Lutherbibel 1984 (LU84)
5

Judas Makkabäus besiegt die Idumäer und andere Völker

51Als aber die Heiden ringsum hörten, dass der Altar wieder aufgerichtet und das Heiligtum erneuert war, so wie es früher gewesen war, wurden sie sehr zornig 2und nahmen sich vor, das Geschlecht Jakobs, das unter ihnen wohnte, auszurotten, und fingen an, die Juden zu töten und zu vernichten. 3Aber Judas zog gegen das Geschlecht Esaus in Idumäa und in Akrabattene, wo sie die Israeliten belagerten, schlug viele Idumäer tot und demütigte sie und plünderte sie aus.

5,3
2. Makk 10,17

4Weil auch die Beoniter auf den Straßen zu einer ständigen Gefahr und zu einem Ärgernis für das Volk durch ihre Nachstellungen geworden waren, 5dachte Judas an ihre Niedertracht, schloss sie in ihren Burgen ein, belagerte sie und vollstreckte den Bann an ihnen und verbrannte ihre Burgen mit allen, die darin waren.

6Danach zog er gegen die Ammoniter; die waren gut gerüstet und hatten viel Kriegsvolk und einen Hauptmann

5,6
2. Makk 8,30
Timotheus. 7Darum hatte Judas viele Kämpfe mit ihnen zu bestehen und sie wurden von ihm besiegt und geschlagen. 8Und er eroberte die Stadt
5,8
4. Mose 21,32
Jaser mit ihren umliegenden Ortschaften. Danach zog er wieder heim nach Judäa.

Die Juden aus dem Ostjordanland und aus Galiläa bitten um Hilfe

9Es versammelten sich aber die Heiden auch in Gilead gegen die Israeliten, die unter ihnen wohnten, um sie auszurotten; aber das Volk floh auf die Burg Datema. 10Und sie schrieben an Judas und seine Brüder: 11Die Heiden ringsum haben sich gegen uns versammelt, um uns alle umzubringen. Sie wollen kommen und unsre Burg stürmen, in die wir geflohen sind; und ihr Hauptmann ist Timotheus. 12Darum bitten wir dich, uns zu Hilfe zu kommen und uns aus ihrer Hand zu retten; denn wir sind wenige, weil die Feinde viele umgebracht haben; 13und im Lande

5,13
Ri 11,3
2. Sam 10,6
Tob sind alle unsre Brüder, gegen tausend Mann, getötet und ihre Frauen, Kinder und ihr Hab und Gut weggeführt worden.

14Als man diesen Brief las, kamen andere Boten aus Galiläa; die hatten

5,14
Kap
ihre Kleider zerrissen und meldeten Ähnliches 15und sagten, die Heiden aus Ptolemais, Tyrus und Sidon und ganz Galiläa seien zusammengekommen, um die Israeliten auszurotten.

16Als Judas und das Volk das hörten, hielten sie eine große Versammlung ab, um zu überlegen, wie sie ihren Brüdern helfen könnten, die in solcher Not waren und vom Feinde bedrängt wurden. 17Und Judas befahl seinem Bruder Simon: Wähle dir Männer aus, zieh hin und rette deine Brüder in Galiläa; ich aber und mein Bruder Jonatan wollen nach Gilead ziehen. 18Und er machte Josef, den Sohn Secharjas, und Asarja zu Hauptleuten über das übrige Kriegsvolk daheim, um Judäa zu beschützen, 19und befahl ihnen, sie sollten das Volk regieren und sich nicht in einen Krieg mit den Heiden einlassen, bis er zurückkäme. 20Und Simon zog nach Galiläa mit dreitausend Mann, Judas nach Gilead mit achttausend.

Simon rettet die Juden aus Galiläa

21Als nun Simon nach Galiläa kam, bestand er viele Kämpfe mit den Heiden, siegte und verfolgte sie bis zum Tor von Ptolemais. 22So kamen gegen dreitausend Heiden um und Simon machte große Beute. 23Danach nahm er die Juden aus Galiläa und Arbatta mit Weib und Kind und all ihr Hab und Gut mit und führte sie mit großer Freude nach Judäa.

