Lutherbibel 1984 (LU84)
11

Judas Makkabäus besiegt Lysias

(vgl. 1. Makk 4,26-35)

111Als nun

11,1
Kap
Lysias, der Vormund und Vetter und Kanzler des Königs, dies alles erfuhr, ging es ihm sehr nahe. 2Und er zog in ganz kurzer Zeit achtzigtausend Mann und die ganze Reiterei zusammen und wandte sich gegen die Juden in der Absicht, Griechen in der Stadt Jerusalem anzusiedeln, 3den Tempel nach Art der andern Heidentempel abgabepflichtig zu machen und das Hohepriesteramt jährlich für Geld zu vergeben. 4Er bedachte aber nicht die Macht Gottes, sondern
11,4
Ps 147,10-11
pochte auf die Zehntausende zu Fuß und die Tausende zu Ross und auf die achtzig Elefanten.

5Als er nun nach Judäa kam, lagerte er sich vor einen festen Ort, Bet-Zur genannt, der etwa fünf Stunden von Jerusalem entfernt lag, und setzte ihm hart zu. 6Als aber Makkabäus und seine Leute hörten, dass er die Festungen belagerte, baten sie mit dem ganzen Volk unter Wehklagen und Tränen den Herrn,

11,6
2. Mose 23,20
einen guten Engel zu senden, der Israel helfen sollte. 7Und Makkabäus war der Erste, der die Waffen aufnahm, und er mahnte die andern, es mit ihm zusammen zu wagen und ihren Brüdern Hilfe zu bringen. 8So zogen sie mutig miteinander aus. Sobald sie aber hinaus aus der Stadt Jerusalem kamen, erschien ihnen einer hoch zu Ross in einem weißen Gewand und goldene Waffen schwingend und zog vor ihnen her. 9Da lobten sie alle den barmherzigen Gott und wurden in ihrer Zuversicht so gestärkt, dass sie bereit waren, nicht nur gegen Menschen, sondern auch gegen die wildesten Tiere und eiserne Mauern anzugehen.

10Sie rückten in bester Ordnung vor; denn sie hatten den Helfer, den ihnen der barmherzige Gott vom Himmel her gesandt hatte. 11Und sie griffen ihre Feinde an wie Löwen und erschlugen von ihnen elftausend zu Fuß und sechzehnhundert zu Ross 12und trieben die andern alle in die Flucht. Der größte Teil warf die Waffen fort und kam verwundet davon; Lysias selbst floh auch schimpflich und entkam.

Vertrag des Lysias mit den Juden

(vgl. 1. Makk 6,58-60)

13Lysias aber war kein uneinsichtiger Mann. Als er nun über die Schlacht nachdachte, die er verloren hatte, sah er ein, dass die Hebräer unüberwindlich waren, weil ihnen Gott der Allmächtige beistand. Deshalb sandte er zu ihnen und bot ihnen Frieden unter gerechten Bedingungen an 14und versprach ihnen, den König dahin zu bringen, dass er ihr guter Freund würde. 15Makkabäus ging auf alles ein, was Lysias anbot; denn er erkannte, dass es das Beste war. Und der König bewilligte alles, was Makkabäus dem Lysias wegen der Juden schriftlich vorgetragen hatte.

16Denn das Schreiben des Lysias an die Juden lautete: »Lysias entbietet dem Volk der Juden seinen Gruß. 17Johannes und Abschalom, eure Gesandten, haben das von euch unterzeichnete Schriftstück überbracht und um Antwort auf die darin gemachten Vorschläge gebeten. 18Was nun auch dem König vorzulegen gewesen ist, habe ich ihm berichtet, und er hat alles bewilligt, was sich annehmen ließ. 19Werdet ihr nun der Regierung Treue und Glauben halten, so will ich auch weiterhin bemüht sein, zu eurem Besten mitzuwirken. 20Über dies alles und über Einzelnes haben eure und meine Gesandten Befehl, sich mit euch zu besprechen. Gehabt euch wohl! 21Gegeben im 148. Jahr, am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dioskorus.«11,21 März 164 v. Chr.

