Lutherbibel 1984 (LU84)
12

Jonatan erneuert das Bündnis mit Rom und Sparta

121Als aber Jonatan sah, dass die Zeit ihm half, wählte er einige aus, die er nach Rom sandte, um das Bündnis mit den Römern zu erneuern und wieder zu bestätigen.

12,1
Kap
2Er schrieb auch nach Sparta und an andere Orte. 3Als nun die Boten nach Rom kamen, traten sie vor den Rat und sagten: Der Hohepriester Jonatan und das jüdische Volk haben uns gesandt, um die Freundschaft und das Bündnis, das zwischen uns früher einmal geschlossen worden ist, wieder zu erneuern. 4Und die Römer gaben ihnen Geleitbriefe für jeden Ort, damit sie wieder sicher heimziehen konnten.

5Und dies ist die Abschrift des Briefs, den Jonatan an die Spartaner schrieb: 6Der Hohepriester Jonatan und die Ältesten des Volks und die Priester und das jüdische Volk entbieten ihren Brüdern, den Spartanern, ihren Gruß. 7Schon früher hat euer König Arëus an unsern Hohenpriester Onias geschrieben, dass ihr unsre Brüder seid, wie die Abschrift seines Briefs lautet.

12,7
8Und Onias empfing euren Boten mit Ehren und nahm die Freundschaft und das Bündnis an, von denen im Brief geschrieben war.

9Obwohl wir jetzt keine fremde Hilfe brauchen und

12,9
2. Makk 15,9
Röm 15,4
Trost haben an den heiligen Schriften in unsern Händen, 10so senden wir dennoch die Botschaft an euch, dass wir die Bruderschaft und Freundschaft zwischen uns erneuern und bestätigen wollen, um sie nicht zu vergessen; denn es ist schon lange Zeit her, dass ihr zu uns geschickt habt. 11Darum wisst, dass wir allezeit an Feiertagen und an allen andern Tagen, an denen man opfert, bei unserm Opfer und Gebet an euch denken, so wie sich’s gebührt, an die Brüder zu denken.
12,11
1. Tim 2,1
12Und eure Ehre und euer Wohlergehen sind uns eine Freude. 13Aber wir haben große Not gelitten und viele schwere Kriege gehabt mit den Königen ringsum. 14Wir haben aber euch und unsre andern Freunde und Bundesgenossen in diesen unsern Kriegen nicht um Hilfe bitten wollen. 15Denn
12,15
Kap
wir haben Hilfe vom Himmel gehabt; und Gott hat uns befreit und die Feinde unterdrückt.

16Weil wir aber jetzt

12,16
Kap
Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, den Sohn Jasons, ausgewählt haben und als unsre Boten zu den Römern senden, um die Freundschaft und das Bündnis mit ihnen wieder zu erneuern, 17haben wir ihnen dabei befohlen, dass sie auch zu euch reisen, euch unsern Gruß sagen und diesen Brief übergeben sollen, um unsre Bruderschaft zu erneuern, 18und bitten um Antwort.

19Dies aber ist die Abschrift des Briefs, den Arëus, der König von Sparta, dem Onias vorher gesandt hatte: 20Arëus, König von Sparta, entbietet dem Hohenpriester Onias seinen Gruß. 21Wir finden in unsern alten Schriften,

12,21
2. Makk 5,9
dass die Spartaner und die Juden Brüder sind, weil beide Völker von Abraham herkommen. 22Nachdem wir das nun wissen, bitten wir, uns zu schreiben, wie es euch geht. 23Wir aber schreiben euch hiermit:
12,23
1. Kön 22,4
Unser Vieh und unser Hab und Gut soll sein, als wäre es euer eignes; und das eure soll sein, als wäre es unser eignes. Das lassen wir euch mitteilen.

Jonatan verteidigt das ganze Land Israels

24Danach hörte Jonatan, dass

12,24
Kap
die Hauptleute des Demetrius wieder mit einem größeren Heer als vorher kamen und gegen ihn kämpfen wollten. 25Darum zog er von Jerusalem gegen sie in das Land Hamat; denn er wollte nicht warten, dass sie zuerst in sein Land einfielen. 26Als er nun Kundschafter in das Lager der Feinde sandte, kamen sie zurück und sagten, dass die Feinde beschlossen hätten, ihn diese Nacht zu überfallen. 27Darum befahl Jonatan abends seinem Heer, dass sie wachen und die ganze Nacht unter Waffen zum Kampf bereit sein sollten, und stellte Wachen rings um das Lager.

