Lutherbibel 1984 (LU84)
20

Schebas Aufstand

201Es traf sich aber, dass dort ein ruchloser Mann war, der hieß Scheba, ein Sohn Bichris, ein Benjaminiter. Der blies die Posaune und sprach:

20,1
1. Kön 12,16
Wir haben kein Teil an David noch Erbe am Sohn Isais. Ein jeder gehe in sein Zelt, Israel! 2Da fiel jedermann in Israel von David ab und sie folgten Scheba, dem Sohn Bichris. Aber die Männer von Juda hingen ihrem König an und geleiteten ihn vom Jordan bis Jerusalem.

3Als aber der König David heimkam nach Jerusalem, nahm er

20,3
Kap
die zehn Nebenfrauen, die er zurückgelassen hatte, um das Haus zu bewahren, und tat sie in ein besonderes Haus und versorgte sie; aber er ging nicht ein zu ihnen. Und so waren sie eingeschlossen bis an ihren Tod und lebten wie Witwen.

4Und der König sprach zu Amasa: Ruf mir alle Männer von Juda auf den dritten Tag zusammen und du sollst dann auch hier stehen. 5Und Amasa ging hin, um Juda zusammenzurufen; aber er blieb über die Zeit hinaus, die ihm bestimmt war. 6Da sprach David zu Abischai: Nun wird uns Scheba, der Sohn Bichris, mehr Schaden tun als Absalom. Nimm du die Männer deines Herrn und jage ihm nach, damit er nicht etwa für sich feste Städte gewinne und entreiße sie vor unsern Augen. 7Da zogen die Männer Joabs aus und folgten Abischai, dazu die

20,7
Kap
Kreter und Pleter und alle Helden. Sie zogen aber aus von Jerusalem, um Scheba, dem Sohn Bichris, nachzujagen.

8Als sie aber bei dem großen Stein bei Gibeon waren, war Amasa vor ihnen angekommen. Joab aber trug einen Waffenrock und darüber einen Gürtel mit einem Dolch; der war befestigt an seiner Hüfte in der Scheide, und wenn diese heraustrat, entfiel ihr der Dolch. 9Und Joab sprach zu Amasa: Friede mit dir, mein Bruder! Und Joab fasste mit seiner rechten Hand Amasa bei dem Bart,

20,9
Mt 26,48-50
um ihn zu küssen. 10Und
20,10
1. Kön 2,5
Amasa hatte nicht acht auf den Dolch in der linken Hand Joabs. Der stach ihn damit in den Bauch, sodass seine Eingeweide auf die Erde fielen, und gab ihm keinen Stich mehr und er starb. Joab aber und sein Bruder Abischai jagten Scheba, dem Sohn Bichris, nach.

11Und es trat ein Mann von den Leuten Joabs neben ihn und rief: Wer’s mit Joab hält und für David ist, der folge Joab nach! 12Amasa aber lag in seinem Blut mitten auf der Straße. Als aber der Mann sah, dass alles Volk da stehen blieb, wälzte er Amasa von der Straße auf den Acker und warf Kleider auf ihn, weil er sah, dass jeder stehen blieb, der an ihm vorbeikam.

13Als er nun von der Straße weggeschafft war, folgte jedermann Joab nach, um Scheba, dem Sohn Bichris, nachzujagen. 14Und der zog durch alle Stämme Israels bis Abel-Bet-Maacha, und es versammelten sich alle Bichriter und folgten ihm nach. 15Aber die Leute Joabs kamen und belagerten ihn in Abel-Bet-Maacha und schütteten einen Wall gegen die Stadt auf, dass er bis an die Vormauer reichte, und stürmten und wollten die Mauer niederwerfen.

16Da rief eine kluge Frau aus der Stadt: Hört her! Hört her! Sprecht zu Joab: Komm hierher, ich will mit dir reden. 17Und als er zu ihr kam, sprach die Frau: Bist du Joab? Er sprach: Ja. Sie sprach zu ihm: Höre die Rede deiner Magd. Er sprach: Ich höre. 18Sie sprach: Vorzeiten sagte man: Man frage doch nach in Abel und in Dan, so geht es gut aus; 19ich bin eine von den friedsamen und treuen Städten in Israel, und du willst eine Stadt und Mutter in Israel zugrunde richten? Warum willst du das

20,19
5. Mose 32,9
Erbteil des HERRN verderben?

