Lutherbibel 1984 (LU84)
2

21Ich hatte aber dies bei mir beschlossen, dass ich nicht abermals in Traurigkeit zu euch käme.

2,1
Kap
2Denn wenn ich euch traurig mache, wer soll mich dann fröhlich machen? Doch nur der, der von mir betrübt wird. 3Und eben dies habe ich geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, über die traurig sein müsste, über die ich mich freuen sollte. Habe ich doch zu euch allen das Vertrauen, dass meine Freude euer aller Freude ist. 4Denn ich schrieb euch aus großer Trübsal und Angst des Herzens unter vielen Tränen; nicht damit ihr betrübt werden sollt, sondern damit ihr die Liebe erkennt, die ich habe besonders zu euch.

Vergebung für ein bestraftes Gemeindeglied

5Wenn aber jemand Betrübnis angerichtet hat, der hat nicht mich betrübt, sondern zum Teil – damit ich nicht zu viel sage – euch alle. 6Es ist aber genug, dass derselbe von den meisten gestraft ist, 7sodass ihr nun ihm desto mehr vergeben und ihn trösten sollt, damit er nicht in allzu große Traurigkeit versinkt. 8Darum ermahne ich euch, dass ihr ihm Liebe erweist. 9Denn darum habe ich auch geschrieben, um eure Bewährung zu erkennen, ob ihr gehorsam seid in allen Stücken. 10Wem aber ihr etwas vergebt, dem vergebe ich auch. Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu vergeben hatte, es vergeben um euretwillen

2,10
Joh 20,23
vor Christi Angesicht, 11damit wir nicht übervorteilt werden vom Satan; denn uns ist wohl bewusst,
2,11
Lk 22,31
1. Petr 5,8
was er im Sinn hat.

Die Verkündigung des Evangeliums als Siegeszug Christi

12Als ich aber nach Troas kam, zu predigen das Evangelium Christi, und mir

2,12
Apg 14,27
1. Kor 16,9
eine Tür aufgetan war in dem Herrn, 13da hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, weil ich
2,13
Kap
Titus, meinen Bruder, nicht fand; sondern
2,13
Apg 20,1
ich nahm Abschied von ihnen und fuhr nach Mazedonien.

14Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus und offenbart den Wohlgeruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten! 15Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden:

2,15
1. Kor 1,18
16
2,16
Lk 2,34
diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben.
2,16
Kap
Wer aber ist dazu tüchtig? 17Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man
2,17
Kap
aus Lauterkeit und aus Gott reden muss, so reden wir vor Gott in Christus.

3

Die Herrlichkeit des Dienstes im neuen Bund

31Fangen wir denn abermals an,

3,1
Kap
uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir, wie gewisse Leute, Empfehlungsbriefe an euch oder von euch? 2Ihr seid unser Brief, in unser Herz geschrieben, erkannt und gelesen von allen Menschen!
3,2
1. Kor 9,2
3Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf
3,3
2. Mose 24,12
steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen.

4Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott. 5Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern

3,5
Kap
dass wir tüchtig sind, ist von Gott, 6der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des
3,6
Jer 31,31
1. Kor 11,25
neuen Bundes, nicht des
3,6
Röm 7,6
Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der
3,6
Joh 6,63
Geist macht lebendig.

7

3,7-13
2. Mose 34,29-35
Wenn aber schon das Amt, das den Tod bringt und das mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, sodass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte, 8wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Herrlichkeit haben?
3,8
Gal 3,25
9Denn wenn das Amt, das zur Verdammnis führt, Herrlichkeit hatte, wie viel mehr hat das Amt, das
3,9
Röm 1,17
3,21
zur Gerechtigkeit führt, überschwängliche Herrlichkeit. 10Ja, jene Herrlichkeit ist nicht für Herrlichkeit zu achten gegenüber dieser überschwänglichen Herrlichkeit. 11Denn wenn das Herrlichkeit hatte, was aufhört, wie viel mehr wird das Herrlichkeit haben, was bleibt.

12Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll großer Zuversicht 13und tun nicht wie Mose, der eine Decke vor sein Angesicht hängte, damit die Israeliten nicht sehen konnten das Ende der Herrlichkeit, die aufhört. 14Aber

3,14
Apg 28,27
Röm 11,25
ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem Alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird. 15Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. 16Wenn Israel aber
3,16
Röm 11,2326
sich bekehrt zu dem Herrn, so
3,16
2. Mose 34,34
wird die Decke abgetan.

17Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 18Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die

3,18
Kap
Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.

4

Das Licht des Evangeliums im Amt des Apostels

41Darum, weil wir dieses

4,1
Kap
Amt haben nach der
4,1
1. Kor 7,25
Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist, werden wir nicht müde, 2sondern wir meiden schändliche Heimlichkeit und
4,2
Kap
gehen nicht mit List um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott. 3Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt,
4,3
1. Kor 1,18
die verloren werden, 4den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist
4,4
Hebr 1,3
das Ebenbild Gottes.

5Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist,

4,5
Kap
wir aber eure Knechte um Jesu willen. 6Denn
4,6
1. Mose 1,3
Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen
4,6
Kap
hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Leidensgemeinschaft mit Christus

7

4,7-10
Kap
Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10Wir
4,10
1. Kor 15,31
Gal 6,17
tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 11Denn wir, die wir leben,
4,11
Röm 8,36
werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen,
4,11
Phil 3,21
damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.

12So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. 13Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht (Ps 116,10): »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; 14denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch.

4,14
1. Kor 6,14
15Denn
4,15
Kap
es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes.

16Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch

4,16
Eph 3,16
der innere von Tag zu Tag erneuert. 17Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit,
4,17
Röm 8,17-18
1. Petr 1,6
18uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern
4,18
Hebr 11,1
auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.