Lutherbibel 1984 (LU84)
3

Judas Makkabäus kämpft gegen die abtrünnigen Juden

(vgl. 2. Makk 8,1-7)

31Judas Makkabäus trat nun an die Stelle seines Vaters. 2Und seine Brüder und alle, die sich zu seinem Vater gehalten hatten, halfen ihm und kämpften für Israel mit Freuden.

3Judas gewann seinem Volk großes Ansehen. Er legte den Harnisch an wie ein Held und gürtete sich mit seinen Waffen und schützte sein Heerlager mit seinem Schwert. 4Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie

3,4
1. Mose 49,9
ein junger brüllender Löwe, wenn er etwas jagt. 5Er spürte die Abtrünnigen auf und verfolgte sie, und die, die das Volk verführten, bestrafte er mit Feuer,
3,5
Kap
6sodass überall die Feinde vor ihm erschraken und alle Abtrünnigen niedergeworfen wurden; und er hatte Glück und Sieg. 7Das verdross viele Könige; aber Jakob war es eine Freude und ewiger Ruhm und Ehre. 8Er zog durch die Städte Judas und erschlug die Gottlosen, um den Zorn von Israel abzuwenden. 9So wurde sein Name berühmt bis an die Enden der Erde, sodass alle Unterdrückten ihm zuliefen.

Judas Makkabäus besiegt Apollonius und Seron

10Da brachte

3,10
Kap
Apollonius ein großes Heer zusammen von Heiden und Leuten aus Samarien, um gegen Israel zu kämpfen. 11Als Judas das hörte, zog er ihm entgegen, kämpfte mit ihm und erschlug ihn, und viele Feinde wurden verwundet und getötet; die Übrigen aber flohen. 12Judas machte große Beute und nahm sich das Schwert des Apollonius; das führte er fortan sein Leben lang.

13Als dann Seron, der Befehlshaber des syrischen Heeres, hörte, dass die Partei und Gemeinde der Frommen sich zu Judas hielt, sagte er: 14Ich will mir einen

3,14
Kap
Namen machen, damit ich im ganzen Königreich gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der den Befehl des Königs verachtet, schlagen. 15Darum rüstete er sich und mit ihm zog ein großes Heer der Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen. Und sie kamen bis nach
3,15
Jos 10,10
Bet-Horon.

16Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen. 17Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen? 18Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn

3,18
1. Sam 14,6
Gott kann ebenso gut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele. 19Denn
3,19
Spr 21,31
der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen. 20Sie ziehen gegen uns voller Frevel und Bosheit und wollen uns, unsre Frauen und Kinder ermorden und berauben. 21Wir aber müssen uns wehren und für unser Leben und Gesetz kämpfen. 22Darum wird sie Gott vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht fürchten.

23Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich’s versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht 24und jagte sie von Bet-Horon hinunter in die Ebene und erschlug achthundert Mann; die Übrigen flohen ins Philisterland. 25So legte sich Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brüdern auf alle Völker ringsum. 26Und in allen Ländern sprach man von Judas und seinen Taten und es kam auch vor den König.

Lysias führt den Krieg gegen die Juden fort

27Als nun König Antiochus das alles hörte, wurde er sehr zornig und ließ aus seinem ganzen Königreich ein großes Heer zusammenbringen, 28öffnete seine Schatzkammer, gab dem Heer den Sold für ein Jahr und befahl, dass man auf alles gerüstet sein sollte. 29Als er aber sah, dass er nicht mehr genug Geld in der Schatzkammer hatte und dass aus dem Land wegen des Aufruhrs und des Kriegs, den er gegen die althergebrachten Gesetze führte, nicht viel Tribut einging, 30wurde er besorgt, dass er, wie bisher schon öfter, nichts mehr übrig behalten könnte für die Kosten seines Hofes und für die Geschenke, die er früher mit freigebiger Hand mehr als alle Könige vor ihm ausgegeben hatte. 31Darüber war er sehr bestürzt und beschloss, nach Persien zu ziehen, von den Provinzen Tribut zu erheben und dadurch viel Geld zusammenzubringen.

