Lutherbibel 2017 (LU17)
5

Die sechste Vision: die fliegende Schriftrolle

51Und ich hob meine Augen abermals auf und sah, und siehe, da war eine fliegende Schriftrolle. 2Und er sprach zu mir: Was siehst du? Ich aber sprach: Ich sehe eine fliegende Schriftrolle, die ist zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit. 3Und er sprach zu mir: Das ist der Fluch, der ausgeht über das ganze Land. Denn alle Diebe blieben seither ungestraft – wie lange noch? Und alle Meineidigen blieben seither ungestraft – wie lange noch? 4Ich will ihn ausgehen lassen, spricht der Herr Zebaoth, dass er kommen soll über das Haus des Diebes und über das Haus dessen, der bei meinem Namen falsch schwört. Und er soll in seinem Haus bleiben und soll’s verzehren samt seinem Holz und seinen Steinen.

Die siebente Vision: die Frau in der Tonne

5Und der Engel, der mit mir redete, trat hervor und sprach zu mir: Hebe deine Augen auf und sieh! Was kommt da hervor? 6Und ich sprach: Was ist das? Er aber sprach: Das ist die Tonne, die da hervorkommt – und sprach weiter: Das ist ihre Sünde im ganzen Lande. 7Und siehe, es hob sich der Deckel aus Blei, und da war eine Frau, die saß in der Tonne. 8Er aber sprach: Das ist die Gottlosigkeit. Und er stieß sie in die Tonne und warf den Klumpen Blei auf die Öffnung.

9Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, zwei Frauen traten heran, und Wind war unter ihren Flügeln, und sie hatten Flügel wie Storchenflügel. Und sie trugen die Tonne zwischen Erde und Himmel dahin. 10Und ich sprach zum Engel, der mit mir redete: Wo tragen diese die Tonne hin? 11Er aber sprach zu mir: Dass ihr ein Haus gebaut werde

5,11
1. Mose 11,2
im Lande Schinar. Und wenn es vollendet ist, wird sie dort abgestellt an ihrem Platz.

6

Die achte Vision: die vier Wagen

61

6,1
Kap
Und ich hob meine Augen abermals auf und sah, und siehe, da waren vier Wagen, die kamen zwischen den zwei Bergen hervor; die Berge aber waren aus Kupfer. 2Am ersten Wagen waren rote Rosse, am zweiten Wagen waren schwarze Rosse, 3am dritten Wagen waren weiße Rosse, am vierten Wagen waren scheckige Rosse, allesamt stark. 4Und ich hob an und sprach zum Engel, der mit mir redete: Mein Herr, wer sind diese? 5Der Engel antwortete und sprach zu mir: Es sind die vier Winde des Himmels, die hervorkommen, nachdem sie gestanden haben
6,5
Kap
vor dem Herrscher der ganzen Erde. 6Die schwarzen Rosse zogen in das Land des Nordens, die weißen zogen hinter ihnen her, und die scheckigen zogen in das Land des Südens.

7Diese starken Rosse also zogen aus und wollten sich aufmachen, um

6,7
Kap
die Lande zu durchziehen. Und er sprach: Geht hin und durchzieht die Lande! Und sie durchzogen die Lande. 8Und er rief mich an und redete mit mir und sprach: Sieh, die in das Land des Nordens ziehen, lassen meinen Geist ruhen im Lande des Nordens.

Die Krönung Jeschuas

9Und des Herrn Wort geschah zu mir: 10Nimm von den Weggeführten, von Heldai und von Tobija und von Jedaja, und komm du am selben Tag, komm in das Haus Joschijas, des Sohnes Zefanjas, wohin sie von Babel gekommen sind, 11

6,11
Kap
nimm Silber und Gold und mache Kronen und kröne das Haupt Jeschuas, des Hohenpriesters, des Sohnes Jozadaks, 12und sprich zu ihm: So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, es ist ein Mann, der heißt »Spross«; denn unter ihm wird’s sprossen, und er wird bauen des Herrn Tempel. 13Ja, den Tempel des Herrn wird er bauen, und er wird den Schmuck tragen und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron. Auch der
6,13
Ps 110,4
Priester wird auf seinem Thron sein, und es wird Friede sein zwischen den beiden. 14Und die Kronen sollen zum Gedenken an Chelem, Tobija, Jedaja und Chen, den Sohn des Zefanja, im Tempel des Herrn bleiben. 15Und
6,15
Jes 60,10
es werden kommen von ferne, die am Tempel des Herrn bauen werden. Da werdet ihr erkennen, dass mich der Herr Zebaoth zu euch gesandt hat; und das soll geschehen, wenn ihr gehorchen werdet der Stimme des Herrn, eures Gottes.

7

Am bloßen Fasten hat Gott kein Gefallen

71Und es geschah im vierten Jahr des Königs Darius, da geschah des Herrn Wort zu Sacharja am vierten Tag des neunten Monats, im Kislew. 2Und man sandte Bethel-Sarezer und Regem-Melech und seine Leute, um den Herrn anzuflehen 3und die Priester am Hause des Herrn Zebaoth und die Propheten zu befragen: Muss ich immer noch im

7,3
Kap
fünften Monat weinen und enthaltsam sein, wie ich es nun so viele Jahre getan habe? 4Und des Herrn Zebaoth Wort geschah zu mir: 5Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich:
7,5
Jes 58,5
Als ihr fastetet und Leid trugt im fünften und siebenten Monat diese
7,5
Kap
siebzig Jahre lang, habt ihr da wirklich für mich gefastet? 6Und wenn ihr esst und trinkt, esst und trinkt ihr da nicht für euch selbst?

Gottes Gericht über die Unbarmherzigkeit

7Ist’s nicht das, was der Herr durch die früheren Propheten predigen ließ, als Jerusalem bewohnt war und sicher samt seinen Städten ringsum und Leute im Südland und im Hügelland wohnten. 8Und des Herrn Wort geschah zu Sacharja: 9So sprach der Herr Zebaoth:

7,9
Kap
Richtet recht, und
7,9
Mi 6,8
ein jeder erweise seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit, 10und
7,10
2. Mose 22,20-21
bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen, und denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

11Sie aber weigerten sich aufzumerken und kehrten mir störrisch den Rücken zu und verstopften ihre Ohren, dass sie nicht hörten, 12und machten ihre Herzen

7,12
Jes 48,4
hart wie Diamant, damit sie nicht hörten das Gesetz und die Worte, die der Herr Zebaoth durch seinen Geist sandte
7,12
Kap
durch die früheren Propheten. Daher ist so großer Zorn vom Herrn Zebaoth gekommen. 13Und es ist so ergangen: Gleichwie gepredigt wurde und sie nicht hörten, so wollte ich auch nicht hören, als sie riefen, spricht der Herr Zebaoth. 14Darum habe ich sie zerstreut unter alle Völker, die sie nicht kannten, und das Land blieb verwüstet hinter ihnen liegen, sodass niemand mehr darin hin und her zog; so haben sie das liebliche Land zur Wüste gemacht.