Lutherbibel 1984 (LU84)
13

Simon tritt an die Stelle seines Bruders Jonatan

131Als nun Simon hörte, dass Tryphon ein großes Heer beieinanderhatte, um das Land Juda anzugreifen und zugrunde zu richten, 2und sah, dass dem Volk sehr angst und bange war, kam er nach Jerusalem und versammelte das Volk 3und tröstete sie und sagte zu ihnen: Ihr wisst, welche schweren Kriege ich und meine Brüder und das ganze Haus meines Vaters für das Gesetz und das Heiligtum geführt haben, und habt die Not gesehen, in der ganz Israel gewesen ist; 4in ihr sind

13,4
Kap
alle meine Brüder für Israel umgekommen, und es lebt keiner mehr außer mir. 5Nun möchte ich in dieser Trübsal mein Leben gewiss nicht schonen; denn ich bin nicht besser als meine Brüder und möchte es nicht besser haben als sie; 6sondern ich will mein Volk, unser Heiligtum und eure Frauen und Kinder rächen. Denn
13,6
Kap
alle Heiden ringsum hassen uns und rotten sich zusammen, um uns zu vernichten.

7Als das Volk diese tröstlichen Worte hörte, fasste es neuen Mut 8und antwortete darauf: Du sollst unser Hauptmann sein wie vorher deine Brüder Judas und Jonatan und unsern Krieg führen. 9Und wir wollen dir gehorsam sein in allem, was du uns gebietest.

10Da rief Simon das ganze Kriegsvolk zusammen. Auch sorgte er dafür,

13,10
Kap
dass man eilends die Mauern von Jerusalem ausbaute, damit die Stadt ringsumher gut geschützt und befestigt wäre. 11Und er schickte Jonatan, den Sohn Abschaloms, mit einem neuen Heer nach
13,11
Kap
Joppe. Und Jonatan vertrieb die Feinde aus Joppe und blieb dort in der Stadt.

Tryphon lässt Jonatan und Antiochus VI. Epiphanes töten

12Da zog Tryphon von

13,12
Kap
Ptolemais aus mit einem großen Heer, um ins Land Juda einzufallen, und führte Jonatan gefangen mit. 13Aber Simon zog gegen ihn und lagerte sich bei
13,13
Kap
Hadid am Hügelland. 14Als aber Tryphon erfuhr, dass Simon anstelle seines Bruders Jonatan Hauptmann geworden war und mit ihm kämpfen wollte, sandte er Boten zu Simon und ließ ihm sagen: 15Ich habe deinen Bruder Jonatan wegen des Geldes, das er dem König aus seinen Ämtern schuldig geblieben ist, gefangen genommen; 16willst du mir nun hundert Zentner Silber schicken und zwei seiner Söhne als Geiseln geben, damit er nicht von uns abfällt und sich dann gegen uns stellt, wenn er frei geworden ist, so will ich ihn dir losgeben.

17Obwohl aber Simon genau merkte, dass es nichts als Betrug war, ließ er dennoch das Geld und die Kinder holen, damit das Volk ihn nicht anklagte, 18Jonatan hätte umkommen müssen, weil er ihn nicht hätte auslösen wollen. 19Darum schickte er dem Tryphon die Kinder samt den hundert Zentnern. Aber Tryphon hielt nicht Wort und wollte Jonatan nicht losgeben.

20Danach kam Tryphon, um das Land zu verheeren, und umging es auf der Straße, die nach Adora führt. Aber Simon war ihm mit seinem Heer stets an der Seite; und wohin er auch zog, da stellte sich ihm Simon in den Weg. 21Es schickten auch

13,21
Kap
die Leute auf der Burg Boten zu Tryphon, er sollte, ehe sich’s Simon versähe, durch die Wüste zu ihnen ziehen und ihnen Nahrung bringen. 22Darum wollte Tryphon mit seiner ganzen Reiterei sich eilends aufmachen und zu ihnen kommen. Aber in dieser Nacht fiel ein sehr tiefer Schnee; und er kam deswegen nicht durch. Deshalb brach er auf und zog nach Gilead, 23und bei Baskama
13,23
Kap
ließ er Jonatan mit seinen Söhnen töten; die wurden dort begraben. 24Darauf zog Tryphon wieder in sein Land.