20Joab antwortete: Das sei ferne, das sei ferne von mir, dass ich verderben und vernichten will! So steht es nicht! 21Sondern ein Mann vom Gebirge Ephraim mit Namen Scheba, der Sohn Bichris, hat sich empört gegen den König David. Gebt ihn allein heraus, so will ich von der Stadt abziehen. Die Frau sprach zu Joab: Siehe, sein Kopf soll zu dir über die Mauer geworfen werden. 22Und die Frau beredete das ganze Volk mit ihrer Klugheit. Und sie hieben Scheba, dem Sohn Bichris, den Kopf ab und warfen ihn zu Joab hinaus. Da blies er die Posaune und sie zogen ab von der Stadt und zerstreuten sich, ein jeder in sein Zelt. Joab aber kam zurück nach Jerusalem zum König.

Beamte in Davids Reich

23

20,23-26
Kap
Joab aber war über das ganze Heer Israels gesetzt, Benaja, der Sohn Jojadas, über die Kreter und Pleter. 24Adoniram war über die Fronarbeiter gesetzt. Joschafat, der Sohn Ahiluds, war Kanzler. 25Schewa war Schreiber, Zadok und Abjatar waren Priester. 26Auch Ira, der Jaïriter, war Davids Priester.

21

Die Vollendung des Gerichts am Hause Sauls

211Es war eine Hungersnot zu Davids Zeiten drei Jahre nacheinander. Und David suchte das Angesicht des HERRN und der HERR sprach: Auf Saul und auf seinem Hause liegt eine Blutschuld, weil er die Gibeoniter getötet hat. 2Da ließ der König die Gibeoniter rufen und sprach mit ihnen. Die Gibeoniter aber gehörten nicht zu den Israeliten, sondern waren übrig geblieben von den Amoritern. Und

21,2
Jos 9,31519
die Israeliten hatten einen Bund mit ihnen geschlossen; jedoch suchte Saul sie auszurotten in seinem Eifer für Israel und Juda.

3Da sprach David zu den Gibeonitern: Was soll ich für euch tun? Und womit soll ich Sühne schaffen, dass ihr das

21,3
5. Mose 32,9
Erbteil des HERRN segnet? 4Die Gibeoniter sprachen zu ihm: Es ist uns nicht um Gold noch Silber zu tun bei Saul und seinem Hause, auch steht es uns nicht zu, jemand zu töten in Israel. Er sprach: Was wollt ihr dann, dass ich für euch tun soll? 5Sie sprachen zum König: Von dem Mann, der uns zunichtegemacht hat und der uns vertilgen wollte, dass uns nichts bleibe in allen Landen Israels – 6aus seinem Hause gebt uns sieben Männer, damit wir sie
21,6
5. Mose 21,22-23
aufhängen vor dem HERRN in Gibeon, auf dem Berge des HERRN. Der König sprach: Ich will sie euch herausgeben.

7Aber der König verschonte Mefi-Boschet21,7 Der Name lautet in 1. Chr 8,34; 9,40 Merib-Baal., den Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls,

21,7
1. Sam 20,15-17
um des Eides willen, den David und Jonatan, der Sohn Sauls, einander vor dem HERRN geschworen hatten. 8Aber die beiden Söhne der
21,8
Kap
Rizpa, der Tochter Ajas, die sie Saul geboren hatte, Armoni und Mefi-Boschet, dazu die fünf Söhne der Merab, der Tochter Sauls, die sie dem
21,8
1. Sam 18,19
Adriël geboren hatte, dem Sohn Barsillais aus Mehola, nahm der König 9und gab sie in die Hand der Gibeoniter. Die hängten sie auf dem Berge vor dem HERRN auf. So kamen diese sieben auf einmal um und starben in den ersten Tagen der Ernte, wenn die Gerstenernte anfängt.

