Lutherbibel 2017 (LU17)
11

111Sie ließ ihre Werke gelingen durch einen heiligen

11,1
5. Mose 34,10-12
Hos 12,14
Propheten.

Wasser als Strafe und Wohltat

(Fortsetzung in Kap 16,1–19,22)

2Die Israeliten

11,2
2. Mose 15,2227
16,1
zogen durch eine unbewohnte Wüste und schlugen ihre Zelte auf in der Einöde. 3Sie widerstanden ihren Feinden und
11,3
2. Mose 17,8-13
erwehrten sich ihrer Widersacher. 4Als es sie dürstete, riefen sie dich an, und ihnen
11,4
2. Mose 17,3-6
wurde Wasser gegeben aus schroffem Fels, und sie löschten den Durst aus hartem Stein.

5Denn wodurch

11,5
Kap
ihre Feinde bestraft wurden, eben dadurch geschah ihnen Gutes, als sie Not litten. 6Jene bestraftest du, indem du
11,6
2. Mose 7,19-21
das ewig fließende Wasser des Nils mit Blut vermengtest, 7weil sie den
11,7
2. Mose 1,22
Befehl gegeben hatten, dass man die Kinder töten sollte. Ihnen aber gabst du in der Wüste ganz unerwartet reichlich Wasser. 8Damals zeigtest du durch den Durst, wie du die Widersacher bestrafst. 9
11,9
5. Mose 8,2-5
Jer 10,24-25
Hebr 12,4-11
Denn als die Israeliten zwar geprüft, doch nur mit Gnaden gezüchtigt worden waren, erkannten sie, wie die Gottlosen mit Zorn gerichtet und gequält wurden. 10Denn du hast sie wie ein Vater ermahnt und geprüft, jene aber wie ein strenger König verhört und verdammt.

11Und es wurden die Ägypter, die dabei waren, in gleicher Weise geplagt wie diejenigen, die nicht dabei waren. 12Denn es kam doppeltes Leid über sie und Seufzen, wenn sie an das Vergangene dachten. 13Denn als sie hörten, dass jenen Gutes durch genau das geschah, wodurch sie selbst bestraft worden waren, spürten sie das Wirken des Herrn. 14Denn

11,14
2. Mose 2,3
den sie einst ins Wasser ausgesetzt und später verspottet hatten, über den mussten sie staunen, als es am Ende so ausging,
11,14
2. Mose 7,21
während sie selbst ganz anders als die Gerechten Durst gelitten hatten.

15

11,15
Kap
Zur Strafe für die törichten Gedanken, die aus ihrer Ungerechtigkeit kamen und durch die sie verführt wurden, unvernünftiges Gewürm und Ungeziefer anzubeten, sandtest du unter sie eine Menge unvernünftiger Tiere, 16damit sie erkennen sollten: Womit jemand sündigt, damit wird er auch bestraft.

Gottes Erbarmen mit seiner Schöpfung

17Denn deiner allmächtigen Hand, welche die Welt

11,17
1. Mose 1,2
aus ungeformtem Stoff geschaffen hat, fehlte es nicht an Macht, über sie
11,17
3. Mose 26,22
2. Kön 2,24
eine Menge von Bären kommen zu lassen oder mutige
11,17
2. Kön 17,26
Löwen 18oder neu geschaffene, grimmige unbekannte Tiere, die
11,18
Hiob 41,10-13
Feuer speien oder stinkenden Rauch schnauben oder schreckliche Funken aus den Augen blitzen lassen 19und die ihnen nicht nur durch Verletzungen Verderben bringen, sondern sie auch mit ihrem furchtbaren Anblick umbringen können. 20Aber sie hätten auch ohne dies alles durch einen einzigen Hauch fallen können, verfolgt von der strafenden Gerechtigkeit und
11,20
Jes 11,4
zerstreut von dem Hauch deiner Macht.

21Aber du hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet. Denn deine Kraft gewaltig zu erweisen ist dir allezeit möglich, und wer kann der Macht deines Arms widerstehen?

11,21
Jes 40,26
22Denn die ganze Welt ist vor dir
11,22
Jes 40,15
wie ein Staubkorn auf der Waage und wie ein Tropfen des Morgentaus, der auf die Erde fällt.

23Aber du erbarmst dich über alle, denn du kannst alles und du

11,23
Ps 130,4
siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie
11,23
Röm 2,4
sich bekehren sollen. 24Denn du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast. Denn du hast ja nichts bereitet, gegen das du Hass gehabt hättest.
11,24
Jak 1,17
25Wie könnte etwas bleiben, wenn du nicht wolltest? Oder wie könnte erhalten werden, was du nicht gerufen hättest? 26Du
11,26
Kap
schonst aber alles, denn es ist dein, Herr, du
11,26
Hes 18,23
Joh 3,16
Liebhaber des Lebens,

12

121und dein unvergänglicher Geist ist in allem.

