Lutherbibel 1984 (LU84)
6

Die Bewährung des Apostels in seinem Dienst

61Als

6,1
Kap
Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt. 2Denn er spricht (Jes 49,8): »Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe,
6,2
Lk 4,1921
jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

3Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde; 4sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, 5in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten,

6,5
Kap
6in
6,6
1. Tim 4,12
Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, 7in dem
6,7
Kap
Wort der Wahrheit, in der
6,7
1. Kor 2,4
Kraft Gottes, mit den
6,7
Eph 6,14-17
Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, 8in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig; 9als die Unbekannten und doch bekannt; als die
6,9
Kap
Sterbenden, und siehe, wir leben; als die
6,9
Ps 118,18
Apg 14,19
Gezüchtigten und doch nicht getötet; 10als die Traurigen, aber allezeit fröhlich;
6,10
Phil 4,12-13
als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

Werbung um die Gemeinde und Warnung vor Götzendienst

11O ihr Korinther, unser Mund hat sich euch gegenüber aufgetan, unser Herz ist weit geworden. 12Eng ist nicht der Raum, den ihr in uns habt; eng aber ist’s in euren Herzen. 13Ich rede mit euch als

6,13
1. Kor 4,14
mit meinen Kindern; stellt euch doch zu mir auch so und macht auch ihr euer Herz weit.

14Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit?

6,14
Eph 5,11
Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? 15Wie stimmt Christus überein mit Beliar? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? 16Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen?
6,16
1. Kor 3,16
Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht (3. Mose 26,11-12; Hes 37,27): »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.« 17Darum
6,17
Offb 18,4
»geht aus von ihnen und sondert euch ab«, spricht der Herr; »und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen 18und euer Vater sein und ihr sollt
6,18
Jes 43,6
Hos 2,1
meine Söhne und Töchter sein«, spricht der allmächtige Herr (Jes 52,11; Hes 20,41; 2. Sam 7,14).

7

71Weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Lieben, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes.

2Gebt uns Raum in euren Herzen! Wir haben niemand Unrecht getan, wir haben niemand verletzt,

7,2
Kap
wir haben niemand übervorteilt. 3Nicht sage ich das, um euch zu verurteilen; denn ich habe schon zuvor gesagt, dass ihr in unserm Herzen seid, mitzusterben und mitzuleben.
7,3
Kap
4Ich rede mit großer Zuversicht zu euch; ich rühme viel von euch; ich bin erfüllt mit Trost; ich habe überschwängliche Freude in aller unsrer Bedrängnis.

Die Freude des Paulus über die Reue der Gemeinde

5Denn als wir nach

7,5
Apg 20,1-2
Mazedonien kamen, fanden wir keine Ruhe; sondern von allen Seiten
7,5
Kap
waren wir bedrängt, von außen mit Streit, von innen mit Furcht. 6Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete uns durch die Ankunft des
7,6
Kap
Titus; 7nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, mit dem er bei euch getröstet worden war. Er berichtete uns von eurem Verlangen, eurem Weinen, eurem Eifer für mich, sodass ich mich noch mehr freute.

8Denn wenn ich euch auch durch den Brief traurig gemacht habe, reut es mich nicht. Und wenn es mich reute – ich sehe ja, dass jener Brief euch wohl eine Weile betrübt hat –,

7,8
Kap
9so freue ich mich doch jetzt nicht darüber, dass ihr betrübt worden seid, sondern darüber, dass ihr betrübt worden seid zur Reue. Denn ihr seid betrübt worden nach Gottes Willen, sodass ihr von uns keinen Schaden erlitten habt. 10Denn
7,10
Mt 26,75
Lk 15,17-24
die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemanden reut;
7,10
Mt 27,3-5
die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod.

11Siehe: eben dies, dass ihr betrübt worden seid nach Gottes Willen, welches Mühen hat das in euch gewirkt, dazu Verteidigung, Unwillen, Furcht, Verlangen, Eifer, Bestrafung! Ihr habt in allen Stücken bewiesen, dass ihr rein seid in dieser Sache. 12Darum, wenn ich euch auch geschrieben habe, so ist’s doch nicht geschehen um dessentwillen, der beleidigt hat, auch nicht um dessentwillen, der beleidigt worden ist, sondern damit euer Mühen für uns offenbar werde bei euch vor Gott. 13Dadurch sind wir getröstet worden.