28Als aber die Feinde sahen, dass Jonatan und sein Heer zur Schlacht gerüstet waren, packte sie die Angst, sodass sie aufbrachen und wegzogen. Und damit man es ja nicht merken sollte, ließen sie überall im Lager viele Feuer machen. 29Darum dachten Jonatan und sein Heer bis zum frühen Morgen nicht, dass sie weggezogen waren; denn sie sahen die Feuer überall im Lager brennen. 30Morgens aber jagte Jonatan ihnen nach, doch konnte er sie nicht mehr erreichen; denn sie hatten bereits den

12,30
Kap
Fluss Eleutherus überschritten.

31Da wandte sich Jonatan gegen die Araber, die Sabadäer heißen, schlug sie und machte große Beute; 32und er kam nach Damaskus und durchzog das ganze Land. 33Simon aber brach auf und zog durch das Land bis Aschkelon und zu den befestigten Städten in der Nähe; danach wandte er sich gegen

12,33
Kap
Joppe. 34Denn er hatte gehört, dass sie die Festung den Hauptleuten des Demetrius übergeben wollten. Darum kam er ihnen zuvor, nahm Joppe ein und legte Kriegsvolk hinein, um die Stadt zu schützen.

35Danach kam Jonatan wieder heim und versammelte die Ältesten des Volks und hielt mit ihnen darüber Rat, dass man einige Städte in Judäa befestigen sollte. 36Man sollte auch die Mauern von Jerusalem höher machen und zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer bauen, die die Burg von der Stadt trennen sollte, sodass die

12,36
Kap
Leute auf der Burg keinen Ausfall in die Stadt machen und auch nichts kaufen und verkaufen könnten. 37Da kam das Volk zusammen und fing an zu bauen, und weil die Mauer am Bach im Osten verfallen war, bauten sie das Stück wieder auf, das Kafnata heißt. 38Und Simon baute die Burg Hadid im Hügelland und befestigte sie und schützte sie mit starken Toren und Riegeln.

Tryphon nimmt Jonatan mit List gefangen

39Nun hatte Tryphon vor, das Königreich Vorderasien an sich zu bringen und sich die Krone aufzusetzen und den jungen König Antiochus zu töten.

12,39
Kap
40Weil er aber befürchtete, Jonatan würde es verhindern und gegen ihn ziehen, trachtete er auch danach, Jonatan gefangen zu nehmen und umzubringen. Darum zog er nach Bet-Schean. 41Da zog Jonatan ihm mit vierzigtausend ausgesuchten Männern entgegen und kam auch nach Bet-Schean. 42Als aber Tryphon sah, dass Jonatan ein so großes Heer bei sich hatte, fürchtete er sich, offen etwas gegen ihn zu unternehmen; 43darum empfing er ihn mit Ehren und empfahl ihn allen seinen Freunden und gab ihm Geschenke und gebot seinen Freunden und seinem Heer, Jonatan gehorsam zu sein wie ihm selbst.

44Und er sagte zu Jonatan: Warum bemühst du dein ganzes Kriegsvolk, da wir doch keinen Krieg haben? 45Lass sie wieder heimziehen. Doch wähle dir einige Leute aus, die bei dir bleiben, und zieh mit mir nach

12,45
Kap
Ptolemais. Diese Stadt und die andern befestigten Städte und das übrige Kriegsvolk und alle Amtleute will ich dir übergeben; denn ich muss wieder wegziehen. Deshalb bin ich auch hierher gekommen; darum zieh doch mit mir. 46Jonatan glaubte ihm und tat, wie er gesagt hatte, und ließ sein Kriegsvolk heimziehen ins Land Juda
12,46
Kap
47und behielt nur dreitausend Mann; davon ließ er zweitausend in Galiläa, tausend aber zogen mit ihm. 48Als nun Jonatan in die Stadt Ptolemais kam, schlossen die Einwohner von Ptolemais die Tore und nahmen Jonatan gefangen, und alle, die mit ihm gekommen waren, erstachen sie.