25Da schickte Simon dorthin und ließ den Leichnam seines Bruders Jonatan holen und

13,25
Kap
legte ihn ins Grab in Modeïn, der Stadt seiner Väter. 26Und ganz Israel trauerte und klagte um Jonatan lange Zeit. 27Und Simon ließ über dem Grab seines Vaters und seiner Brüder ein Denkmal bauen, hoch und weithin sichtbar, hinten und vorn aus gehauenen Steinen, 28und darauf ließ er sieben Pyramiden setzen, eine der andern gegenüber: dem Vater, der Mutter und den vier Brüdern. 29Und er ließ um sie herum große Säulen setzen und an den Säulen Harnische anbringen zum ewigen Gedächtnis und neben den Harnischen in Stein gehauene Schiffe, sodass es alle, die auf dem Meer fahren, sehen konnten. 30Dies Grab in Modeïn steht noch bis auf den heutigen Tag.

31Aber Tryphon führte den jungen König Antiochus im Land herum und tötete ihn hinterlistig.

13,31
Kap
32Darauf wurde er selbst König an seiner statt und setzte sich die Krone Vorderasiens auf; und er bedrückte das Land schwer.

Simon erreicht die volle Freiheit für Israel

33Aber Simon baute und

13,33
Kap
befestigte viele Städte im Lande Juda mit hohen Türmen und dicken Mauern und starken Toren und schaffte Nahrung in die befestigten Städte; 34und er schickte Boten zu König
13,34
Kap
Demetrius und bat um Erleichterung der Lasten, die ihm Tryphon auferlegt hatte; denn Tryphon hatte lauter Raub und Mord im Lande verübt.

35Darauf antwortete Demetrius und schrieb: 36König Demetrius entbietet dem Hohenpriester Simon, dem Freund der Könige, und den Ältesten und dem jüdischen Volk seinen Gruß. 37Die goldene Krone samt der Palme, die ihr mir geschickt habt, haben wir empfangen und sind bereit, einen guten Frieden mit euch zu schließen und den Amtleuten zu schreiben, dass sie euch die Lasten erleichtern, wie wir zugestanden haben. 38Und was wir euch versprochen haben, das soll treu, stetig und fest gehalten werden. Alle Festungen, die ihr gebaut habt, sollt ihr behalten. 39Und wir rechnen euch nicht an, was ihr aus Versehen oder mit Absicht inzwischen gegen uns getan habt. Die

13,39
Kap
Beiträge zum Ehrenkranz und andere Abgaben, die Jerusalem hat geben müssen, erlassen wir euch. 40Und wer unter euch
13,40
Kap
geeignet ist, in unserm Heer zu dienen, der soll bei uns eintreten. Und es soll zwischen uns Friede und Einigkeit herrschen.

41Im 170. Jahr13,41 143/142 v. Chr. wurde Israel befreit vom Joch der Heiden, 42und das Volk schrieb von jetzt an in Briefen und Verträgen: Im ersten Jahr Simons, des großen Hohenpriesters und Feldhauptmanns und Fürsten der Juden.

43Zu dieser Zeit belagerte Simon die Stadt Geser und schloss sie ein; er stellte Sturmböcke auf und führte sie an die Stadt heran und eroberte einen Turm. 44Und die, die auf den Turm kamen, sprangen in die Stadt. Da erschrak das Volk in der Stadt und verzagte völlig, 45und sie liefen mit Frauen und Kindern auf die Mauer und zerrissen ihre Kleider und schrien laut und baten Simon um Gnade und sagten: 46Bestrafe uns nicht für unsern Widerstand, sondern sei uns gnädig, so wollen wir gern gehorsam sein! 47Das jammerte Simon, sodass er sie nicht tötete. Aber er befahl ihnen, aus der Stadt wegzuziehen, und

13,47
2. Chr 34,3-7
ließ die Häuser wieder reinigen, in denen sie Götzen aufgestellt hatten. 48Darauf zog er hinein in die Stadt und dankte und lobte Gott und ließ alles wegtun und ausrotten, was unrein macht, und setzte Leute hinein, die Gottes Gesetz hielten, und befestigte die Stadt und baute sich selbst ein Haus darin.

