Lutherbibel 1984 (LU84)
9

Antiochus IV. Epiphanes stirbt trotz später Reue eines schrecklichen Todes

(vgl. 1. Makk 6,1-16)

91Um dieselbe Zeit musste Antiochus mit Schanden aus Persien abziehen. 2Denn als er in Persepolis eingerückt war und den Tempel zu plündern und die Stadt fest in die Hand zu bekommen versuchte, machten sich die Einwohner in Scharen auf und suchten Hilfe bei den Waffen; so kam es, dass Antiochus von ihnen zurückgeschlagen wurde und mit Schimpf und Schande abziehen musste.

3Als er nun in

9,3
Jdt 1,1
Ekbatana war, kam ihm zu Ohren, wie es Nikanor und den Leuten des Timotheus ergangen war. 4Zornentbrannt nahm er sich vor, die Schmach, die ihm von denen widerfahren war, die ihn in die Flucht geschlagen hatten, nunmehr an den Juden zu rächen. Darum gebot er dem Wagenlenker, Tag und Nacht zu fahren, um die Reise rasch hinter sich zu bringen. Doch das Gericht vom Himmel her schwebte schon über ihm. Denn in seiner Überheblichkeit hatte er gesagt: Sobald ich nach Jerusalem komme, mache ich aus der Stadt einen Totenacker für die Juden.
9,4
Spr 16,18

5Darum bestrafte ihn

9,5
Ps 33,13-16
der Herr, der alles sieht, der Gott Israels, mit einem inneren Leiden, das niemand heilen konnte. Denn sobald er das gesagt hatte, kam ihn ein solches Reißen im Leib an und ein so großes Grimmen in den Därmen, dass man ihm nicht helfen konnte.
9,5
Kap
6So geschah ihm eben recht, weil er andere Leute mit so vielen und bisher unerhörten Martern geplagt hatte. 7Dennoch ließ er von seinem wilden Trotz nicht ab, sondern wurde noch überheblicher und schnaubte Feuer und Flammen gegen die Juden und befahl, noch schneller zu fahren. Da stürzte er von dem dahinsausenden Wagen und tat einen so unglücklichen Fall, dass ihm alle Glieder seines Leibes verrenkt wurden. 8Da musste er, der soeben noch
9,8
Kap
in übermenschlicher Prahlerei meinte, er könnte den Wogen des Meeres gebieten und
9,8
Jes 40,12
die hohen Berge auf die Waagschale legen, nach einem einzigen Fall sich auf einer Sänfte tragen lassen, sodass alle an ihm die Gewalt Gottes erkannten.

9Es kam so weit, dass auch unzählige

9,9
Apg 12,23
Würmer aus dem Leibe des Gottlosen hervorkrochen und dass ihm noch bei lebendigem Leibe unter großen Schmerzen und Qualen ganze Stücke seines Fleisches abfielen und dass er so scheußlich stank, dass das ganze Heer darunter litt. 10Und ihn, der kurz zuvor noch gemeint hatte, er
9,10
Jes 14,13-17
könnte nach den Sternen am Himmel greifen, den konnte niemand mehr tragen wegen des Gestanks, der nicht auszuhalten war. 11Da begann er, schwer getroffen, von seiner Überheblichkeit abzulassen und zur Erkenntnis zu kommen, weil er von Gott so gegeißelt wurde und die Schmerzen jeden Augenblick größer wurden. 12Und als er zuletzt den Gestank selbst nicht mehr ertragen konnte, da sagte er:
9,12
Dan 4,27-34
Es ist recht, dass man sich Gott unterwirft und dass ein sterblicher Mensch nicht so vermessen ist, zu meinen, er sei Gott gleich.