Judas Makkabäus und Jonatan siegen im Ostjordanland

24Aber Judas Makkabäus und sein Bruder Jonatan zogen über den Jordan in die Wüste drei Tagereisen weit. 25Da trafen sie auf die Nabatäer. Die empfingen sie freundlich und erzählten ihnen, wie es ihren Brüdern in Gilead ging 26und dass viele eingeschlossen waren in Bosora, Bosor, Alema, Kaspin, Maked und Karnajim, alles große und befestigte Städte; 27dass auch viele in andern Städten in Gilead eingeschlossen waren und die Feinde beschlossen hatten, am andern Tage die Befestigungen zu überfallen, zu stürmen und alle Juden an einem Tage umzubringen. 28Da kehrte Judas mit seinem Heer sogleich um in die Wüste von Bosora, eroberte die Stadt und erschlug alles, was männlich war, mit der Schärfe des Schwerts und plünderte und verbrannte die Stadt.

29Danach zogen sie bei Nacht fort zu der Burg, wo seine Brüder belagert wurden. 30Und als sie am Morgen aufblickten, sahen sie eine große Menge Kriegsvolk, die nicht zu zählen war, Leitern und Sturmböcke tragen, um die Festung im Sturm zu nehmen. 31Und als Judas sah, dass der Kampf anfing und in der Stadt Trompeten und lautes Geschrei zum Himmel schallten, 32da

5,32
Kap
ermahnte Judas sein Heer, für ihre Brüder zu kämpfen, um sie zu retten. 33Und er teilte es in drei Heerhaufen ein und griff von hinten an und ließ die Trompeten blasen; und das Volk schrie laut im Gebet zu Gott. 34Als aber das Heer des Timotheus sah, dass der Makkabäer hinter ihnen war, flohen sie vor ihm und wurden vernichtend geschlagen, sodass von ihnen an diesem Tag gegen achttausend fielen.

35Danach zog Judas nach Alema, stürmte und eroberte es und ließ alles, was männlich war, töten und plünderte und verbrannte die Stadt.

36Von dort zog er weiter und eroberte

5,36
2. Makk 12,13
Kaspin, Maked, Bosor und die andern Städte in Gilead.

37Aber

5,37
2. Makk 12,20
Timotheus brachte ein neues Heer zusammen und lagerte sich gegenüber von Rafon jenseits des Bachs. 38Da schickte Judas Leute aus, die das Lager erkunden sollten. Die meldeten ihm, dass es eine sehr große Menge aus allen Heiden ringsum wäre, 39dass sie auch Kriegsleute aus Arabien bei sich hätten, denen sie Sold geben müssten, und dass sich das Heer jenseits des Bachs gelagert hätte und zur Schlacht gerüstet wäre. Darum zog Judas ihnen entgegen. 40Und Timotheus sagte zu seinen Hauptleuten: Wenn Judas mit seinem Heer an den Bach kommt und so mutig ist, dass er zuerst zu uns herüberzieht, so können wir ihm nicht widerstehen, sondern er wird uns schlagen. 41Wenn er sich aber fürchtet und nicht über den Bach wagt, so wollen wir über das Wasser und ihn angreifen und schlagen.

42Als nun Judas an den Bach kam, stellte er die Amtleute an das Wasser und befahl ihnen, dafür zu sorgen, dass keiner zurückblieb, sondern dass alle in den Kampf zogen. 43

5,43-44
2. Makk 12,26
Als nun Judas und sein Heer als Erste über das Wasser kamen, wurden die Feinde alle von ihnen geschlagen und warfen ihre Waffen weg und flohen in einen Tempel in der Stadt Karnajim. 44Aber Judas eroberte die Stadt und verbrannte den Tempel und alle, die darin waren; so wurde Karnajim unterworfen und konnte Judas nicht widerstehen.