49Und die Leute auf der Burg von Jerusalem wurden belagert, sodass niemand heraus- oder hineinkommen und

13,49
Kap
weder kaufen noch verkaufen konnte; und sie litten so großen Hunger, dass viele vor Hunger sterben mussten. 50Darum schrien sie zu Simon und baten um Frieden. Da erwies ihnen Simon Gnade und ließ sie leben, aber sie mussten aus der Burg wegziehen. Und Simon ließ die Burg wieder reinigen von allem, was unrein macht, 51und nahm sie ein am dreiundzwanzigsten Tage des zweiten Monats im 171. Jahr13,51 Mai 142 v. Chr. und zog hinein mit Lobgesang und Palmenzweigen und Saitenspiel und dankte Gott, dass Israel diesen starken Feind endlich losgeworden war.

52Und er gebot, dass man diesen Tag jährlich mit Freuden begehen sollte. 53Auch befestigte er den Berg des Tempels neben der Burg noch mehr und wohnte dort oben, er und die er bei sich hatte.

13,53
Kap
54Und weil Simon sah, dass sein Sohn Johannes ein tüchtiger Mann war, setzte er ihn zum Hauptmann über das ganze Kriegsvolk ein und ließ ihn in Geser wohnen.

14

Demetrius II. Nikator gerät in Medien in Gefangenschaft

141Im 172. Jahr14,1 141/140 v. Chr. rüstete sich König Demetrius und zog nach Medien, um Hilfe zum Kampf gegen Tryphon zu holen. 2Als aber Arsakes, der König von Persien und Medien,14,2 Gemeint ist der Partherkönig Mithridates, der Persien und Medien kürzlich besetzt hatte. Weil diese Länder bis dahin zum Seleuzidenreich gerechnet wurden, fühlte sich Demetrius noch berechtigt, in diesem Gebiet Truppen auszuheben. hörte, dass Demetrius in sein Königreich eingefallen war, ließ er einen seiner Hauptleute gegen ihn ziehen und befahl ihm, ihn gefangen zu nehmen und lebendig zu ihm zu bringen. 3Dieser Hauptmann zog hin, schlug das Heer des Demetrius, nahm ihn gefangen und brachte ihn seinem König Arsakes. Da hielt ihn Arsakes gefangen und ließ ihn bewachen.

Simon regiert in Frieden

4Da kam das Land Juda zur Ruhe und es blieb Friede, solange Simon lebte. Und Simon regierte sehr gut und tat dem Lande viel Gutes, sodass sie ihn gern zum Herrn hatten sein Leben lang. 5Zu dem, was er sonst Rühmliches tat, machte er die Stadt

14,5
Kap
Joppe zum Hafen und schuf eine Zufahrt für die Schiffe nach den Inseln des Meeres. 6Und er erwarb seinem Volk mehr Land und
14,6
2. Mose 34,24
erweiterte seine Grenzen und befreite und holte viele zusammen, die vorher unterdrückt und gefangen waren. 7Er besetzte
14,7
Kap
Geser und
14,7
Kap
Bet-Zur und die
14,7
Kap
Burg von Jerusalem und reinigte sie; und niemand wagte sich ihm zu widersetzen. 8Jeder bebaute sein Feld in Frieden; und
14,8
3. Mose 26,4
das Land gab sein Gewächs, und die Bäume auf dem Felde brachten ihre Früchte. 9Die Ältesten saßen im Rat und hielten auf gute Ordnung, und die jungen Männer gingen im Schmuck ihrer Kriegsrüstung einher.
14,9
Sach 8,4-5
10
14,10
Kap
Simon beschaffte auch für die Städte Vorrat von Korn und rüstete sie mit Bollwerken aus, und er war berühmt in aller Welt.