13Und der Verruchte hob an und betete zu dem Herrscher,

9,13
Kap
der sich nun freilich nicht mehr über ihn erbarmen wollte, 14und versprach, dass er die heilige Stadt, auf die er eilends zugefahren war, um sie dem Erdboden gleichzumachen und sie in einen Totenacker zu verwandeln, für frei erklären wollte. 15Und die Juden, die er zuvor nicht wert geachtet hatte, dass sie begraben würden, sondern samt ihren Kindern den Vögeln und wilden Tieren zu fressen geben wollte, die wollte er alle den Bürgern von Athen gleichstellen. 16Und den heiligen Tempel, den er zuvor beraubt hatte,
9,16
Kap
wollte er mit den schönsten Weihgeschenken schmücken und viel mehr heilige Geräte dahin erstatten, als zuvor da gewesen wären; und alle Zuwendungen, die man für Opfer nötig hatte, wollte er von seinen eignen Einkünften gewähren. 17Darüber hinaus
9,17
Kap
wollte er selber ein Jude werden und an allen Orten die Gewalt Gottes verkünden.

18Als aber die Qualen nicht nachlassen wollten – denn es war Gottes gerechtes Gericht über ihn gekommen –, verzweifelte er an seinem Leben und schrieb an die Juden wie in einer Bittschrift: 19Antiochus, König und Feldherr, entbietet seinen Bürgern, den redlichen Juden, seinen Gruß und wünscht ihnen Gesundheit und Wohlergehen. 20Wenn ihr samt euren Kindern frisch und gesund seid und es euch nach Wunsch geht, will ich dafür Gott danken. Ich aber setze meine Hoffnung auf den Himmel 21und denke in Liebe an eure Ehrerbietung und Freundlichkeit.

Weil ich bei der Rückkehr aus Persien schwer krank geworden bin, habe ich es für nötig gehalten, für die gemeinsame Sicherheit aller zu sorgen, 22wiewohl ich an meinem Aufkommen nicht verzweifle, sondern fest hoffe, dass es besser mit mir werden wird. 23Aber wie mein Vater, als er mit einem Heer in die oberen Länder zog, seinen künftigen Nachfolger bestimmte, 24damit man wüsste, falls sich etwas Unerwartetes ereignete oder etwas Schlimmes gemeldet würde, wer Herr sein sollte, und das Reich nicht in Verwirrung geriete; 25so auch ich: Weil ich überdies sehe, wie die angrenzenden Fürsten und die Nachbarn des Reiches auf die Gelegenheit lauern und darauf warten, wie es ausgehen wird, habe ich meinen Sohn Antiochus zum König bestimmt,

9,25
1. Makk 3,32-37
den ich den meisten von euch schon oft anvertraut und anbefohlen habe, wenn ich in die oberen Provinzen gezogen bin. Im gleichen Sinn habe ich auch an ihn geschrieben. 26Deshalb ermahne und bitte ich euch, an all die Wohltaten euch zu erinnern, die ich allen gemeinsam wie auch jedem Einzelnen erwiesen habe, und mir und meinem Sohn fortan wie bisher freundlich und treu zu sein. 27Denn ich habe das Vertrauen zu ihm, er werde meine Milde und Menschenfreundlichkeit fortsetzen und so mit euch gut auskommen.

28So litt denn der Mörder und Gotteslästerer so große Schmerzen, wie er sie andern angetan hatte, und starb eines jämmerlichen Todes in fremdem Lande in der Wildnis. 29

9,29
1. Makk 6,14-15
Philippus aber, der mit ihm erzogen worden war, besorgte seine Bestattung. Das ist der Philippus, der später, weil er sich vor dem Sohn des Antiochus fürchtete, nach Ägypten zu Ptolemäus
9,29
Kap
Philometor geflohen ist.

