Lutherbibel 1984 (LU84)
11

Demetrius II. Nikator erlangt die Alleinherrschaft über Syrien

111Und der König von Ägypten brachte so viel Kriegsvolk wie Sand am Meer zusammen und viele Schiffe; und er wollte das Reich Alexanders durch Betrug an sich bringen,

11,1
Kap
um beide Königreiche zu besitzen. 2Darum zog er nach Syrien unter dem Anschein, er käme als Freund. Da öffnete man ihm alle Tore und zog ihm entgegen und empfing ihn ehrenvoll, wie König Alexander befohlen hatte, weil er sein
11,2
Kap
Schwiegervater war. 3Aber wohin Ptolemäus kam, ließ er eine Schar wachsamer Kriegsleute in der Stadt zurück.

4Und als er

11,4
Kap
nach Aschdod kam, zeigten sie ihm den Tempel Dagons, den Jonatan niedergebrannt hatte, dazu die Stadt Aschdod und die Orte ringsum, die er verwüstet hatte, und die Leichname, die überall verstreut umherlagen, und die, die im Krieg verbrannt waren; denn sie hatten sie in Haufen an seinen Weg gelegt; 5und sie sagten dem König, dass Jonatan dies alles getan hatte, um ihn beim König verhasst zu machen. Aber der König schwieg dazu still. 6Und auch Jonatan zog dem König mit großer Pracht entgegen nach Joppe; da begrüßten sie sich und blieben dort über Nacht. 7Und Jonatan geleitete den König bis an den Fluss, genannt Eleutherus. Dann zog er wieder heim nach Jerusalem.

8Und König Ptolemäus brachte die Städte an der Küste an sich bis Seleuzia am Meer und plante, Alexander zu vertreiben. 9Und er schickte Boten zu König

11,9
Kap
Demetrius, er sollte zu ihm kommen, um ein Bündnis mit ihm zu schließen. Dann wollte er ihm seine Tochter geben, die jetzt Alexander hatte, und wollte ihm helfen, König im Reich seines Vaters zu werden. 10Und er sagte, es hätte ihn gereut, dass er Alexander seine Tochter gegeben hätte, 11und beschuldigte Alexander, er hätte ihm nach Leben und Königreich getrachtet. 12Er zeigte seinen Hass auch öffentlich und wandte sich von Alexander ab und nahm ihm die Tochter weg und gab sie Demetrius. 13Und als Ptolemäus nach Antiochia kam, setzte er sich die Krone Vorderasiens auf; so trug er beide Kronen: die des Reichs Ägypten und die des Reichs Vorderasien.

14Aber König Alexander war damals in Zilizien; denn einige Städte waren dort von ihm abgefallen. 15Als er nun von Ptolemäus hörte, zog er gegen ihn, um mit ihm zu kämpfen. Aber König Ptolemäus war stark gerüstet, zog ihm entgegen und verjagte ihn.

16Und Alexander floh nach Arabien, um dort sicher zu sein. Aber König Ptolemäus war sehr mächtig geworden; 17darum ließ Sabdiël, der Araber, seinem Gast Alexander den Kopf abhauen und schickte ihn an Ptolemäus. 18Und Ptolemäus starb am dritten Tag danach. Da wurden auch die Kriegsleute, die Ptolemäus in den befestigten Städten zurückgelassen hatte, vom Volk dort umgebracht. 19So fing Demetrius an zu regieren im 167. Jahr.11,19 146/145 v. Chr.

Jonatan erreicht die Steuerfreiheit für die Juden

20Zu dieser Zeit brachte Jonatan das Volk im Land Juda zusammen, um die

11,20
Kap
Burg in Jerusalem zurückzuerobern, und ließ viele Geschütze davor aufstellen. 21Da zogen einige
11,21
Kap
Abtrünnige, die ihr Volk hassten, zu König Demetrius und verklagten Jonatan und sagten, dass er die Burg belagerte. 22Und als der König das hörte, wurde er sehr zornig und zog sogleich nach Ptolemais und schrieb an Jonatan, dass er die Burg nicht belagern, sondern eilends zu ihm nach Ptolemais kommen sollte; da wollte er mit ihm darüber sprechen.