49Und Tryphon schickte Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in die große Ebene, um das übrige Kriegsvolk Jonatans auch umzubringen. 50Als sie aber erfuhren,

12,50
Kap
dass Jonatan gefangen und umgekommen war samt seinen Leuten, sprachen sie sich Mut zu und rüsteten sich zur Schlacht und zogen getrost gegen die Feinde. 51Als aber die Feinde sahen, dass es ihnen ans Leben ging, weil jene sich wehren wollten, 52kehrten sie wieder um und zogen weg. Da zog das ganze Kriegsvolk auch wieder heim ins Land Juda mit Frieden und
12,52
Kap
hielt Totenklage um Jonatan und die andern, die mit ihm umgekommen waren; und ganz Israel trauerte sehr um Jonatan. 53Und alle Heiden ringsum fingen an, das Volk zu bedrängen, und sagten: 54Sie haben kein Haupt und keinen Schutz mehr; nun wollen wir sie bekämpfen und ausrotten und ihren Namen auf Erden vertilgen.

13

Simon tritt an die Stelle seines Bruders Jonatan

131Als nun Simon hörte, dass Tryphon ein großes Heer beieinanderhatte, um das Land Juda anzugreifen und zugrunde zu richten, 2und sah, dass dem Volk sehr angst und bange war, kam er nach Jerusalem und versammelte das Volk 3und tröstete sie und sagte zu ihnen: Ihr wisst, welche schweren Kriege ich und meine Brüder und das ganze Haus meines Vaters für das Gesetz und das Heiligtum geführt haben, und habt die Not gesehen, in der ganz Israel gewesen ist; 4in ihr sind

13,4
Kap
alle meine Brüder für Israel umgekommen, und es lebt keiner mehr außer mir. 5Nun möchte ich in dieser Trübsal mein Leben gewiss nicht schonen; denn ich bin nicht besser als meine Brüder und möchte es nicht besser haben als sie; 6sondern ich will mein Volk, unser Heiligtum und eure Frauen und Kinder rächen. Denn
13,6
Kap
alle Heiden ringsum hassen uns und rotten sich zusammen, um uns zu vernichten.

7Als das Volk diese tröstlichen Worte hörte, fasste es neuen Mut 8und antwortete darauf: Du sollst unser Hauptmann sein wie vorher deine Brüder Judas und Jonatan und unsern Krieg führen. 9Und wir wollen dir gehorsam sein in allem, was du uns gebietest.

10Da rief Simon das ganze Kriegsvolk zusammen. Auch sorgte er dafür,

13,10
Kap
dass man eilends die Mauern von Jerusalem ausbaute, damit die Stadt ringsumher gut geschützt und befestigt wäre. 11Und er schickte Jonatan, den Sohn Abschaloms, mit einem neuen Heer nach
13,11
Kap
Joppe. Und Jonatan vertrieb die Feinde aus Joppe und blieb dort in der Stadt.

Tryphon lässt Jonatan und Antiochus VI. Epiphanes töten

12Da zog Tryphon von

13,12
Kap
Ptolemais aus mit einem großen Heer, um ins Land Juda einzufallen, und führte Jonatan gefangen mit. 13Aber Simon zog gegen ihn und lagerte sich bei
13,13
Kap
Hadid am Hügelland. 14Als aber Tryphon erfuhr, dass Simon anstelle seines Bruders Jonatan Hauptmann geworden war und mit ihm kämpfen wollte, sandte er Boten zu Simon und ließ ihm sagen: 15Ich habe deinen Bruder Jonatan wegen des Geldes, das er dem König aus seinen Ämtern schuldig geblieben ist, gefangen genommen; 16willst du mir nun hundert Zentner Silber schicken und zwei seiner Söhne als Geiseln geben, damit er nicht von uns abfällt und sich dann gegen uns stellt, wenn er frei geworden ist, so will ich ihn dir losgeben.

17Obwohl aber Simon genau merkte, dass es nichts als Betrug war, ließ er dennoch das Geld und die Kinder holen, damit das Volk ihn nicht anklagte, 18Jonatan hätte umkommen müssen, weil er ihn nicht hätte auslösen wollen. 19Darum schickte er dem Tryphon die Kinder samt den hundert Zentnern. Aber Tryphon hielt nicht Wort und wollte Jonatan nicht losgeben.