Judas Makkabäus holt die Juden aus Gilead nach Judäa

(vgl. 2. Makk 12,27-31)

45Danach ließ Judas alle Israeliten, die in Gilead waren, Klein und Groß, Frauen und Kinder, eine sehr große Zahl, zusammenkommen, damit sie nach Judäa zogen. 46Und auf dem Wege kamen sie zu einer großen, gut befestigten Stadt, Efron, die an der Straße lag, durch die man hindurchmusste und nicht rechts oder links vorbeiziehen konnte. 47Nun wollten die Leute von Efron Judas nicht durchlassen, 48sondern zogen sich in die Stadt zurück, verschlossen die Tore und wälzten Steine davor. 49Aber Judas sandte zu ihnen, sagte ihnen Frieden zu und bat freundlich, 50dass man sie

5,50
4. Mose 20,17
durchließe, damit sie in ihr Land kommen könnten; denn keiner von seinen Leuten würde ihnen Schaden antun; er begehre nichts anderes, als durch die Stadt zu ziehen. Aber die Leute von Efron wollten sie nicht einlassen.

51Da ließ Judas im ganzen Heer ausrufen, dass das Kriegsvolk sich in Schlachtordnung aufstellen sollte. So stellten sie sich in Schlachtordnung auf, stürmten den ganzen Tag und die ganze Nacht gegen die Stadt an und eroberten sie. 52Und Judas ließ alles, was männlich war, erstechen und plünderte und zerstörte die Stadt und zog über die toten Körper hinweg. Und sie kamen über den Jordan in die Ebene gegenüber von Bet-Schean. 53Und Judas sammelte die Zurückbleibenden und sprach dem Volk auf dem ganzen Wege Mut zu, bis sie ins Land Juda kamen. 54Da zogen sie mit großer Freude auf den Berg Zion und opferten Brandopfer, weil keiner von ihnen gefallen und sie mit Frieden wieder heimgekommen waren.

Josef und Asarja unterliegen bei Jamnia

55Während aber Judas und Jonatan in Gilead waren und ihr Bruder Simon in Galiläa vor Ptolemais, 56hörten die beiden Hauptleute Josef, der Sohn Secharjas, und Asarja von ihren Siegen und großen Taten und sagten: 57Auch wir wollen Ehre einlegen und die Heiden um uns her angreifen. 58Und sie befahlen ihrem Kriegsvolk, nach Jamnia zu ziehen. 59Da zog Gorgias mit seinem Heer aus der Stadt, um gegen sie zu kämpfen, 60und schlug Josef und Asarja in die Flucht und jagte sie bis ins Land Juda. Und Israel verlor an diesem Tag gegen zweitausend Mann.

61So erlitt das Volk eine schwere Niederlage,

5,61
weil sie Judas und seinem Bruder nicht gehorcht und gemeint hatten, sie könnten sich Ruhm erringen, 62obwohl sie doch nicht aus dem Geschlecht der Männer waren, denen Gott verliehen hatte, Israel die Rettung zu bringen. 63Aber Judas und seine Brüder wurden sehr hoch geachtet in ganz Israel und bei allen Heiden, 64wo man sie auch nannte. Und viele kamen und huldigten ihnen.

Judas Makkabäus kämpft erfolgreich gegen Edomiter und Philister

65Und Judas zog aus mit seinen Brüdern gegen das Geschlecht Esaus im Südland und eroberte Hebron und die Orte ringsum und riss ihre Mauern nieder und verbrannte ihre Türme 66und kehrte um ins Philisterland und zog durch Marescha. 67Damals sind viele Priester gefallen, die allzu kühn gewesen waren und die Feinde ohne Rat und Befehl angegriffen hatten. 68Darauf zog Judas nach Aschdod ins Philisterland und riss ihre Götzenaltäre ein und verbrannte ihre Götzen und plünderte die Städte und kam wieder heim ins Land Juda.