Lysias vermittelt Frieden zwischen Antiochus V. Eupator und den Juden

(vgl. 1. Makk 6,60)

22Das Schreiben des Königs lautete: »König Antiochus entbietet seinem Bruder Lysias seinen Gruß. 23Nachdem unser Vater von hinnen geschieden und

11,23
Weish 14,15-20
ein Gott geworden ist, ist uns nichts lieber, als dass Friede in unserm Reich herrscht, damit alle sich um das Ihre kümmern können. 24Nun hören wir, dass die Juden
11,24
1. Makk 1,46-52
in den Übergang zu griechischen Sitten, wie ihn mein Vater forderte, nicht einwilligen, sondern bei ihrer Lebensweise bleiben wollen und deshalb bitten, dass man ihnen ihre Gesetze lässt. 25Weil wir es nun für gut ansehen, dass auch dies Volk in aller Ruhe lebt, so ist das unsre Meinung, dass man ihnen ihren Tempel wiedergibt und sie ihr Gemeinwesen führen lässt, wie es ihre Vorfahren gehalten haben. 26Du wirst also gut daran tun, wenn du Gesandte zu ihnen schickst und einen Vertrag mit ihnen schließt, damit sie unsere Entscheidung erfahren, guten Mutes werden und sich ihrer Angelegenheiten ohne alle Sorge annehmen können.«

27Das Schreiben des Königs an die Juden lautete: »König Antiochus entbietet dem Rat und der Gemeinde der Juden seinen Gruß. 28Wenn es euch allen gut ginge, so wäre uns das lieb; uns geht es auch gut. 29

11,29
Kap
Menelaus hat uns berichtet, dass ihr gern nach Haus und Hof zurückkehren und wieder euer Gewerbe betreiben möchtet. 30Darum soll für alle, die zwischen heute und dem dreißigsten Tag des Xanthikus zurückkehren werden, die Zusicherung gelten, 31dass die Juden unter dem Schutz der Straflosigkeit ihren eignen Tempeldienst und ihre eignen Gesetze ganz wie früher halten dürfen und dass niemand unter ihnen irgendwie für Ungesetzlichkeiten belangt werden soll, die er aus Unkenntnis begangen hat. 32Auch sende ich Menelaus, um euch gut zuzureden. 33Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«11,33 April 164 v. Chr.

Die Römer bieten ebenfalls ihre Vermittlung an

34Es schrieben aber auch die Römer den Juden wie folgt: »Quintus Memmius und Titus Manius, die Botschafter der Römer, entbieten dem Volk der Juden ihren Gruß. 35Allem, was euch Lysias, des Königs Vetter, zugestanden hat, stimmen auch wir zu. 36Über die Fragen aber, die er dem König vorlegen will, beratet euch untereinander und sendet sogleich jemand zu uns, damit wir sie darlegen, wie es für euch günstig ist; wir sind nämlich unterwegs nach Antiochia. 37Darum sendet eilends einige Leute, damit auch wir erfahren, was eure Meinung ist. 38Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«11,38 Vgl. Vers 33.

12

Die Juden werden weiterhin beunruhigt

121Nachdem diese Verträge abgeschlossen waren, begab sich Lysias zum König; die Juden aber wandten sich wieder dem Ackerbau zu. 2Aber von den Unterbefehlshabern ließen Timotheus und Apollonius, der Sohn des Gennäus, ferner Hieronymus und Demophon, dazu Nikanor, der Hauptmann über die Kriegsleute aus Zypern, sie nicht zu Ruhe und friedlicher Arbeit kommen.