20Danach kam Tryphon, um das Land zu verheeren, und umging es auf der Straße, die nach Adora führt. Aber Simon war ihm mit seinem Heer stets an der Seite; und wohin er auch zog, da stellte sich ihm Simon in den Weg. 21Es schickten auch

13,21
Kap
die Leute auf der Burg Boten zu Tryphon, er sollte, ehe sich’s Simon versähe, durch die Wüste zu ihnen ziehen und ihnen Nahrung bringen. 22Darum wollte Tryphon mit seiner ganzen Reiterei sich eilends aufmachen und zu ihnen kommen. Aber in dieser Nacht fiel ein sehr tiefer Schnee; und er kam deswegen nicht durch. Deshalb brach er auf und zog nach Gilead, 23und bei Baskama
13,23
Kap
ließ er Jonatan mit seinen Söhnen töten; die wurden dort begraben. 24Darauf zog Tryphon wieder in sein Land.

25Da schickte Simon dorthin und ließ den Leichnam seines Bruders Jonatan holen und

13,25
Kap
legte ihn ins Grab in Modeïn, der Stadt seiner Väter. 26Und ganz Israel trauerte und klagte um Jonatan lange Zeit. 27Und Simon ließ über dem Grab seines Vaters und seiner Brüder ein Denkmal bauen, hoch und weithin sichtbar, hinten und vorn aus gehauenen Steinen, 28und darauf ließ er sieben Pyramiden setzen, eine der andern gegenüber: dem Vater, der Mutter und den vier Brüdern. 29Und er ließ um sie herum große Säulen setzen und an den Säulen Harnische anbringen zum ewigen Gedächtnis und neben den Harnischen in Stein gehauene Schiffe, sodass es alle, die auf dem Meer fahren, sehen konnten. 30Dies Grab in Modeïn steht noch bis auf den heutigen Tag.

31Aber Tryphon führte den jungen König Antiochus im Land herum und tötete ihn hinterlistig.

13,31
Kap
32Darauf wurde er selbst König an seiner statt und setzte sich die Krone Vorderasiens auf; und er bedrückte das Land schwer.

Simon erreicht die volle Freiheit für Israel

33Aber Simon baute und

13,33
Kap
befestigte viele Städte im Lande Juda mit hohen Türmen und dicken Mauern und starken Toren und schaffte Nahrung in die befestigten Städte; 34und er schickte Boten zu König
13,34
Kap
Demetrius und bat um Erleichterung der Lasten, die ihm Tryphon auferlegt hatte; denn Tryphon hatte lauter Raub und Mord im Lande verübt.

35Darauf antwortete Demetrius und schrieb: 36König Demetrius entbietet dem Hohenpriester Simon, dem Freund der Könige, und den Ältesten und dem jüdischen Volk seinen Gruß. 37Die goldene Krone samt der Palme, die ihr mir geschickt habt, haben wir empfangen und sind bereit, einen guten Frieden mit euch zu schließen und den Amtleuten zu schreiben, dass sie euch die Lasten erleichtern, wie wir zugestanden haben. 38Und was wir euch versprochen haben, das soll treu, stetig und fest gehalten werden. Alle Festungen, die ihr gebaut habt, sollt ihr behalten. 39Und wir rechnen euch nicht an, was ihr aus Versehen oder mit Absicht inzwischen gegen uns getan habt. Die

13,39
Kap
Beiträge zum Ehrenkranz und andere Abgaben, die Jerusalem hat geben müssen, erlassen wir euch. 40Und wer unter euch
13,40
Kap
geeignet ist, in unserm Heer zu dienen, der soll bei uns eintreten. Und es soll zwischen uns Friede und Einigkeit herrschen.

41Im 170. Jahr13,41 143/142 v. Chr. wurde Israel befreit vom Joch der Heiden, 42und das Volk schrieb von jetzt an in Briefen und Verträgen: Im ersten Jahr Simons, des großen Hohenpriesters und Feldhauptmanns und Fürsten der Juden.