6

Antiochus IV. Epiphanes unterliegt in Elymaïs und stirbt

(vgl. 2. Makk 9,1-29)

61Als aber König Antiochus durch die

6,1
Kap
oberen Länder zog, hörte er von einer berühmten Stadt Elymaïs in
6,1
Kap
Persien, dass dort viel Gold und Silber und großer Reichtum war 2und dass im Tempel reiche Schätze und die goldenen Kleider, Harnische und Schilde aufbewahrt wurden, die
6,2
Kap
Alexander, der Sohn Philipps, der König von Mazedonien, der zuerst über Griechenland herrschte, dorthin geschenkt hatte. 3Darum zog Antiochus vor die Stadt, um sie zu erobern und zu plündern; aber es gelang ihm nicht, weil die Einwohner der Stadt gewarnt worden waren 4und sich ihm zum Kampf entgegenstellten. Und Antiochus musste fliehen und zog mit großem Unmut wieder ab und kehrte nach Babylon um.

5Da kam ein Bote zu ihm nach Persien und meldete, dass sein Heer, das er in das Land Juda gesandt hatte, geschlagen worden wäre 6und dass

6,6
Kap
Lysias an der Spitze eines starken Heeres ausgezogen wäre, aber vor den Juden hätte fliehen müssen, und dass die Juden in seinem Lager viele Waffen und große Beute erobert hätten, mit der sie sich dann besser gerüstet hätten und mächtiger geworden wären; 7und sie hätten das
6,7
Kap
Gräuelbild der Verwüstung, das er auf den Altar in Jerusalem gesetzt hatte, zerstört und das Heiligtum wieder mit hohen Mauern umgeben wie früher, dazu auch seine Stadt Bet-Zur befestigt.
6,7
Kap
8Als Antiochus das hörte, erschrak er heftig und wurde sehr bestürzt, legte sich nieder und wurde krank vor Kummer, weil sein Vorhaben nicht gelungen war.

9Und er blieb lange dort; denn der Kummer wurde je länger umso größer und machte ihn so schwach, dass er meinte, er müsste sterben. 10Darum rief er alle seine Freunde zu sich und sagte zu ihnen: Ich kann keinen Schlaf mehr finden vor lauter Kummer und Herzeleid. 11Ich dachte bei mir selbst: In welche Trübsal und in was für Fluten von Trauer bin ich jetzt geraten, während ich doch gütig und beliebt war, solange ich regiert habe! 12Aber nun denke ich an das Böse, das ich in Jerusalem getan habe, als ich

6,12
Kap
alle goldenen und silbernen Geräte aus dem Tempel wegführte und die Bewohner Judäas ohne Grund ausrotten wollte. 13Jetzt weiß ich, woher dies Unglück über mich kommt; und darum muss ich in einem fremden Land in großer Traurigkeit sterben.

14Und er rief einen seiner Freunde,

6,14
2. Makk 9,29
13,23
Philippus, zu sich; den setzte er zum Statthalter über das ganze Königreich ein, 15übergab ihm Krone, Mantel und Ring und befahl ihm, seinen Sohn, den jungen Antiochus, zu erziehen und zum Herrscher heranzubilden. 16Danach
6,16
2. Makk 1,13-16
Dan 8,25
starb König Antiochus dort im 149. Jahr.6,16 164 v. Chr.

Judas Makkabäus belagert die Burg von Jerusalem

17Als nun Lysias hörte, dass der König tot war, machte er den Sohn des Antiochus Epiphanes,

6,17
Kap
den jungen Antiochus, den er erzogen hatte, zum König und nannte ihn
6,17
2. Makk 13,1-2
Eupator.

18Nun verwehrten die Feinde, die die

6,18
Kap
Burg besetzt hielten, dem Volk Israel den Zugang zum Heiligtum von allen Seiten; sie trachteten danach, ihm überall Schaden zu tun, und waren den Heiden eine starke Stütze. 19Darum nahm Judas sich vor, sie zu vernichten, und rief das ganze Kriegsvolk zusammen, um sie zu belagern. 20Und sie kamen zusammen und belagerten die Burg im 150. Jahr6,20 163/162 v. Chr. und stellten Geschütze und Sturmböcke auf.