Judas Makkabäus bestraft die Städte Joppe und Jamnia

3Leute von Joppe aber verübten eine himmelschreiende Tat: Sie beredeten die Juden, die bei ihnen wohnten, mit ihren Frauen und Kindern in bereitgestellte Boote zu steigen, als wären sie gut Freund mit ihnen. 4Das geschah aber auf allgemeinen Beschluss der Stadt. Als nun die Juden das annahmen, weil sie möglichst Frieden halten wollten und keinerlei Verdacht hegten, führte man sie auf die hohe See und ertränkte sie, nicht weniger als zweihundert Personen.

5Als nun Judas hörte, wie gräulich man an seinen Landsleuten gehandelt hatte, bot er seine Männer auf 6und rief zu Gott, dem gerechten Richter, und zog gegen die aus, die seine Brüder ermordet hatten, und zündete bei Nacht den Hafen an und verbrannte die Boote; und alle, die dahin geflohen waren, tötete er mit dem Schwert. 7Weil aber die Stadt selbst verschlossen war, zog er ab in der Absicht, bald wiederzukommen und die gesamte Bürgerschaft von Joppe auszurotten.

8Es wurde ihm aber mitgeteilt, dass die Leute von Jamnia das Gleiche mit den Juden vorhatten, die bei ihnen wohnten. 9Darum überfiel er auch sie bei Nacht und verbrannte den Hafen und alle Schiffe, sodass man das Feuer in Jerusalem sah, das doch zweihundertvierzig Stadien davon entfernt lag.

Judas Makkabäus bekämpft arabische Nomaden und den Timotheus

10Als Judas von dort neun Stadien weitergezogen war, weil er sich gegen Timotheus wenden wollte, warfen sich ihm Araber entgegen, nicht weniger als fünftausend Mann und fünfhundert Reiter. 11Es kam zu einem heftigen Kampf; doch Judas mit seinen Leuten behielt durch Gottes Hilfe den Sieg. Und da die Araber unterlegen waren, baten sie ihn um Frieden und versprachen, sie wollten ihm Vieh liefern und auch sonst Hilfe leisten. 12Judas bedachte, wie sie ihm in der Tat in vielem nützlich sein könnten, und sagte ihnen Frieden zu. Und als er ihnen das durch Handschlag besiegelt hatte, kehrten sie zu ihren Zelten zurück.

13Auch griff Judas eine Stadt an, die mit Wällen gut gesichert und mit einer Mauer umschlossen war und in der ein bunt gemischtes Volk wohnte; die hieß

12,13
1. Makk 5,2636
Kaspin. 14Ihre Einwohner verließen sich auf ihre festen Mauern und den großen Vorrat an Nahrung und benahmen sich unverschämt gegen Judas und seine Leute: Sie schmähten sie, ja, sie lästerten und führten frevelhafte Reden. 15Da riefen Judas und seine Leute zu dem mächtigen Herrscher aller Welt, der zu Josuas Zeiten ohne Mauerbrecher und Sturmgerät Jericho zum Einsturz gebracht hatte.
12,15
Jos 6,20
16Sie stürmten in wilder Wut gegen die Mauer an und eroberten nach Gottes Willen die Stadt und töteten unsagbar viele Menschen, sodass der Teich, der dabei lag und wohl zwei Stadien breit war, aussah wie lauter Blut.

17Danach zogen sie siebenhundertfünfzig Stadien weiter und kamen nach Charax zu den Juden, die man Tubianer nennt. 18Aber sie fanden Timotheus dort nicht; denn er hatte die Gegend verlassen, nachdem er dort nichts ausgerichtet, sondern nur eine Ortschaft stark besetzt hatte. 19Da machten sich zwei Hauptleute aus der Schar des Makkabäus auf, nämlich Dositheus und Sosipater, und brachten alle um, die Timotheus in der Festung zurückgelassen hatte, mehr als zehntausend Mann.