Außer diesem unserm Trost aber haben wir uns noch überschwänglicher gefreut über die Freude des Titus; denn sein Geist ist erquickt worden von euch allen. 14Denn was ich vor ihm von euch gerühmt habe, darin bin ich nicht zuschanden geworden; sondern wie alles wahr ist, was wir mit euch geredet haben, so hat sich auch unser Rühmen vor Titus als wahr erwiesen. 15Und er ist überaus herzlich gegen euch gesinnt, wenn er an den Gehorsam von euch allen denkt, wie ihr ihn mit Furcht und Zittern aufgenommen habt. 16Ich freue mich, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.

8

Die Geldsammlung für die Gemeinde in Jerusalem

81Wir tun euch aber kund, liebe Brüder, die Gnade Gottes, die in den Gemeinden Mazedoniens gegeben ist.

8,1
Röm 15,26
2Denn ihre Freude war überschwänglich, als sie durch viel Bedrängnis bewährt wurden, und obwohl sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller Einfalt. 3Denn nach Kräften, das bezeuge ich, und sogar über ihre Kräfte haben sie willig gegeben 4und haben uns mit vielem Zureden gebeten, dass sie mithelfen dürften an der Wohltat und der Gemeinschaft des
8,4
Apg 11,29
Dienstes für die Heiligen; 5und das nicht nur, wie wir hofften, sondern sie gaben sich selbst, zuerst dem Herrn und danach uns, nach dem Willen Gottes. 6So haben wir Titus zugeredet, dass er, wie er zuvor angefangen hatte, nun auch diese Wohltat unter euch vollends ausrichte.

7Wie ihr aber

8,7
1. Kor 1,5
in allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allem Eifer und in der Liebe, die wir in euch erweckt haben, so
8,7
1. Kor 16,1-2
gebt auch reichlich bei dieser Wohltat. 8Nicht sage ich das als Befehl; sondern weil andere so eifrig sind, prüfe ich auch eure Liebe, ob sie rechter Art sei. 9Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch
8,9
Mt 8,20
Phil 2,7
arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.

10Und darin sage ich meine Meinung; denn das ist euch nützlich, die ihr seit vorigem Jahr angefangen habt nicht allein mit dem Tun, sondern auch mit dem Wollen. 11Nun aber vollbringt auch das Tun, damit, wie ihr geneigt seid zu wollen, ihr auch geneigt seid zu vollbringen nach dem Maß dessen, was ihr habt. 12Denn wenn der gute Wille da ist, so ist er willkommen nach dem, was einer hat, nicht nach dem, was er nicht hat.

8,12
Spr 3,27-28
Mk 12,43
13Nicht, dass die andern gute Tage haben sollen und ihr Not leidet, sondern dass es zu einem Ausgleich komme. 14Jetzt helfe euer Überfluss ihrem Mangel ab, damit danach auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe und so ein Ausgleich geschehe, 15wie geschrieben steht (2. Mose 16,18): »Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluss, und wer wenig sammelte, hatte keinen Mangel.«

16Gott aber sei Dank, der dem Titus solchen Eifer für euch ins Herz gegeben hat. 17Denn

8,17
Kap
er ließ sich gerne zureden; ja, weil er so sehr eifrig war, ist er von selber zu euch gereist. 18Wir haben aber
8,18
Kap
den Bruder mit ihm gesandt, dessen Lob wegen seines Dienstes am Evangelium durch alle Gemeinden geht. 19Nicht allein aber das, sondern er ist auch von den Gemeinden dazu eingesetzt, uns zu begleiten,
8,19
Gal 2,10
wenn wir diese Gabe überbringen dem Herrn zur Ehre und zum Erweis unsres guten Willens. 20So verhüten wir, dass uns jemand übel nachredet wegen dieser reichen Gabe, die durch uns überbracht wird. 21Denn wir sehen darauf, dass es redlich zugehe nicht allein vor dem Herrn, sondern auch vor den Menschen.

22Auch haben wir mit ihnen unsern Bruder gesandt, dessen Eifer wir oft in vielen Stücken erprobt haben, nun aber ist er noch viel eifriger aus großem Vertrauen zu euch. 23Es sei nun

8,23
Kap
Titus, der mein Gefährte und mein Mitarbeiter unter euch ist, oder es seien unsere Brüder, die Abgesandte der Gemeinden sind und eine Ehre Christi: 24Erbringt den Beweis eurer Liebe und zeigt, dass wir euch zu Recht vor ihnen
8,24
Kap
gerühmt haben öffentlich vor den Gemeinden.