11Er hielt den

14,11
3. Mose 26,6
Frieden im Lande aufrecht, sodass lauter Freude in Israel herrschte. 12Und
14,12
Mi 4,4
jeder saß unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand brauchte sich zu fürchten, denn niemand auf Erden wagte sie anzugreifen. 13Und die Könige von Syrien konnten ihnen zu der Zeit keinen Schaden mehr antun. 14Und er sprach Recht im Land und schützte alle Armen unter seinem Volk gegen Gewalt und bestrafte alles Unrecht und vernichtete die Gottlosen.
14,14
Ps 72,4
15Dem Heiligtum gab er neuen Glanz und ließ noch mehr heilige Geräte anfertigen.

Simon bekräftigt die Verträge mit Rom und Sparta

16Und als man in Rom und in Sparta hörte,

14,16
Kap
wie Jonatan umgekommen war, waren alle tief betrübt. 17Als aber die Römer hörten, dass sein Bruder Simon an seiner Stelle Hoherpriester geworden war und über das Land und seine Städte herrschte und die Feinde verjagt hatte, 18erneuerten sie die Freundschaft und das
14,18
Kap
Bündnis, das sie früher mit seinen Brüdern Judas und Jonatan geschlossen hatten, und schrieben das auf eherne Tafeln und schickten sie ihm. 19Diese Schrift las man in Jerusalem dem Volk vor.

20Auch die Spartaner schrieben an Simon: Der Rat und die Bürger von Sparta entbieten dem Hohenpriester Simon und den Ältesten und den Priestern und dem übrigen jüdischen Volk, ihren Brüdern, ihren Gruß. 21Eure

14,21
Kap
Boten sind zu uns gekommen und haben uns berichtet, dass ihr eure Feinde ehrenvoll überwunden habt und nun in Frieden lebt; das ist uns eine große Freude. 22Wir haben auch in unser öffentliches Stadtbuch schreiben lassen, was sie gesagt haben: Die Boten der Juden,
14,22
Kap
Numenius, der Sohn des Antiochus, und Antipater, der Sohn Jasons, sind zu uns gekommen, um die Freundschaft zwischen den Juden und uns zu erneuern. 23Und wir haben beschlossen, dass man diese Boten mit Ehren empfangen und ihre Rede in unser Stadtbuch schreiben lassen sollte dem Volk der Spartaner zum Gedächtnis. Die Abschrift davon schicken wir dem Hohenpriester Simon.

24Darauf sandte Simon den Numenius wieder nach Rom, um einen großen goldenen Schild dorthin zu bringen, tausend Pfund schwer, und das Bündnis mit ihnen zu erneuern.

Die Juden danken Simon und übertragen ihm das Hohepriesteramt und das Fürstentum

25Als nun das Volk davon hörte, sagte es: Wie können wir Simon und seinen Söhnen Dank erweisen? 26Denn er und seine Brüder haben sich tapfer gehalten und Israels Feinde vertrieben und ihm die Freiheit verschafft.

Und

14,26
Kap
das alles ließen sie auf eherne Tafeln schreiben, damit man sie an den Pfeilern auf dem Berge Zion anbrachte. 27Und die Schrift lautete: Am achtzehnten Tag des Monats Elul im 172. Jahr,14,27 September 141 v. Chr.
14,27
Kap
im dritten Jahr des großen Hohenpriesters Simon, 28des Fürsten des Volkes Gottes, ist in der großen Versammlung der Priester und des Volks und der Oberen des Volks und der Ältesten aus dem ganzen Lande Juda jedem kund und offenbar gemacht worden: In den großen, schweren Kriegen, die in unserm Lande gewesen sind, 29haben
14,29
Kap
Simon, der Sohn des Mattatias, aus dem Geschlecht Jojaribs, und seine Brüder ihr Leben gewagt und den Feinden ihres Volks Widerstand geleistet, damit das Heiligtum und Gottes Gesetz nicht vernichtet würden, und haben ihrem Volk großen Ruhm erworben.