David lässt die Gebeine Sauls und seiner Nachkommen bestatten

10Da nahm Rizpa, die Tochter Ajas, ein Sackgewand und breitete es für sich aus auf dem Fels am Anfang der Ernte, bis Regen vom Himmel auf die Toten troff, und ließ am Tage die Vögel des Himmels nicht an sie kommen noch des Nachts die Tiere des Feldes. 11Und es wurde David angesagt, was Rizpa, die Tochter Ajas, Sauls Nebenfrau, getan hatte. 12Und David ging hin und nahm die Gebeine Sauls und die Gebeine seines Sohnes Jonatan von den Bürgern von Jabesch in Gilead.

21,12
1. Sam 31,12
Die hatten sie vom Platz am Tor Bet-Scheans heimlich weggenommen, wohin die Philister sie gehängt hatten zu der Zeit, da die Philister Saul schlugen auf dem Berge Gilboa. 13Und David brachte sie von dort herauf, und sie sammelten die Gebeine der Gehängten 14und begruben sie mit den Gebeinen Sauls und seines Sohnes Jonatan im Lande Benjamin in Zela im Grabe seines Vaters Kisch und taten alles, wie der König geboten hatte.
21,14
Kap
Danach wurde Gott dem Lande wieder gnädig.

Heldentaten der Krieger Davids

(vgl. 1. Chr 20,4-8)

15Es erhob sich aber wieder ein Krieg der Philister mit Israel. Und David zog hinab und seine Männer mit ihm und sie blieben in Gob, um mit den Philistern zu kämpfen. Und David wurde müde. 16Aber da war einer der Riesensöhne und das Gewicht seines Speers war dreihundert Lot Kupfer, dazu hatte er eine neue Rüstung. Der wollte David erschlagen. 17Aber

21,17
Kap
Abischai, der Sohn der Zeruja, half David und schlug den Philister tot. Da beschworen David seine Männer und sprachen: Du sollst nicht mehr mit uns ausziehen in den Kampf, damit nicht die
21,17
Kap
Leuchte in Israel verlischt.

18Danach erhob sich noch ein Krieg bei Gob mit den Philistern. Da erschlug Sibbechai, der Huschatiter, den Saf, der auch einer vom Geschlecht der Riesen war. 19Und es erhob sich noch ein Krieg bei Gob mit den Philistern. Da erschlug Elhanan, der Sohn Jaïrs aus Bethlehem, den Goliat, den Gatiter; der hatte einen

21,19
1. Sam 17,7
Spieß, dessen Schaft war wie ein Weberbaum.

20Und es erhob sich noch ein Krieg bei Gat. Da war ein langer Mann, der hatte sechs Finger an seinen Händen und sechs Zehen an seinen Füßen, das sind vierundzwanzig an der Zahl, und auch er war vom Geschlecht der Riesen. 21Und

21,21
1. Sam 17,10
als er Israel hohnsprach, erschlug ihn Jonatan, der Sohn Schammas, der ein Bruder Davids war. 22Diese vier stammten vom Geschlecht der Riesen in Gat und fielen durch die Hand Davids und seiner Kriegsleute.

22

Davids Danklied

(Ps 18,1-51)

221Und David redete vor dem HERRN die Worte dieses Liedes zur Zeit, als ihn der HERR errettet hatte aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls, und sprach:

2Der HERR ist mein Fels und meine Burg

und mein Erretter.

3Gott ist mein Hort, auf den ich traue,

mein Schild und Berg meines Heils,

mein Schutz und meine Zuflucht,

mein Heiland, der du mir hilfst vor Gewalt.

4Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten,

so werde ich vor meinen Feinden errettet.

5Es hatten mich umfangen die Wogen des Todes,

und die Fluten des Unheils erschreckten mich.

6Des Totenreichs Bande umfingen mich,

und des Todes Stricke überwältigten mich.

7Als mir angst war, rief ich den HERRN an

und schrie zu meinem Gott.

Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel,

und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.

8Die Erde bebte und wankte,

die Grundfesten des Himmels bewegten sich und bebten, da er zornig war.