23Als aber Jonatan diese Botschaft bekam, ließ er nicht ab von der Belagerung und wählte einige von den Ältesten in Israel und den Priestern aus, die mit ihm ziehen sollten, und machte sich auf und

11,23
Est 4,16
wagte sein Leben. 24Und er nahm Gold, Silber und Gewänder mit und viele andere Geschenke und zog nach Ptolemais zum König und fand Gnade bei ihm. 25Als ihn nun die Abtrünnigen seines Volks verklagten, 26hielt der König zu ihm, wie seine Vorgänger zu ihm gehalten hatten, und
11,26
Kap
erwies ihm große Ehre vor allen seinen Fürsten 27und bestätigte ihn in seinem Hohepriesteramt und in allen andern Ehren, die er bisher gehabt hatte, und machte ihn zu einem seiner ersten
11,27
Kap
Freunde.

28Jonatan bat auch den König, dass er

11,28
ganz Judäa und den drei Bezirken in Samarien die Steuer erlassen sollte, und erbot sich, für diese Freiheit dreihundert Zentner Silber zu geben. 29Das bewilligte der König und gab Jonatan Schreiben darüber; die lauteten:

30König Demetrius entbietet seinem Bruder Jonatan und dem jüdischen Volk seinen Gruß. 31Wir senden euch eine Abschrift des Briefs, den wir an »unsern Verwandten«, den Lasthenes, euretwegen geschrieben haben, damit ihr es auch wisst.

32König Demetrius entbietet Lasthenes, »seinem Verwandten«, seinen Gruß. 33Wir haben beschlossen, unsern Freunden und treuen Bundesgenossen, den Juden, Gutes zu tun wegen ihrer Treue und Freundschaft gegen uns. 34

11,34-36
Kap
Darum bestätigen wir, dass ganz Judäa und die drei Städte Ephraim, Lydda und Ramatajim zu ihrem Land gehören sollen; sie und ihr Gebiet sollen von Samarien an Judäa übergehen. 35Wir erlassen auch allen, die in Jerusalem opfern, alles, was sie früher dem König jährlich haben geben müssen: vom Getreide und Obst, und ebenso von jetzt an alles andere, was uns zusteht vom Zehnten und Zoll, von der Salzgewinnung, und die Beiträge zum Ehrenkranz. 36Von diesen allen sollen sie in Zukunft befreit sein, und diese Freiheit soll ihnen für alle Zeit bewahrt bleiben. 37Lasst nun eine Abschrift dieses Briefs anfertigen; die soll man Jonatan geben, damit man sie auf dem heiligen Berg auf einem öffentlichen Platz ausstellt.
11,37
Kap

Tryphon verhilft Antiochus VI. Epiphanes zum Thron

38Als nun König Demetrius sah, dass im ganzen Königreich Friede herrschte und sich niemand mehr ihm widersetzte, da entließ er sein ganzes Kriegsvolk, das im Königreich daheim war, jeden in seine Stadt. Aber das

11,38
Kap
fremde Kriegsvolk, das er auf den
11,38
1. Mose 10,2-5
Inseln der Heiden angeworben hatte, behielt er bei sich; das zog ihm die Feindschaft des ganzen einheimischen Kriegsvolks zu.

39Als aber Tryphon, der früher

11,39
Alexanders Freund gewesen war, sah, dass das ganze Kriegsvolk Hass gegen König Demetrius empfand, zog er zu dem Araber Jamliku, der den jungen Antiochus, den Sohn Alexanders, erzog. 40Den drängte er, ihm den Knaben zu übergeben, damit er ihn auf den Thron seines Vaters setzen könnte. Und er sagte dem Araber, wie und warum das Kriegsvolk den König Demetrius hasste, und blieb eine Zeit lang bei dem Araber.

Jonatan erntet von Demetrius II. Nikator Undank

41Inzwischen schrieb Jonatan an König Demetrius, er sollte denen, die auf der

11,41
Burg von Jerusalem und in den Festungen lagen, befehlen, sie zu räumen und ihm zu übergeben; denn sie fügten Israel viel Schaden zu. 42Da schrieb Demetrius an Jonatan: Nicht allein das, was du begehrst, sondern viel mehr Ehre und Gutes will ich dir und deinem Volk erweisen, sobald ich kann. 43Aber jetzt bin ich in großer Gefahr. Darum kannst du mir helfen,
11,43
Kap
wenn du mir Kriegsleute schickst, die mich unterstützen; denn mein ganzes Kriegsvolk ist von mir abgefallen.