21Aber einige von den Belagerten entkamen. Zu ihnen stießen

6,21
Kap
Abtrünnige aus Israel; die
6,21
Kap
zogen mit ihnen zum König und sagten: 22Wie lange willst du sie ohne Strafe lassen und unsre Brüder nicht rächen? 23Wir nämlich haben beschlossen, deinem Vater untertan zu sein und seinen Befehlen zu folgen und seinen Geboten gehorsam zu sein. 24Darum wurden unsere Landsleute uns feind, und wenn sie einen von uns fanden, töteten sie ihn und verteilten unser Erbe unter sich; 25und sie streckten nicht allein gegen uns ihre Hand aus, sondern auch gegen alle Nachbarländer. 26Und jetzt belagern sie die Burg von Jerusalem, um sie zu erobern, und haben das Heiligtum und
6,26
Kap
Bet-Zur befestigt. 27Wenn du dich nicht beeilst, sie abzuwehren, werden sie stärker werden und noch mehr Schaden tun, und du wirst sie nicht mehr bezwingen können.

Antiochus V. Eupator kämpft gegen die Juden

(vgl. 2. Makk 13,9-22)

28Als der König das hörte, wurde er sehr zornig und ließ alle seine Fürsten zusammenrufen und die Hauptleute über das Fußvolk und über die Reiter 29und nahm fremde Söldner an aus andern Königreichen und von den Inseln 30und brachte zusammen hunderttausend Mann zu Fuß, zwanzigtausend Reiter und zweiunddreißig kriegsgewohnte Elefanten. 31Dies Heer zog durch Idumäa und belagerte Bet-Zur und kämpfte viele Tage lang und stellte Sturmböcke auf; aber die Juden machten einen Ausfall und verbrannten die Sturmböcke und kämpften tapfer.

32Und Judas zog von der Burg ab und lagerte mit dem Heer bei Bet-Sacharja gegenüber dem Lager des Königs. 33Da brach der König morgens früh vor Tag auf und führte das Heer zum Angriff an die Straße nach Bet-Sacharja, stellte es in Schlachtordnung auf und ließ die Trompeten blasen 34und den Elefanten roten Wein und Maulbeersaft vorhalten, um sie zum Kampf anzureizen und wild zu machen; 35und sie verteilten die Elefanten auf die Abteilungen, sodass jedem Elefanten tausend Mann zu Fuß in Harnischen und eisernen Helmen und fünfhundert Reiter zugeordnet wurden. 36Diese standen schon vorher an der Stelle, wohin der Elefant geführt wurde; und wohin er ging, da gingen sie auch hin und wichen nicht von ihm. 37Und jeder Elefant trug einen starken hölzernen Turm, der ihm kunstvoll angegürtet war; darin standen je vier Krieger, die auf ihm kämpften, und der Inder, der das Tier leitete. 38Die übrige Reiterei ordnete er auf beiden Seiten des Heeres an, um das feindliche Heer ins Wanken zu bringen und geschlossen in ihre Reihen einzudringen.

39Und als die Sonne aufging und auf die goldenen und ehernen Schilde schien, glänzte das ganze Gebirge davon und leuchtete, als wäre es lauter Feuer. 40Und ein Teil des königlichen Heeres verbreitete sich über die hohen Berge, ein anderer unten in der Ebene, und sie zogen vorsichtig und in guter Ordnung heran. 41Und wer sie hörte, der geriet in Angst vor dem Lärm der großen Menge, dem Aufmarsch der Truppen und dem Klirren der Waffen; denn es war ein sehr großes und gut gerüstetes Heer.

42Und auch Judas zog gegen sie in seiner Ordnung, und es fielen sechshundert Mann vom königlichen Heer. 43Und

6,43
Kap
Eleasar Awaran bemerkte einen Elefanten; der war größer als die andern und mit königlichem Panzer angetan; und er dachte, der König wäre darauf, 44und wollte sich opfern, um das Volk Israel zu erretten und einen ewigen Namen zu erlangen. 45Er lief mit großer Kühnheit herbei, drang durch die Feinde hindurch und tötete viele von ihnen auf beiden Seiten, sodass sie vor ihm auseinanderwichen, 46kroch unter den Elefanten und erstach ihn, sodass der Elefant auf ihn fiel und auch ihn totschlug.