9Rauch stieg auf von seiner Nase

und verzehrend Feuer aus seinem Munde, Flammen sprühten von ihm aus.

10Er neigte den Himmel und fuhr herab,

und Dunkel war unter seinen Füßen.

11Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher,

und er schwebte auf den Fittichen des Windes.

12Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt

und schwarze, dicke Wolken.

13Aus dem Glanz vor ihm brach hervor

flammendes Feuer.

14Der HERR donnerte vom Himmel,

und der Höchste ließ seine Stimme erschallen.

15Er schoss seine Pfeile und streute sie aus,

er sandte Blitze und jagte sie dahin.

16Da sah man das Bett des Meeres,

und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt

bei dem Schelten des HERRN,

vor dem Odem und Schnauben seines Zornes.

17Er streckte seine Hand aus von der Höhe und fasste mich

und zog mich aus großen Wassern.

18Er errettete mich von meinen starken Feinden,

von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren;

19sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks,

aber der HERR ward mein Halt.

20Er führte mich hinaus ins Weite,

er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

21Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit;

er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände.

22Denn ich halte die Wege des HERRN

und bin nicht gottlos wider meinen Gott.

23Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen,

und seine Gebote werfe ich nicht von mir,

24sondern ich bin ohne Tadel vor ihm

und hüte mich vor Schuld.

25Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit,

nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

26Gegen die Heiligen bist du heilig,

gegen die Treuen bist du treu,

27gegen die Reinen bist du rein,

und gegen die Verkehrten bist du verkehrt.

28Denn du hilfst dem elenden Volk,

und die Augen aller Stolzen erniedrigest du.

29Ja, du, HERR, bist meine Leuchte;

der HERR macht meine Finsternis licht.

30Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen

und mit meinem Gott über Mauern springen.

31Gottes Wege sind vollkommen,

des HERRN Worte sind durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

32Denn wer ist Gott, wenn nicht der HERR?

Und wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?

33Gott stärkt mich mit Kraft

und weist mir den rechten Weg.

34Er macht meine Füße gleich den Hirschen

und stellt mich auf meine Höhen.

35Er lehrt meine Hände streiten

und meinen Arm den ehernen Bogen spannen.

36Du gibst mir den Schild deines Heils,

und deine Huld macht mich groß.

37Du gibst meinen Schritten weiten Raum,

dass meine Knöchel nicht wanken.

38Meinen Feinden jagte ich nach und vertilgte sie,

und ich kehre nicht um, bis ich sie umgebracht habe.

39Ich brachte sie um und hab sie zerschmettert,

dass sie nicht mehr aufstehen können; sie sind unter meine Füße gefallen.

40Du hast mich gerüstet mit Stärke zum Streit;

du kannst mir unterwerfen, die sich gegen mich erheben.

41Du hast meine Feinde zur Flucht gewandt,

dass ich vernichte, die mich hassen.

42Sie sehen sich um – aber da ist kein Helfer –

nach dem HERRN, aber er antwortet ihnen nicht.

43Ich will sie zerstoßen zu Staub der Erde,

wie Dreck auf der Gasse will ich sie zerstäuben und zertreten.

44Du hast mir aus dem Aufruhr meines Volkes geholfen

und machst mich zum Haupt über Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir.

45Die Söhne der Fremde huldigen mir

und gehorchen mir mit gehorsamen Ohren.

46Die Söhne der Fremde verschmachten

und kommen mit Zittern aus ihren Burgen.

47Der HERR lebt, und gelobt sei mein Fels,

und Gott, der Fels meines Heils, sei hoch erhoben,

48der Gott, der mir Vergeltung schafft

und mir die Völker unterwirft.

49Er hilft mir aus von meinen Feinden.

Du erhöhst mich über die, die sich gegen mich erheben, vor dem Mann der Gewalttat rettest du mich.

50Darum will ich dir danken, HERR, unter den Heiden

und deinem Namen lobsingen,

51der seinem Könige großes Heil gibt

und Gnade erweist seinem Gesalbten, David und seinem Hause ewiglich.

Diese Webseite benutzt Cookies für ein verbessertes Nutzungserlebnis. Mehr Informationen[X]