44Darum schickte ihm Jonatan dreitausend tüchtige Kriegsleute; die kamen nach Antiochia zum König und der König war über ihre Ankunft sehr erfreut. 45Nun machte das Volk in der Stadt einen Aufruhr, etwa hundertzwanzigtausend Mann, und man wollte den König totschlagen. 46Aber der König floh in seine Burg. Da besetzte das Volk die Straßen und wollte die Burg stürmen. 47Darum forderte der König die Juden auf, ihn zu schützen. Da sammelten sich die Juden alle um ihn und verteilten sich über die Stadt 48und erschlugen an diesem Tag hunderttausend Mann und zündeten die Stadt an und plünderten sie. So retteten sie den König.

49Als nun das Volk in der Stadt sah, dass die Juden sich der Stadt bemächtigt hatten, so wie sie wollten, verzagte es, schrie zum König und bat um Frieden, 50damit die Juden aufhörten, das Volk zu töten, und die Stadt nicht ganz zerstörten. 51Da legte es die Waffen nieder und machte Frieden; die Juden aber wurden hoch geehrt vom König und berühmt in seinem ganzen Reich und zogen wieder heim nach Jerusalem und brachten große Beute mit, die sie im Krieg gewonnen hatten.

52Als nun König Demetrius wieder sicher auf seinem Königsthron saß und im ganzen Reich Friede herrschte, 53hielt er nichts von dem, was er Jonatan versprochen hatte, und wandte sich ganz von ihm ab und war ihm undankbar für seine Wohltaten und unterdrückte ihn sehr.

11,53
Kap

Jonatan kämpft aufseiten des Antiochus VI. Epiphanes gegen Demetrius II. Nikator

54Nicht lange danach kam Tryphon mit dem jungen Antiochus zurück. Dieser Antiochus wurde König und setzte sich die Krone auf. 55Und zu ihm kam alles Kriegsvolk, das Demetrius entlassen hatte. Als sie nun gegen Demetrius kämpften, schlugen sie ihn in die Flucht und verjagten ihn. 56Und Tryphon bemächtigte sich der

11,56
Kap
Elefanten und eroberte Antiochia.

57Der junge Antiochus schrieb an Jonatan und bestätigte ihn in seinem Hohepriesteramt und bewilligte, dass er die vier Bezirke11,57 Die drei in Vers 34 genannten Bezirke und Judäa. behalten und »Freund des Königs« sein sollte,

11,57
58und sandte ihm goldenes Tafelgeschirr und erlaubte ihm, aus goldenen Gefäßen zu trinken und ein
11,58
Kap
Purpurgewand und eine
11,58
Kap
goldene Spange zu tragen. 59Und Simon, den Bruder Jonatans, machte er zum Feldherrn über das Land von der tyrischen Leiter11,59 Ein steiler, schwer zugänglicher Bergrücken nahe der Küste in der Mitte zwischen Ptolemais und Tyrus. bis Ägypten.

60Als nun Jonatan auszog und durch die Städte im Gebiet jenseits des Euphrat11,60 Die Provinz des Seleuzidenreiches westlich des Euphrat; vgl. Esra 4,10. kam, sammelte sich bei ihm alles Kriegsvolk aus Syrien, um ihm zu helfen. Und als er vor

11,60
Kap
Aschkelon kam, gingen ihm die Bürger entgegen und empfingen ihn mit Ehren. 61Danach zog er vor Gaza; aber die Einwohner von Gaza wollten ihn nicht einlassen; darum belagerte er die Stadt und brannte die Ortschaften ringsum nieder und plünderte sie. 62Da baten die Einwohner von Gaza um Frieden. Und Jonatan schloss Frieden mit ihnen und nahm die Söhne ihrer Vornehmen als Geiseln und schickte sie nach Jerusalem; er aber zog weiter durchs Land bis Damaskus.

