Lutherbibel 1984 (LU84)
7

Mordechai deutet seinen Traum

(zu Est 10,3)

71Und Mordechai sagte: Gott hat das alles geschickt. 2Ich denke an meinen Traum; denn nichts davon ist unerfüllt geblieben. 3Die kleine Quelle, die ein großer Wasserstrom wurde, als die Sonne schien und es hell wurde, das ist Ester, die der König zur Gemahlin genommen und zur Königin gemacht hat. 4Die beiden Drachen sind ich und Haman. 5Die Völker, die zusammenkamen, sind die, die den Namen der Juden austilgen wollten. 6Mein Volk, das ist Israel, das zum Herrn rief; und der Herr half seinem Volk und erlöste uns aus allen diesen Nöten. Und er tat große Zeichen und Wunder unter den Völkern.

So hatte denn Gott einst zwei Lose7,6 In dem Wort »Lose« (hebr. purim) liegt eine Anspielung auf das Purimfest vor; vgl. 7,8 und Est 9,24. gemacht, eins für das Volk Gottes und das andere für alle übrigen Völker. Und diese beiden Lose kamen vor Gott, zur Zeit und zur Stunde und zum Tag des Gerichts, und zwar für alle Völker. Und Gott dachte an sein Volk und gab seinem Erbteil den Sieg.

7Und

7,7
Est 9,27
diese Tage soll man halten im Monat Adar, am vierzehnten und fünfzehnten Tag desselben Monats: mit allem Eifer und mit Freuden soll das Volk zusammenkommen; und es soll fortan so gehalten werden von Geschlecht zu Geschlecht im Volk Israel.

Die Nachschrift zur griechischen Übersetzung

(In früheren Bibelausgaben Kap 5)

8Im vierten Jahr des Königs Ptolemäus und der Kleopatra brachten Dositheus, der sich als Priester aus dem Stamm Levi vorstellte, und Ptolemäus, sein Sohn, dies

7,8
Est 9,29
Schreiben über das Purimfest und sagten, dass es Lysimachus, ein Sohn des Ptolemäus, in Jerusalem übersetzt hätte.

1

Artaxerxes befiehlt, das jüdische Volk auszurotten

(zu Est 3,13)

11So lautete aber das Schreiben: Der Großkönig Artaxerxes1,1 Während das hebräische Buch Ester den König Ahasveros (griechisch = Xerxes, 485–465 v. Chr.) nennt, sprechen die griechische Übersetzung des Buches wie auch die Stücke zum Buch Ester von König Artaxerxes. entbietet den Statthaltern der hundertundsiebenundzwanzig Provinzen vom Indus bis zum Nil und den Fürsten, die seiner Herrschaft untertan sind, seinen Gruß.

2Obwohl ich über viele Völker herrsche und über die ganze Erde Gewalt habe, wollte ich doch nicht überheblich werden in meiner Macht, sondern war darauf bedacht, meine Untertanen gnädig und mild zu regieren, damit ein jeder ohne Furcht

1,2
1. Tim 2,2
in Ruhe leben und den lieben Frieden genießen könnte, nach dem jedermann verlangt. 3Daher überlegte ich mit meinen Ratgebern, wie das geschehen könnte. Da wies mich Haman, mein besonnenster, ergebenster und getreuester Ratgeber, der nach dem König der Höchste ist, darauf hin, dass es ein Volk gibt, über die ganze Erde zerstreut, das seine besonderen Gesetze hält und dadurch überall zu Land und Leuten im Gegensatz steht, die Gebote der Könige unablässig missachtet und Frieden und Einigkeit im Reich durch seinen Eigensinn verhindert.

4Wir vernahmen also, dass sich ein einziges Volk gegen alle Welt stellt,

1,4
5. Mose 4,8
verkehrte Gesetze hält und
1,4
Dan 3,8-12
unsern Geboten ungehorsam ist, wodurch es großen Schaden tut und
1,4
2. Makk 14,6-10
Apg 17,6
Frieden und Einigkeit in unserm Reich stört. Deshalb haben wir befohlen: Alle, die Haman,
1,4
1. Mose 41,4043
der Höchste nach dem König, der über alle Provinzen gesetzt ist und den wir wie einen Vater ehren, benennen wird, sollen mit Weib und Kind durchs Schwert der Feinde ohne alles Erbarmen umgebracht und niemand verschont werden, und zwar am vierzehnten Tag im Adar, dem zwölften Monat, in diesem Jahr. So sollen diese ruchlosen Menschen an einem einzigen Tag erschlagen werden und damit unserm Reich den Frieden zurückgeben, den sie gestört haben.