47Weil aber die Juden sahen, dass das Heer des Königs mit so großer Macht angriff, wichen sie vor ihnen zurück. 48Darum zog das Heer des Königs gegen sie nach Jerusalem und schlug in Judäa am Berg Zion das Lager auf.

49Aber die Leute von Bet-Zur konnten vor Hunger nicht länger in ihrer Festung bleiben; denn es war das

6,49
2. Mose 23,10-11
siebente Jahr, in dem man die Felder im ganzen Lande brachliegen lassen musste; und sie erlangten Geleit vom König, damit sie sicher herauskommen konnten. 50Da nahm der König Bet-Zur ein und legte eine Besatzung hinein, um die Festung zu bewachen.

51Er belagerte das Heiligtum lange Zeit und stellte die verschiedensten Geschütze dagegen auf. 52Aber das Volk Israel im Heiligtum wehrte sich viele Tage und stellte auch Geschütze gegen die Feinde auf. 53Aber auch sie hatten nichts mehr zu essen, weil es das siebente Jahr war; denn die auswärtigen Juden, die vor den Heiden

6,53
Kap
nach Judäa geflüchtet waren, hatten den gesamten Vorrat aufgezehrt. 54Und es blieben sehr wenige im Heiligtum, denn der Hunger nahm überhand. Darum hatten sich die meisten zerstreuen und auf andere Städte verteilen müssen.

Antiochus V. Eupator gewährt den Juden Religionsfreiheit

(vgl. 2. Makk 13,23-24)

55Mittlerweile hörte Lysias, dass

6,55
Philippus, dem König Antiochus noch zu seinen Lebzeiten
6,55
seinen Sohn Antiochus zur Erziehung anvertraut hatte, damit er König würde, 56aus Persien und Medien zurückgekommen war mit dem Kriegsvolk, das der König dorthin geführt hatte, und dass er nach der Herrschaft trachtete. 57Darum beeilte er sich, zum König und zu den Hauptleuten zu sagen: Wir verlieren täglich viele Leute und haben kaum zu essen, und der Ort, den wir belagern, ist stark befestigt; wir haben aber daheim Nötigeres zu tun, nämlich den Frieden im Königreich zu erhalten. 58Lasst uns Frieden mit den Leuten hier und mit ihrem ganzen Volk schließen 59und gestatten, dass sie ihr Gesetz halten wie früher; denn sie grollen und kämpfen allein deswegen,
6,59
Kap
weil wir ihnen ihr Gesetz nehmen wollen.

60Diese Meinung gefiel dem König und den Fürsten gut. Und der König schickte zu den Juden, um mit ihnen Frieden zu schließen; und sie nahmen ihn an. 61Und als der König und die Fürsten ihnen einen Eid geleistet hatten, kamen sie aus ihrer Festung heraus und der König zog hinein auf den Berg Zion. 62Als er aber sah, dass der Ort so stark befestigt war, hielt er seinen Eid nicht, den er geschworen hatte, sondern befahl, die Mauer ringsum niederzureißen. 63Danach zog er eilends weg nach Antiochia. Da erfuhr er, dass sich Philippus zum Herrn der Stadt gemacht hatte. Mit dem kämpfte er und eroberte die Stadt.

7

Demetrius I. Soter bestimmt Bakchides zum Statthalter und Alkimus zum Hohenpriester

(vgl. 2. Makk 14,1-2)

71Im 151. Jahr7,1 162/161 v. Chr. floh Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus Rom und kam mit einem kleinen Gefolge in eine Stadt am Meer und regierte dort als König. 2Und als er in den Palast seiner Vorfahren kam, nahm das Kriegsvolk Antiochus und Lysias gefangen, um sie Demetrius zu übergeben. 3Als das aber Demetrius gemeldet wurde, befahl er, sie nicht vor seine Augen kommen zu lassen. 4

7,4-7
2. Makk 14,3-10
Darum tötete sie das Kriegsvolk.