10

Die Juden gewinnen den Tempel zurück und setzen das Fest der Tempelweihe ein

(vgl. 1. Makk 4,36-59)

101Gott aber trieb Makkabäus und seine Leute dazu an, den Tempel und die Stadt wieder einzunehmen. 2

10,2-3
5. Mose 12,1-6
Und sie zerstörten die Altäre, die die Heiden auf dem Marktplatz errichtet hatten, und die Götzenhaine. 3Und nachdem sie den Tempel gereinigt hatten, bauten sie einen neuen Altar und nahmen Feuersteine, schlugen Feuer und brachten wieder Opfer dar –
10,3
1. Makk 1,21-23
das war zwei Jahre lang nicht geschehen –, opferten Räucherwerk, zündeten die Lampen an und legten die Schaubrote auf. 4Als nun das alles geschehen war, warfen sie sich mit dem ganzen Körper auf die Erde nieder und baten den Herrn: er wolle sie ja nicht wieder in solchen Jammer kommen lassen, sondern, wenn sie sich auch einmal versündigen würden, sie
10,4
Jer 10,24
in Milde züchtigen und nicht in die Hände der Gotteslästerer, der grausamen Heiden, geben.

5Und Gott schickte es so, dass an dem gleichen Tage, an dem die Fremden den Tempel unrein gemacht hatten, nämlich am fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew, der Tempel gereinigt wurde. 6Und sie feierten mit Freuden acht Tage lang, wie beim

10,6
Kap
Laubhüttenfest, und dachten daran, dass sie noch vor kurzer Zeit ihr Laubhüttenfest in der Wildnis und in den
10,6
Hebr 11,37-38
Höhlen wie wilde Tiere gehalten hatten. 7Sie trugen laubumwundene Stäbe und schöne Zweige und Palmwedel und priesen mit Lobgesängen den, der es gefügt hatte, dass seine heilige Stätte wieder gereinigt wurde. 8Dann stimmten sie in der Gemeinde ab, fassten den Beschluss und ließen als Gebot für das ganze Volk der Juden ausgehen, dass man diese Tage jährlich feiern sollte.

Die Feindschaft der Syrer gegen die Juden hält an

9So ging es zu, als

10,9
Kap
Antiochus mit dem Beinamen Epiphanes starb.

10Nun kommen wir zu Antiochus

10,10
1. Makk 6,17
Eupator, dem Sohn des gottlosen Antiochus, und erzählen so kurz wie möglich die wichtigsten Kriegsnöte. 11Als Eupator König wurde, setzte er
10,11
1. Makk 3,32
Lysias, den obersten Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien, zum Kanzler ein. 12
10,12
Kap
Ptolemäus Makron nämlich, der die Juden gern in ihrem Recht geschützt hätte, weil sie bisher so viel Unrecht erlitten hatten, arbeitete darauf hin, sie in Frieden leben zu lassen. 13Deshalb verklagten ihn die Freunde des Königs bei Eupator; auch nannte man ihn bei jeder Gelegenheit einen Verräter, weil er die Insel Zypern, die ihm Philometor anvertraut hatte, verlassen hatte und zu Antiochus Epiphanes übergegangen war; und da er nicht mehr mit Ehren sein Amt führen konnte, nahm er sich mit Gift das Leben. 14Als nun
10,14
Kap
Gorgias in diesen Gebieten Befehlshaber wurde, nahm er Kriegsleute in Sold und hielt den Krieg mit den Juden beständig in Gang.

Judas Makkabäus erobert idumäische Festungen

15Gemeinsame Sache mit Gorgias machten auch die

10,15
Am 1,11-12
Idumäer: Da sie günstig gelegene Festungen innehatten, ließen sie die Juden nicht zur Ruhe kommen; auch nahmen sie die bei sich auf, die aus Jerusalem verjagt worden waren, und ließen den Krieg immer wieder aufflammen. 16Da kamen Makkabäus und seine Leute zusammen und hielten ein Bittgebet, dass ihnen Gott beistehen möchte; 17dann
10,17
1. Makk 5,3
brachen sie gegen die Festungen der Idumäer auf, griffen kräftig an und eroberten sie; alle, die sich auf den Mauern zur Gegenwehr stellten, vertrieben sie; wer ihnen sonst in die Hände fiel, den machten sie nieder und töteten nicht weniger als zwanzigtausend Menschen.