43Zu dieser Zeit belagerte Simon die Stadt Geser und schloss sie ein; er stellte Sturmböcke auf und führte sie an die Stadt heran und eroberte einen Turm. 44Und die, die auf den Turm kamen, sprangen in die Stadt. Da erschrak das Volk in der Stadt und verzagte völlig, 45und sie liefen mit Frauen und Kindern auf die Mauer und zerrissen ihre Kleider und schrien laut und baten Simon um Gnade und sagten: 46Bestrafe uns nicht für unsern Widerstand, sondern sei uns gnädig, so wollen wir gern gehorsam sein! 47Das jammerte Simon, sodass er sie nicht tötete. Aber er befahl ihnen, aus der Stadt wegzuziehen, und

13,47
2. Chr 34,3-7
ließ die Häuser wieder reinigen, in denen sie Götzen aufgestellt hatten. 48Darauf zog er hinein in die Stadt und dankte und lobte Gott und ließ alles wegtun und ausrotten, was unrein macht, und setzte Leute hinein, die Gottes Gesetz hielten, und befestigte die Stadt und baute sich selbst ein Haus darin.

49Und die Leute auf der Burg von Jerusalem wurden belagert, sodass niemand heraus- oder hineinkommen und

13,49
Kap
weder kaufen noch verkaufen konnte; und sie litten so großen Hunger, dass viele vor Hunger sterben mussten. 50Darum schrien sie zu Simon und baten um Frieden. Da erwies ihnen Simon Gnade und ließ sie leben, aber sie mussten aus der Burg wegziehen. Und Simon ließ die Burg wieder reinigen von allem, was unrein macht, 51und nahm sie ein am dreiundzwanzigsten Tage des zweiten Monats im 171. Jahr13,51 Mai 142 v. Chr. und zog hinein mit Lobgesang und Palmenzweigen und Saitenspiel und dankte Gott, dass Israel diesen starken Feind endlich losgeworden war.

52Und er gebot, dass man diesen Tag jährlich mit Freuden begehen sollte. 53Auch befestigte er den Berg des Tempels neben der Burg noch mehr und wohnte dort oben, er und die er bei sich hatte.

13,53
Kap
54Und weil Simon sah, dass sein Sohn Johannes ein tüchtiger Mann war, setzte er ihn zum Hauptmann über das ganze Kriegsvolk ein und ließ ihn in Geser wohnen.

14

Demetrius II. Nikator gerät in Medien in Gefangenschaft

141Im 172. Jahr14,1 141/140 v. Chr. rüstete sich König Demetrius und zog nach Medien, um Hilfe zum Kampf gegen Tryphon zu holen. 2Als aber Arsakes, der König von Persien und Medien,14,2 Gemeint ist der Partherkönig Mithridates, der Persien und Medien kürzlich besetzt hatte. Weil diese Länder bis dahin zum Seleuzidenreich gerechnet wurden, fühlte sich Demetrius noch berechtigt, in diesem Gebiet Truppen auszuheben. hörte, dass Demetrius in sein Königreich eingefallen war, ließ er einen seiner Hauptleute gegen ihn ziehen und befahl ihm, ihn gefangen zu nehmen und lebendig zu ihm zu bringen. 3Dieser Hauptmann zog hin, schlug das Heer des Demetrius, nahm ihn gefangen und brachte ihn seinem König Arsakes. Da hielt ihn Arsakes gefangen und ließ ihn bewachen.

Simon regiert in Frieden

4Da kam das Land Juda zur Ruhe und es blieb Friede, solange Simon lebte. Und Simon regierte sehr gut und tat dem Lande viel Gutes, sodass sie ihn gern zum Herrn hatten sein Leben lang. 5Zu dem, was er sonst Rühmliches tat, machte er die Stadt

14,5
Kap
Joppe zum Hafen und schuf eine Zufahrt für die Schiffe nach den Inseln des Meeres. 6Und er erwarb seinem Volk mehr Land und
14,6
2. Mose 34,24
erweiterte seine Grenzen und befreite und holte viele zusammen, die vorher unterdrückt und gefangen waren. 7Er besetzte
14,7
Kap
Geser und
14,7
Kap
Bet-Zur und die
14,7
Kap
Burg von Jerusalem und reinigte sie; und niemand wagte sich ihm zu widersetzen. 8Jeder bebaute sein Feld in Frieden; und
14,8
3. Mose 26,4
das Land gab sein Gewächs, und die Bäume auf dem Felde brachten ihre Früchte. 9Die Ältesten saßen im Rat und hielten auf gute Ordnung, und die jungen Männer gingen im Schmuck ihrer Kriegsrüstung einher.
14,9
Sach 8,4-5
10
14,10
Kap
Simon beschaffte auch für die Städte Vorrat von Korn und rüstete sie mit Bollwerken aus, und er war berühmt in aller Welt.