20Makkabäus aber stellte sein Kriegsvolk in mehreren Abteilungen auf und setzte jene beiden an ihre Spitze und zog gegen

12,20
1. Makk 5,37
Timotheus, der 120000 Mann zu Fuß und 2500 Reiter bei sich hatte. 21Als nun Timotheus erfuhr, dass Judas gegen ihn heranzog, schickte er Frauen und Kinder und den übrigen Tross fort nach Karnajim, einem Ort, der so tief im Gebirge lag, dass man ihn nicht belagern und nur schwer erreichen konnte.

22Als aber die Feinde die erste Abteilung des Judas sahen, überfiel sie Furcht und Schrecken, weil zugleich der vor ihnen erschien, der alle Dinge sieht; und sie wandten sich zur Flucht, der eine dahin, der andere dorthin, sodass sie sich selbst oft untereinander verwundeten und mit der Spitze des Schwerts durchbohrten. 23Judas aber drückte ungestüm nach und schlug die Gottlosen zusammen und brachte an die dreißigtausend von ihnen um.

24Timotheus selbst aber geriet den Leuten des Dositheus und Sosipater in die Hände und bat sie um Leben und Freiheit; denn er hätte viele ihrer Väter und Brüder in seiner Gewalt, und diese müssten sterben, wie er mit großer Übertreibung vorgab, wenn er getötet würde. 25Nachdem er sich nun feierlich verbürgt hatte, dass er sie bis zu einem bestimmten Tag wohlbehalten ihnen übergeben wollte, ließen sie ihn frei, um ihre Brüder zu retten.

26Danach zog Makkabäus gegen

12,26
1. Makk 5,43-44
Karnajim und den Tempel der Atargatis und machte fünfundzwanzigtausend Menschen nieder.

Judas Makkabäus erobert Efron und verschont Skythopolis

(vgl. 1. Makk 5,45-54)

27Nachdem sie besiegt und vernichtet waren, brach Judas gegen die feste Stadt Efron auf, in der Lysias und eine Bevölkerung aus mancherlei Stämmen wohnte. Die kräftige junge Mannschaft aber, die vor der Stadt stand, wehrte sich tapfer und drinnen hatten sie Geschütze und Geschosse genug. 28Da riefen die Juden zu dem Herrscher, der mit Gewalt die Stärke der Feinde zerbricht, und eroberten die Stadt und erschlugen von denen, die darin waren, an fünfundzwanzigtausend Menschen.

29Von dort brachen sie auf und zogen gegen Skythopolis, das sechshundert Stadien von Jerusalem entfernt liegt. 30Weil aber die Juden, die dort wohnten, den Bürgern von Skythopolis bezeugten, dass sie ihnen wohlgesinnt gewesen wären und ihnen in den schweren Zeiten alle Freundschaft bewiesen hätten, 31so dankten sie den Bürgern dafür und legten ihnen ans Herz, auch weiterhin gegen ihr Volk guten Willens zu sein. Dann zogen sie wieder nach Jerusalem, als das Wochenfest nahe bevorstand.

Judas Makkabäus siegt über Gorgias

(vgl. 1. Makk 5,65-66)

32Nach dem Fest, das auch Pfingsten genannt wird, zogen sie gegen Gorgias, den Befehlshaber von Idumäa. 33Der begegnete ihnen mit dreitausend Mann zu Fuß und vierhundert Reitern. 34Als man nun handgemein wurde, fielen einige Juden. 35Und Dositheus, ein Reiter aus der Schar des Bakenor, ein mutiger Mann, packte Gorgias und hielt ihn am Mantel und zog ihn mit Gewalt fort und wollte den Verfluchten lebendig gefangen nehmen. Aber ein Reiter aus Thrazien sprengte auf ihn zu und hieb ihm den Arm ab. So entkam Gorgias nach Marescha. 36Als nun Esri und seine Schar vom allzu langen Kampf müde wurden, rief Judas zum Herrn, er möge ihnen als Helfer erscheinen und an ihrer Spitze kämpfen, 37stimmte in der

12,37
Kap
Sprache der Väter unter Lobgesängen das Kriegsgeschrei an und stürmte auf die Leute des Gorgias unerwartet los und jagte sie in die Flucht.

