Lutherbibel 1984 (LU84)
3

Christus höher als Mose

31Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und

3,1
Kap
Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus, 2der da treu ist dem, der ihn gemacht hat, wie auch
3,2
4. Mose 12,7
Mose in Gottes ganzem Hause. 3Er ist aber größerer Ehre wert als Mose, so wie der Erbauer des Hauses größere Ehre hat als das Haus. 4Denn jedes Haus wird von jemandem erbaut; der aber alles erbaut hat, das ist Gott. 5Und Mose zwar war treu in Gottes ganzem Hause als Knecht, zum Zeugnis für das, was später gesagt werden sollte, 6Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus.
3,6
Eph 2,19
1. Petr 2,5
Sein Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung festhalten.

Die verwirkte Gottesruhe

7Darum, wie der Heilige Geist spricht (Ps 95,7-11):

3,7
Kap
»Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, 8so verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tage der
3,8
2. Mose 17,7
4. Mose 20,2-5
Versuchung in der Wüste, 9wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch meine Werke gesehen vierzig Jahre lang. 10Darum wurde ich zornig über dieses Geschlecht und sprach: Immer irren sie im Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht, 11sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.«
3,11
Kap

12Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; 13sondern

3,13
1. Thess 5,11
ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. 14Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht
3,14
Kap
vom Anfang bis zum Ende festhalten. 15Wenn es heißt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah« – 16wer hat sie denn gehört und sich verbittert? Waren’s nicht alle, die von Ägypten auszogen mit Mose? 17Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War’s nicht über die, die sündigten und
3,17
4. Mose 14,29
1. Kor 10,10
deren Leiber in der Wüste zerfielen? 18Wem aber schwor er, dass sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den Ungehorsamen? 19Und wir sehen, dass sie nicht dahin kommen konnten wegen des Unglaubens.

4

Die verheißene Gottesruhe

41So lasst uns nun mit Furcht darauf achten, dass keiner von euch etwa zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, dass wir zu seiner Ruhe kommen. 2Denn es ist auch uns verkündigt wie jenen. Aber das Wort der Predigt half jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten. 3Denn wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe, wie er gesprochen hat (Ps 95,11):

4,3
Kap
»Ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.« Nun waren ja die Werke von Anbeginn der Welt fertig; 4denn so hat er an einer andern Stelle gesprochen vom siebenten Tag (1. Mose 2,2): »Und Gott ruhte am siebenten Tag von allen seinen Werken.« 5Doch an dieser Stelle wiederum: »Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.«

6Da es nun bestehen bleibt, dass einige zu dieser Ruhe kommen sollen, und die, denen es zuerst verkündigt ist, nicht dahin gekommen sind wegen des Ungehorsams, 7bestimmt er abermals einen Tag, ein

4,7
Kap
»Heute«, und spricht nach so langer Zeit durch David, wie eben gesagt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.« 8Denn
4,8
5. Mose 31,7
Jos 22,4
wenn Josua sie zur Ruhe geführt hätte, würde Gott nicht danach von einem andern Tag geredet haben. 9Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. 10Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist,
4,10
Offb 14,13
der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. 11So lasst uns nun bemüht sein,
4,11
Kap
zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall komme durch den gleichen Ungehorsam.

12Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und

4,12
Offb 2,12
schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
4,12
Jer 23,29
13Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Christus der wahre Hohepriester

14Weil wir denn einen großen

4,14
Kap
Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so
4,14
Kap
lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. 15Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der
4,15
Kap
versucht worden ist in allem wie wir,
4,15
Joh 8,46
doch ohne Sünde. 16Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
4,16
Röm 3,25
5,2

5

51Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. 2Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. 3Darum muss er wie für das Volk, so

5,3
3. Mose 9,7
auch für sich selbst opfern für die Sünden. 4Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern
5,4
2. Mose 28,1
er wird von Gott berufen wie auch Aaron. 5So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Ps 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6Wie er auch an anderer Stelle spricht (Ps 110,4):
5,6
Kap
»Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.«

7Und

5,7
Mt 26,39-46
er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt,
5,8
Phil 2,8
Gehorsam gelernt. 9Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden, 10genannt von Gott ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
5,10
Kap

Das Festhalten an der Verheißung

11Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer, weil ihr so harthörig geworden seid. 12Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch

5,12
1. Kor 3,1-3
1. Petr 2,2
Milch gebe und nicht feste Speise. 13Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn
5,13
Eph 4,14
er ist ein kleines Kind. 14Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.