11Er hielt den

14,11
3. Mose 26,6
Frieden im Lande aufrecht, sodass lauter Freude in Israel herrschte. 12Und
14,12
Mi 4,4
jeder saß unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand brauchte sich zu fürchten, denn niemand auf Erden wagte sie anzugreifen. 13Und die Könige von Syrien konnten ihnen zu der Zeit keinen Schaden mehr antun. 14Und er sprach Recht im Land und schützte alle Armen unter seinem Volk gegen Gewalt und bestrafte alles Unrecht und vernichtete die Gottlosen.
14,14
Ps 72,4
15Dem Heiligtum gab er neuen Glanz und ließ noch mehr heilige Geräte anfertigen.

Simon bekräftigt die Verträge mit Rom und Sparta

16Und als man in Rom und in Sparta hörte,

14,16
Kap
wie Jonatan umgekommen war, waren alle tief betrübt. 17Als aber die Römer hörten, dass sein Bruder Simon an seiner Stelle Hoherpriester geworden war und über das Land und seine Städte herrschte und die Feinde verjagt hatte, 18erneuerten sie die Freundschaft und das
14,18
Kap
Bündnis, das sie früher mit seinen Brüdern Judas und Jonatan geschlossen hatten, und schrieben das auf eherne Tafeln und schickten sie ihm. 19Diese Schrift las man in Jerusalem dem Volk vor.

20Auch die Spartaner schrieben an Simon: Der Rat und die Bürger von Sparta entbieten dem Hohenpriester Simon und den Ältesten und den Priestern und dem übrigen jüdischen Volk, ihren Brüdern, ihren Gruß. 21Eure

14,21
Kap
Boten sind zu uns gekommen und haben uns berichtet, dass ihr eure Feinde ehrenvoll überwunden habt und nun in Frieden lebt; das ist uns eine große Freude. 22Wir haben auch in unser öffentliches Stadtbuch schreiben lassen, was sie gesagt haben: Die Boten der Juden,
14,22
Kap
Numenius, der Sohn des Antiochus, und Antipater, der Sohn Jasons, sind zu uns gekommen, um die Freundschaft zwischen den Juden und uns zu erneuern. 23Und wir haben beschlossen, dass man diese Boten mit Ehren empfangen und ihre Rede in unser Stadtbuch schreiben lassen sollte dem Volk der Spartaner zum Gedächtnis. Die Abschrift davon schicken wir dem Hohenpriester Simon.

24Darauf sandte Simon den Numenius wieder nach Rom, um einen großen goldenen Schild dorthin zu bringen, tausend Pfund schwer, und das Bündnis mit ihnen zu erneuern.

Die Juden danken Simon und übertragen ihm das Hohepriesteramt und das Fürstentum

25Als nun das Volk davon hörte, sagte es: Wie können wir Simon und seinen Söhnen Dank erweisen? 26Denn er und seine Brüder haben sich tapfer gehalten und Israels Feinde vertrieben und ihm die Freiheit verschafft.

Und

14,26
Kap
das alles ließen sie auf eherne Tafeln schreiben, damit man sie an den Pfeilern auf dem Berge Zion anbrachte. 27Und die Schrift lautete: Am achtzehnten Tag des Monats Elul im 172. Jahr,14,27 September 141 v. Chr.
14,27
Kap
im dritten Jahr des großen Hohenpriesters Simon, 28des Fürsten des Volkes Gottes, ist in der großen Versammlung der Priester und des Volks und der Oberen des Volks und der Ältesten aus dem ganzen Lande Juda jedem kund und offenbar gemacht worden: In den großen, schweren Kriegen, die in unserm Lande gewesen sind, 29haben
14,29
Kap
Simon, der Sohn des Mattatias, aus dem Geschlecht Jojaribs, und seine Brüder ihr Leben gewagt und den Feinden ihres Volks Widerstand geleistet, damit das Heiligtum und Gottes Gesetz nicht vernichtet würden, und haben ihrem Volk großen Ruhm erworben.