32Und er ließ im Lande einen Fürsten aus königlichem Stamm zurück mit Namen Lysias; den machte er zum Statthalter über das ganze Königreich vom Euphrat bis an die Grenze Ägyptens 33und vertraute ihm seinen Sohn, den jungen Antiochus, zur Erziehung an, solange er außer Landes sein würde. 34Er überließ ihm die Hälfte des Kriegsvolks und die Elefanten und gab ihm den Befehl, alles auszuführen, was er gegen die Bewohner von Judäa und Jerusalem vorhatte: 35Er sollte ein Heer gegen sie schicken, um das Heer Israels und die Überlebenden in Jerusalem auszurotten und die Erinnerung an diesen Ort auszutilgen; 36auch sollte er in ihrem ganzen Gebiet Leute aus fremdem Stamm ansiedeln und das Land durchs Los an sie verteilen.

Lysias rückt in Judäa ein

(vgl. 2. Makk 8,8-11)

37Im 147. Jahr3,37 166/165 v. Chr. nahm der König selbst das übrige Kriegsvolk und zog von seiner Stadt Antiochia aus über den Euphrat hinauf in die oberen Länder. 38Aber Lysias bestimmte einige mächtige Männer von den Freunden des Königs zu Hauptleuten, nämlich

3,38
2. Makk 4,45
6,8
8,8
Ptolemäus, den Sohn des Dorymenes,
3,38
Kap
Nikanor und Gorgias, 39und gab ihnen vierzigtausend Mann zu Fuß und siebentausend Reiter, damit sie das Land Juda überfallen und es verheeren sollten, wie der König befohlen hatte. 40Nachdem sie nun mit diesem Heer ausgezogen waren, lagerten sie sich bei Emmaus in der Ebene. 41Als die Kaufleute in der Umgegend davon hörten, kamen sie in das Lager und brachten sehr viel Silber und Gold und Fesseln mit sich, um die Israeliten als Sklaven zu kaufen. Auch aus Syrien und andern fremden Ländern stieß viel Kriegsvolk zu ihnen.

Judas Makkabäus rüstet sein Heer zur Abwehr

42Als nun Judas und seine Brüder sahen, dass die Verfolgung immer schlimmer wurde und dass die Feinde an der Grenze lagen, und erfuhren, dass der König befohlen hatte, ganz Juda zu vertilgen, 43sagten sie zueinander: Wir wollen der Erniedrigung unsres Volks ein Ende machen und für unser Volk und für das Heiligtum kämpfen. 44Und die Gemeinde kam zusammen, um zum Kampf bereit zu sein und um miteinander zu beten und Gnade und Hilfe von Gott zu erflehen.

45Aber zu dieser Zeit wohnte niemand mehr in Jerusalem, sondern es war

3,45
Klgl 5,18
wie eine Wüste, und keiner von ihren Bürgern ging mehr aus und ein; das
3,45
Dan 8,13
Heiligtum war zertreten, Fremde hatten die Burg inne, und dort war ein Versammlungsort der Heiden; die Freude war von Jakob weggenommen, und man hörte dort weder Flöte noch Harfe. 46Darum
3,46
1. Sam 7,5
kam das Volk zusammen in Mizpa, gegenüber von Jerusalem; denn Israel hatte vorzeiten in Mizpa angebetet.