Gottes Nachsicht in der Bestrafung der Kanaaniter

2Darum bestrafst du die, die fallen, nur leicht und

12,2
Hes 3,16-21
warnst sie, indem du sie an ihre Sünden erinnerst, damit sie von ihrer Schlechtigkeit loskommen und an dich, Herr, glauben.

3

12,3
Kap
Denn als du den früheren Bewohnern deines heiligen Landes feind warst, 4weil sie die widerwärtigsten Dinge trieben, Zauberei und unheilige Bräuche, 5weil sie ihre Kinder erbarmungslos töteten, weil sie Blut und menschliche Eingeweide in ihren Gastmählern aßen – sie, die zum geheimen Opfermahl zusammenkamen 6und als Eltern zu Mördern ihrer hilflosen Kinder wurden, wolltest du vertilgen durch unserer Väter Hände, 7damit das Land, das dir von allen das liebste ist, als würdige Bewohner die Kinder Gottes aufnehmen könnte.

8Dennoch verschontest du sie, weil auch sie Menschen waren, und

12,8
2. Mose 23,28-30
sandtest deinem Heer Hornissen voraus, damit diese sie nur nach und nach umbrächten. 9Es war dir zwar nicht unmöglich, die Gottlosen in einer Schlacht den Gerechten zu unterwerfen oder durch grausame Tiere oder durch ein hartes Wort allesamt zu zerschmettern; 10aber du richtetest sie nur nach und nach und
12,10
Kap
gabst ihnen so Gelegenheit zur Buße, obwohl du genau wusstest, dass sie böser Art waren und ihre Bosheit ihnen angeboren und dass sich ihr Sinn niemals mehr ändern würde. 11Denn sie waren ein
12,11
1. Mose 9,24-25
verfluchtes Geschlecht von Anfang an.

So hast du auch nicht darum, weil du jemand gescheut hättest, ihre Sünden unbestraft gelassen. 12Denn

12,12
Dan 4,32
Röm 9,20
wer darf zu dir sagen: »Was tust du?« Oder wer kann deinem Gericht widerstehen? Oder wer darf dich beschuldigen wegen des Untergangs von Völkern, die du geschaffen hast? Oder wer darf kommen und vor dich hintreten als Verteidiger für ungerechte Menschen? 13Denn es ist kein Gott außer dir,
12,13
Kap
der du für alle sorgst. Du musst nicht beweisen, dass du nicht ungerecht richtest. 14Es kann dir auch weder ein König noch ein Tyrann die Stirn bieten um derer willen, die du bestrafst.

15Weil du aber gerecht bist, so regierst du alle Dinge gerecht und siehst es als deiner Majestät nicht gemäß an,

12,15
Hes 18,20
jemand zu verdammen, der die Strafe nicht verdient hat. 16Denn deine Stärke ist der Ursprung der Gerechtigkeit, und weil du über alle Herr bist, so kannst du auch alle
12,16
Kap
verschonen. 17Denn an denen, die an die Vollkommenheit deiner Macht nicht glauben, beweist du deine Stärke, und an denen, die davon wissen, bestrafst du ihren Übermut. 18Aber du, gewaltiger Herrscher, richtest mit Milde und regierst uns mit viel Verschonen; denn du vermagst alles, wenn du willst.

19Dein Volk aber hast du durch solche Werke gelehrt, dass

12,19
Lk 6,35-36
der Gerechte menschenfreundlich sein soll, und deinen Kindern gibst du damit zu verstehen, sie sollten froher Hoffnung sein, dass du ihnen für die Sünden Gelegenheit zur Buße gebest. 20
12,20
Apg 17,26-27
Denn wenn du die Feinde deiner Kinder, die des Todes schuldig waren, mit solcher Sorgfalt bestraft hast, wenn du ihnen Zeit und Raum gegeben hast, dass sie von ihrer Bosheit lassen konnten: 21Mit wie viel mehr Bedacht richtest du deine Kinder, deren Vätern du mit Eid und Bund viele gute Verheißungen gegeben hast! 22
12,22
Kap
Während du also uns erziehst, plagst du unsre Feinde tausendfach, damit wir deine Güte bedenken, wenn wir richten, und auf deine Barmherzigkeit trauen, wenn wir gerichtet werden.