63Als er aber hörte, dass die Hauptleute des Demetrius mit einem großen Heer nach Kedesch in Galiläa gekommen waren, um ihn an seinem Vorhaben zu hindern, 64da zog er gegen sie. Er hatte aber seinen Bruder Simon im Lande zurückgelassen. 65Der zog vor

11,65
Kap
Bet-Zur und belagerte es lange Zeit und schloss es ein. 66Darum baten sie um Frieden; und Simon schloss Frieden mit ihnen; dennoch vertrieb er die Bewohner aus der Stadt und nahm sie ein und legte Kriegsvolk als Besatzung hinein.

67Aber Jonatan schlug sein Lager am See Genezareth auf und brach morgens früh auf und kam in die Ebene bei Hazor. 68Da zogen die Heiden ihm in der Ebene entgegen und hatten einen Hinterhalt im Gebirge gelegt; sie selbst aber rückten von vorn an. 69Als nun die Schar aus dem Hinterhalt hervorbrach und angriff, 70floh das ganze Heer Jonatans und niemand blieb zurück als die Hauptleute Mattatias, der Sohn Abschaloms, und Judas, der Sohn Halfis.

71Da

11,71
Kap
zerriss Jonatan seine Kleider und
11,71
2. Makk 10,25-27
streute Erde auf sein Haupt und betete 72und griff die Feinde wieder an und schlug sie in die Flucht. 73Als nun sein Kriegsvolk, das vorher geflohen war, das sah, kehrte es wieder um, um Jonatan zu helfen, und jagte den Feinden nach bis Kedesch in ihr Lager; dort schlugen sie auch ein Lager auf. 74An diesem Tag sind gegen dreitausend Heiden umgekommen. Darauf zog Jonatan wieder nach Jerusalem.

12

Jonatan erneuert das Bündnis mit Rom und Sparta

121Als aber Jonatan sah, dass die Zeit ihm half, wählte er einige aus, die er nach Rom sandte, um das Bündnis mit den Römern zu erneuern und wieder zu bestätigen.

12,1
Kap
2Er schrieb auch nach Sparta und an andere Orte. 3Als nun die Boten nach Rom kamen, traten sie vor den Rat und sagten: Der Hohepriester Jonatan und das jüdische Volk haben uns gesandt, um die Freundschaft und das Bündnis, das zwischen uns früher einmal geschlossen worden ist, wieder zu erneuern. 4Und die Römer gaben ihnen Geleitbriefe für jeden Ort, damit sie wieder sicher heimziehen konnten.

5Und dies ist die Abschrift des Briefs, den Jonatan an die Spartaner schrieb: 6Der Hohepriester Jonatan und die Ältesten des Volks und die Priester und das jüdische Volk entbieten ihren Brüdern, den Spartanern, ihren Gruß. 7Schon früher hat euer König Arëus an unsern Hohenpriester Onias geschrieben, dass ihr unsre Brüder seid, wie die Abschrift seines Briefs lautet.

12,7
8Und Onias empfing euren Boten mit Ehren und nahm die Freundschaft und das Bündnis an, von denen im Brief geschrieben war.

9Obwohl wir jetzt keine fremde Hilfe brauchen und

12,9
2. Makk 15,9
Röm 15,4
Trost haben an den heiligen Schriften in unsern Händen, 10so senden wir dennoch die Botschaft an euch, dass wir die Bruderschaft und Freundschaft zwischen uns erneuern und bestätigen wollen, um sie nicht zu vergessen; denn es ist schon lange Zeit her, dass ihr zu uns geschickt habt. 11Darum wisst, dass wir allezeit an Feiertagen und an allen andern Tagen, an denen man opfert, bei unserm Opfer und Gebet an euch denken, so wie sich’s gebührt, an die Brüder zu denken.
12,11
1. Tim 2,1
12Und eure Ehre und euer Wohlergehen sind uns eine Freude. 13Aber wir haben große Not gelitten und viele schwere Kriege gehabt mit den Königen ringsum. 14Wir haben aber euch und unsre andern Freunde und Bundesgenossen in diesen unsern Kriegen nicht um Hilfe bitten wollen. 15Denn
12,15
Kap
wir haben Hilfe vom Himmel gehabt; und Gott hat uns befreit und die Feinde unterdrückt.