18Es entrannen ihnen aber an die neuntausend in zwei überaus starke Burgen, die gegen eine Belagerung mit allem ausgerüstet waren. 19Da ließ Makkabäus den Simon und Josef, dazu Zachäus und seine Leute zurück, die zur Belagerung stark genug waren; er selbst aber zog fort vor andere Städte, wo man ihn notwendig brauchte.

20Gewisse Leute um Simon aber ließen sich, geldgierig, wie sie waren, durch einige von den Belagerten bestechen und nahmen siebzigtausend Drachmen von ihnen und ließen sie entkommen. 21Als das nun Makkabäus erfuhr, rief er die Hauptleute zusammen und klagte jene an, sie hätten

10,21
5. Mose 24,7
ihre Brüder für schnödes Geld verkauft, indem sie die Feinde hatten entkommen lassen. 22Er ließ sie als Verräter töten und stürmte alsbald die beiden Burgen. 23Und weil ihm alles glückte, was er mit den Waffen unternahm, brachte er in den beiden Festungen mehr als zwanzigtausend Menschen ums Leben.

Timotheus wird bei der Eroberung der Festung Geser getötet

24Timotheus aber,

10,24
Kap
den die Juden einst geschlagen hatten, rüstete sich mit einer Menge fremden Kriegsvolks und sammelte viel Reiterei aus Asien und trat mit der Absicht auf, Judäa mit Gewalt einzunehmen. 25Und als er sich dem Lande näherte, streuten Makkabäus und seine Leute zum gemeinsamen Gebet vor Gott 26
10,26
Jdt 4,14
Erde auf ihr Haupt und legten Säcke an und fielen am Fuße des Altars nieder und baten, dass Gott ihnen gnädig und ihren Feinden ungnädig sein wolle und
10,26
2. Mose 23,22
Widersacher ihrer Widersacher, wie es im Gesetz verkündet ist.

27Als sie nun gebetet hatten, nahmen sie ihre Waffen auf und zogen ein gutes Stück vor die Stadt hinaus, bis sie in die Nähe der Feinde kamen; da machten sie halt. 28Und sobald die Sonne aufging, stießen die beiden Heere aufeinander; und die einen hatten neben ihrer Tapferkeit als Bürgschaft für Kriegsglück und Sieg die Zuflucht, die sie zum Herrn genommen hatten; die andern aber ließen sich im Kampf allein von ihrer menschlichen Leidenschaft führen.

29Als nun die Schlacht am heftigsten war,

10,29
Kap
erschienen den Feinden vom Himmel her fünf strahlende Gestalten auf Pferden mit goldenen Zäumen; die zogen vor den Juden her 30und zwei von ihnen hielten sich zu beiden Seiten neben Makkabäus und beschützten ihn mit ihren Waffen, sodass ihn niemand verwunden konnte, und schossen blitzende Pfeile auf die Feinde, sodass sie geblendet, verwirrt und niedergeschlagen wurden. 31Und es wurden erschlagen 20500 Mann zu Fuß und sechshundert Reiter. 32Timotheus selbst aber entfloh nach Geser, einem stark befestigten Platz; dort führte der Hauptmann Chäreas den Befehl.