47An diesem Tag fasteten sie und zogen Trauergewänder an,

3,47
Jdt 4,14
streuten Asche auf ihr Haupt und zerrissen ihre Kleider 48und entrollten die Schriftrolle des Gesetzes, der die Heiden nachgespürt hatten, um ihre Götzen darauf zu malen. 49Sie brachten auch dorthin die priesterlichen Kleider, die Erstlinge und Zehnten und ließen die
3,49
4. Mose 6,2-21
Gottgeweihten herbeikommen, bei denen die Zeit ihres Gelübdes vorüber war, 50und schrien laut zum Himmel: Was sollen wir mit diesen machen, und wo sollen wir sie hinführen? 51Denn dein Heiligtum ist zertreten und entweiht, deine Priester leben in Trauer und Niedrigkeit. 52Und siehe, die Heiden haben sich gegen uns versammelt, um uns ganz zu vertilgen. Du weißt, was sie gegen uns im Sinn haben. 53Wie können wir ihnen standhalten, wenn nicht du uns hilfst? 54Und sie
3,54
4. Mose 10,9
bliesen die Trompeten und schrien mit lauter Stimme.

55Danach setzte Judas Anführer für das Kriegsvolk ein,

3,55
2. Mose 18,25
Oberste über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn. 56Auch ließ er ausrufen, dass alle, die Häuser gebaut oder geheiratet oder Weinberge gepflanzt hatten oder alle, die voll Furcht waren, wieder heimziehen möchten, wie das Gesetz es ihnen erlaubt.
3,56
5. Mose 20,5-8
57Danach zogen sie fort und schlugen ihr Lager im Süden von Emmaus auf. 58Und Judas sagte: Rüstet euch und seid unerschrocken, damit ihr morgen früh bereit seid, gegen diese Heiden zu kämpfen, die zusammengekommen sind, um uns und unser Heiligtum zu vernichten! 59Denn für uns ist es besser, im Krieg zu fallen, als das Unglück unsres Volks und unsres Heiligtums zu sehen. 60Aber was Gott im Himmel will, das geschehe!

4

Judas Makkabäus besiegt Gorgias

(vgl. 2. Makk 8,20-36)

41Und Gorgias nahm fünftausend Mann zu Fuß und tausend auserlesene Reiter und rückte bei Nacht gegen das Lager der Juden vor, 2um sie unversehens zu vernichten; als Führer dienten ihnen einige Leute von der Burg. 3Als Judas davon hörte, zog auch er mit den besten Leuten aus, um das Heer des Königs, das bei

4,3
Kap
Emmaus lag, zu schlagen, 4solange es noch außerhalb des Lagers zerstreut war. 5Als nun Gorgias bei Nacht an das Lager des Judas kam und dort niemand fand, suchte er sie im Gebirge und meinte, sie wären vor ihm geflohen.

6Aber Judas kam morgens früh in die Ebene mit dreitausend Mann; doch hatten sie keine Harnische und Schwerter. 7Als sie nun sahen, dass das Heer der Feinde gut gerüstet und von starker Reiterei umgeben war und dass sie erfahrene Kriegsleute waren, 8sagte Judas zu seinem Volk: Fürchtet euch nicht vor ihrer großen Menge, und vor ihrem Ansturm erschreckt nicht! 9Denkt daran,

4,9
2. Mose 14,30
wie unsre Väter im Roten Meer errettet worden sind, als ihnen der Pharao mit einem großen Heer nacheilte. 10Lasst uns zum Himmel rufen, so wird uns der Herr auch gnädig sein und an den Bund denken, den er mit unsern Vätern geschlossen hat, und wird unsre Feinde heute vor unsern Augen vernichten. 11Und alle Heiden sollen erkennen, dass einer ist, der sich Israels annimmt, hilft und errettet.

12Als nun die Fremden aufblickten und sahen, dass Judas gegen sie heranrückte, 13zogen auch sie aus dem Lager, um Judas anzugreifen. Und die Leute des Judas

4,13
Kap
bliesen die Trompeten 14und griffen die Feinde an; und die Heiden wurden geschlagen, sodass sie alle in die Ebene hinausflohen und die letzten erstochen wurden. 15Denn Judas jagte ihnen nach bis nach Geser und bis ins Gebiet von Idumäa, bis Aschdod und Jamnia, und es fielen von ihnen an die dreitausend Mann.