16Weil wir aber jetzt

12,16
Kap
Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, den Sohn Jasons, ausgewählt haben und als unsre Boten zu den Römern senden, um die Freundschaft und das Bündnis mit ihnen wieder zu erneuern, 17haben wir ihnen dabei befohlen, dass sie auch zu euch reisen, euch unsern Gruß sagen und diesen Brief übergeben sollen, um unsre Bruderschaft zu erneuern, 18und bitten um Antwort.

19Dies aber ist die Abschrift des Briefs, den Arëus, der König von Sparta, dem Onias vorher gesandt hatte: 20Arëus, König von Sparta, entbietet dem Hohenpriester Onias seinen Gruß. 21Wir finden in unsern alten Schriften,

12,21
2. Makk 5,9
dass die Spartaner und die Juden Brüder sind, weil beide Völker von Abraham herkommen. 22Nachdem wir das nun wissen, bitten wir, uns zu schreiben, wie es euch geht. 23Wir aber schreiben euch hiermit:
12,23
1. Kön 22,4
Unser Vieh und unser Hab und Gut soll sein, als wäre es euer eignes; und das eure soll sein, als wäre es unser eignes. Das lassen wir euch mitteilen.

Jonatan verteidigt das ganze Land Israels

24Danach hörte Jonatan, dass

12,24
Kap
die Hauptleute des Demetrius wieder mit einem größeren Heer als vorher kamen und gegen ihn kämpfen wollten. 25Darum zog er von Jerusalem gegen sie in das Land Hamat; denn er wollte nicht warten, dass sie zuerst in sein Land einfielen. 26Als er nun Kundschafter in das Lager der Feinde sandte, kamen sie zurück und sagten, dass die Feinde beschlossen hätten, ihn diese Nacht zu überfallen. 27Darum befahl Jonatan abends seinem Heer, dass sie wachen und die ganze Nacht unter Waffen zum Kampf bereit sein sollten, und stellte Wachen rings um das Lager.

28Als aber die Feinde sahen, dass Jonatan und sein Heer zur Schlacht gerüstet waren, packte sie die Angst, sodass sie aufbrachen und wegzogen. Und damit man es ja nicht merken sollte, ließen sie überall im Lager viele Feuer machen. 29Darum dachten Jonatan und sein Heer bis zum frühen Morgen nicht, dass sie weggezogen waren; denn sie sahen die Feuer überall im Lager brennen. 30Morgens aber jagte Jonatan ihnen nach, doch konnte er sie nicht mehr erreichen; denn sie hatten bereits den

12,30
Kap
Fluss Eleutherus überschritten.

31Da wandte sich Jonatan gegen die Araber, die Sabadäer heißen, schlug sie und machte große Beute; 32und er kam nach Damaskus und durchzog das ganze Land. 33Simon aber brach auf und zog durch das Land bis Aschkelon und zu den befestigten Städten in der Nähe; danach wandte er sich gegen

12,33
Kap
Joppe. 34Denn er hatte gehört, dass sie die Festung den Hauptleuten des Demetrius übergeben wollten. Darum kam er ihnen zuvor, nahm Joppe ein und legte Kriegsvolk hinein, um die Stadt zu schützen.

35Danach kam Jonatan wieder heim und versammelte die Ältesten des Volks und hielt mit ihnen darüber Rat, dass man einige Städte in Judäa befestigen sollte. 36Man sollte auch die Mauern von Jerusalem höher machen und zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer bauen, die die Burg von der Stadt trennen sollte, sodass die

12,36
Kap
Leute auf der Burg keinen Ausfall in die Stadt machen und auch nichts kaufen und verkaufen könnten. 37Da kam das Volk zusammen und fing an zu bauen, und weil die Mauer am Bach im Osten verfallen war, bauten sie das Stück wieder auf, das Kafnata heißt. 38Und Simon baute die Burg Hadid im Hügelland und befestigte sie und schützte sie mit starken Toren und Riegeln.

Tryphon nimmt Jonatan mit List gefangen

39Nun hatte Tryphon vor, das Königreich Vorderasien an sich zu bringen und sich die Krone aufzusetzen und den jungen König Antiochus zu töten.