33Da belagerten Makkabäus und seine Leute den festen Platz mit freudigem Mut vier Tage lang. 34Aber die Besatzung verließ sich auf die Stärke des Orts und stieß ungeheuerliche Lästerungen und Schmähungen aus. 35Aber am fünften Tage wurden zwanzig junge Männer von den Leuten des Makkabäus sehr zornig über die dauernde Schmähung und liefen mannhaft Sturm gegen die Mauer und erschlugen in wilder Wut jeden, der ihnen in den Weg kam. 36Ebenso erstiegen andere den Ort auf einer andern Seite, legten Feuer an die Türme und verbrannten die Gotteslästerer bei lebendigem Leibe. 37Wieder andere hieben die Tore auf, ließen das übrige Heer hinein und eroberten so die Stadt. Sie erschlugen Timotheus, der sich in einer Zisterne versteckt hatte, und seinen Bruder Chäreas und Apollophanes. 38Als sie das alles vollbracht hatten, priesen sie mit Lobgesängen und Dankliedern den Herrn, der Israel eine so große Wohltat erwiesen und ihnen den Sieg gegeben hatte.

11

Judas Makkabäus besiegt Lysias

(vgl. 1. Makk 4,26-35)

111Als nun

11,1
Kap
Lysias, der Vormund und Vetter und Kanzler des Königs, dies alles erfuhr, ging es ihm sehr nahe. 2Und er zog in ganz kurzer Zeit achtzigtausend Mann und die ganze Reiterei zusammen und wandte sich gegen die Juden in der Absicht, Griechen in der Stadt Jerusalem anzusiedeln, 3den Tempel nach Art der andern Heidentempel abgabepflichtig zu machen und das Hohepriesteramt jährlich für Geld zu vergeben. 4Er bedachte aber nicht die Macht Gottes, sondern
11,4
Ps 147,10-11
pochte auf die Zehntausende zu Fuß und die Tausende zu Ross und auf die achtzig Elefanten.

5Als er nun nach Judäa kam, lagerte er sich vor einen festen Ort, Bet-Zur genannt, der etwa fünf Stunden von Jerusalem entfernt lag, und setzte ihm hart zu. 6Als aber Makkabäus und seine Leute hörten, dass er die Festungen belagerte, baten sie mit dem ganzen Volk unter Wehklagen und Tränen den Herrn,

11,6
2. Mose 23,20
einen guten Engel zu senden, der Israel helfen sollte. 7Und Makkabäus war der Erste, der die Waffen aufnahm, und er mahnte die andern, es mit ihm zusammen zu wagen und ihren Brüdern Hilfe zu bringen. 8So zogen sie mutig miteinander aus. Sobald sie aber hinaus aus der Stadt Jerusalem kamen, erschien ihnen einer hoch zu Ross in einem weißen Gewand und goldene Waffen schwingend und zog vor ihnen her. 9Da lobten sie alle den barmherzigen Gott und wurden in ihrer Zuversicht so gestärkt, dass sie bereit waren, nicht nur gegen Menschen, sondern auch gegen die wildesten Tiere und eiserne Mauern anzugehen.

10Sie rückten in bester Ordnung vor; denn sie hatten den Helfer, den ihnen der barmherzige Gott vom Himmel her gesandt hatte. 11Und sie griffen ihre Feinde an wie Löwen und erschlugen von ihnen elftausend zu Fuß und sechzehnhundert zu Ross 12und trieben die andern alle in die Flucht. Der größte Teil warf die Waffen fort und kam verwundet davon; Lysias selbst floh auch schimpflich und entkam.

Vertrag des Lysias mit den Juden

(vgl. 1. Makk 6,58-60)

13Lysias aber war kein uneinsichtiger Mann. Als er nun über die Schlacht nachdachte, die er verloren hatte, sah er ein, dass die Hebräer unüberwindlich waren, weil ihnen Gott der Allmächtige beistand. Deshalb sandte er zu ihnen und bot ihnen Frieden unter gerechten Bedingungen an 14und versprach ihnen, den König dahin zu bringen, dass er ihr guter Freund würde. 15Makkabäus ging auf alles ein, was Lysias anbot; denn er erkannte, dass es das Beste war. Und der König bewilligte alles, was Makkabäus dem Lysias wegen der Juden schriftlich vorgetragen hatte.