Als nun

7,4
Kap
Demetrius auf den Thron gelangt war, 5kamen zu ihm gottlose und abtrünnige Leute aus Israel; ihr Anführer war
7,5
Kap
Alkimus; der wäre gern Hoherpriester geworden. 6Diese verklagten Judas und ihr eigenes Volk beim König und sagten: Judas und seine Brüder haben alle, die dir gehorsam sein wollten, umgebracht und uns aus unserm Lande verjagt. 7Darum sende jemand, dem du vertraust, dorthin; er soll sich ansehen, welche Zerstörung Judas über uns und das Land des Königs gebracht hat, und soll ihn und seinen ganzen Anhang bestrafen.

8Darum wählte der König aus seinen Freunden

7,8
Kap
Bakchides aus, der Statthalter über das Land jenseits des Euphrat7,8 Die Provinz des Seleuzidenreiches westlich des Euphrat; vgl. Esra 4,10. war und ein Mächtiger im Reich und dem König treu. 9Und er schickte mit ihm den abtrünnigen Alkimus, den er zum Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel zu bestrafen.

10Und sie zogen ins Land Juda mit einem großen Heer und schickten Boten zu Judas und seinen Brüdern, um über den Frieden zu verhandeln, und taten so, als wollten sie Frieden mit ihnen halten. 11Aber es war nichts als Betrug. Darum glaubte ihnen Judas nicht; denn er sah, dass sie gut gerüstet waren und ein großes Heer mit sich führten.

12Aber viele Schriftgelehrte kamen zu Alkimus und Bakchides, um zu fragen, was nun Recht sein sollte. Und die

7,12
Kap
Hasidäer waren die Ersten in Israel, 13die Frieden begehrten. 14Und sie sagten: Ein Priester aus dem Geschlecht Aaron ist mit dem Heer gekommen; er wird uns nicht hintergehen. 15Und Alkimus sagte ihnen Frieden zu und schwor einen Eid: Wir wollen euch und euren Freunden kein Leid antun. 16Und sie glaubten ihm. Er aber ließ sechzig Mann von ihnen gefangen nehmen und tötete sie alle an einem einzigen Tag, wie die Schrift sagt: 17»Das Fleisch deiner Heiligen haben sie den Tieren gegeben; sie haben Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und da war niemand, der sie begrub.«
7,17
Ps 79,2-3

18Darum kam Furcht und Schrecken über das ganze Volk und es klagte, dass Alkimus nicht nach Treu und Glauben gehandelt hätte; denn er hielt den Vertrag und seinen Eid nicht.

19Und Bakchides zog weg von Jerusalem und belagerte Bet-Sajit und ließ viele gefangen nehmen, die ihn vorher anerkannt, aber wegen seiner Untreue sich wieder von ihm abgewendet hatten; einige vom Volk ließ er töten und in eine große Grube werfen. 20Danach übergab Bakchides das Land dem Alkimus und ließ Kriegsvolk bei ihm, um ihm zu helfen; er aber zog wieder zum König.

Judas Makkabäus bekämpft Alkimus

21Und Alkimus nahm sich vor, mit aller Gewalt Hoherpriester zu werden. 22Und zu ihm stießen alle, die ihr Volk verwirrten; und sie unterwarfen sich das Land Juda mit Gewalt und unterdrückten das Volk Israel schwer. 23Als nun Judas sah, dass Alkimus und die Abtrünnigen aus Israel viel größeren Schaden im Lande anrichteten als die Heiden, 24durchzog er abermals das ganze Land Juda, bestrafte die Abtrünnigen und hinderte sie, aufs Land hinauszugehen.

25Als aber Alkimus sah, dass Judas und sein Volk wieder stark waren, und erkannte, dass er ihnen nicht widerstehen konnte, zog er wieder zum König und klagte sie vieler Verbrechen an.

Judas Makkabäus besiegt Nikanor

(vgl. 2. Makk 14,11-36; 15,1-37)

26Darum sandte der König einen hohen Fürsten,

7,26
Kap
Nikanor, der dem Volk Israel feindlich gesonnen war, und befahl ihm, das Volk Israel auszurotten. 27Und Nikanor zog mit einem großen Heer nach Jerusalem und schickte Boten zu Judas und seinen Brüdern, die so tun sollten, als ob er Frieden mit ihnen schließen wollte, und sie sollten sagen: 28Wir wollen Frieden miteinander halten, ich und ihr, und ich will mit wenigen Leuten kommen, um friedlich mit euch zu reden. 29So kam Nikanor zu Judas und sie begrüßten sich friedlich; aber die Feinde wollten Judas gefangen nehmen. 30Es wurde aber Judas berichtet, dass Nikanor zu ihm gekommen war, um ihn durch diesen Betrug gefangen zu nehmen; darum hütete er sich vor ihm und wollte nicht mehr zu ihm kommen.