12,39
Kap
40Weil er aber befürchtete, Jonatan würde es verhindern und gegen ihn ziehen, trachtete er auch danach, Jonatan gefangen zu nehmen und umzubringen. Darum zog er nach Bet-Schean. 41Da zog Jonatan ihm mit vierzigtausend ausgesuchten Männern entgegen und kam auch nach Bet-Schean. 42Als aber Tryphon sah, dass Jonatan ein so großes Heer bei sich hatte, fürchtete er sich, offen etwas gegen ihn zu unternehmen; 43darum empfing er ihn mit Ehren und empfahl ihn allen seinen Freunden und gab ihm Geschenke und gebot seinen Freunden und seinem Heer, Jonatan gehorsam zu sein wie ihm selbst.

44Und er sagte zu Jonatan: Warum bemühst du dein ganzes Kriegsvolk, da wir doch keinen Krieg haben? 45Lass sie wieder heimziehen. Doch wähle dir einige Leute aus, die bei dir bleiben, und zieh mit mir nach

12,45
Kap
Ptolemais. Diese Stadt und die andern befestigten Städte und das übrige Kriegsvolk und alle Amtleute will ich dir übergeben; denn ich muss wieder wegziehen. Deshalb bin ich auch hierher gekommen; darum zieh doch mit mir. 46Jonatan glaubte ihm und tat, wie er gesagt hatte, und ließ sein Kriegsvolk heimziehen ins Land Juda
12,46
Kap
47und behielt nur dreitausend Mann; davon ließ er zweitausend in Galiläa, tausend aber zogen mit ihm. 48Als nun Jonatan in die Stadt Ptolemais kam, schlossen die Einwohner von Ptolemais die Tore und nahmen Jonatan gefangen, und alle, die mit ihm gekommen waren, erstachen sie.

49Und Tryphon schickte Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in die große Ebene, um das übrige Kriegsvolk Jonatans auch umzubringen. 50Als sie aber erfuhren,

12,50
Kap
dass Jonatan gefangen und umgekommen war samt seinen Leuten, sprachen sie sich Mut zu und rüsteten sich zur Schlacht und zogen getrost gegen die Feinde. 51Als aber die Feinde sahen, dass es ihnen ans Leben ging, weil jene sich wehren wollten, 52kehrten sie wieder um und zogen weg. Da zog das ganze Kriegsvolk auch wieder heim ins Land Juda mit Frieden und
12,52
Kap
hielt Totenklage um Jonatan und die andern, die mit ihm umgekommen waren; und ganz Israel trauerte sehr um Jonatan. 53Und alle Heiden ringsum fingen an, das Volk zu bedrängen, und sagten: 54Sie haben kein Haupt und keinen Schutz mehr; nun wollen wir sie bekämpfen und ausrotten und ihren Namen auf Erden vertilgen.

13

Simon tritt an die Stelle seines Bruders Jonatan

131Als nun Simon hörte, dass Tryphon ein großes Heer beieinanderhatte, um das Land Juda anzugreifen und zugrunde zu richten, 2und sah, dass dem Volk sehr angst und bange war, kam er nach Jerusalem und versammelte das Volk 3und tröstete sie und sagte zu ihnen: Ihr wisst, welche schweren Kriege ich und meine Brüder und das ganze Haus meines Vaters für das Gesetz und das Heiligtum geführt haben, und habt die Not gesehen, in der ganz Israel gewesen ist; 4in ihr sind

13,4
Kap
alle meine Brüder für Israel umgekommen, und es lebt keiner mehr außer mir. 5Nun möchte ich in dieser Trübsal mein Leben gewiss nicht schonen; denn ich bin nicht besser als meine Brüder und möchte es nicht besser haben als sie; 6sondern ich will mein Volk, unser Heiligtum und eure Frauen und Kinder rächen. Denn
13,6
Kap
alle Heiden ringsum hassen uns und rotten sich zusammen, um uns zu vernichten.

7Als das Volk diese tröstlichen Worte hörte, fasste es neuen Mut 8und antwortete darauf: Du sollst unser Hauptmann sein wie vorher deine Brüder Judas und Jonatan und unsern Krieg führen. 9Und wir wollen dir gehorsam sein in allem, was du uns gebietest.