16Denn das Schreiben des Lysias an die Juden lautete: »Lysias entbietet dem Volk der Juden seinen Gruß. 17Johannes und Abschalom, eure Gesandten, haben das von euch unterzeichnete Schriftstück überbracht und um Antwort auf die darin gemachten Vorschläge gebeten. 18Was nun auch dem König vorzulegen gewesen ist, habe ich ihm berichtet, und er hat alles bewilligt, was sich annehmen ließ. 19Werdet ihr nun der Regierung Treue und Glauben halten, so will ich auch weiterhin bemüht sein, zu eurem Besten mitzuwirken. 20Über dies alles und über Einzelnes haben eure und meine Gesandten Befehl, sich mit euch zu besprechen. Gehabt euch wohl! 21Gegeben im 148. Jahr, am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dioskorus.«11,21 März 164 v. Chr.

Lysias vermittelt Frieden zwischen Antiochus V. Eupator und den Juden

(vgl. 1. Makk 6,60)

22Das Schreiben des Königs lautete: »König Antiochus entbietet seinem Bruder Lysias seinen Gruß. 23Nachdem unser Vater von hinnen geschieden und

11,23
Weish 14,15-20
ein Gott geworden ist, ist uns nichts lieber, als dass Friede in unserm Reich herrscht, damit alle sich um das Ihre kümmern können. 24Nun hören wir, dass die Juden
11,24
1. Makk 1,46-52
in den Übergang zu griechischen Sitten, wie ihn mein Vater forderte, nicht einwilligen, sondern bei ihrer Lebensweise bleiben wollen und deshalb bitten, dass man ihnen ihre Gesetze lässt. 25Weil wir es nun für gut ansehen, dass auch dies Volk in aller Ruhe lebt, so ist das unsre Meinung, dass man ihnen ihren Tempel wiedergibt und sie ihr Gemeinwesen führen lässt, wie es ihre Vorfahren gehalten haben. 26Du wirst also gut daran tun, wenn du Gesandte zu ihnen schickst und einen Vertrag mit ihnen schließt, damit sie unsere Entscheidung erfahren, guten Mutes werden und sich ihrer Angelegenheiten ohne alle Sorge annehmen können.«

27Das Schreiben des Königs an die Juden lautete: »König Antiochus entbietet dem Rat und der Gemeinde der Juden seinen Gruß. 28Wenn es euch allen gut ginge, so wäre uns das lieb; uns geht es auch gut. 29

11,29
Kap
Menelaus hat uns berichtet, dass ihr gern nach Haus und Hof zurückkehren und wieder euer Gewerbe betreiben möchtet. 30Darum soll für alle, die zwischen heute und dem dreißigsten Tag des Xanthikus zurückkehren werden, die Zusicherung gelten, 31dass die Juden unter dem Schutz der Straflosigkeit ihren eignen Tempeldienst und ihre eignen Gesetze ganz wie früher halten dürfen und dass niemand unter ihnen irgendwie für Ungesetzlichkeiten belangt werden soll, die er aus Unkenntnis begangen hat. 32Auch sende ich Menelaus, um euch gut zuzureden. 33Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«11,33 April 164 v. Chr.

Die Römer bieten ebenfalls ihre Vermittlung an

34Es schrieben aber auch die Römer den Juden wie folgt: »Quintus Memmius und Titus Manius, die Botschafter der Römer, entbieten dem Volk der Juden ihren Gruß. 35Allem, was euch Lysias, des Königs Vetter, zugestanden hat, stimmen auch wir zu. 36Über die Fragen aber, die er dem König vorlegen will, beratet euch untereinander und sendet sogleich jemand zu uns, damit wir sie darlegen, wie es für euch günstig ist; wir sind nämlich unterwegs nach Antiochia. 37Darum sendet eilends einige Leute, damit auch wir erfahren, was eure Meinung ist. 38Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«11,38 Vgl. Vers 33.