30Denn Jonatan

14,30
Kap
brachte das Volk wieder zusammen und ergriff die Herrschaft und wurde
14,30
Kap
Hoherpriester. Als er aber starb, 31da kamen die Feinde wieder und
14,31
Kap
wollten das Land zugrunde richten und das Heiligtum verwüsten. 32Da setzte sich Simon zur Wehr und
14,32
Kap
führte den Krieg für sein Volk und verschaffte den Kriegsleuten seines Volks Waffen und
14,32
Neh 5,14
gab ihnen Sold von seinem eignen Geld und Gut; 33und er befestigte die Städte im Lande Juda und
14,33
Bet-Zur an der Grenze Judäas, wo die Feinde vorher ihre Waffen und Kriegsrüstung verwahrt hatten, und legte Juden als Besatzung hinein. 34Er befestigte auch
14,34
Kap
Joppe am Meer und
14,34
Kap
Geser an den Grenzen von Aschdod; denn Geser war vorher eine Festung der Feinde gewesen; aber Simon eroberte es und legte Juden hinein, und was für ihren Unterhalt nötig war, gab er ihnen.

35Weil nun das Volk Simons große Treue erfahren hatte und wusste, welchen Ruhm er seinem Volk verschaffen wollte,

14,35
Kap
wählten sie ihn zu ihrem Fürsten und Hohenpriester wegen all dieser Taten und seiner Frömmigkeit und der Treue, die er seinem Volk erwiesen hatte, und weil er auf jede Weise darum bemüht gewesen war, sein Volk zu erhöhen. 36
14,36-37
Kap
Denn in seiner Zeit gab Gott Glück, dass durch seine Hand die Heiden aus unserm Lande vertrieben wurden, die sich auf der Burg von Jerusalem, der Stadt Davids, aufhielten, aus der sie Ausfälle unternahmen und alles rings um das Heiligtum unrein machten und den reinen Gottesdienst störten. 37Aber Simon eroberte die Burg und legte Juden hinein, um das Land und die Stadt zu schützen, und baute die Mauern Jerusalems noch weiter aus.

38

14,38-39
Kap
Und König Demetrius bestätigte ihn im Hohepriesteramt 39und ernannte ihn zu seinem Freund und erwies ihm große Ehre. 40Denn er hatte gehört, dass
14,40
die Römer die Juden Freunde, Bundesgenossen und Brüder genannt und Simons Boten mit Ehren aufgenommen hatten. 41Darum haben das jüdische Volk und ihre Priester eingewilligt, dass Simon für immer ihr Fürst und Hoherpriester sein sollte, so lange,
14,41
Kap
bis ihnen Gott einen rechten Propheten erwecken würde; 42er sollte auch ihr Feldhauptmann sein, für das Heiligtum sorgen und Amtleute einsetzen über die öffentlichen Arbeiten, über das Land und alle Kriegsrüstungen und Festungen. 43Und alle sollten ihm gehorsam sein, und alle Erlasse sollten
14,43
Kap
in seinem Namen ausgehen; und
14,43
Kap
er sollte Purpur und Gold tragen dürfen. 44Das alles sollte treu und fest gehalten werden vom ganzen Volk und allen Priestern, und niemand dürfte sich dem widersetzen, was er geboten hatte. Es sollte auch niemand Macht haben, ohne seinen Willen das Volk im Lande zusammenzurufen oder Purpur und eine goldene Spange zu tragen, als er allein. 45Wer aber dagegen handeln oder sich unterstehen würde, diese Ordnung zu brechen, der machte sich schuldig.

46So gelobte das ganze Volk, Simon gehorsam zu sein. 47Und Simon willigte ein, dass er Hoherpriester und Feldhauptmann und Fürst der Juden mit ihren Priestern sein und alles regieren wollte.

48Und das Volk beschloss, dass man diese Entscheidung auf eherne Tafeln schreiben, diese sichtbar im Vorhof des Tempels anbringen 49und eine Abschrift in die Schatzkammer legen sollte, damit sie Simon und seine Nachkommen allezeit zu finden wüssten.