38Und Judas zog mit dem Heer in die Stadt Adullam; und weil der siebente Tag herbeigekommen war, reinigten sie sich nach dem Gesetz und hielten dort den Sabbat.

Sühnopfer für Gefallene, die Schuld auf sich geladen hatten

39Am Tage danach zogen die Leute des Judas aus, weil es schon höchste Zeit geworden war, um die Toten zu holen und in den Gräbern der Väter bei ihren Verwandten zu bestatten. 40Da fanden sie bei jedem der Erschlagenen unter dem Hemd Abbilder der Götzen von Jamnia, die den Juden im Gesetz verboten sind. Da wurde es allen deutlich, dass sie um dieser Schuld willen gefallen waren.

12,40
2. Mose 20,4-5
41Da priesen alle den Herrn, den gerechten Richter, der das Verborgene an den Tag bringt. 42Dann wandten sie sich zum gemeinsamen Gebet und flehten, dass diese Sünde gänzlich getilgt werden möchte. Und der edle Judas ermahnte die Menge, sich fortan vor Sünden zu hüten, weil sie nun mit eignen Augen sehen könnten, dass diese um ihrer Sünde willen gefallen wären.

43

12,43-46
Kap
Danach brachte er durch eine Sammlung an die zweitausend Drachmen in Silber zusammen; die schickte er nach Jerusalem zum Sündopfer. Und er tat gut und löblich daran, weil er an die Auferstehung dachte. 44Wenn er nicht erwartet hätte, dass die Gefallenen auferstehen würden, so wäre es überflüssig, ja töricht gewesen, für Tote zu bitten.
12,44
1. Kor 15,29
45Sodann aber bedachte er auch, dass denen, die als fromme Leute entschlafen, die herrlichste Gnadengabe bereitet ist; das ist ein frommer und heiliger Gedanke. 46Darum hat er auch für diese Toten ein Sühnopfer dargebracht, damit sie von ihrer Sünde erlöst würden.

13

Menelaus findet verdient einen schmählichen Tod

131

13,1-2
1. Makk 6,17
Im 149. Jahr13,1 164/163 v. Chr. kam es Judas und seinen Leuten zu Ohren, dass Antiochus Eupator mit einer großen Heeresmacht gegen Judäa heranzöge 2und Lysias, sein Vormund und Kanzler, mit ihm, und zwar jeder mit einem griechischen Heer von 110000 Mann zu Fuß und 5300 zu Ross und zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen.

3Und

13,3
Kap
Menelaus schlug sich auch auf ihre Seite und redete auf Antiochus ein zum Verderben seines Vaterlands und verschwieg seine Hoffnung, dadurch das Hohepriesteramt wieder zu erlangen. 4Aber der
13,4
1. Tim 6,15
König aller Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen diesen Frevler. Denn Lysias legte ihm dar, dass Menelaus die Ursache aller dieser Unruhen wäre; darum ließ der König ihn nach Beröa führen und so, wie es dort der Brauch ist, töten.

5Denn es war ein Turm da, fünfzig Ellen hoch, voll glühender Asche; und über der Asche war eine umlaufende Rampe, die überall zur Asche hin steil abfiel. 6Dorthin trieb die Volksmenge jeden, der des Tempelraubs schuldig war oder andere große Verbrechen begangen hatte, sodass er umkam. 7Eines solchen Todes musste auch der abtrünnige Menelaus sterben und ohne Grab bleiben. 8Und es geschah ihm recht. Denn weil er sich so oft an dem Altar, dessen Feuer und Asche heilig sind, versündigt hatte, musste er auch in der Asche den Tod finden.