16Als aber Judas und sein Heer von der Verfolgung zurückgekehrt waren, gebot er seinem Volk: 17Ihr sollt nicht plündern; denn es steht uns noch eine Schlacht bevor. 18Gorgias und sein Heer sind nahe vor uns im Gebirge; darum tretet nun unsern Feinden entgegen und schlagt sie. Danach könnt ihr plündern. 19Während Judas noch redete, erschien eine Schar, die vom Gebirge herabspähte. 20Und sie sahen, dass ihre Leute geschlagen und das Lager angezündet war; denn sie sahen den Rauch; daraus konnten sie entnehmen, was geschehen war. 21Dazu sahen sie Judas und sein Kriegsvolk in der Ebene, gerüstet zur Schlacht; darüber erschraken sie sehr 22und flohen alle ins Gebiet der Fremden.

23Dann kehrte Judas wieder zurück, um das Lager zu plündern, und sie eroberten viel Gold, Silber, blauen und roten Purpur und viele andere Schätze. 24Danach zogen sie heim, dankten und lobten Gott mit Gesang und sprachen:

4,24
Ps 106,1
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 25An diesem Tag ist Israel großes Heil widerfahren.

Judas Makkabäus besiegt Lysias

(vgl. 2. Makk 11,1-12)

26Die Heiden aber, die entronnen waren, kamen zu

4,26
Kap
Lysias und sagten ihm, wie es ihnen ergangen war. 27Als Lysias das hörte, war er bestürzt und niedergeschlagen, weil nicht gelungen war, was er Israel hatte antun wollen und was der König befohlen hatte. 28Darum brachte Lysias im folgenden Jahr wiederum viel auserlesenes Kriegsvolk zusammen, sechzigtausend Mann zu Fuß und fünftausend Reiter, um die Juden zu vernichten. 29Dies Heer zog nach Idumäa und lagerte sich bei
4,29
2. Makk 11,5
Bet-Zur.

Doch Judas trat ihnen entgegen mit zehntausend Mann. 30Als er aber sah, dass die Feinde ein so großes Heer hatten, betete er und sprach: Lob sei dir, du Heiland Israels, der du

4,30
1. Sam 17,50
durch die Hand deines Knechts David den Angriff des Starken zunichtegemacht und das ganze Heer der Heiden in die Hände
4,30
1. Sam 14,13-15
Jonatans, des Sohnes Sauls, und seines Waffenträgers gegeben hast. 31Ich bitte dich, du wollest diese unsre Feinde auch in die Hände deines Volks Israel geben, dass sie mit ihrer Macht und ihren Reitern zuschanden werden. 32Gib ihnen ein erschrockenes und verzagtes Herz, dass sie wanken und geschlagen werden; 33schlage sie nieder mit dem Schwert derer, die dich lieben, dass dich alle loben und preisen, die deinen Namen kennen!

34Als sie nun zusammenstießen, fielen vom Heer des Lysias fünftausend Mann. 35Als aber Lysias sah, dass die Seinen flohen, die Juden dagegen unerschrocken und bereit waren, in Ehren zu leben oder in Ehren zu sterben, zog er ab nach Antiochia, um Kriegsvolk anzuwerben und mit noch stärkerer Heeresmacht wieder nach Judäa zu ziehen.

Judas Makkabäus weiht den Tempel neu

(vgl. 2. Makk 10,1-8)

36Judas aber und seine Brüder sagten: Weil unsre Feinde verjagt sind, lasst uns hinaufziehen und das Heiligtum wieder reinigen und weihen! 37Darum kam das ganze Kriegsvolk zusammen, und sie zogen miteinander auf den Berg Zion. 38Und als sie sahen, wie das Heiligtum verwüstet, der

4,38
Kap
Altar entheiligt, die
4,38
2. Makk 1,8
8,33
Tore verbrannt waren und dass der Platz umher mit Unkraut bewachsen war wie ein Wald oder Gebirge und die Priesterzellen zerfallen waren: 39da zerrissen sie ihre Kleider und hielten eine große Klage, streuten Asche auf ihr Haupt, 40fielen nieder auf ihr Angesicht und bliesen die Trompeten und schrien zum Himmel.