31Und als Nikanor merkte, dass sein Vorhaben bekannt geworden war, zog er gegen Judas und kämpfte mit ihm bei Kafar-Salama. 32Da verlor Nikanor an die fünfhundert Mann und sein Heer musste auf die Davidsburg fliehen.

33Danach kam Nikanor auch zum Heiligtum auf den Berg Zion. Und einige von den Priestern und den Ältesten des Volks kamen heraus, um ihn friedlich zu empfangen und ihm das

7,33
Esra 6,9-10
Jer 29,7
1. Tim 2,2
Brandopfer zu zeigen, das sie für den König darbrachten. 34Aber Nikanor verspottete sie mit ihrem Gottesdienst und lästerte und entweihte ihre Opfer 35und schwor voller Zorn einen Eid: Werdet ihr mir Judas und sein Heer nicht in meine Hand übergeben, so will ich dieses Haus verbrennen, sobald ich glücklich wieder herkomme. Und er zog weg in heftigem Zorn.

36Aber die Priester gingen hinein und traten vor den Altar und den Tempel und weinten und sprachen: 37Ach Herr, weil du

7,37
1. Kön 8,29-30
dieses Haus erwählt hast, damit man dich dort anrufen und zu dir beten soll, 38so bitten wir, du wollest diesen Nikanor und sein Heer bestrafen und sie durchs Schwert umkommen lassen; denke daran, dass sie dein Heiligtum und dich gelästert haben, und verjage sie aus dem Lande.

39Und Nikanor zog von Jerusalem weg und schlug sein Lager bei Bet-Horon auf. Da kam noch ein Heer aus Syrien zu ihm, um ihm zu helfen. 40Aber Judas lagerte bei Adasa mit dreitausend Mann und betete zu Gott und sprach: 41Herr, Gott,

7,41
2. Kön 18,28-35
als dich die Boten des Königs Sanherib lästerten, schicktest du einen
7,41
2. Kön 19,35
Engel; der tötete von ihnen hundertfünfundachtzigtausend Mann. 42So schlage diese unsre Feinde heute vor unsern Augen und richte diesen Nikanor wegen seiner schweren Untat, damit die andern erkennen, dass du ihn bestraft hast, weil er dein Heiligtum gelästert hat.

43Und am dreizehnten Tag des Monats Adar7,43 März 161 v. Chr. kämpften sie miteinander. Da wurde das Heer Nikanors geschlagen und Nikanor kam als Allererster in der Schlacht um. 44Und als sein Heer das sah, warfen sie die Waffen weg und flohen. 45Aber Judas jagte ihnen eine Tagereise nach von Adasa bis Geser und ließ hinter ihnen die

7,45
Kap
Kriegstrompeten blasen, 46damit das Volk aus allen Ortschaften ringsum herbeikommen und die Fliehenden von allen Seiten angreifen sollte; und sie stürzten sich auf die Feinde, sodass alle durchs Schwert fielen und niemand davonkam. 47Und Judas plünderte sie aus und nahm die Beute mit sich weg. Dem Nikanor aber ließ er den Kopf abhauen und die rechte Hand, die er zum Eid ausgestreckt hatte, als er lästerte und dem Heiligtum drohte; und
7,47
1. Sam 17,51-54
er ließ Kopf und Hand mitnehmen und in Jerusalem aufhängen.

48Da wurde das Volk sehr fröhlich, und sie feierten diesen Tag mit großer Freude 49und ordneten an, dass man jährlich diesen Tag, nämlich den

7,49
Est 9,17
dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte. 50So wurde wieder Friede im Lande Juda für kurze Zeit.