30Denn Jonatan

14,30
Kap
brachte das Volk wieder zusammen und ergriff die Herrschaft und wurde
14,30
Kap
Hoherpriester. Als er aber starb, 31da kamen die Feinde wieder und
14,31
Kap
wollten das Land zugrunde richten und das Heiligtum verwüsten. 32Da setzte sich Simon zur Wehr und
14,32
Kap
führte den Krieg für sein Volk und verschaffte den Kriegsleuten seines Volks Waffen und
14,32
Neh 5,14
gab ihnen Sold von seinem eignen Geld und Gut; 33und er befestigte die Städte im Lande Juda und
14,33
Bet-Zur an der Grenze Judäas, wo die Feinde vorher ihre Waffen und Kriegsrüstung verwahrt hatten, und legte Juden als Besatzung hinein. 34Er befestigte auch
14,34
Kap
Joppe am Meer und
14,34
Kap
Geser an den Grenzen von Aschdod; denn Geser war vorher eine Festung der Feinde gewesen; aber Simon eroberte es und legte Juden hinein, und was für ihren Unterhalt nötig war, gab er ihnen.

35Weil nun das Volk Simons große Treue erfahren hatte und wusste, welchen Ruhm er seinem Volk verschaffen wollte,

14,35
Kap
wählten sie ihn zu ihrem Fürsten und Hohenpriester wegen all dieser Taten und seiner Frömmigkeit und der Treue, die er seinem Volk erwiesen hatte, und weil er auf jede Weise darum bemüht gewesen war, sein Volk zu erhöhen. 36
14,36-37
Kap
Denn in seiner Zeit gab Gott Glück, dass durch seine Hand die Heiden aus unserm Lande vertrieben wurden, die sich auf der Burg von Jerusalem, der Stadt Davids, aufhielten, aus der sie Ausfälle unternahmen und alles rings um das Heiligtum unrein machten und den reinen Gottesdienst störten. 37Aber Simon eroberte die Burg und legte Juden hinein, um das Land und die Stadt zu schützen, und baute die Mauern Jerusalems noch weiter aus.

38

14,38-39
Kap
Und König Demetrius bestätigte ihn im Hohepriesteramt 39und ernannte ihn zu seinem Freund und erwies ihm große Ehre. 40Denn er hatte gehört, dass
14,40
die Römer die Juden Freunde, Bundesgenossen und Brüder genannt und Simons Boten mit Ehren aufgenommen hatten. 41Darum haben das jüdische Volk und ihre Priester eingewilligt, dass Simon für immer ihr Fürst und Hoherpriester sein sollte, so lange,
14,41
Kap
bis ihnen Gott einen rechten Propheten erwecken würde; 42er sollte auch ihr Feldhauptmann sein, für das Heiligtum sorgen und Amtleute einsetzen über die öffentlichen Arbeiten, über das Land und alle Kriegsrüstungen und Festungen. 43Und alle sollten ihm gehorsam sein, und alle Erlasse sollten
14,43
Kap
in seinem Namen ausgehen; und
14,43
Kap
er sollte Purpur und Gold tragen dürfen. 44Das alles sollte treu und fest gehalten werden vom ganzen Volk und allen Priestern, und niemand dürfte sich dem widersetzen, was er geboten hatte. Es sollte auch niemand Macht haben, ohne seinen Willen das Volk im Lande zusammenzurufen oder Purpur und eine goldene Spange zu tragen, als er allein. 45Wer aber dagegen handeln oder sich unterstehen würde, diese Ordnung zu brechen, der machte sich schuldig.

46So gelobte das ganze Volk, Simon gehorsam zu sein. 47Und Simon willigte ein, dass er Hoherpriester und Feldhauptmann und Fürst der Juden mit ihren Priestern sein und alles regieren wollte.

48Und das Volk beschloss, dass man diese Entscheidung auf eherne Tafeln schreiben, diese sichtbar im Vorhof des Tempels anbringen 49und eine Abschrift in die Schatzkammer legen sollte, damit sie Simon und seine Nachkommen allezeit zu finden wüssten.