41Und Judas stellte Männer auf, die die Leute in der Burg abwehren sollten, bis man das Heiligtum gereinigt hatte. 42Und er nahm dazu Priester, die nicht unrein geworden und beständig im Gesetz geblieben waren. 43Die reinigten das Heiligtum und trugen die unreinen Steine weg an einen unheiligen Ort. 44Weil nun der Brandopferaltar

4,44
Kap
entheiligt war, überlegten sie, was sie mit ihm machen sollten. 45Und sie hatten einen guten Einfall, nämlich, dass man ihn ganz einreißen sollte, damit kein Ärgernis von ihm käme, weil ihn die Heiden entheiligt hatten. Darum wurde er ganz eingerissen. 46Und sie verwahrten die Steine auf dem Berge bei dem Tempel an einem geeigneten Ort,
4,46
Kap
bis ein Prophet kommen und verkünden würde, was man damit tun sollte.

47Sie nahmen aber

4,47
2. Mose 20,25
unbehauene Steine, wie das Gesetz lehrt, und bauten einen neuen Altar ganz so, wie der frühere gewesen war. 48Und sie bauten das Heiligtum wieder auf und das Innere des Hauses und weihten den Bau und die Vorhöfe. 49
4,49-51
Kap
Und sie ließen neue heilige Gefäße machen und brachten den goldenen Leuchter, den Räucheraltar und den Tisch in den Tempel. 50Und sie legten Weihrauch auf den Altar und zündeten die Lampen auf dem Leuchter an, damit sie im Tempel leuchteten. 51Auf den Tisch legten sie die Brote und hängten die Vorhänge auf und richteten den Tempel vollständig wieder her.

52

4,52-54
Kap
Und am fünfundzwanzigsten Tage des neunten Monats, der Kislew heißt, im 148. Jahr,4,52 Dezember 165 v. Chr. 53standen sie früh auf und
4,53
2. Mose 29,38-42
opferten nach dem Gesetz auf dem neuen Brandopferaltar, den sie aufgerichtet hatten. 54Zur gleichen Zeit und am gleichen Tage, an dem die Heiden das Heiligtum entweiht hatten, wurde es wieder geweiht mit Gesang und mit Zithern, Harfen und Zimbeln. 55Und alles Volk fiel nieder auf das Angesicht, betete an und lobte den Herrn im Himmel, der ihnen Glück und Sieg gegeben hatte.

56Und sie hielten das

4,56
2. Chr 7,9
Fest der Weihe des neuen Altars acht Tage lang und opferten mit Freuden Brandopfer, Dankopfer und Lobopfer; 57und sie schmückten die Vorderseite des Tempels mit goldenen Kränzen und Schilden und machten neue Tore und Zellen und setzten die Türen ein. 58Und es herrschte sehr große Freude im Volk, dass die Schande von ihnen genommen war, die ihnen die Heiden angetan hatten. 59Und Judas und seine Brüder und die ganze Gemeinde Israel beschlossen, dass man jährlich vom fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew an acht Tage lang das Fest der Weihe des neuen Altars mit Freude und Fröhlichkeit halten sollte.
4,59
Joh 10,22

60Zu derselben Zeit bauten sie hohe Mauern und feste Türme um das Heiligtum auf dem Berge Zion, damit die Heiden das Heiligtum nicht einnehmen und zertreten könnten, wie sie es kurz zuvor getan hatten. 61Und Judas legte Kriegsvolk hinein, um das Heiligtum zu schützen. Er befestigte auch Bet-Zur, damit das Volk eine Festung gegen Idumäa hätte, in der sie sich aufhalten und verteidigen konnten.