10Da rief Simon das ganze Kriegsvolk zusammen. Auch sorgte er dafür,

13,10
Kap
dass man eilends die Mauern von Jerusalem ausbaute, damit die Stadt ringsumher gut geschützt und befestigt wäre. 11Und er schickte Jonatan, den Sohn Abschaloms, mit einem neuen Heer nach
13,11
Kap
Joppe. Und Jonatan vertrieb die Feinde aus Joppe und blieb dort in der Stadt.

Tryphon lässt Jonatan und Antiochus VI. Epiphanes töten

12Da zog Tryphon von

13,12
Kap
Ptolemais aus mit einem großen Heer, um ins Land Juda einzufallen, und führte Jonatan gefangen mit. 13Aber Simon zog gegen ihn und lagerte sich bei
13,13
Kap
Hadid am Hügelland. 14Als aber Tryphon erfuhr, dass Simon anstelle seines Bruders Jonatan Hauptmann geworden war und mit ihm kämpfen wollte, sandte er Boten zu Simon und ließ ihm sagen: 15Ich habe deinen Bruder Jonatan wegen des Geldes, das er dem König aus seinen Ämtern schuldig geblieben ist, gefangen genommen; 16willst du mir nun hundert Zentner Silber schicken und zwei seiner Söhne als Geiseln geben, damit er nicht von uns abfällt und sich dann gegen uns stellt, wenn er frei geworden ist, so will ich ihn dir losgeben.

17Obwohl aber Simon genau merkte, dass es nichts als Betrug war, ließ er dennoch das Geld und die Kinder holen, damit das Volk ihn nicht anklagte, 18Jonatan hätte umkommen müssen, weil er ihn nicht hätte auslösen wollen. 19Darum schickte er dem Tryphon die Kinder samt den hundert Zentnern. Aber Tryphon hielt nicht Wort und wollte Jonatan nicht losgeben.

20Danach kam Tryphon, um das Land zu verheeren, und umging es auf der Straße, die nach Adora führt. Aber Simon war ihm mit seinem Heer stets an der Seite; und wohin er auch zog, da stellte sich ihm Simon in den Weg. 21Es schickten auch

13,21
Kap
die Leute auf der Burg Boten zu Tryphon, er sollte, ehe sich’s Simon versähe, durch die Wüste zu ihnen ziehen und ihnen Nahrung bringen. 22Darum wollte Tryphon mit seiner ganzen Reiterei sich eilends aufmachen und zu ihnen kommen. Aber in dieser Nacht fiel ein sehr tiefer Schnee; und er kam deswegen nicht durch. Deshalb brach er auf und zog nach Gilead, 23und bei Baskama
13,23
Kap
ließ er Jonatan mit seinen Söhnen töten; die wurden dort begraben. 24Darauf zog Tryphon wieder in sein Land.

25Da schickte Simon dorthin und ließ den Leichnam seines Bruders Jonatan holen und

13,25
Kap
legte ihn ins Grab in Modeïn, der Stadt seiner Väter. 26Und ganz Israel trauerte und klagte um Jonatan lange Zeit. 27Und Simon ließ über dem Grab seines Vaters und seiner Brüder ein Denkmal bauen, hoch und weithin sichtbar, hinten und vorn aus gehauenen Steinen, 28und darauf ließ er sieben Pyramiden setzen, eine der andern gegenüber: dem Vater, der Mutter und den vier Brüdern. 29Und er ließ um sie herum große Säulen setzen und an den Säulen Harnische anbringen zum ewigen Gedächtnis und neben den Harnischen in Stein gehauene Schiffe, sodass es alle, die auf dem Meer fahren, sehen konnten. 30Dies Grab in Modeïn steht noch bis auf den heutigen Tag.

31Aber Tryphon führte den jungen König Antiochus im Land herum und tötete ihn hinterlistig.

13,31
Kap
32Darauf wurde er selbst König an seiner statt und setzte sich die Krone Vorderasiens auf; und er bedrückte das Land schwer.