Schwere Bestrafung nach vergeblicher Warnung

23

12,23
Kap
Daher quältest du auch die Ungerechten, die ein unverständiges Leben führten, mit ihren eignen Gräueln. 24Denn sie waren so weit auf Irrwege geraten, dass sie sogar Tiere für Götter hielten, die unter den verabscheuten Tieren die verächtlichsten sind; wie unverständige Kinder waren sie betrogen. 25Darum hast du ihnen wie unverständigen Kindern eine Strafe geschickt, die sie zum Gespött machte. 26Die sich aber durch Spott und Strafe nicht warnen lassen, werden das verdiente Gericht Gottes erfahren. 27Denn sie wurden eben durch die gequält, die sie für Götter hielten, und als sie unter ihnen litten, ärgerten sie sich über sie und
12,27
2. Mose 8,15
erkannten nun deutlich den als den wahren Gott,
12,27
2. Mose 5,2
den sie vorher nicht erkennen wollten. Darum kam auch das Äußerste an Strafe über sie.

13

Anbetung der Elemente

131Es waren von Natur alle Menschen nichtig, denen die Gotteserkenntnis fehlte und die

13,1
Röm 1,18-21
an den sichtbaren Gütern den,
13,1
Offb 1,8
der da ist, nicht erkennen konnten. Sie haben auch nicht erkannt, wer der Werkmeister ist, obwohl sie seine Werke sahen, 2sondern sie hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, die Sterne, mächtige Wasser oder
13,2
Hiob 31,26-28
die Lichter am Himmel für Götter und Wächter der Welt. 3Wenn sie aber an ihrer Schönheit sich freuten und sie darum für Götter hielten, hätten sie auch erkennen sollen,
13,3
Sir 43,28
um wie viel herrlicher als diese der Herr ist. Denn er, der aller Schönheit Meister ist, hat sie alle geschaffen. 4Wenn sie aber schon über deren Macht und Kraft staunten, hätten sie merken sollen, um wie viel mächtiger der ist, der das alles bereitet hat. 5Denn es wird an der Größe und Schönheit der Geschöpfe ihr Schöpfer wie in einem Bild erkannt.
13,5
Ps 104,1-2

6Trotzdem sind sie nicht zu sehr zu tadeln; denn sie irren vielleicht und

13,6
Apg 17,27
suchen doch Gott und hätten ihn gern gefunden. 7Denn sie gehen zwar mit seinen Werken um und erforschen sie, aber sie lassen sich durch das, was vor Augen ist, gefangen nehmen, weil so schön ist, was man sieht. 8Doch sind sie damit nicht entschuldigt. 9Denn wenn sie so viel zu erkennen vermochten, dass sie die Welt erforschen konnten, warum haben sie dann nicht viel eher den Herrn über das alles gefunden?

Anbetung von Götterbildern

10

13,10
Jes 44,9-20
Ps 115,3-9
Bar 6,4-72
St zu Dan 2,5-723-27
Aber unselig sind, die ihre Hoffnung auf tote Dinge setzen, die Werke von Menschenhand Götter nennen: Gold und Silber, kunstvoll verarbeitet, und Abbilder von Tieren oder unnütze Steine, behauen in alter Zeit. 11Da sägte ein Holzschnitzer ein handliches Stück Holz heraus, schabte geschickt seine ganze Rinde ringsum ab, bearbeitete es kunstgerecht und machte daraus ein Gerät, das für den Gebrauch im Leben nützlich ist. 12Die Abfälle seiner Arbeit aber nutzte er, um sich Essen zu kochen und sich zu sättigen. 13Ein Stück Abfall aber, das zu nichts taugte, ein krummes, mit Ästen durchwachsenes Stück Holz, nahm er und schnitzte es mit Sorgfalt, als er nichts anderes zu tun hatte, und gestaltete es mit Geschick, um sich zu erholen, und machte daraus das Bild eines Menschen, 14oder er schnitzte das Bild eines gewöhnlichen Tieres. 14 Er beschmierte es mit rotem Ocker und färbte mit Schminke seine Oberfläche rot, und wo ein Fleck war, übermalte er ihn. 15Und er machte ihm eine Behausung, die seiner würdig war, brachte es an der Wand an und befestigte es mit Eisen, 16damit es nicht herunterfalle. So sorgte er vor, weil er wusste, dass es sich selber nicht helfen kann, denn es ist ein Bild und bedarf der Hilfe.

17Aber wenn er betet für sein Hab und Gut, für seine Ehe und für seine Kinder, dann schämt er sich nicht, mit etwas Leblosem zu reden. 18 Er ruft das Schwache um Gesundheit an, 18bittet das Tote um Leben, fleht zu dem Unfähigsten um Hilfe und zu dem um glückliche Reise, was nicht einmal den Fuß bewegen kann; 19und für sein Geschäft, sein Gewerbe und das Werk seiner Hände ruft er das um Kraft an, dessen Hände ganz kraftlos sind.