5

Judas Makkabäus besiegt die Idumäer und andere Völker

51Als aber die Heiden ringsum hörten, dass der Altar wieder aufgerichtet und das Heiligtum erneuert war, so wie es früher gewesen war, wurden sie sehr zornig 2und nahmen sich vor, das Geschlecht Jakobs, das unter ihnen wohnte, auszurotten, und fingen an, die Juden zu töten und zu vernichten. 3Aber Judas zog gegen das Geschlecht Esaus in Idumäa und in Akrabattene, wo sie die Israeliten belagerten, schlug viele Idumäer tot und demütigte sie und plünderte sie aus.

5,3
2. Makk 10,17

4Weil auch die Beoniter auf den Straßen zu einer ständigen Gefahr und zu einem Ärgernis für das Volk durch ihre Nachstellungen geworden waren, 5dachte Judas an ihre Niedertracht, schloss sie in ihren Burgen ein, belagerte sie und vollstreckte den Bann an ihnen und verbrannte ihre Burgen mit allen, die darin waren.

6Danach zog er gegen die Ammoniter; die waren gut gerüstet und hatten viel Kriegsvolk und einen Hauptmann

5,6
2. Makk 8,30
Timotheus. 7Darum hatte Judas viele Kämpfe mit ihnen zu bestehen und sie wurden von ihm besiegt und geschlagen. 8Und er eroberte die Stadt
5,8
4. Mose 21,32
Jaser mit ihren umliegenden Ortschaften. Danach zog er wieder heim nach Judäa.

Die Juden aus dem Ostjordanland und aus Galiläa bitten um Hilfe

9Es versammelten sich aber die Heiden auch in Gilead gegen die Israeliten, die unter ihnen wohnten, um sie auszurotten; aber das Volk floh auf die Burg Datema. 10Und sie schrieben an Judas und seine Brüder: 11Die Heiden ringsum haben sich gegen uns versammelt, um uns alle umzubringen. Sie wollen kommen und unsre Burg stürmen, in die wir geflohen sind; und ihr Hauptmann ist Timotheus. 12Darum bitten wir dich, uns zu Hilfe zu kommen und uns aus ihrer Hand zu retten; denn wir sind wenige, weil die Feinde viele umgebracht haben; 13und im Lande

5,13
Ri 11,3
2. Sam 10,6
Tob sind alle unsre Brüder, gegen tausend Mann, getötet und ihre Frauen, Kinder und ihr Hab und Gut weggeführt worden.

14Als man diesen Brief las, kamen andere Boten aus Galiläa; die hatten

5,14
Kap
ihre Kleider zerrissen und meldeten Ähnliches 15und sagten, die Heiden aus Ptolemais, Tyrus und Sidon und ganz Galiläa seien zusammengekommen, um die Israeliten auszurotten.

16Als Judas und das Volk das hörten, hielten sie eine große Versammlung ab, um zu überlegen, wie sie ihren Brüdern helfen könnten, die in solcher Not waren und vom Feinde bedrängt wurden. 17Und Judas befahl seinem Bruder Simon: Wähle dir Männer aus, zieh hin und rette deine Brüder in Galiläa; ich aber und mein Bruder Jonatan wollen nach Gilead ziehen. 18Und er machte Josef, den Sohn Secharjas, und Asarja zu Hauptleuten über das übrige Kriegsvolk daheim, um Judäa zu beschützen, 19und befahl ihnen, sie sollten das Volk regieren und sich nicht in einen Krieg mit den Heiden einlassen, bis er zurückkäme. 20Und Simon zog nach Galiläa mit dreitausend Mann, Judas nach Gilead mit achttausend.

Simon rettet die Juden aus Galiläa

21Als nun Simon nach Galiläa kam, bestand er viele Kämpfe mit den Heiden, siegte und verfolgte sie bis zum Tor von Ptolemais. 22So kamen gegen dreitausend Heiden um und Simon machte große Beute. 23Danach nahm er die Juden aus Galiläa und Arbatta mit Weib und Kind und all ihr Hab und Gut mit und führte sie mit großer Freude nach Judäa.

