Lutherbibel 2017 (LU17)

Über Darlehen und ihre Rückzahlung

291

29,1
Ps 37,2126
Wer seinem Nächsten etwas leiht, tut ein Werk der Barmherzigkeit, und wer ihm aushilft, der hält die Gebote. 2Leihe deinem Nächsten, wenn er’s nötig hat, und zahle auch du deinem Nächsten deine Schulden, wenn es an der Zeit ist. 3Halte dein Wort und sei zuverlässig, dann bekommst du stets, was du brauchst.

4Viele halten ein Darlehen für ein Geschenk und fallen dem zur Last, der ihnen geholfen hat. 5Manch einer küsst die Hände, bis er erhält, was er verlangt, und redet unterwürfig, um an das Geld des Nächsten zu kommen; 6 aber wenn er’s zurückgeben soll, verzögert er’s, klagt und bittet um Aufschub. 6 Wenn er bezahlen kann, bekommt jener kaum die Hälfte zurück, und selbst darüber muss er froh sein. 8 Wenn aber nicht, so bringt er den anderen um sein Geld und macht ihn sich zum Feind. 9 Denn er bezahlt ihn mit Fluchen und Schelten und gibt ihm Schmähworte statt Dank.

7 Viele verleihen ungern, nicht aus Bosheit, sondern weil sie fürchten, schuldlos um ihr Gut zu kommen.

29,7
Sir 8,12
8
29,8
Sir 4,1-6
7,32-36
Doch du habe Geduld mit dem Bedürftigen, sei barmherzig und dränge ihn nicht!
29,8
Mt 18,29
9 Um des Gebotes willen hilf dem Armen, und lass ihn in der Not nicht mit leeren Händen fortgehen.
29,9
5. Mose 15,11
10
29,10
Lk 6,3035
Verlier dein Geld lieber an deinen Bruder oder Freund, und lass es nicht
29,10
Mt 25,18
unter einem Stein rosten, bis es verloren ist! 11 Sammle dir
29,11
Mt 6,20
einen Schatz nach dem Gebot des Allerhöchsten: Er
29,11
Jak 5,2-3
wird dir mehr einbringen als alles Gold. 12 Fülle deine Kammer mit Wohltaten: Sie werden dich aus allem Unglück retten;
29,12
Sir 3,30
Ps 41,2
Tob 4,10
12,8-9
Lk 16,9
13 sie werden dich besser vor deinen Feinden schützen 17 als ein starker Schild oder schwerer Spieß.

Über Bürgschaften

14 Ein guter Mann bürgt für seinen Nächsten, 19 aber ein Schamloser lässt ihn im Stich. 15 Vergiss nicht, was dein Bürge für dich getan hat, 21 denn er hat sich selbst für dich verpfändet. 16 Der Sünder bringt seinen Bürgen um Hab und Gut, 17 und der Undankbare lässt seinen Retter im Stich. 24

29,17
Spr 6,1-2
Eine Bürgschaft hat viele aufrechte Leute zugrunde gerichtet und umhergeworfen wie die Wellen im Meer. 18 Sie hat mächtige Männer von Haus und Hof vertrieben, dass sie in fremden Ländern umherirren mussten.

19 Ein Sünder gerät in eine Bürgschaft, und wer auf Gewinn aus ist, wird vor Gericht gezogen. 20 Hilf deinem Nächsten aus, so viel du kannst; doch

29,20
Sir 8,13
sieh dich vor, dass du nicht selbst darüber zu Schaden kommst!

Vom Elend in der Fremde

21 Das Erste zum Leben sind Wasser und Brot, Kleider und Haus als Schutz.

29,21
Sir 39,26
1. Tim 6,8
22 Besser ein armes Leben in einer eigenen Hütte als ein köstlich gedeckter Tisch in fremden Häusern. 23 Lass dir genügen, ob du wenig oder viel hast; so wirst du nicht als Fremder geschmäht. 24Denn
29,24
Sir 40,28
es ist ein schlimmes Leben, von Haus zu Haus zu ziehen. 31 Und wo du fremd bist, darfst du deinen Mund nicht auftun. 25 Auch wenn du Speis und Trank bereitest, wirst du keinen Dank erfahren 33 und sogar noch bittere Worte hören: 26»Auf, Fremder, komm, bereite den Tisch und lass mich essen, was du hast!«, 27 oder: »Geh, Fremder, du verdienst die Ehre nicht; mein Bruder kommt zu Gast, ich muss das Haus haben.«

28 Das ist schwer für einen vernünftigen Menschen: Verachtung in der Fremde und Schmähung als Gläubiger.