15

Antiochus VII. Sidetes wirbt um die Freundschaft der Juden im Kampf gegen Tryphon

151Es schrieb auch König Antiochus, der Sohn des

15,1
Kap
Demetrius, von den Inseln aus an Simon, den Hohenpriester und Fürsten der Juden, und das ganze jüdische Volk: 2König Antiochus entbietet dem Hohenpriester und Fürsten Simon und dem jüdischen Volk seinen Gruß.

3Nachdem mir einige Aufrührer mein Erbkönigtum genommen haben, 4gedenke ich es wieder einzunehmen und so wiederherzustellen, wie es früher war. Und darum habe ich fremdes Kriegsvolk angenommen und Kriegsschiffe bauen lassen und will in das Königreich ziehen, um die Aufrührer zu bestrafen, die großen Schaden in meinem Königreich angerichtet und viele Städte verwüstet haben.

5Darum

15,5
Kap
erlasse auch ich dir alle Abgaben, die dir die Könige früher erlassen haben, und was sie dir sonst an Geschenken erlassen haben, 6und gebe dir das Recht, eigne Münze in deinem Lande zu schlagen. 7Und
15,7
Kap
Jerusalem und das Heiligtum sollen frei sein. Du sollst auch alle Kriegsrüstung behalten, die du hergestellt hast, und alle Festungen, die du gebaut und bisher besetzt gehalten hast. 8Und ich erlasse dir alles, was man dem König schuldig ist oder künftig dem König schulden wird, von jetzt an für alle Zeiten. 9Und wenn wir unser Königreich wieder erobern, wollen wir dir und deinem Volk und dem Tempel noch größere Ehre erweisen, sodass ihr im ganzen Königreich gerühmt werden sollt.

10Im 174. Jahr15,10 139/138 v. Chr. kam Antiochus wieder in sein Erbland. Und alles Kriegsvolk lief von

15,10
Kap
Tryphon zu ihm über, sodass nur sehr wenige bei Tryphon blieben. 11Als ihm nun König Antiochus nachzog, flüchtete er nach Dor ans Meer; 12denn er sah, dass es mit ihm zu Ende war und dass das Kriegsvolk von ihm abfiel. 13Aber Antiochus belagerte Dor mit hundertzwanzigtausend Mann zu Fuß und achttausend Reitern 14und schloss die Stadt ringsum ein und die Schiffe griffen vom Meer aus an, und er bedrängte die Stadt zu Land und zu Wasser, sodass niemand heraus- oder hineinkommen konnte.

Die Römer stellen einen Schutzbrief für die Juden aus

15Um diese Zeit kamen

15,15
Kap
Numenius und die andern, die mit ihm gesandt waren, von Rom zurück und brachten Schreiben an die Könige und Länder, die so lauteten: 16Luzius, Konsul der Römer, entbietet dem König Ptolemäus seinen Gruß.

17Simon, der Hohepriester, und das jüdische Volk, unsre Freunde, haben Boten zu uns gesandt, um die Freundschaft und das Bündnis zwischen uns zu erneuern, 18und haben uns dabei einen

15,18
Kap
goldenen Schild von tausend Pfund geschickt. 19Darum schreiben wir an die Könige und Länder, dass sie nichts gegen die Juden unternehmen, auch nicht gegen sie und ihre Städte und ihr Land kämpfen sollen; dass sie auch niemand gegen sie unterstützen sollen; 20denn wir haben den Schild von ihnen angenommen. 21Wenn etwa einige Aufrührer aus ihrem Lande zu euch geflohen sind, so sollt ihr sie dem Hohenpriester Simon ausliefern, damit er sie nach seinem Gesetz bestraft.

22So schrieb Luzius auch an König Demetrius, an Attalus, an Ariarathes, an

15,22
Kap
Arsakes 23und in alle Länder, auch nach Sampsame und an die Spartaner, nach Delos, Myndos, Sikyon, Karien, Samos, Pamphylien, Lyzien, Halikarnass, Rhodos, Phaselis, Kos, Side, Arados, Gortyna, Knidos, Zypern und Kyrene. 24Und Abschriften von diesen Schreiben sandten sie dem Hohenpriester Simon und dem jüdischen Volk.