Judas Makkabäus und Jonatan siegen im Ostjordanland

24Aber Judas Makkabäus und sein Bruder Jonatan zogen über den Jordan in die Wüste drei Tagereisen weit. 25Da trafen sie auf die Nabatäer. Die empfingen sie freundlich und erzählten ihnen, wie es ihren Brüdern in Gilead ging 26und dass viele eingeschlossen waren in Bosora, Bosor, Alema, Kaspin, Maked und Karnajim, alles große und befestigte Städte; 27dass auch viele in andern Städten in Gilead eingeschlossen waren und die Feinde beschlossen hatten, am andern Tage die Befestigungen zu überfallen, zu stürmen und alle Juden an einem Tage umzubringen. 28Da kehrte Judas mit seinem Heer sogleich um in die Wüste von Bosora, eroberte die Stadt und erschlug alles, was männlich war, mit der Schärfe des Schwerts und plünderte und verbrannte die Stadt.

29Danach zogen sie bei Nacht fort zu der Burg, wo seine Brüder belagert wurden. 30Und als sie am Morgen aufblickten, sahen sie eine große Menge Kriegsvolk, die nicht zu zählen war, Leitern und Sturmböcke tragen, um die Festung im Sturm zu nehmen. 31Und als Judas sah, dass der Kampf anfing und in der Stadt Trompeten und lautes Geschrei zum Himmel schallten, 32da

5,32
Kap
ermahnte Judas sein Heer, für ihre Brüder zu kämpfen, um sie zu retten. 33Und er teilte es in drei Heerhaufen ein und griff von hinten an und ließ die Trompeten blasen; und das Volk schrie laut im Gebet zu Gott. 34Als aber das Heer des Timotheus sah, dass der Makkabäer hinter ihnen war, flohen sie vor ihm und wurden vernichtend geschlagen, sodass von ihnen an diesem Tag gegen achttausend fielen.

35Danach zog Judas nach Alema, stürmte und eroberte es und ließ alles, was männlich war, töten und plünderte und verbrannte die Stadt.

36Von dort zog er weiter und eroberte

5,36
2. Makk 12,13
Kaspin, Maked, Bosor und die andern Städte in Gilead.

37Aber

5,37
2. Makk 12,20
Timotheus brachte ein neues Heer zusammen und lagerte sich gegenüber von Rafon jenseits des Bachs. 38Da schickte Judas Leute aus, die das Lager erkunden sollten. Die meldeten ihm, dass es eine sehr große Menge aus allen Heiden ringsum wäre, 39dass sie auch Kriegsleute aus Arabien bei sich hätten, denen sie Sold geben müssten, und dass sich das Heer jenseits des Bachs gelagert hätte und zur Schlacht gerüstet wäre. Darum zog Judas ihnen entgegen. 40Und Timotheus sagte zu seinen Hauptleuten: Wenn Judas mit seinem Heer an den Bach kommt und so mutig ist, dass er zuerst zu uns herüberzieht, so können wir ihm nicht widerstehen, sondern er wird uns schlagen. 41Wenn er sich aber fürchtet und nicht über den Bach wagt, so wollen wir über das Wasser und ihn angreifen und schlagen.

42Als nun Judas an den Bach kam, stellte er die Amtleute an das Wasser und befahl ihnen, dafür zu sorgen, dass keiner zurückblieb, sondern dass alle in den Kampf zogen. 43

5,43-44
2. Makk 12,26
Als nun Judas und sein Heer als Erste über das Wasser kamen, wurden die Feinde alle von ihnen geschlagen und warfen ihre Waffen weg und flohen in einen Tempel in der Stadt Karnajim. 44Aber Judas eroberte die Stadt und verbrannte den Tempel und alle, die darin waren; so wurde Karnajim unterworfen und konnte Judas nicht widerstehen.

