünde. 11Ephraim war eine junge Kuh, daran gewöhnt, gern zu dreschen. Aber ich habe ihm ein Joch auf seinen schönen Nacken gelegt; ich will Ephraim einspannen; Juda soll pflügen und Jakob eggen.

12Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!

10,12
Jer 4,3
Pflüget ein Neues,
10,12
Jes 55,6
solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

13Ihr aber

10,13
Hiob 4,8
pflügt Böses und erntet Übeltat und esst Lügenfrüchte. Weil du dich nun verlässt auf deinen Weg und auf die Menge deiner Helden, 14darum soll sich ein Getümmel erheben in deinem Volk, dass alle deine Festungen zerstört werden, gleichwie Schalman zerstörte Bet-Arbeel damals im Krieg, als die Mutter zerschmettert wurde samt den Kindern. 15So soll’s euch zu Bethel auch ergehen um eurer großen Bosheit willen; schon früh am Morgen wird der König von Israel untergehen.

11

Gottes heilige Liebe

111Als Israel jung war,

11,1
5. Mose 7,8
hatte ich ihn lieb und
11,1
2. Mose 4,22-23
Mt 2,15
rief ihn, meinen Sohn, aus Ägypten; 2aber wenn man sie jetzt ruft, so wenden sie sich davon und opfern den Baalen und räuchern den Bildern. 3Ich lehrte Ephraim gehen und nahm ihn auf meine Arme; aber sie merkten’s nicht, wie ich ihnen half. 4Ich ließ sie ein menschliches Joch ziehen und in Seilen der Liebe gehen und half ihnen das Joch auf ihrem Nacken tragen und gab ihnen Nahrung, 5dass sie nicht wieder nach Ägyptenland zurückkehren sollten.

Nun aber muss Assur ihr König sein; denn sie wollen sich nicht bekehren. 6Darum soll das Schwert über ihre Städte kommen und soll ihre Riegel zerbrechen und sie fressen um ihres Vorhabens willen. 7Mein Volk ist müde, sich zu mir zu kehren, und wenn man ihnen predigt, so richtet sich keiner auf.

8Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim, und dich ausliefern, Israel? Wie kann ich dich preisgeben gleich

11,8
5. Mose 29,22
Adma und dich zurichten wie Zebojim?
11,8
Jer 31,20
Mein Herz ist andern Sinnes, alle meine Barmherzigkeit ist entbrannt. 9Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn noch Ephraim wieder verderben. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch und bin der Heilige unter dir und will nicht kommen, zu verheeren.
11,9
Klgl 3,31-36
10Alsdann wird man dem HERRN nachfolgen, und
11,10
Jer 25,30
er wird brüllen wie ein Löwe. Und wenn er brüllen wird, so werden zitternd herbeikommen
11,10
Kap
seine Söhne von Westen her. 11Und auch aus Ägypten kommen sie erschrocken wie Vögel und aus dem Lande Assur wie Tauben; und ich will sie wieder wohnen lassen in ihren Häusern, spricht der HERR.