Antiochus VII. Sidetes wendet sich gegen die Juden

25König Antiochus aber begann die

15,25
Belagerung von Dor am zweiten Tage; er führte immerfort Kriegsleute heran und machte Sturmböcke und schloss Tryphon ein, sodass niemand heraus- und hineinkommen konnte. 26Und Simon schickte Antiochus zweitausend Mann zu Hilfe, gutes, auserlesenes Kriegsvolk, und viel Gold und Silber und Waffen.

27Aber Antiochus wollte das nicht annehmen und hielt nicht,

15,27
was er ihm früher zugesagt hatte, und wandte sich ganz von Simon ab 28und sandte einen seiner Freunde, der Athenobius hieß, zu ihm, um mit ihm zu verhandeln. Der sollte ihm sagen: Ihr habt Joppe und Geser und die Burg von Jerusalem eingenommen, was alles zu meinem Königreich gehört, 29und habt das Land ringsum verheert und großen Schaden in meinem Königreich angerichtet und viele Orte in meinem Erbland eingenommen. 30Darum fordere ich die Städte von euch zurück, die ihr mir weggenommen habt, und den Tribut der Orte, die ihr außerhalb des Landes Juda besetzt haltet. 31Wenn ihr mir aber das nicht wieder zurückgeben wollt, so gebt mir für die Städte fünfhundert Zentner Silber und für den Schaden, den ihr angerichtet habt, und für den Tribut der Städte noch fünfhundert Zentner dazu. Wenn ihr aber auch das nicht tun wollt, so werden wir kommen und gegen euch Krieg führen.

32Als nun Athenobius, der Freund des Königs, nach Jerusalem kam und die glänzende Hofhaltung Simons und die prächtige Tafel mit den goldenen und silbernen Geräten und die zahlreiche Dienerschaft sah, wunderte er sich sehr und richtete aus, was ihm der König befohlen hatte. 33Darauf gab ihm Simon diese Antwort: Das Land, das wir wieder erobert haben, ist

15,33
Jos 14,1
unser väterliches Erbe und gehört sonst niemand. Unsre Feinde haben es aber eine Zeit lang mit Gewalt und Unrecht besetzt gehalten. 34Wir aber haben das Unsere wieder an uns gebracht, weil die Zeit für uns günstig war, und haben niemand das Seine genommen. 35Wenn du aber darüber Klage führst,
15,35
Kap
dass wir Joppe und Geser eingenommen haben, so war der Grund für unser Handeln dieser: Man
15,35
2. Makk 12,3-4
richtete von dort in unserm Volk und unserm Lande großen Schaden an. Doch wollen wir für beide Städte hundert Zentner bezahlen. Darauf gab Athenobius keine Antwort, 36sondern wurde zornig und zog wieder davon zum König und sagte ihm Simons Antwort und berichtete ihm von seiner Pracht und von allem, was er gesehen hatte. Da wurde der König sehr zornig.

37Tryphon aber flüchtete auf einem Schiff nach Orthosia. 38Da machte der König den Kendebäus zum Hauptmann über das Land am Meer und gab ihm Reiter und Fußvolk 39und befahl ihm, sich an der Grenze Judäas zu lagern und die Stadt Kidron zu befestigen und ihre Tore zu verstärken und von dort Einfälle ins Land der Juden zu machen. Der König aber jagte Tryphon nach, um ihn gefangen zu nehmen. 40Als nun Kendebäus nach Jamnia kam, griff er die Juden an, verheerte ihr Land und ließ eine Menge Menschen umbringen und viele Leute gefangen nehmen und führte sie weg; und er befestigte die Stadt Kidron 41und legte Reiter und Fußvolk hinein, damit sie von dort an der Grenze Ausfälle machen und auf den Straßen Judäas umherstreifen sollten, wie der König befohlen hatte.