Judas Makkabäus holt die Juden aus Gilead nach Judäa

(vgl. 2. Makk 12,27-31)

45Danach ließ Judas alle Israeliten, die in Gilead waren, Klein und Groß, Frauen und Kinder, eine sehr große Zahl, zusammenkommen, damit sie nach Judäa zogen. 46Und auf dem Wege kamen sie zu einer großen, gut befestigten Stadt, Efron, die an der Straße lag, durch die man hindurchmusste und nicht rechts oder links vorbeiziehen konnte. 47Nun wollten die Leute von Efron Judas nicht durchlassen, 48sondern zogen sich in die Stadt zurück, verschlossen die Tore und wälzten Steine davor. 49Aber Judas sandte zu ihnen, sagte ihnen Frieden zu und bat freundlich, 50dass man sie

5,50
4. Mose 20,17
durchließe, damit sie in ihr Land kommen könnten; denn keiner von seinen Leuten würde ihnen Schaden antun; er begehre nichts anderes, als durch die Stadt zu ziehen. Aber die Leute von Efron wollten sie nicht einlassen.

51Da ließ Judas im ganzen Heer ausrufen, dass das Kriegsvolk sich in Schlachtordnung aufstellen sollte. So stellten sie sich in Schlachtordnung auf, stürmten den ganzen Tag und die ganze Nacht gegen die Stadt an und eroberten sie. 52Und Judas ließ alles, was männlich war, erstechen und plünderte und zerstörte die Stadt und zog über die toten Körper hinweg. Und sie kamen über den Jordan in die Ebene gegenüber von Bet-Schean. 53Und Judas sammelte die Zurückbleibenden und sprach dem Volk auf dem ganzen Wege Mut zu, bis sie ins Land Juda kamen. 54Da zogen sie mit großer Freude auf den Berg Zion und opferten Brandopfer, weil keiner von ihnen gefallen und sie mit Frieden wieder heimgekommen waren.

Josef und Asarja unterliegen bei Jamnia

55Während aber Judas und Jonatan in Gilead waren und ihr Bruder Simon in Galiläa vor Ptolemais, 56hörten die beiden Hauptleute Josef, der Sohn Secharjas, und Asarja von ihren Siegen und großen Taten und sagten: 57Auch wir wollen Ehre einlegen und die Heiden um uns her angreifen. 58Und sie befahlen ihrem Kriegsvolk, nach Jamnia zu ziehen. 59Da zog Gorgias mit seinem Heer aus der Stadt, um gegen sie zu kämpfen, 60und schlug Josef und Asarja in die Flucht und jagte sie bis ins Land Juda. Und Israel verlor an diesem Tag gegen zweitausend Mann.

61So erlitt das Volk eine schwere Niederlage,

5,61
weil sie Judas und seinem Bruder nicht gehorcht und gemeint hatten, sie könnten sich Ruhm erringen, 62obwohl sie doch nicht aus dem Geschlecht der Männer waren, denen Gott verliehen hatte, Israel die Rettung zu bringen. 63Aber Judas und seine Brüder wurden sehr hoch geachtet in ganz Israel und bei allen Heiden, 64wo man sie auch nannte. Und viele kamen und huldigten ihnen.

Judas Makkabäus kämpft erfolgreich gegen Edomiter und Philister

65Und Judas zog aus mit seinen Brüdern gegen das Geschlecht Esaus im Südland und eroberte Hebron und die Orte ringsum und riss ihre Mauern nieder und verbrannte ihre Türme 66und kehrte um ins Philisterland und zog durch Marescha. 67Damals sind viele Priester gefallen, die allzu kühn gewesen waren und die Feinde ohne Rat und Befehl angegriffen hatten. 68Darauf zog Judas nach Aschdod ins Philisterland und riss ihre Götzenaltäre ein und verbrannte ihre Götzen und plünderte die Städte und kam wieder heim ins Land Juda.