13,8
Weish 11,16

Judas Makkabäus siegt bei Modeïn durch einen Überfall

(vgl. 1. Makk 6,28; 6,32-46)

9Der König aber wurde so zornig wie ein Wilder, zog heran und wollte den Juden noch Schrecklicheres antun, als unter seinem Vater geschehen war. 10Das erfuhr Judas und gebot dem ganzen Volk, sie sollten Tag und Nacht den Herrn anrufen, damit er ihnen jetzt, wie schon oft, gegen die helfen möchte, die ihnen das Gesetz, das Vaterland und den heiligen Tempel rauben wollten, 11und dass er das Volk, das sich kaum ein wenig erholt hatte, nicht in die Hände der ruchlosen Heiden geben möchte.

12Als sie das nun einhellig miteinander taten und den barmherzigen Gott unter Weinen und Fasten baten und drei Tage unaufhörlich auf der Erde lagen, ermunterte sie Judas und befahl ihnen, sich bereitzuhalten. 13Und als er und die Ältesten beisammen waren, beschloss er mit ihnen, er wollte, ehe der König mit seinem Heer nach Judäa kommen und die Stadt einnehmen könnte, ihm entgegenziehen und die Sache mit Gottes Hilfe enden. 14Und er vertraute sich dem

13,14
Kap
Schöpfer der Welt an und ermahnte seine Leute, sie sollten tapfer bis in den Tod kämpfen, um die Gesetze, den Tempel, die Stadt, das Vaterland und ihre eigne Ordnung zu erhalten.

15Und er lagerte sich bei Modeïn und gab ihnen diese Worte zur Losung: Gott gibt Sieg! Danach machte er sich bei Nacht auf mit den besten und auserlesensten jungen Kriegsleuten und überfiel die königliche Befestigung und erschlug im Lager an die zweitausend Mann und den Leitelefanten und den, der mit ihm im Stall war. 16Damit brachten sie zum Schluss großen Schrecken und Verwirrung in das ganze Lager und zogen glücklich davon 17am Morgen, als der Tag anbrach; denn Gott war ihr Helfer gewesen.

Antiochus V. Eupator belagert Bet-Zur

(vgl. 1. Makk 6,29-31; 6,47-50)

18Als aber der König verspürt hatte, dass die Juden so wagemutig waren, suchte er die Orte mit List in seine Gewalt zu bringen 19und zog vor die Festung der Juden Bet-Zur. Aber er wurde in die Flucht geschlagen, griff wieder an und richtete nichts aus; 20denn Judas hatte alles Nötige in die Festung geschickt. 21Es war aber einer unter den Juden, Rhodokus, der verriet den Feinden alles Geheime. Man suchte nach ihm, nahm ihn fest und warf ihn ins Gefängnis.

22Danach verhandelte der König wieder und schloss Frieden mit der Besatzung von Bet-Zur und zog davon; dann griff er Judas und seine Leute an und verlor die Schlacht.

Antiochus V. Eupator schließt Frieden mit den Juden

(vgl. 1. Makk 6,55-63)

23Und als Antiochus erfahren hatte, dass

13,23
1. Makk 6,14
Philippus, den er in Antiochia als Statthalter zurückgelassen hatte, abgefallen war, wurde er unsicher und sandte den Juden eine freundliche Botschaft, unterhandelte und schwor einen Eid und einigte sich mit ihnen zu gerechten Bedingungen. Er opferte und ehrte den Tempel und behandelte die Stadt freundlich. 24Er empfing auch Makkabäus und machte den Hegemonides zum Befehlshaber über das Land von Ptolemais bis zum Gebiet der Gerrener.

25Als aber der König nach Ptolemais kam, sahen die Ptolemaier den Vertrag nicht gern; denn sie fanden ihn unerträglich und wollten deswegen die Abmachungen aufheben. 26Da trat Lysias öffentlich auf und entschuldigte den König so viel als möglich und beredete sie, dass sie zufrieden waren, und beruhigte sie; danach kehrte er wieder nach Antiochia zurück.

So gingen Anmarsch und Abzug des Königs vor sich.