Simon erreicht die volle Freiheit für Israel

33Aber Simon baute und

13,33
Kap
befestigte viele Städte im Lande Juda mit hohen Türmen und dicken Mauern und starken Toren und schaffte Nahrung in die befestigten Städte; 34und er schickte Boten zu König
13,34
Kap
Demetrius und bat um Erleichterung der Lasten, die ihm Tryphon auferlegt hatte; denn Tryphon hatte lauter Raub und Mord im Lande verübt.

35Darauf antwortete Demetrius und schrieb: 36König Demetrius entbietet dem Hohenpriester Simon, dem Freund der Könige, und den Ältesten und dem jüdischen Volk seinen Gruß. 37Die goldene Krone samt der Palme, die ihr mir geschickt habt, haben wir empfangen und sind bereit, einen guten Frieden mit euch zu schließen und den Amtleuten zu schreiben, dass sie euch die Lasten erleichtern, wie wir zugestanden haben. 38Und was wir euch versprochen haben, das soll treu, stetig und fest gehalten werden. Alle Festungen, die ihr gebaut habt, sollt ihr behalten. 39Und wir rechnen euch nicht an, was ihr aus Versehen oder mit Absicht inzwischen gegen uns getan habt. Die

13,39
Kap
Beiträge zum Ehrenkranz und andere Abgaben, die Jerusalem hat geben müssen, erlassen wir euch. 40Und wer unter euch
13,40
Kap
geeignet ist, in unserm Heer zu dienen, der soll bei uns eintreten. Und es soll zwischen uns Friede und Einigkeit herrschen.

41Im 170. Jahr13,41 143/142 v. Chr. wurde Israel befreit vom Joch der Heiden, 42und das Volk schrieb von jetzt an in Briefen und Verträgen: Im ersten Jahr Simons, des großen Hohenpriesters und Feldhauptmanns und Fürsten der Juden.

43Zu dieser Zeit belagerte Simon die Stadt Geser und schloss sie ein; er stellte Sturmböcke auf und führte sie an die Stadt heran und eroberte einen Turm. 44Und die, die auf den Turm kamen, sprangen in die Stadt. Da erschrak das Volk in der Stadt und verzagte völlig, 45und sie liefen mit Frauen und Kindern auf die Mauer und zerrissen ihre Kleider und schrien laut und baten Simon um Gnade und sagten: 46Bestrafe uns nicht für unsern Widerstand, sondern sei uns gnädig, so wollen wir gern gehorsam sein! 47Das jammerte Simon, sodass er sie nicht tötete. Aber er befahl ihnen, aus der Stadt wegzuziehen, und

13,47
2. Chr 34,3-7
ließ die Häuser wieder reinigen, in denen sie Götzen aufgestellt hatten. 48Darauf zog er hinein in die Stadt und dankte und lobte Gott und ließ alles wegtun und ausrotten, was unrein macht, und setzte Leute hinein, die Gottes Gesetz hielten, und befestigte die Stadt und baute sich selbst ein Haus darin.

49Und die Leute auf der Burg von Jerusalem wurden belagert, sodass niemand heraus- oder hineinkommen und

13,49
Kap
weder kaufen noch verkaufen konnte; und sie litten so großen Hunger, dass viele vor Hunger sterben mussten. 50Darum schrien sie zu Simon und baten um Frieden. Da erwies ihnen Simon Gnade und ließ sie leben, aber sie mussten aus der Burg wegziehen. Und Simon ließ die Burg wieder reinigen von allem, was unrein macht, 51und nahm sie ein am dreiundzwanzigsten Tage des zweiten Monats im 171. Jahr13,51 Mai 142 v. Chr. und zog hinein mit Lobgesang und Palmenzweigen und Saitenspiel und dankte Gott, dass Israel diesen starken Feind endlich losgeworden war.

52Und er gebot, dass man diesen Tag jährlich mit Freuden begehen sollte. 53Auch befestigte er den Berg des Tempels neben der Burg noch mehr und wohnte dort oben, er und die er bei sich hatte.

13,53
Kap
54Und weil Simon sah, dass sein Sohn Johannes ein tüchtiger Mann war, setzte er ihn zum Hauptmann über das ganze Kriegsvolk ein und ließ ihn in Geser wohnen.